Eins

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Mirella

Ich liege in meinem weichen Bett, dem einzigen Platz an dem ich meine Ruhe habe. Ein wunderschöner Klang von Vögeln holt mich aus meinen tiefen Träumen. Heute wird ein besonderer Tag sein. Ich gähne und strecke mich als ich meine Augen öffne und zu meinem Wecker blicke. ,,Erst 6 Uhr, ich könnte noch weiter schlafen, oder ich mach mir gemütlich Frühstück." murmle ich noch in meinem Halbschlaf. Ich setze mich an den Bettrand meines Bettes und stehe danach auf, wobei mein Kreislauf sich nach dieser ruckartigen Bewegung sofort bemerkbar macht. Ich gehe in langsamen, kleinen Schritten zu meinem Fenster und öffne die Jalousien, um den warmen Lichtstrahl in mein Schlafzimmer zu lassen. Ich strecke mich erneut und verlasse das Schlafzimmer in kleinen, leisen Schritten. Das Haus meiner Eltern ist nicht besonders groß, jedoch kann ich mir noch nicht leisten in ein eigenes Zuhause zu ziehen.

Ich gehe also die Treppe hinunter und werde mit einer genervten Stimme begrüßt. ,,Na da ist ja die Schlafmütze, mach deinem Vater Frühstück, ich muss zur Arbeit". raunt meine Mutter als sie an mir vorbei, in den Flur läuft. Sie zieht ihre Schuhe und ihren Blaser an, dann nimmt sie ihre Tasche und den Schlüssel. Meine Mutter schenkt mir noch einen bösen, arroganten Blick als die Tür mit einem Ruck zufällt.

Ich seufze ,,Auch guten morgen.." Ich mache mich auf den weg in die Küche und mache meinem Vater, der gemütlich am Esstisch sitzt, einen Kaffee und einen Toast in unserer unaufgeräumten Küche. Nachdem ich ihm sein Frühstück hinstelle, sieht er skeptisch auf das Essen und nickt nur. Ich gehe zurück und hole etwas Obst wie eine Banane, Blaubeeren und Himbeeren aus dem Kühlschrank und mache mir einen kleinen Obstsalat.

Ich setze mich zum Tisch und sehe meinen Vater an und zögere kurz als ich beschließe ein Gespräch aufzubauen. ,,Ehm..was machst du heute Papa?" ich esse mein Obst. ,,Frag nicht so viel" schnaubt er während er seinen Toast isst und er, wie immer, seine Zeitung durchblättert. Ich nicke und seufze Enttäuscht, dass ich es wieder einmal nicht geschafft hab mit meinem eigenen Vater zu kommunizieren. Ich esse meinen Obstsalat während ich etwas in mein handy starre und nur durch Videos und Chats scrolle.

Als wir beide fertig sind räume ich den Tisch ab und wasche das Geschirr, da unser Geschirrspüler seit Monaten kaputt ist. ,,Mach dich fertig für die Arbeit Mirella" raunt mein Vater während er mich streng ansieht. Ich nicke einfach und gehe die Treppe hoch. Ich nehme mein Schicksal einfach an. Meine Eltern haben einen Haufen Schulden und lassen mich sie abbezahlen. Ich habe meinen Abschluss vollendet, jedoch keinerlei Ausbildung oder anderes. Es ist mein erster Tag bei der Arbeit und ich versuche etwas seriöser auszusehen als ich sonst tue. Mein Vater hat mir einen Job in einem Büro besorgt, durch einen seiner komischen Casino Kollegen, der mir nicht besonders geheuer ist. Die Firma ist sehr groß und allein in diesem Gebäude arbeiten rund 500 Menschen.

Ich ziehe mir eine weiße Bluse, eine schwarze, weite, samt Hose, die ich mir vor kurzem geleistet habe und meinen goldenen Schmuck an. Ich verschwinde im Badezimmer und mache meine Haare. Ich trage sie heute offen, mache mir schöne locken und sprühe sie mit meinem Rosenduft ein. ICH LIEBE ROSEN!

Ich nehme meine Tasche mit allen Sachen die ich brauche, wie meine Unterlagen, mein Handy und mein Notfall-kit und gehe zurück nach unten. Ich verabschiede mich von meinem Vater, der mir offensichtlich eh nicht zuhört und ziehe mir meine neuen Schuhe an, die eigentlich schon über ein Jahr alt sind, aber noch so aussehen wie am ersten Tag. Ich verlasse das Haus und gehe zu der Garage in der ein kleines, altes Auto steht, welches ich zu meinem Geburtstag bekommen habe. Trotz dessen, dass es sehr schäbig ist, bin ich sehr dankbar, dass ich überhaupt eines bekommen habe. Ich fahre also los. Auf den Straßen ist heute überraschenderweise sehr viel los. ,,Gott ich kann nicht an meinem ersten Tag zu spät kommen". ärgere ich mich. Ich nehme so viele Abkürzungen wie möglich durch kleine Seitenstraßen um schneller an mein Ziel zu kommen.

