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Flandern 1914

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Es war kalt in Flandern, am Weihnachtstag

Nach zu vielen Kriegen

Im Jahr 1914, Winter der Welt

Als die Waffen schwiegen

Atemwölkchen bildeten sind in der frostigen Luft, während der Schnee leise, ja fast friedlich zu Boden schwebt. Doch das ist nur eine Täuschung. Friedlich ist es seit einer ganzen Weile nicht mehr. Krieg hatte das Land eingenommen und keiner wusste wie lange er anhalten würde. Von Weihnachten war also nicht viel zu spüren. Und ob er jemals wieder ein richtiges Weihnachtsfest erleben würde, das bezweifelte . Er rieb die in Handschuhen besetzten Hände aneinander, die trotzdem eisig kalt waren. Ein Seufzen unterdrücken, blickte er den Graben entlang, vereinzelte Weihnachtsbäume schmücken ihn. Und vereinzelt vernahm er Schüsse. Nichts lieber als im Moment würde er zu Hause bei seinem Sohn und seiner Frau sein. „Mensch Jaromir, jetzt zieh doch nicht so ein Gesicht, es ist Weihnachten", sagte Hermann und hielt ihm eine Zigarre hin, die er als Weihnachtspräsent geschickt bekommen hatte. Walter schnaubte. „Das nennst du Weihnachten? Das ist kein Weihnachten, das ist Krieg. Ich verstehe nicht wieso du so optimistisch sein kannst. Wahrscheinlich weil du nicht das Problem hast, dass zu Hause Frau und Kind auf dich warten, hoffen und bangen, dass du wieder nach Hause kommst", sagte er, eine Spur schärfer als er wollte. Hermann wusste jedoch, dass sein Freund und Kamerad es nicht so meinte. Das alles hier zerrte schließlich an den Nerven aller. „Hey wollt ihr auch was?", ertönte die Stimme von Horst, der mit einem in grauem PaKlauser eingewickelten Paket auf sie zukommt. „Und was haben sie schönes bekommen, Sergeant Kahl?", fragte Hermann ihn. „Mensch du sollst mich doch nicht so nennen. Bei Walter machst du das ja auch nicht". Er musste lachen. „Bin ja schon still". „Oh ist das Schokolade", kam es plötzlich von hinter Horst. Dieser drehte sich bereit grinsend zu ihm herum. „Und ob. Nur die beste, hier". Er drückte jedem ein Stück in die Hand. Mit wenigsten einem kleinen Lächeln ließen sie sich auf dem kalten Boden nieder. „Hey macht ihr das etwa ohne mich", kam es empört von Klaus der sich zwischen zwei anderen Soldaten durch den schnellen Graben zwängte. „Nein, hier". Will reichte ihm ein Stück von seinem Stück.

"Was würde ich jetzt nur für eine warme Stube, einen warmen Gänsebraten und Weihnachtsmusik tun", sagte Walter wehmütig während im Hintergrund weiter Schüsse ertönten. „Also mit Weihnachtsmusik könnte ich dienen. Musst jedoch selbst singen", wurf Gerrit ein und holte eine leicht mitgenommene Mundharmonika aus seiner Uniform Tasche. „Hast recht, wenn es weiter nichts ist". „Ich könnte da auch noch helfen", kam es von Horst, der zwei Stöcke in die Hand nahm und auf zwei Blecheimer deutete. „Wenn jetzt noch jemand eine Gitarre hätte, wäre das grandios", meinte Klaus. „Hier habe ich eine kleine. Die wurde mir heute geschickt", rief ein junger Mann und kam auf sie zu und gab sie Klaus. Walter seufzte. Er ist noch so jung, hat sein ganzes Leben noch sein ganzes Leben vor sich und trotzdem steht er hier im Schützengraben. „Danke dir". „Ich habe auch eine. Die hatte ich zwar selbst gemacht und nur notdürftig aber ich schätze die geht auch", meinte ein ältere Mann. Diese bekam Will überreicht. „Ich schätze, wir sind uns alle einig, was wir spielen, oder?", fragte Horst. Seine Freunde nickten.

Aus den Schützengräben, gegen den Tod

Klang ein einfaches Lied

In vielen Sprachen ein "Stille Nacht"

Das zum Wunder geriet.

„Hättet ihr was dagegen wenn wir mit singen?", fragte der junge Mann und deutete auf sich und den älteren. „Nein, keines Wegs. Wie heißt ihr denn eigentlich?", fragte Walter die beiden. „Mein Name ist Paul und das ist Heinrich". „Freut mich. Ich bin Walter. Das sind Willi , Horst, Hermann und Klaus". Alle reichten sich nacheinander die Hände, bevor Horst sie den Blecheimer wieder zuwandte. Langsam und leise begann er den Takt vorzugeben und gleich darauf setzten auch die anderen drei mit ihrem Instrument an, bis Walter schließlich den Gesang anstimmte und die beiden anderen mit einsteigen. Nach und nach stimmten auch die anderen Soldaten in den Gesang mit ein, so das der Schützengraben vom Gesang der Kamerade erfüllt wurde. Fast schon friedlich tönte das Lied Stille Nacht durch die kalte des Heiligen Abend.

WeihnachtsfriedenGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt