Vier

3K 63 0
                                    

Mirella

Ich sitze in meinem Auto, kaputt von gestern Nacht, in einem tiefen Schlaf der mich mein Leben kosten könnte. So öffne ich also meine Augen ruckartig als ich ein Auto hupen wahrnehme. Ich sehe um mich, alles voller Autos, wo bin ich? Wie und warum? Was ist passiert?

Und schon schießen mir die Gedanken durch meinen Kopf und ich trete zurück in die Realität. Ich kralle mir mein Handy und erschrecke ,,Fuck! Ich bin zu spät" ich richte mich ruckartig auf und krame in meiner Tasche nach einem neuen Oberteil, die Hose lasse ich einfach an.

Ich ziehe meine Bluse aus und sehe herum ob mir wer zusieht, dann ziehe ich mir ein neues schwarzes Top an. Ich nehme meine Haarbürste und bürste meine Haare durch, bevor ich sie dann zu einem Zopf binde. Ich werfe mir einen Kaugummi in den Mund und sprühe mich mit meinem Rosenduft ein damit ich nicht so sehr nach Rauch und Alkohol riche.

Ich nehme mir mein Handy und meine Autoschlüssel und steige aus, sperre das Auto zu und begebe mich zum Eingang, als ich ein bekanntes Gesicht erblicken kann. Die Dame von gestern kommt direkt auf mich zu als sie mich sieht. ,, Mirella?! Bist du verrückt?! Du bist zu spät, du hättest um Punkt zehn beim Boss sein müssen." drückt sie mir als Begrüßung direkt rein.

,,Ich weiß doch, ich bin schon am Weg" entgegne ich ihr und seufze als sie auf einmal beginnt an mir zu richen. ,,Du kannst glücklich sein wenn er dich einfach erschießt und dich nicht tot foltert." sie sieht mich mitfühlend an als mein Gesicht immer blasser wird.

,,Komm ich bring dich hoch nicht dass du noch umkippst, du hast scheiße viel getrunken gestern hmm?" sie muss leise kichern aber hört auf als ich sie böse ansehe. ,,Ich heiße übrigens Julie und bin sozusagen die Aufpasserin der neuen" wir gehen zu den Fahrstühlen und sie drückt den Knopf. Ich nicke etwas und lasse mein Schicksal entscheiden wie es weitergeht.

So steige ich also mit ihr in den Fahrstuhl und fahre zum 20. Stockwerk mit ihr. Sie schubst mich raus und bleibt ihm Fahrstuhl ,,Ich komm zu deiner Beerdigung" sie sieht mich mit Mitleid an während die Fahrstuhl Türen sich schließen. Ich schlucke und atme durch ,,Es geht sicher ganz schnell.." rede ich auf mich selbst ein als ich vor der großen Tür stehe und zögere.

Ich nehme meinen ganzen Mut zusammen und klopfe an der Tür als ein ,,Herein" erklingt. Ich trete in das Büro des Bosses ein und sehe ihn in seiner Sitz Lounge sitzen. ,,Ich hatte dich etwas früher erwartet Jones" sagt er als er zu mir aufblickt mit seinen eisblauen Augen.

,,Es tut-" weiter komme ich nicht da er mich direkt unterbricht. ,,Spar dir das, Entschuldigungen sind in dieser Welt so viel Wert wie ein Staubkorn" er sieht mir so verdammt tief in die Augen, dass ich keinen Schritt mehr gehen kann, da ich so gefesselt davon bin.

,,Ich erklär dir mal wie es in dieser Welt, in dieser Firma, abläuft Mirella." ich sehe ihm zu wie er aufsteht und mir Schritt für Schritt näher kommt, bis er keine 40 Zentimeter von mir entfernt ist. Er legt seinen Kopf schräg und grinst mich teuflisch an. ,,Du hattest eine schwere Nacht hmm? Das erklärt wohl warum du kein Interesse daran hattest, pünktlich zu sein." er führt seine Hand zu meinem Hals was meinen Körper in die Brüche bringt, mein Blut gefrieren lässt und mein Herz zum Stillstand bringt.

Ich schließe meine Augen und warte nur auf das schwarze nichts, auf die Erlösung, den Tod, doch ich spüre ihn nicht. Warum spüre ich ihn nicht? Lebe ich noch? ,,Öffne deine Augen Rose" erklingt seine raue Stimme, ich höre ihn noch, ich bin nicht tot.

Ich öffne meine Augen und Blicke hoch, direkt in seine Augen, sie brennen sich in meine und lassen mich nicht mehr klar denken. Seine Hand liegt noch an meinem Hals, sie drückt jedoch nicht zu, wird er mich quälen? Wird er mich töten? Foltern?

Er mustert meine Gesichtsausdrücke und zieht mich näher, sehr nah, viel zu nah. Ich kann seinen Atem an mir spüren als er meinem Ohr wieder so verdammt nah kommt. ,,Hör auf zu trinken, da geht dein schöner Rosenduft unter" flüstert er mir leise ins Ohr was meine Knie weich werden lässt.

