Untitled Part 1

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Sie legte ihre Finger um das eiserne Geländer der Brücke.Es war kalt,aber es war da. Eine kleine Stabilität,die Lorena in den letzten Minuten nun noch haben würde. Lorena lehnte sich über die Brüstung,um das tosende Meer unter ihr zu sehen. Das Meer schien unberechenbar und gefährlich. Sie schaute wieder hoch und begegnete der sich herabsetzenden Sonne. Der Himmel war in rötliche Farben getaucht und machte den Moment magisch. Hier war der beste Ort für einen Abschluss,dachte Lorena. Hier würde sie die Schönheit des Moments nocheinmal aufsaugen können bevor es geschah.

Also tat sie genau das. Zuerst glitt ihr Blick über den Himmel,der in seinen rötlichen Farben Gelassenheit und kurzzeitige Vollkommenheit in ihr auslöste. Auch die Sonne war wunderschön. Für Lorena war die Sonne kein runder Feuerball. Die Sonne erschien für sie wie ein ständiger Begleiter,der einem Mut und Hoffnung gab bis die Nacht hereinbrach. Erst dann war man auf sich alleine gestellt.

Lorena senkte ihren Blick auf das tosende Meer.Am Horizont sah sie ein friedliches,unberührtes Meer vor sich liegen. Wenn ihr Blick aber senkrechter wurde konnte sie sehen wie sich erste Wellen aufbäumten und diese letztlich am Fuße der Brücke brachen. Dieses Meer würde sie auffangen und dann in eine andere Welt tragen. In eine Welt ohne den ständigen Schmerz,ohne Depressionen und ohne Schuldgefühle.

So begann sie über das Geländer zu klettern. Nun stand sie dort und müsste nur noch ihre Hände loslassen,um auch ihr letztes Abenteuer enden zu lassen. Innerlich hatte sie schon abgeschlossen und begann ihre Finger einzeln zu lösen als eine Hand ihr Handgelenk berührte und sie wieder zurück über die Brüstung zog.

Es war ein Mädchen in ihrem Alter.

„Hey" sagte sie mit rauer Stimme „Ich bin Zoé"

Nach dem Zoé Lorena davon abgehalten hatte zu springen lernten sich die beiden näher kennen. Tatsächlich war Lorena Zoé ähnlicher als sie dachte. Sie beide kämpften mit etwas großem. Etwas,was sie drohte zu solchen Entscheidungen zu bringen. Denn auch Zoé hatte solche Gedanken gehabt.

Die beiden hatten eine ganz besondere Bindung zueinander. Die Vertrautheit und das Gefühl vom Verstanden fühlen,was Lorena immer in ihrer Nähe spürte, brachte Lorena dazu von ihrer Vergangenheit zu erzählen. Denn Lorena war nie das Einzelkind gewesen,was sie allen vorgespielt hatte. Lorena hatte einen Bruder,der bei einem Autounfall starb bei dem Lorena die Fahrerin war. Seitdem drohten Schuldgefühle ihr Innerstes zu zerfressen. Sie war nicht länger bereit weiterzuleben wenn sie das Leben ihres Bruders gänzlich zerstört hatte. Doch Zoé konnte zumindest ihre kontinuierlichen Schuldgefühle für einen Moment ausschalten. Auch Zoé hatte Gründe für ihre depressive Art. Sie hatte Krebs im Endstadium. Anscheinend wollte sie lange vor dem Unvermeidlichem weglaufen bevor sie verstand,dass die Zeit,die ihr blieb kostbare Zeit war,die sie nie wieder bekommen würde.

Zusammen verbrachten die beiden Mädchen viel Zeit miteinander und sprachen über mehr als ihre Probleme. Sie redeten über intime Dinge,über die Liebe,über ihre Träume und noch viel mehr.

Lorena war sich nie sicher wie sie ihre Beziehung definieren sollte. Irgendwo in ihrem Herzen war eine verdächtige Stimme,die ihr zuflüsterte: Es könnte Liebe sein

Aber nie traute sie sich den Gedanken fortzuführen,da er ihr zu verboten vorkam. Der Gedanken kam ihr zu neu vor.

Eines Tages kam der Tag,an dem Zoés Zustand sich so immens verschlechtert hatte,dass sie im Krankenhaus lag.

Ein weiteres Mal besuchte sie Lorena. Sie kniete sich vor ihr Bett und hielt ihre Hand. Zoés Augen waren leicht geöffnet,ihr Teint viel blasser als bei ihrem letzten Treffen und ihre Atmung war unregelmäßig. Lorena war bewusst,dass dieser Tag kommen würde,aber sie verweigerte immer wieder diesen Gedanken. Sie wollte sich immer wieder einreden,dass es dauern würde. Doch die Zeit war ihr Gegenspieler und Zoé behielt mit ihrer Aussage,dass Zeit ein Geschenk war recht.

So sehr genoss Lorena die Zeit mit Zoé,dass sie nicht wollte,dass sie aus ihrem Leben verschwinden würde.

Doch Zoé schaffte es noch einen Satz auszusprechen: Lorena,ich liebe dich!

Es war nicht mehr als ein Flüstern,doch es war mehr als Lorena immer für möglich geglaubt hatte.

10 Sekunden später besiegte die Krankheit Zoé. Der Tod hatte Lorena trotzdem etwas gelehrt: Er lehrte ihr Dankbarkeit. Lorena war so dankbar für die kleine Ewigkeit,die Zoé und sie zusammen verbringen durften. Es war nicht viel Zeit,die sie hatten,aber das,was sie sich auferbaut hatten würde für immer bleiben. Das unsichtbare Band,dass sie beide verband konnte nicht durch den Tod zerreißen. Dieses Band war unendlich,so unendlich wie ihre Beziehung zueinander.

Aber auch etwas anderes wurde ihr klar: Dass sie Zoé liebte. Es war eine abstrakte Form der Liebe,aber es war Liebe. Letztendlich waren die beiden Mädchen besondere Kinder gewesen,die durch einen Schiksalsschlag in Depressionen verfallen waren. Am Ende hatten die beiden sich gefunden und für eine kleine Ewigkeit sich lieben können. Lorena stand auf gab Zoés Lippen einen sanften Kuss und verließ das Krankenzimmer mit Stärke. Sie hatte Zoé nicht wirklich verloren,denn vor einer Weile hatte sich Zoé in Lorenas Herz verankert und dort würde sie nun für immer bleiben.

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⏰ Last updated: Feb 23, 2025 ⏰

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