Kapitel 1
Ich lief die nasse, regenüberströmte Straße entlang. Es war schon dunkel und der Regen war kalt, aber ich war froh darüber, denn durch die Tropfen sah man meine Tränen nicht, die über mein Gesicht liefen und es benetzten. Außerdem lenkte mich die Kälte des Regens von meinen Gedanken darüber, was gerade passiert war, ab. Zumindest ein wenig.
Er hatte Recht. Verdammt, es stimmte was er gesagt hat, auch wenn ich es nicht wahrhaben wollte. Während ich weiter darüber nachdachte und mich innerlich wegen den Geschehnissen die passiert waren hasste, merkte ich nicht das ich mich völlig verlief, bis ich in einer dunklen Sackgasse stand.
Der Regen hatte mittlerweile nachgelassen, trotzdem konnte ich nicht viel erkennen bis auf ein paar Mülltonnen, von denen ein paar umgeworfen worden waren. Meine Tränen ließen nach und ich versuchte mich zu konzentrieren. Wie konnte ich mich nur so verlaufen, und das auch noch ohne es zu merken?
Ich versuchte irgendwelche Anhaltspunkte darauf zu finden, wo ich mich befand, aber nach einiger Zeit gab ich es auf. Die Gegend hier hatte nicht viele Schilder und wirkte sehr verlassen, was mich nicht wirklich beruhigte.
Die meisten Gebäude waren aus Backsteinen, der an manchen Stellen abgebrökelt war. Die Sackgasse, in der ich mich befand, lag neben einer etwas breiteren Straße auf der kein Auto fuhr. Auf der anderen, gegenüberliegenden Seite war ein kleiner, billiger und sehr heruntergekommener Kiosk, ein Neonleuchtschild über der Tür wies auf den Namen des Ladens hin, aber es war ausgeschaltet, wahrscheinlich defekt weshalb ich ihn nicht erkennen konnte. Also war der Kiosk anscheinend geschlossen oder gar nicht mehr in Betrieb, das brachte mir nicht viel. Die Häuser daneben und entlang der Straße waren völlig heruntergekommen und sahen nicht wirklich bewohnt aus.
Ich spürte immer lauter mein Herz klopfen, und meine Augen, die eben erst aufgehört hatten, Tränen laufen zu lassen wurden langsam wieder feucht. Ich fühlte mich hilflos und wurde immer ängstlicher. Wo zum Teufel war ich hier? Ich lehnte mich gegen die Wand der dunklen Gasse und ließ mich an ihr herabgleiten. Einerseits um mich zu beruhigen, andererseits aber weil meine Beine so sehr zitterten, das ich Angst hatte das sie mich bald nicht mehr tragen würden.
Die Straße war kalt und nass, ich merkte leicht wie das Wasser sich in meine Hose sog.
Vielleicht war es besser das ich nicht zurück nach Hause gegangen war. Meine Mutter hätte mich nur wieder gefragt, was los war und ich hätte ihr wieder keine Antwort geben können. Das ging schon seit Jahren so, und es würde sich wahrscheinlich auch nie ändern.
Ich dachte so konzentriert nach, dass ich ihn erst bemerkte als er direkt vor mir stand. Der größte und gefährlichste aller Schurken.
All for One. Ich konnte ihn nur anstarren, wollte um Hilfe schreien, aber es kam nichts aus meinem Mund heraus. Abgesehen davon hätte mich sowieso niemand gehört. Ich überlegte angestrengt was ich machen könnte und ob man meine Leiche finden würde, an meine Mutter und wie es für sie wäre wenn ich tot wäre. "Was macht ein kleiner Junge wie du ganz allein in einer so gefährlichen Gegend? Und warum weinst du? Kann ich dir helfen?" Meine Augen waren wahrscheinlich gerade so groß wie die von einem Glubschi. Warum war All for One so... Nett...? War das vielleicht eine Fälschung? Aber wieso sollte er dann so freundlich sein? "Hallo? Kannst du sprechen?" Fragte er mich und ich konnte noch immer nicht antworten, zu geschockt davon das All for One vor mir stand und mit mir redete. Eigentlich sollte ich die Polizei rufen, oder irgendeinen Helden, aber irgendwas an ihm ließ mich zögern. "Ich glaube, er hat Angst. Immerhin bist du ein ziemlich bekannter Schurke." Sagte plötzlich eine jünger klingende Stimme die vermuten ließ, das ein Mann das gesagt hatte. Langsam drehte ich meinen Kopf in die Richtung, aus der sie gekommen war. Rechts von All for One stand tatsächlich noch jemand anderes, ich hatte ihn wohl nicht bemerkt. Er war jünger, vielleicht anfang zwanzig, hatte bläuliche Haare, helle Haut und lockere Klamotten an. Was aber am meisten auffiel waren viele verschiedene, einzelne Hände, die an seinem Oberkörper waren, und eine Hand, die mitten in seinem Gesicht hing. "Hmm. Ich bin mir nicht sicher. Junge? Wir wollen dir nichts tun. Auch wenn es vielleicht nicht so aussieht weil wir Schurken sind, aber wir wollen dir helfen. Das ist Tomura Shigaraki und ich bin, wie du vielleicht schon weißt All for One. Was ist dein Name?" Fragte mich All for One, und langsam fand ich meine Sprache wieder. "Sie... Sie beide sind... Schurken, also warum... Warum wollen sie mir helfen?" Presste ich hervor, musste mich aber ein paar Mal durch mein schluchzen unterbrechen. "Weißt du, Schurken sind nicht von Grund auf Böse. Wir sind auch nur Menschen. Also, wie heißt du, und warum weinst du?" Antwortete mir der größte aller Schurken freundlich und gelassen. Da ich sowieso keine andere Wahl hatte und ehrlich gesagt auch ein bisschen neugierig war, antwortete ich ihm auf seine Fragen: "Ich heiße Izuku Midoriya. Ich... Ich weine weil..." Ich versuchte ihm den Grund, warum auch immer, wirklich zu sagen, aber ich konnte nicht. "Ist schon gut, kleiner. Du kannst mit uns mitkommen wenn du willst, hier draußen ist es kalt und eine Erkältung würde dir nicht viel bringen. Du kannst uns vertrauen. Wenn wir dich hätten töten wollen hätten wir das schon längst getan." All for One klang dabei ehrlich, und ohne wirklich darüber nachzudenken richtete ich mich langsam auf. "Ihr wollt mir also helfen. Weil ihr Menschen seid. Es gibt sehr viel bessere Gründe." Sagte ich abschätzend. Es gab einen Grund, warum ich auf einmal so viel Selbstvertrauen hatte. "Klingt so als hättest du was gegen Menschen. Ich glaube, du wärst perfekt geeignet, Izuku Midoriya." Sagte Shigaraki geheimnisvoll und ich wollte zu gerne wissen, was dahinter steckte. "Was meinst du damit? Ich... Ich habe nicht... direkt was gegen Menschen, aber..." Ich stockte und sah Shigaraki direkt in seine kalten Augen. "Du hast Recht. Ich habe etwas gegen sie." Sagte ich entschlossen. Ich wusste nicht, warum, aber irgendwie vertraute ich den beiden. Sie hatten Recht damit, sie hätten mich schon längst töten können. Aber was würden so mächtige Schurken von mir wollen? "Antwortet. Was wollt ihr von mir?" Sagte ich, kälter als ich es von mir gewohnt war. "Komm mit, Izuku. Shigaraki hat Recht. Du könntest für uns von Nutzen sein. Natürlich nur wenn du einverstanden wärst." Entgegnete All for One und wartete auf meine Antwort.
____________
Hey, das wars auch schon mit dem ersten Kapitel. Wenn ihr Verbesserungsvorschläge habt oder ne Meinung zur Gechichte schreibts gerne. Bitte seid nicht so streng mit mir, das war mein allererster Versuch an einer ff :). Ich werde versuchen jede Woche einen neuen Teil hochzuladen, drückt mir die Daumen das es klappt :D
Ansonsten noch eine schöne Woche, liebe Grüße Mia ;)
YOU ARE READING
Can Broken Hearts Heal?
FanfictionIzuku ist ein Normalo in einer Welt, in der 80% der Menschen Spezialitäten besitzen. Nach einem Zwischenfall begegnet er plötzlich dem gefährlichsten aller Schurken, aber ist dieser wirklich so, wie er anfangs dachte? Und würde Izuku, wenn dieser Sc...