Als ich endlich ankomme, muss ich einen Parkplatz finden, was unglaublich schwer ist. Nach viel zu langem herum fahren parke ich ein und gehe schnell zum riesigen Eingang. Die Tür öffnet sich durch den Bewegungsmelder und ich sehe mich um und staune als ich den prunkvollen Eingang betrachte. Als ich fertig mit staunen bin gehe ich zum Info-Schalter rechts von mir. Ich stelle mich davor und atme durch ,,Hallo, ich habe ein Bewerbung Gespräch heute." bringe ich mit panischer Stimme hervor.

Die Dame mustert mich von oben bis unten, und kichert dann etwas auf. ich sehe sie verwirrt an und räuspere mich ,,Was ist den so komisch Miss?" frag ich die Junge Dame. Sie sieht mich noch belustigter an. ,,Ach du meinst das ernst Schätzchen?" frägt sie mich noch immer mit einem Grinsen im Gesicht. ,,Ehm ja? Warum denn nicht?" sehe ich sie immer noch so überrascht und verwirrt an. ,,Mäuschen, hier gibt es keine Bewerbung Gespräche, hier triffst du denn Boss. Wenn du ihm gefällst glück, wenn nicht verabschiede dich von deinen Liebsten" erklärt sie mir ruhig und gelassen. Ich sehe sie immer mehr eingeschüchterter und ängstlicher, mit jedem Wort welches sie sagt an.

Wo hat mich mein Vater bloß hingeschickt. ,,Keine Angst, du bist hübsch, das bringt dir einen kleinen Bonus" reißt sie mich aus meinen Gedanken und versucht mich etwas zu beruhigen. Ich nicke nur wie in Trance, während sie von ihrem Bürostuhl hüpft und nach vor zu mir kommt. ,,Folg mir-" sie sieht mich fragend an. ,,Mirella, ist mein Name" stottere ich ihr als Antwort. Sie nickt ,,Folg mir Mirella, ich bring dich zum Boss" gibt sie mir zurück und zieht mich mit zu den Fahrstühlen. ,,Hat denn der Boss auch einen Namen?" frag ich sie mit zittriger Stimme. ,,Ja, aber nur für Private Angehörige, wir nennen ihn immer Boss" entgegnet sie mir als sie mich in den Fahrstuhl zieht und den Knopf für das Stockwerk 20 drückt.

,,Und versuch selbstbewusster zu wirken, du bist ja ein Mauerblümchen" bemerkt sie und mustert mich erneut von oben bis unten. Ich nicke nur zur Bestätigung als sich die Tür öffnet und wir aus dem Fahrstuhl treten. Die Dame bringt mich durch einen langen Gang, zu einer großen Tür und klopft anständig bevor sie die Tür ruckartig auf zieht. Ich betrete das Büro mit Ihr und Blicke zu einem Mann der mit einem Whiskey Glas hinter seinem Schreibtisch steht und aus den riesigen Glaswänden blickt. Sie räuspert sich woraufhin sich der muskulöse Mann zu uns umdreht und uns beide stumm ansieht. ,,Eine neue" sagt sie knapp und verlässt das Büro nachdem er ihr zu nickt.

Ich bleibe mitten in dem Raum stehen und sehe den Unbekannten genau an, während er mich ebenso mustert. ,,Setz dich" sagt er das erste mal, in seiner etwas tiefen Stimme. Ich setze mich sofort in den Sessel vor dem Schreibtisch. ,,Also, Mirella? Richtig?" sieht er mich genauer an als er an dem andern Ende de Schreibtisches steht. ,,Ja, richtig" seine Anwesenheit macht mich nervös und neugierig zu gleich.

,,Du bist hübsch kleine, du hast den Job" erwähnt er und setzt sich in seinen Stuhl, während er einen Schluck von seinem Whiskey trinkt. Ich sehe ihn verblüfft an ,,Aber ich-" stottere ich bevor er mich unterbricht. ,,Oder willst du ihn nicht?" er sieht mir das erste mal in die Augen und holt unterm Tisch eine Pistole hervor. Der Blick auf die Waffe lässt mein Blut gefrieren, als ich realisiere wo ich da reingezogen wurde beginnen meine Hände zu zittern.

Der Mann zieht seine Waffe weg und sieht mich kurz stumm an ,,Ehm- beruhig dich, ich leg dich nicht um" er sagt es mit ruhiger Stimme, als seine Miene weicher wird. Ich nicke etwas da seine Stimme sehr ehrlich klang. ,,Antony bringt dich zu deinem Büro, es ist einen Stock unter dem hier" bemerkt er und sieht mich wieder ernster an. Ich nicke nur stumm und schon steht der besagte Antony in der Tür. Ich bin noch geschockt von der Situation was dem Boss ein kleines Grinsen entlockt. Ich folge Antony aus dem Büro des Bosses und zum Fahrstuhl, ein Stockwerk tiefer. Er bringt mich in mein Büro und lässt es mich allein erkunden. Ich bin erstaunt und betrachte den Raum, in der Mitte steht ein Schreibtisch und links und rechts sind Regale und sitzt Lounges. Ich richte also mein Zeug ein und logge mich in meinen PC ein...

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Mateo- Das Spiel mit dem FeuerWo Geschichten leben. Entdecke jetzt