Drei

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Mirella

Ich stürme durch die Eingangstür in unseren Flur, komplett geladen und gestresst von diesem Tag. Ich schmiede einen Plan in meinem Kopf in wenigen Sekunden und führe ihn sofort aus.

Ich lasse alles stehen und liegen und stürme in unser Wohnzimmer, in dem mein Vater gemütlich auf dem Sofa sitzt. ,,Ist das dein ernst!?" meine Stimme bebt vor Zorn. ,,Wie wagst du es in so einem Ton mit mir zu sprechen Mirella?" antwortet mir mein Vater in einem kleinen Schock als er mich ansieht. Er sieht mich an, nach Tagen, Wochen oder Monaten, sieht er mich endlich an.

,,Warum bringst du mich, deine eigene Tochter, in solch eine Gefahr? Warum schickst du mich dort hin? Ich hätte sterben können!?" rede ich mit zitternder und bebender Stimme auf ihn ein. ,,Mirella, mach einfach was sie sagen und dir passiert schon nichts, solang du mit dem Boss keine Probleme aufbaust ist alles gut und du verdienst eine Mörder Kohle."  antwortet mein Vater mir als er genervt wieder in seine Zeitung blickt.

,,Ja, meine Mörder Kohle, ihr bekommt keinen Cent mehr von mir! ich bin raus hier!" ich halte meine Tränen zurück was unglaublich schwer ist. ,,Achja?! Na gut, ist mir lieber! Wohn eben auf der Straße, undankbares Kind!" schreit er auf mich ein was mich zum Brechpunkt bringt.

Ich verlasse das Wohnzimmer in schnellen Schritten und renne die Stiege hoch. Ich gehe sofort in mein Zimmer und suche alle Taschen und meinen Koffer, als ich dann anfange sie mit meinen Sachen zu füllen. In mir tobt und bebt eine Wut und Enttäuschung. Als ich fertig bin packe ich noch meine Sachen aus meinem Badezimmer ein und nehme mein kleines Erspartes mit.

Ich trage meine Taschen nach unten, an meinem Vater vorbei, den das alles wohl wenig kümmert. Ich ziehe meine einzigen Schuhe und Jacke an und verlasse mein Elternhaus als ich die Tür mit einem Knall zu fallen lasse. So schleppe ich also das zeug in mein kleines Auto und starte es. Ich besitze nicht gerade viel, was es einfacher macht es zu transportieren.

So fahre ich also los, ich hab keine Ahnung wohin, ich fahre einfach, blicke mit Tränenden Augen auf die Straßen und fahre den Straßenlaternen, die in der Dunkelheit leuchten, nach. Ich halte Schlussendlich vor einem Club den ich jetzt unbedingt brauche. Ich parke mein kleines Auto am Parkplatz und steige aus mit meiner Geldtasche. Ich bin noch in meinen eleganten, seriösen Klamotten, die ich mir für heute ausgesucht hatte.

Also betrete ich den Club und werde nach meinem Ausweis gefragt was schon die erste Hürde ist, diesen zu finden. Ich krame in meiner Geldtasche während mir der Türsteher zusieht und darauf wartet dass ich ihn endlich finde. Die wenigen Sekunden fühlen sich wie Jahre an, als ich ihn ihm endlich zeige und er mich nickend eintreten lässt. Ich atme den Duft von Rauch, Alkohol und Schweiß ein, welcher mich direkt benebelt und mir den Drang gibt meine Sorgen und Probleme zu ertrinken.

Also sitze ich da, an der bar, mit dem ersten Glas Vodka in der Hand und Tränen in den Augen. Ich bin verloren, ich habe nichts, niemanden, keine Familie und keine Freunde, nur mein Auto und diesen beschissenen Job bei dem ich Angst bekomme wenn ich nur wieder an ihn denke. Die Firma ist alles, aber nicht legal, und schon gar nicht sollte so jemand wie ich dort Arbeiten. Ich verdiene wirklich nicht schlecht, ich verdiene immerhin gute sechs Tausend im Monat. Das ist unglaublich viel Geld , wenn man bedenkt dass ich davor als Postbotin gearbeitet habe und gerade mal 6 Euro in der Stunde verdient habe.

Dennoch sitze ich jetzt hier, in einem überfüllten club und schlucke schon das zweite Glas Vodka runter, welches meinen Hals erneut brennen lässt. Ich spüre die Wirkung des Alkohols in meinem ganzen Körper und kann nicht genug von diesem unbeschreiblichen Gefühl bekommen.

Ich kippe mir also ein drittes und viertes Gläschen runter bis ich dann wackelig aufstehe und durch den Rauch und Nebel gehe. Ich schlängele mich zwischen der Masse durch und versuche den Ausgang zu finden, die Musik dröhnt in meinen Ohren, der Alkohol fließt durch mein Blut und der Rauch zieht durch meine Lungen.

Ich schlendere mit wackeligen Beinen zum Ausgang als ich ihn endlich erblicke und gehe an dem Türsteher vorbei, dem ich vor wenigen Minuten schon begegnet bin. Ich finde den weg zu meinem Auto, als ich es aufsperre und mich auf den Fahrersitz sinken lasse.

Berauscht vom Alkohol, starte ich mein Auto, was wohl keine gute Entscheidung ist. Ich fahre also los, komplett betrunken und berauscht. Ich fahre und fahre, keine Ahnung wohin, bis mir eine Idee kommt. Ich mache halt als ich vor dem großen, mir bekannten Gebäude ankomme. Ich fahre in die Tiefgaragen Einfahrt und parke auf einem der vielen freien Parkplätze, ein vorübergehender Halteplatz. Es ist unglaublich dunkel, nur wenige Lichter leuchten noch als ich dann den Motor ausschalte, mein Auto von innen zu sperre und müde und fertig von diesem Tag einschlafe.

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Mateo- Das Spiel mit dem FeuerWo Geschichten leben. Entdecke jetzt