träumerei.

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***

ich habe immer denselben traum:

ein traum, dessen inhalt mich von meinem berg aus kummer erlösen soll.

es ist sommer.

du sitzt mit unseren freunden im park und trinkst.

wir haben uns eine gefühlte ewigkeit nicht mehr gesehen.

ich stoße etwas später dazu, komme auf die gruppe zugelaufen – und du kannst deinen augen kaum trauen.

du weißt nicht, ob es der alkohol ist, der deine sinne benebelt, oder die sonne, die dich und deine triebe in ekstase versetzt:

doch in dem moment, in dem du mich siehst – wunderschön wie eine göttin stehe ich auf einmal da – willst du mich wieder.

du trinkst immer weiter und weiter.

immer mehr und mehr, bis du kaum noch einen klaren gedanken fassen kannst und dein verstand förmlich versinkt.

die gruppe löst sich schließlich auf, um sich am frühen abend erneut in einer bar zu treffen.

du redest noch etwas mit mir und wir verfallen in ein lockeres gespräch.

du bist betrunken.

ich habe nichts getrunken.

wir stehen auf, reden weiter – du begleitest mich bis an meine haustür.

die sonne brennt nach wie vor auf uns herab.

„was machst du jetzt noch bis heute abend?", fragst du – und ich weiß bereits, wohin die reise geht.

„nichts wirklich. ich ruhe mich vielleicht etwas aus."

du vergräbst dein gesicht in deinen händen.

du haderst mit dir selbst, weißt, was du willst, aber nicht wollen dürftest.

„das ist echt eine dumme frage – aber kann ich vielleicht noch mit nach oben kommen?"

du lachst nervös, so wie du es immer tust, wenn dir etwas unangenehm ist.

ich kenne das schon.

ich beäuge dich prüfend, sage aber nichts, nicke bloß mit meinem kopf in richtung haustür.

und ich weiß bereits in diesem moment, dass ich gerade gewonnen habe.

oben in meinem zimmer öffne ich zu allererst die balkontür, lasse die warme, feuchte luft in den raum, um das drinnen mit dem draußen zu verbinden.

du sinkst erschöpft auf dem bett nieder, die füße auf dem boden, den rücken auf der matratze.

du kannst nicht ganz fassen, was du im begriff bist zu tun.

ich nähere mich dir, platziere meine beine links und rechts neben deinen oberschenkeln, lasse mich auf deinen schoß nieder.

du ziehst scharf luft ein und richtest dich wieder auf.

wir schauen einander in die augen, nur wenige zentimeter voneinander entfernt.

du willst mich küssen, doch ich weiche zurück.

so leicht wird es nicht werden.

ich will mit dir spielen.

so wie du mit mir gespielt hast.

antäuschen, zurückziehen, dich zappeln lassen – bis du weinst.

ich lächle in mich hinein.

dein blick ist betrunken, benebelt, dein kopf hat wohl schon seit stunden ausgesetzt.

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