Er entfernt sich wieder etwas und lässt meinen Hals los, dafür greift er nach meinem Handgelenk, so fest und rau dass es mich quieken lässt. Er sieht mich verwirrt an und lässt etwas lockerer ,,Sorry- du hältst ja sehr wenig aus" er sieht mich an, er sieht mich an als hätte er Angst, Angst dass ich durch seine Berührungen zerbrechen könnte. ,,Ich dachte man hält hier nicht viel von Entschuldigungen?" antworte ich ihm in meiner brüchigen Stimme.

Er zieht mich wortlos mit zu seiner couch und setzt sich. ,,Na komm setz dich schon, ich bring dich noch nicht um" er sieht zu mir hoch und grinst. ,,Noch nicht?" stottere ich und nehme neben ihm platz auf der couch. Er lacht nur teuflisch

,,Also erzähl mir mehr über dich Jones, du bist laut der Datenbank ein verschlossenes Buch." er schenkt mir ein Wasser ein und reicht es mir. ,,Das wird auch so bleiben, Boss" ich nehme das Wasser dankend an und trinke einen Schluck. ,,Boss?Sag meinen Namen wenn du ihn eh schon weißt, Mirella" raunt er und lehnt sich etwas zurück.

,,Was willst du denn wissen Mateo?" frage ich ihn und stelle das Glas zurück auf den kleinen Tisch als ich bemerke wie er scharf einatmet als ich seinen Namen sage. ,,Warum hast du dich so betrunken? Warum bist du so ängstlich? Warum warst du auf den Tod so vorbereitet? Warum-" ich stoppe ihn

,,Warum interessiert dich das alles? Sonst sind dir deine Angestellten doch auch nicht so wichtig?" frage ich ihn gespannt. ,,Ich möchte mehr wissen, du bist ungewöhnlich, du bist seit der ersten Sekunde in der ich dich gesehen habe anders, anders als die anderen die hier Arbeiten" antwortet er mir was mich zum nachdenken bringt.

,,Was meinst du mit anders?" frage ich den mir ziemlich unbekannten Mann. ,,Du hattest eine so verdammte Angst als ich die Waffe gezogen habe, keiner der hier her kommt und für mich arbeiten möchte reagiert so auf eine Pistole, sie wissen worauf sie sich einlassen" er legt seinen Kopf schräg, wobei ihm seine Braunen Locken in die Stirn fallen.

,,Ich wusste auch nicht worauf ich mich einlasse" antworte ich ihm knapp. ,,Du wusstest nichts von dem hier? Wie kommst du denn dazu dich hier zu Bewerben?" er sieht mich verwirrt an und zieht eine Zigarette aus der Hosentasche und sein Feuerzeug, womit er sie daraufhin anzündet.

,,Ein Freund von meinem Vater meinte ich könnte hier gut verdienen, mein Vater wusste über alles Bescheid, aber ihm war das Geld wohl trotzdem wichtiger." ich rede einfach und frage mich einfach nicht mehr warum ihn mein Leben so sehr interessiert.

,,Deine Eltern bekommen dein Geld?" fragt er mich als er an seiner Zigarette zieht. ,,Nicht mehr, ich bin gestern sozusagen ausgezogen" ich greife mir mein Glas wieder und trinke einen Schluck. ,,Wo wohnst du denn jetzt so kurzfristig?" er sieht mich wieder an und mustert meinen Körper. ,,Ach mal da mal dort" gebe ich ihm als Antwort.

,,Du bist also Obdachlos?" er sieht mich schon fast besorgt an. ,,Schon gut, ich werd schon irgendwo unterkommen" ich sehe ihm zu wie er mich betrachtet und den Kopf schüttelt. ,,Nein, sicherlich nicht. Ich werde dich mit zu mir nehmen." sagt er stürmisch als er einen weiteren Zug nimmt. ,,Nein, du bist mein Boss, aber danke" ich stelle das Glas hin.

,,Denk drüber nach Jones, ich hab genug zimmern glaub mir" antwortet er und dämpft seine Zigarette dann aus. ,,Das glaub ich dir, aber das kann ich nicht annehmen, ich bin deine Angestellte, die jetzt übrigens arbeiten sollte." erkläre ich während ich aufstehe. ,,Na gut, wir sehen uns Jones" er nickt mir zu. Ich hasse es irgendwie wenn er Jones zu mir sagt...

Also lächle ich ihn an und verschwinde aus dem Büro, fahre mit dem Fahrstuhl ein Stockwerk tiefer und betrete mein Büro. Ich lasse mich auf meinen Sessel sinken und beginne zu arbeiten.

Wie fandet ihr dieses Kapitel?

Gebt mir gerne Feedback hier, auf Instagram oder Tiktok <3

Mateo- Das Spiel mit dem FeuerWo Geschichten leben. Entdecke jetzt