Prolog

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„Er war Teil eines medizinischen Pilotprojekts. Ein Transplantat, kaum größer als eine Faust, hatte man ihm während der OP eingesetzt. Die Idee: Wenn Menschen Organe wechseln konnten, warum nicht auch neue schaffen?"

Die Sonne schien durch die großen Fenster der Küche, ihr Licht fiel weich auf das dunkle Holz der Theke. Der Geruch von frisch gebackenem Brot hing in der Luft, vermischt mit dem leisen Knistern des Toasters. An einem der Hocker saß Yujin, die Stirn auf seine Arme gelegt, während Hanbin ihm geduldig durch die zerzausten Haare fuhr.

„Du solltest nicht immer bis Mitternacht an deinem Projekt sitzen", murmelte Hanbin liebevoll.
Yujin grummelte etwas Unverständliches. „Es ist für Bio. Mama soll stolz auf mich sein."

Fast auf Stichwort trat Hao durch die Tür, noch leicht verschlafen, mit einem Glas Wasser in der Hand. Sein Blick fiel auf seinen Sohn – dann auf Hanbin – und seine Züge wurden weich.

„Ich bin immer stolz auf dich, Yujini", sagte er sanft und beugte sich hinunter, um ihm einen Kuss auf den Kopf zu drücken.

Yujin verzog das Gesicht. „Maaaaa, nicht vor Papa."

Hanbin lachte leise, sein Lachen warm und voll wie eine Decke an kalten Tagen. Hao setzte sich neben ihn und für einen Moment war alles still. Es war ein stiller, friedlicher Morgen, wie sie ihn sich so oft gewünscht hatten.

-

Niemand sah die Schatten in Haos Augen, wenn er in die Ferne blickte.

Niemand spürte, wie ihm manchmal die Luft wegblieb, wenn Yujin lachte – auf diese Weise, wie er selbst früher nie lachen konnte.

Denn während Hanbin lachte und Yujin quengelte, erinnerte sich Hao. An sterile Räume. An kaltes Licht. An Hände, die ihn festhielten, Nadeln, die ihn verletzten. An seinen eigenen Körper, der ihm fremd geworden war.
Damals hatte niemand gefragt. Niemand um Erlaubnis gebeten.

Er war ein Experiment gewesen.
Ein Versuch.
Und aus diesem Versuch war Yujin geboren worden.

Der schönste Teil seines Lebens – und gleichzeitig eine Wunde, die nie ganz heilte.

„Hao?" Hanbins Stimme riss ihn zurück in die Gegenwart.

Hao lächelte schwach. „Äh, Was?"

Hanbin runzelte die Stirn. "Alles in Ordnung mein Schatz?"

Hao setzte ein lächeln auf. "Nichts. Ich war nur kurz... weg."

-

Er war nicht weg. Er war zurück.
Zurück in dieser einen Sekunde, in der sein Körper zerbrach – damit sein Sohn leben konnte.


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