[23.03 Samstag, 8 Jahre]
Heute war mein unglaublicher 8. Geburtstag und es war der beste Tag meines Lebens, trotz stechender Kopfschmerzen. Ich feierte bei meiner Oma und sie hatte mir einen Schoko-Zitronenkuchen gebacken. Darauf stand mit Schokoglasur: „Alles Gute zum 8. Geburtstag Celine."
Als ich mit einem langen Atemzug alle 8 Kerzen auf einmal auspustete, wünschte ich mir einzigartig zu sein, dabei atmete ich den Kerzenrauch ein und hustete kurz danach stark, doch ich lächelte. Alle waren da, Oma und Papa, alle anderen Familienmitglieder von Papas Seite würden später noch kommen.
Ich bekam leichte Kopfschmerzen, doch das hielt mich nicht davon ab meine Geschenke zu öffnen, denn meine Tanten, Onkel, Cousinen und Cousins kamen alle vorbei und brachten die besten und schönsten Geschenke mit.
Das eine stach besonders heraus, denn es war riesig und hatte eine komische Form und glitzerndes Geschenkpapier umwickelte es. Es hatte viele Knicke und ein paar kleine Risse bekommen durch das Einwickeln, jedoch wurden massenhaft rote Schleifen verwendet um es zu kaschieren.
Als ich versuchte mich durch das viele Geschenkpapier zu kämpfen, wurde ich von mehreren Seiten gefilmt und fotografiert. Mein Gesichtsausdruck konnte man in allen glasklar erkennen, erstaunt, fröhlich und dankbar.
Es war ein lila Fahrrad mit bunten Schmetterlingen! Nach meinem unendlichen Flehen, durfte ich nach draußen und es ausprobieren.
Mein Papa trug das Fahrrad und meinen pink-neonfarbenen Helm die Treppen vom Eingang hinunter auf die Straße. Vor Aufregung konnte ich meine Finger nicht stillhalten und spielte mit meinem Haargummi an meiner rechten Hand.
Ich stieg mit einem großen Lächeln auf mein neues Fahrrad und Papa setzte mir meinen Helm auf. Dabei ließ er seine rechte Hand noch einmal kurz drauf und guckte mich stolz mit einem Grinsen an.
Vor Vorfreunde hörte ich ihm nicht genau zu, doch er sagte mir auf jeden Fall, dass ich aufpassen und nur die Spielstraßen befahren sollte. Danach fuhr ich so schnell wie der Wind und fühlte mich dabei unfassbar groß.
Ich strampelte bis meine Beine nachgaben und ich schlussendlich wegen der starken Kopfschmerzen stehen blieb.
Als Papa mich auf den Arm nahm, hielt er mir eine Standpauke, doch ich wusste nicht, was ich falsch gemacht hatte. Zum Ende hin fuhren wir nach Hause und ich erzählte Papa zum ersten Mal von meinen Kopfschmerzen, woraufhin er mir einen komisch schmeckenden Fiebersaft gab.
Nach kurzer Zeit flachte der Schmerz komplett ab, jedoch spürte ich dadurch ein eigenartiges Kribbeln, welches mich im Bett wach hielt. Es wurde stärker und breitete sich mit der Zeit aus, sodass ich es bis in meine Fingerspitzen fühlen konnte. Es war eigenartig und dennoch hatte ich keine Angst, es fühlte sich angenehm und dennoch störend an, denn ich war erschöpft und wollte einfach nur schlafen.
Nach gefühlten Stunden richtete ich mich auf und lehnte mit meinem Rücken gegen die Wand. Ich schaute mich im dunklen Zimmer um.
Das Rascheln der Bäume vor meinem Fenster wurde lauter und die Schatten bewegten sich auf dem Rollo des Fensters. Winzige Lichtstrahlen kamen von draußen durch die äußeren Spalten und meine Augen gewöhnten sich langsam an die Dunkelheit. Umrisse von Kommoden, Schränken und Tisch, sowie Stuhl, kamen zum Vorschein.
