Kapitel 4

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Leise schleiche ich den engen Flur entlang. Mama kam gestern erst spät zurück und heute ging es ihr nicht gut, deswegen wollte ich sie nicht wecken. Papa sitzt im Wohnzimmer und guckt Fußball. Ich will nicht das er mitbekommt, dass ich wach bin, sonst tut er mir wieder weh. Gerade als ich die Tür zur Toilette öffnen wollte, hörte ich wie er mein Namen rief.
"Sophie? Sophie wieso sagst du nicht , dass du wach bist, sonst wäre ich schon längst kuscheln gekommen."
Nein! Nein, Nein, Nein! Er hat mich bemerkt, ich spüre wie mich zwei kräftige Arme packen und hochheben.
Er trägt mich in sein Bett und legt mich ab. Ich sehe sein Lächeln, so lächelt er immer, wenn ich ihn glücklich machen soll.
"Du bist so schön mein Spatz. Gott viel schöner als deine Mami. Mami hat mich nicht mehr lieb, aber du hast mich doch lieb oder? "
Leise fing ich an zu weinen und als ich nicht antwortete schlug er mir ins Gesicht. Danach zog er mir mein Nachthemd aus und küsste mich auf den Bauch, danach meine Unterhose und dann seine Hose. Da war er wieder dieser unerträgliche Schmerz, wenn er mich lieb hat. Ich fing immer lauter an zu weinen, als er immer tiefer in mich eindrang und so komische Geräusche von sich gab. Als er fertig war küsste er mich auf die Stirn und sagte mir ich dürfte es niemanden erzählen. Und morgen kommen seine Freunde und die werden mich auch liebhaben, deswegen muss ich Viel schlafen um ganz schön zu sein und ganz lieb. Nachdem er gegangen war weinte ich mich in den Schlaf. Ich träumte in der Nacht von meiner Oma, die jetzt ein Stern ist und alles mit ansieht und leise eine Träne weinte. Und in dieser Nacht schwörte ich mir  in 10 Jahren, an meinem Geburtstag zu Oma aufzusteigen.

Schweiß gebadet wach ich auf.
Ich habe nicht mitbekommen, wie ich in mein Bett gelangt bin oder wie ich eingeschlafen bin. Die Erinnerungen an meine Oma und daran was mein Vater getan hat schmerzt. Aber ich darf nicht schwach sein, nicht heute. Es sind 2 Monate, seid Fr.Meier mir zur  Anzeige geraten hat vergangen und heute ist es soweit. Heute werde ich ihn Anzeigen und ihn zeigen, dass ich mich wehre. Ich bin nicht sehr aufgeregt, ich glaube sogar das meine Pflegeeltern aufgeregter als ich sind. Ich habe es ihnen im Beisein von Fr.Meier erzählt und sie unterstützen mich wo sie nur können. Nur die Erinnerungen und die Schmerzen können sie nicht mal ansatzweise nachvollziehen, aber ich werde es ihnen nicht zum Vorwurf machen.  Ich guck auf mein Wecker und bermerke, dass es erts Vier Uhr nachts ist. Ich werde aber auf keinen fall wieder einschlafen können. Also geh ich ins Bad und stell mich unter die kalte Dusche, nach solchen Träumen fühle ich mich immer so schmutzig und benutzt. Nach zwei Stunden bin ich fertig angezogen und bereite für Gina und Michael ein Frühstück zu und bringe es hoch zu den beiden. Danach koche ich mir einen Kaffee und setze mich in die Küche. Ich höre wie Gina und Michael oben anfangen zu lachen und sich lieben. Wie ich es den beiden Wünsche. Dieses unvollkommende Glück, diese Leidenschaft, leider ist es mir vergönnt. Ich setze mich in den Garten und zünde mir eine Zigarette an und genieße diesen wunderschönen Tag. Für Frühling ist es angenehm warm und die Sonne steht schon sehr hoch. Nachdem ich fertig bin gehe ich ins Haus und warte bis es soweit ist. Und jede Minute vergeht quälend schnell vorbei.

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