Gretas Sicht
Mit einem Seufzen schließe ich die Tür hinter mir. Was für ein Tag! Zusammen mit einigen anderen Agenten aus meiner Abteilung habe ich heute ein Drogenquartett auffliegen lassen. Leider hat man uns dabei vergessen mitzuteilen, dass dort nicht nur mit Drogen gedealt wurde. Ich sehe immer noch die Gesichter der kleinen Mädchen vor mir, wie sie mich mit großen und ängstlichen Augen angeschaut haben, wie sie still um Hilfe gefleht haben.
Warum tut man so etwas einem Kind an?! Ich konnte es schon damals bei dem Beginn meiner Ausbildung zum S.H.I.E.L.D Agent nicht verstehen und habe auch heute noch kein Verständnis dafür. Diese Kinder sind alle unschuldig und hatten ein normales Leben, doch jetzt... Immer noch in meinen Gedanken versunken bekomme ich nicht mit, wie ein Schlüssel in mein Türschloss gesteckt wird und wie sich jemand Zutritt zu meiner Wohnung beschafft. Erst als die Tür leise aufspringt, tauche ich wieder in die Welt der Realität ein. Automatisch gehe ich in Deckung und warte auf meinen Besucher.
„Hey, Greta, bist du zu Hause?", meldet sich plötzlich eine mir nur allzu vertraute Stimme zu Wort. Sofort breitet sich ein Lächeln auf meinen Lippen aus und ich entspanne mich wieder. Schnell verlasse ich meine Deckung und gehe schnellen Schrittes auf meinen Besucher zu. Als ich um die Ecke zu meiner Wohnungstür biege, fange ich vor Freude an zu Weinen und zu Lachen. Ungläubig starre ich meine beste Freundin an. Sie steht in ihrem schwarzen S.H.I.E.L.D Anzug vor mir und grinst mich strahlend an. Einige Sekunden betrachten wir einander, ehe ich es nicht mehr aushalte und auf sie zu renne.
„Pauline! Was machst du denn hier?! Ich habe dich so vermisst!", sage ich unter Freudentränen und werfe mich im nächsten Moment in ihre Arme.
„Ich habe dich auch vermisst Greta! Meine Mission wurde beendet und ich bin so schnell ich konnte zu dir gekommen. Ich meine nach fast drei Jahren habe ich ja auch das Recht darauf erst meine beste Freundin zu sehen, bevor ich Bericht erstatte", erklärt sie mir, während wir uns in den Armen liegen.
„Das ich das mal erleben darf! Du hältst dich nicht an die Regeln, nur um mich zu sehen. Wirklich ich bin gerührt, aber lass das mal lieber nicht Paula wissen", scherze ich und sie lacht kurz auf. Nach einigen Augenblicken lösen wir uns voneinander und ich führe sie in meine Küche, wo wir uns an den Küchentisch setzen und einen Tee trinken.
„Naja, dafür habe ich Paula vorhin angerufen und hierherbestellt, also wenn man es genau betrachten will, habe ich ihr zuerst hallo gesagt", erzählt sie mir und ich lache auf. Doch ich werde schnell wieder ernst.
„Wie geht es dir?", frage ich sie und betrachte sie intensiv, versuche jede ihrer Gesten zu deuten.
„Es war hart, aber mir geht es gut", erklärt sie knapp und ich weiß, dass sie lügt, doch spreche sie nicht weiter darauf an. Wir wissen beide, dass es bei unserem Job besser ist, wenn man manche Sachen ruhen lässt.
„Weißt du, vorhin hast du mir wirklich einen riesen Schrecken eingejagt. Manchmal vergesse ich, dass ich dir und Paula einen Schlüssel zu meiner Wohnung gegeben habe", versuche ich das Thema zu wechseln. Pauline schüttelt amüsiert den Kopf und sieht mich dann breit grinsend an.
„Hast du denn in den letzten drei Jahren sonst noch irgendjemanden einen Schlüssel gegeben?", fragt sie und wackelt mit ihren Augenbrauen. Ich schüttle amüsiert den Kopf. „Dafür hatte ich in den letzten Jahren keine Zeit. Und den richtigen habe ich auch nicht gefunden", erkläre ich und sie nickt verständnisvoll.
„Und was ist bei dir? Hat irgendeine kluge, hübsche Frau dein Herz erobern können?", möchte ich von ihr wissen und sie schüttelt ebenfalls ihren Kopf.
„Nein, es ist schwierig eine ernsthafte Verbindung zu jemanden aufzubauen, wenn du auf einer Undercover Mission bist", erklärt sie und ich nicke nachdenklich. Gerade will ich etwas sagen, als plötzlich meine Eingangstür erneut aufgeschlossen wird. Wie automatisch spannen sich Pauline und ich an und nicken uns entschlossen zu. Während wir uns in Deckung begeben, kommen immer lauter werdende Schritte auf uns zu.
ŞİMDİ OKUDUĞUN
Fateful Changes
Hayran KurguDie drei Freundinnen und S.H.I.E,L.D-Agentinnen Pauline, Paula und Greta erhalten einen Auftrag von Nick Fury höchstpersönlich. Sie sollen den lang gesuchten Red Room finden und Informationen sammeln. Dabei werden die drei auf die Probe gestellt und...