Das Kribbeln zog sich durch meine ganze Hand und wollte einfach nicht aufhören, doch als ich meine Hand hob fühlte sie sich federleicht an. Verträumt, mit halb geschlossenen Augen fuchtelte ich langsam mit meiner Hand umher, bis ein *klack* ertönte. Ich schreckte hoch. Was war das?
Ich konnte mein pochendes Herz hören, als ich aufstand und mit zittriger Hand mein Licht anmachte. Das grelle Licht breitete sich im Zimmer aus und fand seinen Weg in meine Augen. Kurz darauf schoss reflexartig meine rechte Hand schützend vor meine geblendeten Augen und ich suchte zögerlich das Zimmer ab.
Neben den Klamotten und Spielzeugen lag ein schwarzer Stift auf dem Teppich, welcher eigentlich auf dem Tisch liegen sollte. Er war nach unten gerollt. Ich hob den Bleistift auf und bemerkte auf dem Tisch ein aufgeklapptes leeres Buch und lächelte. Ich setzte mich auf den Stuhl und begann zu schreiben, was heute für ein schöner Tag war. Dabei kribbelte plötzlich meine Hand stärker als zuvor und ich ließ den Stift fallen. Doch als meine Hand anfing zu krampfen, schwebte der Stift langsam und besonders wackelig in meine zittrige Hand. Als würde ich den Wiederstand spüren, die der Gegenstand gebraucht hätte, um in die Luft getragen zu werden. Ich guckte perplex meine rechte Hand an und fragte mich ob ich träumte, doch ich lehnte nach hinten gegen den Stuhl und war mir einer Sache bewusst.
Das war real. Ich hielt den Bleistift gegen die helle Lampe und inspirierte ihn gründlich, wobei ich ihn mit der anderen Hand oben anfasste und ihn mehrmals drehte. Ich suchte nach etwas Ungewöhnlichem, etwas Abnormalen, doch ich konnte nichts ausmachen. Es war ein ganz normaler Bleistift mit der Stärke HB. Ich ließ meine linke Hand vom Stift und spannte meine rechte Hand an. Mein ganzer Arm durchzog ein kleines Kribbeln, welches in meine Finger weiter pulsierte.
Von einem auf den anderen Moment bewegte sich der Bleistift in meinen Fingerspitzen und schwebte ein paar Zentimeter in die Luft. Ich neigte meine Hand ein wenig und der Stift drehte sich leicht um seine eigene Achse, dabei bewegte er sich hin und her. Meine Hand entspannte sich und ich konzentrierte mich auf das Ausbalancieren des Stiftes, jedoch fiel er bereits nach wenigen Sekunden auf den Boden.
Mit jedem weiteren Versuch den Stift zu kontrollieren, wurde es einfacher und meine Handbewegungen präziser, sodass dieser etwas länger in der Luft stehen bleiben konnte.
Ich drehte mich wieder zum Tisch, schaute auf das Buch und legte den Bleistift darauf. Ich stand auf und legte mich auf mein Bett, wobei ich beim Vorbeigehen das Licht ausschaltete und mich zurück tastete.
Als meine Augen sich wieder an die Dunkelheit gewöhnten, hielt ich meine Handfläche in Richtung des Tisches und spannte meine Hand an. Zugleich spürte ich dieses Kribbeln wieder und im nächsten Augenblick sah ich, wie ein langer dünner Schatten wacklig vom Tisch abhob. Es war erstaunlich, wie er auf kleinste Handbewegung reagierte und ich versuchte auf diese Weise etwas ins Buch zu schreiben. Jedoch hatte ich das Gefühl, dass es eher eine Kritzelei sein würde, als etwas Lesbares.
YOU ARE READING
Ein Traum- Die Vorgeschichte
FantasyCeline war, wie bereits jeder alleinerziehender Vater zugeben würde, einzigartig, doch sie wurde mit 8 Jahren als Einzige dazu fähig, Magie zu bewirken. Insbesondere zur Zeit der Wissenschaft, wo Magie zu Mythen und Sagen gehört, stößt sie auf Probl...
