,,Was ist fünf Mal sieben", fragt meine Lehrerin. Meine Hand schießt schnell in die Höhe, damit sie mich drannimmt. ,,Ja Hope", lächelt sie. ,,Fünfunddreißig", antworte ich
stolz. ,,Rollmops weiß mal wieder die Antwort", ruft Atlas rein, worauf die Klasse in Gelächter ausbricht. Ich senke den Kopf nach unten und starre beschämt den Tisch an. Das gute Gefühl, was eben noch da war, wird durch Scham und Traurigkeit ausgetauscht. ,,Atlas", ermahnt Mrs. Owen ihn
und stemmt die Hände in die Hüfte. Er hört auf zu lachen, grinst aber vor sich hin ,,Was ist dreißig minus", stellt sie die nächste Rechenaufgabe, wird aber durch die Schulklingel unterbrochen. ,,Na gut Kinder. Nach der Pause geht es weiter", berichtet sie und klappt ihr Buch zu. Ich fische meine Frühstückbox aus meinem Ranzen raus und
verlasse zügig den Raum. Ich setze mich auf eine Mauer und lasse meine Beine in der Luft baumeln. Hinten auf dem Pausenhof, wo Tore stehen, kommen schon die ersten Jungs mit einem Fußball angerannt. Die, die sich beeilt haben und
die Schaukeln ergattern haben, stoßen sich in die Luft herab. Ich öffne meine Brotbox und stelle erfreut fest, dass ich heute ein Käsebrot dabeihabe. ,,Du brauchst kein Essen. Du bist schon dick genug", höre ich eine Stimme neben mir und die Box wird mir aus der Hand geschlagen. Das
darin liegende Essen fliegt auf den Boden. Eine Gruppe von Kindern hat sich vor mich gestellt und schaut mich schelmisch an. ,,Rollmops das ist besser für dich", Atlas, der eigentlich mein Freund sein sollte zerquetscht mein Frühstück mit seinem Schuh. Die anderen schauen ihm dabei
amüsiert zu. ,,Was soll ich jetzt essen", meine Stimme ist zittrig, doch ich will nicht anfangen zu weinen. Im nächsten Moment wird mir Sand ins Gesicht und auf den Kopf geworfen. ,,Hier das kannst du essen. Davon kannst du nicht dicker werden", sagt Faith, meine Zwillingsschwester lachend und ihre Freunde stimmen mit ein. Die Sandkörner dringen in meine Augen, sodass sie sehr weh tun und höllisch brennen. ,,Aua. Ich kann nichts sehen", rufe ich und reibe mir mit den Händen über die Augen, wodurch ich es nur noch schlimmer mache. Ich kann es nicht mehr zurückhalten und fange an zu weinen. ,,Jetzt fängt der Rollmops noch an zu weinen", macht sich Atlas über mich lustig. ,,Könnt ihr mir Wasser bringen", bitte ich schluchzend. ,,Natürlich", Faith schenkt mir für einen Moment einen mitleidenden Blick, bevor sie mich dann aber nach hinten schubst, sodass ich ins Gebüsch falle. Dornen bohren sich in meine Haut und etwas Flüssiges fängt an meinen Arm runterzulaufen. Ich schreie vor Schmerz auf. ,,Oh mein Gott", höre ich eine Stimme rufen. ,,Kommt sonst bekommen wir Ärger", ordnet Atlas an und im nächsten Moment sind sie schon weg. Ich werde vorsichtig auf meine Beine gezogen. ,,Hope, was ist passiert? Tut es sehr weh", fragt mich Mrs. Owen leicht panisch und streichelt mir die verklebten Haare aus dem Gesicht. ,,Ich habe Sand in den Augen und meine Arme tuen weh", schluchze ich. ,,Wer hat dir das angetan", sie inspiziert mich und ich muss nicht antworten, denn sie kennt die Antwort. ,,Komm wir gehen erst mal ins Lehrerzimmer, wo wir die Wunden säubern können", sie nimmt behutsam meine Hand und als ich mich umdrehe, zeigt mir meine Schwester die Zunge. Im Lehrerzimmer, wasche ich meine Augen aus, sodass sie nicht mehr so weh tun und Mrs. Owen zieht mir die Dornen raus und klebt an manchen Stellen ein Pflaster drauf. ,,Was ist denn jetzt schon wieder passiert", fragt meine Mama genervt, als sie reinkommt. ,,Ich habe sie eben angerufen Mrs. Adams, weil Hope heute schon wieder von ihrer Schwester und ihren Freunden geärgert wurde", erklärt Mrs. Owen. ,,Und deswegen rufen Sie mich", sie spricht zwar zu ihr, schaut mich aber verärgert an. ,,Ja natürlich. Es fällt jeden Tag so etwas vor. Wir müssen uns mit den anderen Eltern demnächst treffen, um darüber zu reden" Meine Mama holt aus ihrem Geldbeutel ein paar Scheine raus und gibt sie Mrs. Owen. ,,Wir müssen gar nichts. Wahrscheinlich hat Hope sie geärgert. Sie ist ein Problemkind. Nehmen Sie das und kein Wort über das, was vorgefallen ist", ihre Stimme ist streng. ,,Das kann ich nicht annehmen", verständnislos schüttelt sie den Kopf. ,,Na gut, nur weil ich heute gut gelaunt bin", Mama zieht weitere Scheine heraus. Ganz langsam zögernd nickt meine Lehrerin und nimmt sie. Bekommt sie Geld, weil sie mir geholfen hat? Meine Mama nimmt meinen Ranzen, den Mrs. Owen schnell geholt hat nachdem sie mich zu Ende verarztet hat. Mit einem Handschwung signalisiert sie mir, dass wir jetzt gehen. ,,Kannst du mich tragen", schniefe ich. ,,Nein Hope. Das Auto steht da vorne. Außerdem habe ich deinen Rucksack und du bist viel zu schwer um dich zu tragen. Laufen schadet dir nicht", motzt sie mich an ohne mich anzugucken. Es war immer so, dass sie Faith mehr mochte als mich und ich frage mich oft warum. Im Auto hilft sie mir mich anzuschnallen. ,,Ich hab dich satt und die Probleme, die du verursacht", verärgert stemmt sie die Hände in ihre Hüfte und ich verstehe nicht, warum sie sauer auf mich ist, denn ich habe nichts falsch gemacht ,,Das wird sich demnächst ändern", ein Lächeln huschte über ihr Gesicht, als ob ihr eine Idee eingefallen ist, die alles verändern wird. Und das tat sie.
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Perfectly imperfect
RomanceAls die 25-jährige Hope plötzlich ihren Job verliert, bricht ihre Welt zusammen . Doch eine neue Chance wartet bei der aufstrebenden Firma Finance and Tech Industry, geleitet von dem charmanten Cole Stewart. Von der ersten Begegnung an spürt Cole ei...
