Kapitel 1

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Jeongguk Pov

Heute war unser letzter Abend in Amerika und es hatte keine halbe Stunde gedauert, bis mich mein bester Freund alleine im Club sitzen ließ.

Jimin verabschiedete sich, um die letzten Stunden mit seiner neuen Bekanntschaft zu verbringen.

Das letzte was ich noch von ihm hörte war: "wir treffen uns morgen früh im Hotel, um unsere Koffer zu holen". Da soll noch mal einer sagen ‚Bros before hoes'...

Seufzend löste ich meinen Blick von meinem Getränk und ließ ihn durch die Menge schweifen. Der Club war relativ gut besucht und die ein oder andere Frau aber auch Mann warfen immer wieder einen vielsagenden Blick in meine Richtung. Allerdings sprach mich keiner von ihnen wirklich an.
Mein Blick wanderte weiter durch die Menge, als mein Blick auf die Person an der Bar fiel. Es war, als würde ich von einem Magneten angezogen werden. Ab diesen Moment, galt mein Interesse rein dieser Person.
Um einen besseren Blick auf das Gesicht zu bekommen, ging ich auf die andere Seite des Clubs. Allerdings drehte er, sobald ich wieder einen Blick auf ihn erhaschen konnte, seinen Kopf in die entgegengesetzte Richtung. Ein Mann hatte sich auf den Stuhl neben ihn gesetzt und versuchte eine Unterhaltung zu starten.

"Hey, darf ich dich vielleicht auf einen Drink einladen?" Widerwillig löste ich meinen Blick von der Szene an der Bar und schaute die eigentlich ganz hübsche Blondine neben mir an.
Im Normalfall war die hübsche Blondine genau mein Beuteschema, allerdings löste sie bei mir heute absolut kein Interesse aus.
"Sorry, kein Interesse." Damit lief ich an der Frau vorbei, ohne ihr einen weiteren Blick zu schenken und machte mich geradewegs auf den Weg zur Bar und damit zu den beiden Personen, die sich anscheinend eher schlecht als Recht unterhielten.

"So einen billigen Anmachspruch habe ich schon ewig nicht mehr gehört. Sehe ich wirklich so aus, als wenn ich mit jedem dahergelaufenen Wicht, wie dir mitgehen würde?!" Bei dem klang der tiefen Stimme lief mir ein angenehmer Schauer über den Rücken und genau im Richtigen Moment, stand der Störenfried nach seiner harschen Abfuhr auf und ging wutschnaubend an mir vorbei.
Grinsend nahm ich seinen Platz ein und ließ ich mich auf den Sitz neben dem Mann fallen, bevor ich den Barkeeper zu mir wank.
Ich blickte kurz zu meinem Sitznachbar, dessen Glas ebenfalls fast leer war.
"Zweimal das von dem Herren neben mir bitte." Meine Bestellung löste ein schnauben von dem Mann neben mir aus, während der Barkeeper nur nickte und sich direkt an die Arbeit machte.
"Wenn ich etwas trinken will, kann ich mir auch selbst was bestellen." Charmant.
Grinsend drehte ich mich zu seiner tiefen Stimme um und musste bei seinem Anblick kurz innehalten und Schlucken. Ich glaube, ich habe in meinem ganzen Leben noch nie einen so perfekten Menschen gesehen.
Das er gut aussah, konnte ich bereits von weiten erahnen, als ich seinen Rücken mit seinen breiten Schultern sah, die zu einer schmaleren Taille verliefen. Dazu passte perfekt sein etwas enger anliegender Pullover, der seine Schulter- und Rückenmuskeln perfekt zur Geltung brachten.
Und nun sein makelloses Gesicht zu sehen, war fast erschreckend, als wenn er direkt aus einem Modemagazin gestiegen wäre.
Zu meinem Glück holte mich der Barkeeper aus meinem Starren, indem er die zwei von mir bestellten Gläser vor mir abstellte. Dankend nickte ich ihm zu und wendete mich wieder an meinen Sitznachbarn.
"Eigentlich wollte ich mich nur schnell besaufen, aber wenn du eines abhaben möchtest, nur zu."
Er wirkte von meinem Konter überrascht, da er mich nun mit erhobener Augenbraue ansah. Ich dachte schon, dass ich es mir damit mit ihm vergeigt hätte und schlug mir innerlich selbst gegen die Stirn, als er auch schon nach einem Glas griff.
"Wer es glaubt... aber immerhin bist du im Gegensatz zu den anderen, die mich heute angesprochen haben, schlagfertig und siehst nicht aus, als wenn du gerade aus der nächsten Mülltonne herausgekrochen wärst." Ich war mir nicht sicher, ob er das jetzt als Kompliment oder Beleidigung meinte.

"Beim Getränk hast du mich ertappt, aber aus einer Mülltonne komme ich nun wirklich nicht. Ich bin hier nur im Urlaub und heute ist der letzte Abend, bevor es wieder nach Hause geht."
Damit scheine ich sein Interesse geweckt zu haben, denn seine Augen wandern förmlich über meinen Körper.
"Das heißt du erhoffst dir eine letzte heiße Nacht, bevor du zurück in deine Heimat zu deiner  Partnerin flüchtest?" Mit einer erhobenen Augenbraue schaute ich zu ihm und stützte meinen Kinn auf meine Hand, den Ellenbogen auf der Bar stützend.

"Nicht ganz, ich habe keinen Partner oder Partnerin, ich suche noch mein perfektes Gegenstück. Eine heiße Nacht wäre tatsächlich eine Idee oder wir besaufen uns erst einmal und schauen dann einfach, ob wir uns bis dahin bereits abgrundtief hassen oder einen weiteren netten Moment miteinander verbringen wollen." Bei dem letzten Teil wackelte ich extra mit den Brauen, was ihn zum Auflachen brachte. Sein Lachen war wunderschön, es nahm sein halbes Gesicht ein und seine Augen strahlten dabei in einer ganz besonderen Art.
Fasziniert beobachtete ich ihn, bis er sich kopfschüttelnd abwendete und einen Schluck von seinem Getränk nahm.

"Einen Partner zu finden, der dein perfektes Gegenstück ist, wirst du niemals finden, aber lass uns herausfinden, wohin uns dieser Abend noch so bringt. Ich heiße übrigens Taehyung." Er reichte mir seine Hand, die ich lächelnd ergriff.

"Freut mich dich kennenzulernen Taehyung. Ich heiße Jeongguk und wegen dem Partner... Ich glaube an Schicksal." Die Berührung löste leichte Stromschläge aus, die er ebenfalls zu spüren schien, da er sich lachend löste und sich kurz über seine Hand strich.

MatesWhere stories live. Discover now