Es war ein kalter Herbstabend, der Himmel war trüb und grau, als Martin an der Straßenecke stand und sich eine Zigarette drehte. Der Wind zerrte stark an ihm und seinem Mantel, der Dampf seiner Atemzüge vermischte sich mit dem Qualm, der aus der Glut der Zigarette aufstieg. Es war mal wieder eine dieser Nächte, in denen er sich fragte, warum er überhaupt noch raucht. Vielleicht, weil es die einzige Konstante in sinem Leben war.
Er zündete die Zigarette an und nahm einen tiefen Zug. Der Rauch füllte seine Lungen und brannte wie immer, aber heute schmeckte sie anders. Bitterer. Vielleicht war es das Gefühl der Entfremdung, dass ihn immer wieder überkam. Die Zigarette war mehr als nur eine Gewohnheit, sie war ein Moment der Ruhe, ein Ritual, in dem er alles andere vergaß. Aber warum jetzt, mit 27 Jahren, immer noch? So viele Jahre die er geraucht hatte und trotzdem verstand er die Bedeutung dieser kleinen Flamme in seiner Hand nicht.
Er sah das Drehzeug in seiner Tasche an, der verblasste name der Marke, die er immer bevorzugt hatte. „Weißt du, warum du rauchst?“ hatte ihm einmal ein Freund gefragt. „Weil du glaubst, dass es dich beruhigt. Aber es ist nur eine Lüge. Es beruhigt dich nicht. Es bindet dich nur.“ Damals hatte er noch gelacht. „Wer braucht schon Beruhigung?“ hatte er geantwortet. Aber jetzt, fühlte er sich mit seinem Verlangen gefangen.
Er nahm einen weiteren Zug. Der kalte Wind schnitt ihm ins Gesicht, als er das Ende der Zigarette in den Aschenbecher drückte. Der Rauch stieg in die Luft und verschwand genauso schnell, wie er gekommen war.
Martin war sich nicht sicher, ob er aufhören wollte zu rauchen oder ob er einfach nur den Moment genoss, der ihm die letzte Illusion von Kontrolle gab. Aber er wusste, dass es der letzte Zug war. Zumindest für heute.
Er schaute auf die leere Straße, dann auf den brennenden Filter im Aschenbecher. Nichts würde sich ändern. Aber er dachte vielleicht würde der nächste Tag etwas frischer riechen. Doch für den Moment gab es nur Dunkelheit und den flimmernden Rauch, der ihm immer wieder sagte, dass er noch nicht ganz bereit war, loszulassen.
Er war nicht sicher, was er suchte. Vielleicht den letzten Moment des Aufschubs. Vielleicht das Gefühl, noch eine Entscheidung zu haben.
Er steckte das Drehzeug wieder zurück in seine Tasche und ging weiter, die Straßen hinab, und die Nacht zog sich langsam dem Ende zu wie eine langsam brennende Zigarette.
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Der letzte Zug
Short StoryEs ist eine Kurzgeschichte, weil ich noch nicht weiß wie man eine Geschichte mit mehreren Kapiteln schreibt. Ich hoffe trotzdem das sie euch gefällt
