Part Twelve ~ Work

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Sein Blick war sehr angespannt. Er wusste sicherlich nicht so recht was er jetzt sagen soll. Ich musst schlucken. "Also.. das war eine echt blöde Frage, entschuldigung", verzweifelt lachte ich einfach und senkte meinen Blick. Wahrscheinlich bin ich einfach nur einsam und vermisse Taddls Nähe. Also nicht dass wir zusammen in einem Bett geschlafen haben, aber einfach sein Da-Sein fehlte mir. "Kein Problem", sprach Izzi und ging aus dem Zimmer. Ich hetzte ihm hinterher. "Ehm, das steht jetzt aber nicht zwischen uns oder?", fragte ich. Er schüttelte mit dem Kopf und lächelte. "Alles in Ordnung. Du vermisst Taddl eben", somit ging ich wieder zurück und schmiss mich aufs Bett. Es roch angenehm, aber noch lange nicht so gut wie Taddl's Bett. Was denke ich eigentlich die ganze Zeit sowas? Er ist doch nur für eine Woche weg. Keine Panik. Einfach so tun als wäre er bei seiner Familie zu Besuch.

***

Noch lange lag ich wach im Bett. Ich überlegte was ich anders mache, wenn Taddl wieder da ist. Ich möchte nicht mehr allzu fies zu ihm sein. Ich kann es nicht ganz ablegen, nein. Das ist meine Art. Das ist mein Charakter. So hat Taddl mich auch kennengelernt. Er kennt meine rebellische Art. Er weiß wie unausstehlich ich werden kann. Und dennoch nennt er mich seinen besten Freund. Er mag mich so wie ich bin. Da ist er einer der wenigen. Viele Freunde habe ich schon durch meine schreckliche Art vergrault. Ich war gemein zu ihnen, schubste sie nur rum. Auch im wortwörtlichen Sinne. Taddl sagte mal, dass ich zu einem Anti-Aggressionstraining gehen soll. Darauf habe ich ihn beschimpft, dass es ja garnicht stimmt und ich vollkommen harmlos bin. Er hat seitdem aufgeben. Er akzeptiert mich so wie ich bin, aber ich akzeptiere mich nicht mehr. Ich muss was ändern. Nicht alles aber einiges. Ich beschloss mich bei einem Boxtraining anzumelden. So lerne ich Selbstverteidung und ich lerne meine Aggressionen beim Training und nicht an andere Leute auszulassen.

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Ich saß mittlerweile mit Izzi am Frühstückstisch und aß ein, zwei Erbeeren. "Möchtest du wirklich kein Müsli? Oder ein Brötchen?", fragte er mich. Ich schüttelte den Kopf. Er seutzte. "Du solltest aber bald mal gehen. Ich möchte dich nicht rauswerfen aber-";"Felix kommt bald, jaja", er sah mich schockiert an und ich fing darauf an zu lachen. Der Blick sagte nichts anderes als 'Kannst du etwa Gedankenlesen?'. Zu witzig!

Nachdem ich 'aufgegessen' hatte, zog ich mich an und befand mich kurz darauf wieder auf dem Nachhauseweg. Ich beschloss zu Hause zu duschen und mir erstmal das alte Blut von der Haut zu waschen. Je nachdem wie meine Wunden aussehen, mache ich ein neuen Verband drum.

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Fertig geduscht. Neue Binden drum. Perfekt. Also gut, ich will etwas ändern. Wo fange ich am besten an? Ich ging in mein Zimmer und zog das Rollo hoch. Zwar nur ein bisschen aber es war ein Anfang. "Ist meine Wand schon immer Grünfarbend?", das war mir nie aufgefallen. Ich öffnete das Fenster und direkt stürmte eine Windschwabe in mein Zimmer. Ich holte tief Luft und merkte dass Luft im Zimmer doch garnicht mal so scheiße ist. Klamotten wegräumen, Pizzakartons wegschmeißen, Bett beziehen. Das alles habe ich gemacht. Taddl wird stolz auf mich sein. Ich freute mich über meine absolvierte Arbeit. Nächster Schritt: Boxtraining. Ich zog mir ein lässiges Shirt an und eine graue chillige Weste drüber. Kapuze über den Kopf und los gehts.

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Ich musste echt ziemlich lange auf die Bahn warten, denn irgendwie war etwas passiert ein paar Straßen weiter. Als ich dann endlich drinsaß schloss ich meine Kopfhörer an mein Handy an und steckte sie mir in die Ohren. 'Eine Flasche voll Hennessy, zwei Straßen zum Venice Beach. Drei Spasten die Scheiß machen...' tönte durch meine Kopfhörer. Ich fand es ganz und garnicht seltsam wenn man seinen eigenen Song gerne hört. Ich bin einfach unfassbar stolz auf unsere Arbeit. Und ich weiß: Das kann uns keiner wegnehmen.

Tardy - Schwierige Wege zum ZielWhere stories live. Discover now