Zweiundzwanzig

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Mirella

Erneut liege ich hier, in diesem sanften Bett, welches ich tagelang vermisst hatte. Nein, nicht das Bett, ich habe die Personen die mit mir darinnen lagen vermisst. Ich bin wieder hier, bei meinen größten Rettern und Albträumen zugleich. Durch sie bin ich erst in solche Schwierigkeiten geraten.

Mein Kopf dröhnt und mein Körper fühlt sich gelähmt an, was er auch ist. Ich versuche mich zu bewegen, zu schreien, doch nur ein kleines heißeres ,,Mateo" entkommt meinen Lippen. Mein Bein beginnt zu schmerzen, langsam kommt mein Körper zu sich. Ich höre Schritte vor der Türe und sehe zu wie die Tür geöffnet wird.

,,Mateo?" stottere ich leise als mich eine Erleichterung überwältigt. Es tut gleichzeitig so weh aber auch so gut ihn wieder zu sehen. Ich kann mich kaum an etwas aus den letzten Stunden erinnern. ,,Wie geht es dir?" fragt mich seine raue und so vertraute Stimme, wie ich sie doch vermisst habe. ,,Ich kann mich nicht bewegen" stottere ich als er nur nickt.

,,Das ist die Narkose, wir haben dein Bein neu und schön genäht, damit du später eine schönere Narbe hast" erklärt er mir ruhig, als er sich zu mir ans Bett setzt. Ich sehe runter zu meinem Schenkel, um den ein riesiger Verband gewickelt ist. Ich sehe in seine Augen, sein wunderschönen Augen, ich habe sie so vermisst. Dennoch strahlen sie etwas unangenehmes aus, etwas böses, etwas kaltes.

,,Mateo..? Was ist bloß passiert, was ist hier los" frage ich ihn leidend und unterbreche die Stille. ,,Er hat dir weh getan, körperlich so wie seelisch, dafür wird er leiden" antwortet er mir als er seine raue Hand über meine Wange streichelt. ,,Nein Teo, bitte. Es muss keiner leiden, nicht wegen mir" rede ich auf ihn ein, als er mir nur mit dem Daumen über meine Lippe streicht und mich verstummen lässt.

Ich liebe es von ihm berührt zu werden, ich liebe es so sehr. So wie man erkennt, hat er es auch vermisst mich zu berühren. Es dauert keine weitere Sekunde und seine Lippen liegen sanft auf meinen. Mein Bauch geht in Flammen auf, dieses unglaubliche Feuer welches ich so sehnlichst vermisst hatte, entfacht sich wieder. Ich schließe meine Augen, gebe mich der Zuneigung und Liebe hin, die er mich spüren lässt.

Ich könnte ihn niemals hassen, mein Herz würde ihm alles durchgehen lassen. Ich bin dieses Gefühl nicht mehr gewohnt, meine Lippen verschmelzen mit Mateos. Innig küssen wir uns weiter, mein Körper tritt langsam aus der Starre und meine Hand vergräbt sich in seinen Haaren. Seine Hand gleitet an meinen Hals, würgt mich ein wenig und raubt mir den Atem. Ein leises Stöhnen entflieht meinen Lippen, sein starkes Atmen spüre ich an meinen Wangen.

So schön dieser Moment auch ist, ich sollte ihn nicht zulassen, ich sollte ihn hassen, ihn verabscheuen. Aber er weiß ganz genau, das kann ich nicht, er weiß genau was er tut. Wickelt er mich wieder um den Finger? Bin ich sein Spielpüppchen? Liebt er mich? Benutzt er mich? Sollte ich ihn hassen? Zu viele Fragen aufeinmal sind in meinem Kopf, als er dann von meinen Lippen absetzt und mich nur ansieht.

Seine göttlichen Augen treffen auf meine ,,Ich liebe dich mi vida" sagt er als er mir tief in die Augen sieht. ,,Was-?" frage ich ungläubig. ,,Du hast mich verstanden, Mirella" er sieht mich voller Hoffnung in seinen wunderschönen Augen an. ,,Ich- liebe dich auch Mateo" antworte ich noch immer überrascht. Noch nie hatten wir das ausgesprochen, diese drei Wörter, noch nie zuvor haben wir sie uns anvertraut.

Er ziemt mich vorsichtig an sich und schenkt mir die liebevollste Umarmung die ich je gespürt habe. ,,Ella, kleine, ich möchte dich nie wieder verlieren, nie wieder möchte ich so leiden." erklärt er mir ,,Ich möchte dich auch nicht mehr verlieren Mateo, ich möchte nie mehr so alleine sein." erkläre ich ihm, worauf er nickt. ,,Mirella, ich möchte dass du mein wirst" er sieht mich hoffnungsvoll an. ,,Das war ich doch schon immer Teo, nur das mit deinen Brüdern kann ich nicht so ignorieren." erkläre ich.

Er seuftzt und sieht auf die Seite ,,Gut, ich denke an sie kann ich dich teilen, ich möchte trotzdem dass du nur mir deine Liebe versprichst" sagt er als er mich wieder ansieht ,,Natürlich, ich liebe nur dich, das mit ihnen ist reiner Spaß. Du musst aber nicht ja sagen, das weißt du, oder?" frage ich ihn. ,,Ich weiß, mi vida. Ich werde dich von nun an beschützen, mit allem was ich habe. Keiner wird dir mehr etwas so grausames antun" verspricht er mir und streichelt meine Wange sanft.

Ich setze mich vorsichtig auf und strecke mich etwas ,,Wir gehen naher nach unten und essen etwas, okay? Du hast bestimmt nicht viel gegessen in den letzten Tagen" sagt er, worauf ich nur zaghaft nicke. Ich fand es auch nicht besonders schlimm, nichts gegessen zu haben, aber das sage ich ihm besser nicht. Ich spüre seine starken Hände an meiner zierlichen Hüfte, als er mich hochhebt und mit mir gemeinsam aufsteht. ,,Na komm meine Rose" sagt er und lächelt mich sanft an.

Ich habe alles an ihm so sehr vermisst, jede Berührung, jeder Blick und jedes Wort. Ich bin so froh in wieder zu haben, ihn zu spüren, zu hören. Ich blende alles aus, die Erinnerungen die wieder hoch kommen aus den letzten Stunden. Ich spüre noch die ekelhaften Blicke und Hände auf mir, der Männer die mich Berührt hatten. Eine Gänsehaut breitet sich auf meinem Körper aus, ein mulmiges Gefühl verschlingt meinen Magen.

Mateo trägt mich aus dem Zimmer und die Treppe nach unten, zum Esszimmer. Ich hatte vergessen wie wunderschön es hier ist, wie sehr ich es hier liebe und wie viele Erinnerungen ich hier in so kurzer Zeit gemacht habe. Mein Blick wird weicher als ich zwei weitere bekannte Personen sehe. ,,Prinzessin?!" entgegnet mir eine so bekannte Stimme. Meine Gedanken lockern sich als die zwei Männer ebenso zu mir kommen und mir nach der Reihe einen Kuss auf die Hand platzieren...

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Ich habe mich dazu entschlossen 1-2 Kapitel pro Woche hoch zu laden. Bitte bedenkt, dass ich zur Schule gehe und auch ein Leben außerhalb vom schreiben habe. Ich schreibe mit Leidenschaft und liebe jeden der mich unterstützt. Bitte habt Verständnis meine Mäuse!

Mateo- Das Spiel mit dem FeuerWo Geschichten leben. Entdecke jetzt