PROLOG | Website

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Beautiful Disaster

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Prologue | Once upon a time

Ein kalter Windhaucht schleicht sich um ihre geröteten Wangen, darauf bedacht die heißen Tränen zu trocknen, die sich an ihrem Gesicht einen Weg nach unten bahnen. Sie weiß nicht, wie lange sie schon an ihrem geöffneten Fenster sitzt und nach draußen in den Nachthimmel starrt. Zahlreiche Sterne sind zu sehen, aber keiner dieser hellen Himmelskörper kann auch nur einen Funken Freude in ihr entfachen. Sie wusste es von Anfang an, sie hatte schließlich zahlreiche Gespräche geführt, in denen immer das gleiche in ihre Ohren geflüstert wurde wie ein schreckliches Versprechen. Eine verbotene Liebe, von Beginn an zum Tode verurteilt. Sie hasste es, sie hasste sich selbst dafür, dass sie ihrem Vater nicht die Stirn bieten konnte. Sie stand einfach da und schaute zu, wie er den Mann zum Teufel schickte, den sie seit langem in ihr Herz gelassen hatte. Ihr tat es weh zu sehen, wie er sie anschaute. Diese traurigen blauen Augen, die nur gehofft hatten, dass sie etwas von sich geben würde. Sie hatte sich ihm geöffnet, wie sie sich noch nie jemandem geöffnet hatte. Wenn er bei ihr war, konnte sie ihr entfliehen, dieser starren tristen Welt, in der sie die letzten Jahre gelebt hatte und doch stand sie einfach nur da.

Es war nie einfach gewesen ein Wort gegen ihre Familie zu erheben, ihr Vater war schon immer ein impulsiver Mann gewesen, der überall wo er auftauchte Respekt in Menschen hervorrief. Eine weitere Träne läuft an ihrem Kinn herunter und fällt schlussendlich auf den kühlen Marmorboden unter ihr. Was wäre gewesen, wenn sie nicht in dieser Welt geboren worden wäre? Wenn sie nur ein normales Mädchen, mit normalen Eltern gewesen wäre. Was wäre, wenn...

Mehrere Wochen zuvor

Seit einer ganzen Weile tanzt sie schon mit ihrer besten Freundin Lilian in der Mitte des Raumes, der über ihr thront wie ein glitzernder Nachthimmel. Jegliches Zeitgefühl war ihr abhandengekommen, dabei hat sie doch gar nicht so viel getrunken. Der teure Scotch, der Sekt, die Shots. Jetzt wo sie so darüber nachdenkt, hat sie schon lange nicht mehr so viel getrunken wie heute. Dabei ist das Pensum an Alkohol, das ihr zarter Körper verträgt schon längt erreicht worden.

„Hey. Du machst doch nicht schlapp, oder?" Kann sie Lilian über die Musik rufen hören. Sie hebt nur die Hand und lächelte ihr zu, um ihr zu zeigen, dass sie eine Pause benötigt. Die viele Bewegung und das rumgehüpfe haben ihrem Magen schwer zugesetzt. Mit vorsichtigen Schritten, versucht sie sich durch die Menschenmasse zu quetschen, um zum Balkon zu gelangen. Als sie die große gläserne Tür aufstößt, kommt ihr die kühle Nachtluft entgegen, nachdem ihre Lunge sich so sehr gesehnt hat. Es müssen mittlerweile Stunden vergangen sein, in denen sie ihren Körper grazil zu der Musik bewegt und die Schmerzensschreie ihrer Füße ignoriert hat.

Als sie an dem Gold verzierten Geländer ankommt, legt sie ihre Finger darum und lässt ihren Blick nach unten in den Garten schweifen. Einige der Gäste haben sich im Laufe des Abends abgekapselt und begutachten mittlerweile die prächtigen Rosenbüsche, die der Gärtner noch am vorigen Tag zurechtgeschnitten hat. Sie weiß noch, wie sie ihm durch die Vorhänge dabei zugesehen hat, immer darauf bedacht nicht entdeckt zu werden. Ihr Blick wandert etwas weiter zu dem großen Brunnen, der die Terrasse schmückt, als ihr das Augenpaar auffällt, das sich seit einer Weile an sie geheftet hat. Dunkle Augen schauen belustigt zu ihr auf als sie nervös hin und her schaukelt. Sie würde gerne runter rufen und ihn fragen, wie er heißt.

„Wie heißt du, Fremder?" schreit sie in ihrem Kopf und wiederholt es immer wieder, als wäre es ein Mantra. Man möge es vielleicht auf den Alkohol schieben, aber sie würde gerne die Efeuranken nach unten klettern, nur um sich zu vergewissern, dass er nicht verschwindet, sobald sie die Treppenstufen nach unten aufsucht. Keine Sekunde lässt sie ihn aus den Augen, während sie ihre Arme um ihren Körper schmiegt, damit die Kälte sie nicht verschlingt. Die Art und Weise wie er dort steht, selbstsicher mit einem Glas Scotch in seiner Hand und diesem Gesichtsausdruck von Arroganz. Er weiß genau, was seine Blicke mit ihr anstellen, sie wird schließlich nicht die Erste sein, die sich danach sehnt wie eine austrocknende Blume nach Wasser.

„Ich habe dich überall gesucht. Ich dachte schon du wärst ohne mich gegangen." Sie schreckt auf, als Lilian plötzlich hinter ihr auftaucht und ihre Schulter packt.

„Und du hast mich erschreckt. Ich würde dich doch niemals allein lassen." Lacht sie, bevor Lilian ihr eine Jacke hinhält, die sie dankend annimmt. Als sie wieder nach unten schaut, ist der mysteriöse Unbekannte verschwunden. Sehr zu ihrem Missfallen.

„Suchst du jemanden?" Fragt die neugierige Britin, als sie den sehnsüchtigen Blick ihrer Freundin bemerkt.

„Ich." Kurz überlegt sie, lässt den Gedanken aber wieder fallen. Lilian würde sie doch eh nur wieder aufziehen, so wie sie es immer tut, wenn es um Männer geht.

„Nein, alles gut. Lass uns wieder reingehen." Lächelt sie sanft, bevor sie ihre Freundin sanft ins Warme schiebt. Der Fremde hat sich allerdings in ihre Gedanken gekrallt und scheint nicht mehr loslassen zu wollen. Sie kann jedoch noch nicht ahnen, dass das Schicksal mehr als nur eine Begegnung für sie vorgesehen hat. Das Schicksal mischt schließlich die Karten und wir spielen.


Beautiful DisasterWhere stories live. Discover now