Kapitel 1- Willkommen in Storybroke.

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Der Wind peitschte durch das offene Fenster des Autos, als Paige Summer mit einem leisen Seufzen aus dem Fenster starrte. New York war nun endgültig hinter ihr, und sie war auf dem Weg in ein Land, das sie nur aus Geschichten kannte - eine Kleinstadt namens Storybroke. Es war ein merkwürdiger Name, aber das war das Letzte, worüber sie sich noch Gedanken machte. Ihr Kopf war noch immer voller Gedanken an das, was sie hinter sich gelassen hatte. Die Erinnerungen an ihre alte Heimat, an das Leben, das sie nie ganz verstanden hatte, und an die Menschen, die sie zurückgelassen hatte, quälten sie.

„Es wird bestimmt nicht so schlimm, Paige. Du wirst dich schon einleben", versuchte ihre Mutter, die die Fahrt am Steuer ruhig fortsetzte. „Das ist für uns beide eine Chance, neu zu beginnen. Du wirst neue Freunde finden. Vielleicht hilft dir das, dich zu entspannen."

Paige schnaubte leise und schüttelte den Kopf. Neue Freunde? In einem Nest wie Storybroke? Sie hatte das Gefühl, als ob sie nie wirklich dazugehört hatte. Und sie konnte sich nicht vorstellen, dass es hier anders sein würde. Ihre Mutter hatte das Ganze als eine Art Neuanfang verkauft, doch Paige war sich nicht sicher, ob sie sich wirklich ändern wollte. Vielleicht war es auch gar nicht die Stadt. Vielleicht war es sie selbst, die sich nie irgendwo richtig zu Hause gefühlt hatte.

„Was ist das eigentlich für eine Stadt?" fragte Paige nach einer langen Pause. „Ich habe nie viel über Storybroke gehört. Gibt's hier irgendetwas, das die Leute so anzieht?"

„Nun..." Ihre Mutter zögerte. „Es ist eine kleine Stadt, aber sie hat ihre Geschichte. Geschichten von alten Zeiten, von den 90ern. Viele Leute vergessen, was damals passiert ist, aber ich glaube, du wirst hier alles schnell verstehen. Das wird dir gefallen, Paige. Es gibt viele Orte, an denen du deine Zeit verbringen kannst."

Paige rollte mit den Augen. Die „Geschichte von Storybroke"? Sie hatte kein Interesse an den Geschichten dieser Stadt. Sie wollte nur in Ruhe ankommen und hoffen, dass sich das alles bald als weniger schlimm herausstellen würde. Doch als sie über die Landstraße fuhren, bemerkte sie ein merkwürdiges Gefühl, das sie nicht abschütteln konnte - ein Gefühl, als ob etwas in der Luft lag.

Die Stadt selbst war genau das, was sie erwartet hatte. Die Straßen waren alt, die Gebäude eher heruntergekommen, als dass sie charmant waren. Es gab keine modernen Gebäude, keine hippen Cafés oder coole Clubs. Stattdessen gab es düstere Häuser, dunkle Ecken und ein Gefühl von etwas, das längst vergangen war.

„Hier sind wir", sagte ihre Mutter und bremste das Auto vor einem alten, mit Efeu bewachsenen Haus. Die Fenster waren schmutzig, und der Garten war von Unkraut überwuchert. Das Haus war groß, ja - aber es wirkte wie ein Relikt aus einer anderen Zeit.

Paige stieg aus und blickte auf das Grundstück. „Das soll unser neues Zuhause sein?" fragte sie skeptisch, ihre Stimme klang fast ein wenig enttäuscht.

„Es ist perfekt, Paige", sagte ihre Mutter, aber es klang nicht ganz so überzeugend wie vorhin.

Paige betrat das Haus, das innen ebenso alt und verstaubt wirkte wie das Äußere. Doch der Moment wurde durch ein Geräusch unterbrochen. Ein Hupen - mehrere Male hintereinander. Paige drehte sich um und sah, wie ein Motorrad an ihrem neuen Zuhause vorbeifuhr. Ein Junge auf der Maschine drehte sich mit einem kurzen, fast abwertenden Blick zu ihr um.

„Wer war das?" fragte Paige und sah ihrer Mutter an.

„Gilbert Smith", antwortete ihre Mutter mit einem schiefen Lächeln. „Er wohnt hier in der Nähe. Er ist... nun ja, ein bisschen anders als die anderen."

Paige schaute ihm noch nach, als der Junge mit dem Motorrad in den Horizont verschwand. Etwas an ihm hatte sie irritiert - dieser Blick, dieses Gefühl, dass er mehr wusste, als er preisgab. Doch noch konnte sie nicht sagen, was genau das war.

Der Schattensammler Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt