Lumine zieht sich ihre Uniform, bestehend aus einer engen weißen Bluse, einem schwarzen knielangen engen Rock, sowie einer dunklen Feinstrumpfhose und schwarzen Ballerina, an. Es klopft, wodurch sie aufmacht.
"Boss, b-bin ich zu spät?"
"Nein, überhaupt nicht. Bist du denn schon fertig?"
"Ja, Sir"
"Gut, meine Freunde und Geschäftspartner werden hier herkommen. Ich wollte fragen, ob du Die Bestellungen und alles aufnehmen könntest?"
"Ja natürlich"
"Gut. Geh bitte schon runter"
"Ja, Sir"
Er bittet sie an sich vorbei, wodurch sie sofort nach unten eilt. Er sieht noch mal durch ihr Zimmer, aber geht dann hinaus. Unten sieht er bereits zwei seiner Freunde stehen.
"Ihr habt ja eure Familie mitgebracht."
"Ja, das war eher ungewollt."
"Lumine!"
Sie kommt sofort aus einem Raum heraus gelaufen.
"Ja, Sir?"
"Kannst du noch vier weitere Räume fertig machen und den Tisch vergrößern?"
"Aber natürlich, Sir"
Sie sucht sofort nach anderen, welche ihr helfen.
"Wer war das?"
"Das ist Lumine. Das ist die kleine Tochter, von der ich euch immer erzählt habe."
"Ihre Familie wurde umgebracht, nicht wahr?"
"Ja, Tyler. Das ist sie"
"Wie alt ist sie?"
Jack sieht verwirrt zu Elija.
"Siebzehn, wieso?"
"Sie sieht sehr jung aus"
"Ja, da hast du recht. Aber sie wollte es wieder gut machen, dass ihre Familie gestorben ist"
Die anderen nicken.
Nach einigen Minuten sehen sie Messer fliegen.
"Bist du gestört?!"
Als ein Mädchen aufschreit rennt Jack.
"Bleibt da"
Er rennt zu Küche, jedoch rennt Lumine in ihn rein.
"Sir, d-d-d-das tut mir furchtbar leid"
"Schon gut"
Als er die Küche betritt wird es ruhiger. Jack geht wieder hinaus zu den anderen.
"Was war da los?"
"Der Koch hat eine Frau belästigt, also hat Lumine ihm eine mit einem Tablett drüber gezogen. Er hat dann Messer nach ihr geworfen."
Sie sehen ihn geschockt an.
"Kommt in den Speisesaal. Der ist schon fertig"
Elijas Augen liegen wieder auf Lumine, welche ihnen die Tür aufmacht. Er bleibt jedoch vor ihr stehen.
"Kann ich Ihnen helfen?"
"Gerade nicht, danke"
Er geht weiter, doch dann rennen ihm zwei Mädchen hinterher. Lumine schüttelt schnell mit dem Kopf und geht weg.
Im laufe des Tages treffen immer mehr ein. Lumine ist bereits zum vierten mal bei der selben Frau an Jacks Tisch.
"Kann ich Ihnen noch etwas bringen?"
"Das selbe noch mal"
"Sehr gerne"
Lumine geht sofort in die Küche.
"Lucy trink nicht so viel. Das tut dir nicht gut"
"Ich trink doch nur so viel, damit Elija mehr zum gucken hat"
"Was meinst du?"
"Er sieht ihr hinterher. Nicht wahr Elija~"
"Halt die Klappe. Sie sieht süß aus, das war es auch"
"Mhm, sicher"
"Was denn?"
"Du wirst es nicht verstehen"
"Was meinst du?"
"Du hattest noch nie eine feste Freundin. Immer nur diese Flittchen. Kein Wunder, wieso du es nicht verstehst."
Lumine kommt mit ihrem Getränk wieder, jedoch verzieht sie ihr Gesicht, als ihr etwas über die Hand läuft.
"Alles gut?"
"Hm? Oh, ja. Machen Sie sich keine Sorgen"
Lumine geht sofort zu Jack.
"Mach schnell"
"Mhm"
Sie nimmt seinen Schlüssel und rennt in das Krankenzimmer.
"Was ist mit ihr?"
"Sie verträgt keine Zitrusfrüchte. Ihre Haut fängt immer an zu brennen. Wenn es schlimm ist, dann kann sie sich eine Spritze holen. Bei sowas muss sie es nur Desinfizieren"
"Hat denn wenigstens irgendwer Elijas Blick gesehen?"
Alle schütteln ihren Kopf.
"Dann achtet darauf, wenn sie wieder in den Raum kommt.
Nach wenigen Minuten kommt Lumine wieder, jedoch folgen ihr welche.
"Lumine"
"Hm?"
"Niemand will zu dem Tisch da vorne gehen"
"Aber ich darf das nicht."
"Hm na gut"
Jemand hinter ihnen geht zu einem Tisch. Lumine schreibt währenddessen alles auf einen Zettel. Als Sie jedoch gerufen wird geht sie zu dem Tisch.
"Kann ich Ihnen irgendwie helfen?"
"Ja, das schmeckt scheußlich."
"Ich werde es sofort weitergeben"
"Sowas sollte gleich bestraft werden"
Die Frau steht auf, wodurch Lumine zu ihr hoch sieht.
~Lass es über dich ergehen. Mir wurde es beigebracht sich nicht zu wehren. Somit verfliegt bei einigen die Wut~
Die Frau schüttet zwei Getränke auf sie, wodurch sie klitschnass wird. jedoch wirft sie die Gläser auf den Boden, wodurch sie in kleine Einzelteile zerspringen. Sie drückt daraufhin Lumine auf den Boden.
"Geh dahin, wo Dreck hingehört."
Sobald sich die Frau gesetzt hat, sammelt Lumine die einzelnen Scherben auf. Danach geht sie sofort alles wegschmeißen.
"Lumine, du bist ganz nass"
"Ich weiß, das passt schon so"
"Aber deine Bluse"
"Ich darf sowieso nicht gehen"
Sie geht wieder in den Raum, da sie von Jack gerufen wird.
"Was war da los?"
"Das war nur etwas wegen der Küche, Sir"
"Na gut. Du kannst auch schon schlafen gehen, wenn du willst"
"Die paar Stunden gehen schon noch"
"Das ist deine Entscheidung. Aber du kannst dich gerne umziehen gehen"
"Vielen dank, Sir"
Sie geht beschämt aus dem Raum hinaus.
"Elija, du siehst sie wirklich so an"
Dieser grummelt nur. Er greift die Frau neben sich und geht weg. Lucy seufzt leicht.
"Er ist wütend, weil er Lumine nicht bekommen kann"
Jack hebt eine Augenbraue.
"Was meinst du?"
"Lumine ist eine Angestellte. Er sieht das als unmöglich, wegen unseren Eltern"
"Lucy, hör auf so einen Schwachsinn zu reden"
"Vater, ich glaube ich kenne meinen Bruder besser, als ihr zwei. Ihr seid durch zwei Mafias zusammengekommen. Aber sie ist die Angestellte unseres Bosses. Das versteht ihr nicht"
"Er würde das niemals machen"
"Was wisst ihr schon"
Sie fangen an zu streiten.
"Lumine, kannst du mir mein Zimmer zeigen?"
"Ja, natürlich"
Sie geht voran. Als sie eine Tür öffnet schickt er ein Mädchen herein.
"Vielen Dank"
"Gerne, Sir"
Er hört auf sie zu betrachten und schließt die Tür.
In der Küche holt sie weitere Getränke, doch sie merkt, dass es im Speisesaal sehr ruhig geworden ist.
"Vater hör auf."
"Einen Scheiß! Hör auf sie so in Schutz zu nehmen!"
"Vater lass uns das bitte später klären"
"Erst eine große Klappe haben und dann das?!"
"Vater, es wäre wirklich besser"
"Warum?! Weil du dir nicht eingestehst, dass Lumine nur eine Angestellte ist?! Sie ist nichts wert für uns! Sie passt nicht zu Elija, da sie aus einer anderen Schicht kommt!"
Der ganze Speisesaal sieht sie an.
"Schatz du hättest das nicht sagen sollen"
"Wieso verhaltet ihr euch alle so?! Hat sie euch mit ihrem Lächeln so das Hirn verdorben?!"
Lumine geht vorsichtig zu dem Tisch.
"Sir, ihr Getränk"
"Stell schon hin"
Sie stellt es vorsichtig ab, verbeugt sich und geht weg.
"Vater, das war wirklich zu viel. Das hätte sie nicht hören müssen"
"Wieso?! Leute aus der Unterschicht dürfen es ruhig erfahren, dass sie dort hingehören!"
Im Speisesaal entstehen wieder Gespräche.
"Elija, bist du wegen deinem Vater so niedergeschlagen?"
"Ja, deswegen. Sie wissen nicht, dass du nur meine beste Freundin bist"
"Ich bin für dich da, auch in solchen Situationen... ich habe gemerkt, dass sie dich interessiert."
"Du hast es gehört. Für Vater ist das unmenschlich"
"Wir sind ja noch zwei Wochen hier. Vielleicht wird das ja noch was"
"Das denkst du"
"Ich glaube für dich daran"
"Danke"
Sie schweigen einige Minuten.
"Denkst du sie weint?"
"Ich glaube nicht"
"Wieso nicht?"
"Wie dein Vater schon sagt. Sie gehört der unteren Schicht an. Diese Menschen wussten schon immer alles zu unterdrücken"
"Verstehe"
Jack geht hinaus zu Lumine.
"Lumine, wie geht's dir?"
"Gut, Sir"
Er seufzt leicht.
"Du hältst dich weiterhin an die ungeschriebenen Regeln, obwohl dir gerade psychisch sehr weh getan wurde?"
"Das ist meine Pflicht, Sir"
"Du kannst dir-"
"Ich werde weiterhin für Sie arbeiten, Sir. Wegen so etwas werde ich nicht aufhören"
"Na gut. Wenn du trotzdem eine Pause machen willst, dann ist das okay"
"Vielen Dank"
Er lächelt sie leicht an.
"Du ähnelst deinen Eltern"
Er geht weg, wodurch sie auf den Boden sinkt.
~Er ist der einzige, der weiß, wie er mich brechen kann. Er hat das mit Absicht gemacht, damit ich meinen Gefühlen freien lauf lasse~
Sie setzt sich auf die Treppe und weint.
"Lumine"
Sie sieht erschrocken nach oben auf die Treppe. Dort steht Elija mit dem Mädchen von vorhin. Sie wischt sich sofort die Tränen aus dem Gesicht. Steht auf und sieht beschämt nach unten. Er geht nach unten, aber bleibt vor ihr stehen, wodurch sie aufsieht.
"Du hältst dich so sehr an die Regeln, dass du dich selbst vergisst."
"Ich wurde so erzogen, Sir"
Er legt seine Hand auf ihren Kopf, wodurch sie beschämt nach unten sieht.
"Sir, Ihr Vater wird das nicht gut finden."
"Ich weiß, aber du brauchst das"
Sie sieht zu der Frau, aber geht dann schnellen Schrittes weg.
"Was hat sie?"
"Sie denkt ich sei deine Freundin"
"Tut mir leid, dass du da durch musst"
"Schon gut. Wenigstens weiß es deine Schwester"
"Was denn?"
Beide sehen zu seinem Vater.
"Vater, es ist nichts-"
"Was weiß deine Schwester?"
Elija seufzt leicht.
"Dass wir zwei miteinander geschlafen haben"
"Das hört sich doch gut an. Aber trotzdem ist sie noch so schweigsam vor uns. Das ist interessant."
Er dreht sich um.
"Hast du das gehört kleines Mädchen. Du brauchst dir keine Hoffnungen machen."
"Habe verstanden, Sir"
Eljas Augen werden kurz größer, als er Lumine hinter seinem Vater sieht.
"Jetzt verschwinde"
Er schubst sie weg, wodurch sie in den Speisesaal geht.
"Kommt ihr wieder?"
"Ja, gib uns noch kurz ein paar Minuten"
"Ja, sicher"
Sein Vater geht.
"Tut mir leid für die Ausrede"
"Schon gut. Mir tut es für dich leid. Sie denkt wirklich, dass wir zusammen sind."
"Ich wollte dich da nie mit rein ziehen"
"Schon gut. Tanja ist ja zum Glück auch hier."
"Ihr könnt später schon früher hoch gehen. Ich bleibe noch bei Jack"
"Sicher?"
"Ja sicher. Aber lasst mir noch eine Decke übrig."
Sie kichert ein wenig.
"Ja, sicher"
Die beiden gehen wieder hinein.
YOU ARE READING
Die Letzte der Familie
FanfictionEine eher ungewöhnliche Begegnung Geschrieben 2021
