Kapitel 1

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Kapitel 1

Ein Blatt raschelte unter Schattenpfotes Füßen. Sie duckte sich tiefer ins Gras, hoffte, der Vogel hatte sie nicht gehört. Er hatte. Die Amsel flog hoch in die Luft, doch Schattenpfote sprang ihm mit einem gewaltigen Satz nach. Die Glieder des Vogels erschlafften und zufrieden legte sie die Amsel auf den Boden.

Es war ein milder Herbstmorgen, die Vögel zwitscherten in den wenigen Bäumen die es auf dem HerbstClan Trerritorium gab und der Himmel war strahlend blau. Ja, es war ein guter Tag für die Jagd.

"Super gemacht!" Eine Kätzin kam hinter Schattenpfote angelaufen. Es war Wirbelsturm, eine kleine orangene Kätzin und ihre Mentorin.

Verlegen leckte Schattenpfote sich das Brustfell. Der Fang war im Grunde sehr schlecht gewesen, die Amsel hatte sie gehört, aber dass sagte sie ihrer Mentorin nicht. Wirbelsturm hatte zum ersten Mal ein Schülerin und kannte sich eben nicht aus. Schattenpfote selbst auch nicht, aber zumindest dachte sie manchmal darüber nach was sie falsch machte.

Schattenpfote war eine noch recht kleine Kätzin. Ihr schwarzes Fell spannte sich leicht über ihrem Körper, sie war jedoch nicht mager, sondern nur schlank. Ihre gelben Augen leuchteten dauerhaft, und sie war immer neugierig. Allerdings lag in ihrem Blick auch etwas sehr erwachsenes und intelligentes. Das führte dazu, dass Schattenpfote manchmal anderen Katzen sehr deutlich zeigte, was sie von ihnen hielt, und gelegentlich ihre spitze Zunge einsetzte.

Mit Wirbelsturm war das anders. Die Kriegerin war noch sehr jung und oft unerfahren, dennoch respektierte Schattenpfote sie, denn Wirbelsturm war oft in jeder Hinsicht anbetungswürdig: sie war hübsch, traf in Notsituationen die richtigen Entscheidungen, sie stellte Mut und Stärke an den Tag und hatte keine Angst vor Auseinandersetzungen. Oh ja, Schattenpfote mochte ihre Mentorin.

Von weiter hinten tönten Stimmen. Es waren Blattpfote, Schattenpfotes Schwester, und Erlenschweif, ihr Mentor. Schattenpfote verzog das Gesicht. Sie mochte ihre Schwester nicht. Blattpfote war immer schlecht gelaunt, immer mürisch und mit ihr konnte man keinen Spaß haben. Anders war es bei ihrem Bruder Laubpfote, der war meist zu Späßen aufgelegt und witzelte oft mit Schattenpfote herum. Oh ja, sie mochte ihren Bruder.

Erlenschweif stellte sich neben Wirbelsturm und miaute kurz:"Guter Fang!", bevor er Schattenpfotes Mentorin weiter anstarrte. Blattpfote,die jetzt neben ihrer Schwester stand, knurrte abfällig auf. Auch Schattenpfote seufzte genervt. Erlenschweif war nur einer der Kater, die Wirbelsturm hinterherliefen und immer wenn er sie sah klebte er Wirbelsturm an den Lippen. "Nun dann... Gehen wir ins Lager?", fragte Wirbelsturm peinlich berührt. Erlenschweif war viel älter als sie und sie mochte ihn auch nicht besonders. "Ja!", entschied Blattpfote für ihren Mentor und schnappte ihre Beute. Schattenpfotes Schwester war keine besonders gute Jägerin, sie hatte nur eine kleine Spitzmaus erbeutet, während Schattenpfote selbst stolz ihre Amsel trug. Am Schluss der Truppe lief Wirbelsturm mit einem Habicht und Erlenschweif hatte gar nichts gefangen- obwohl Sommer war und es vi Beute gab.

Die Katzen liefen durch die üppige Graslandschaft des HerbstClans. In ihrem Territorium war hauptsächlich Wiese und Heide, bis auf ein kleines Stückchen Wald direkt am Sternenberg. Der Starnenberg war der Ort, an dem sich die Clans versammelten.

Das Lager des HerbstClans lag in einer Senke, in der Gras wuchs. Ein kleiner Bach teilte das Lager, die Baue waren alle große, geräumige Höhlen. Der Anführerbau war allerdings der wichtigste, den er war für den Clan der Versammlungsort. Er wurde auch der "Efeubau" genannt, da er von oben bis unten mit Efeu bewachsen war.

Zufrieden legte Schattenpfote ihre Amsel auf den Beutehaufen. Auf dem Trainingsplatz drückte gerade Sturmpfote ihren Bruder Laubpfote zu Boden, Nesselkraut scheuchte ihre Jungen Eichhornjunges, Rabenjunges und Wüstenjunges schimpfend in die Kinderstube und Kleinkralle, ein Ältester, prahlte im Lager herum, dass er einmal ganz alleine einen Dachs besiegt hatte. Es war alles wie immer.

,,Hallo Schattenpfote!" Es war Wüstenjunges. Der Kater hatte sich dem Griff seiner Mutter entzogen und stellte sich neben sie. Er war fast so groß wie Schattenpfote, außerdem konnte man sich gut mit ihm unterhalten, er war ungewöhnlich schlau für sein Alter. Naja, Wüstenjunges und seine Geschwister waren sowieso fast sechs Monde alt.

In diesem Moment lief Erdpfote an ihnen vorbei. Er war Heilerschüler, immer noch, obwohl sein Bruder Beerenfleck längst Krieger war, schon seit vier Monden. Schattenpfote mochte Erdpfote, er war meist gelassen drauf, anders als sein Bruder, der mit sarkastischen Bemerkungen um sich warf und ständig maulte. "Ausgezerrte Kralle!", miaute Erdpfote und lief zu seinem Kräutervorrat. Schattenpfote und Wüstenjunges liefen zum Beutehaufen und teilten sich eine Maus, allerdings kauten sie noch nicht lange, da rief Löwenstern:" Alle Katzen des HerbstClans mögen sich hier unter dem Efeubau zu einem Clan- Treffen einfinden!"

"Ein Clan- Treffen?" Fragend sah Wüstenjunges Schattenpfote an. Die zuckte mit den Schultern. "Keine Ahnung warum!"

Löwenstern stand oben auf dem Moosbau und refete mit klarer Stimme weiter. "Ich habe heute gleich zwei Ankündigungen zu machen. Zuerst einmal wirf Erdpfote heute ein vollwertiger Heiler!" Die Katzen applaudierten.

Schattenpfote jubelte mit, doch plötzlich wurde ihr schwindelig, sie taumelte- und fiel um.

Warrior Cats- SchattenmächteWhere stories live. Discover now