1. Larry (Eingeständnis) *dirty*

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Durch das Fenster sah ich meinen Freund auf unser Haus zukommen. Na gut, eigentlich war er nur mein bester Freund, aber ich hätte gern mehr. Ich sollte mir das aus dem Kopf schlagen! Eigentlich hätte ich niemals damit anfangen sollen, so zu denken. Es würde mich doch nur verletzen. 

Ein wenig traurig wandte ich mich wieder den Herdplatten zu und drehte das Spiegelei, während ich kurz nachschaute, wie lange der Kartoffelbrei noch brauchte. Ein langweiliges Essen, ich weiß, aber zu mehr hatte ich keine Motivation. 

"Haz?", kam dann de Ruf meines besten Freundes aus dem Flur. 

Als ich nicht sofort antwortete, öffnete sich die Tür und der Wuschelkopf stand im Eingang. Seine Haare standen von seinem Kopf ab und verlangten geradezu dazu, durch sie hindurch zu wuscheln. 

"Und Lou, wie wars?", fragte ich. Er war gerade vom Aufnehmen unseres neuen Songs gekommen. Nicht jeder wurde jeden Tag gebraucht und so hatte ich heute mit Liam ein Interview, während die anderen drei an dem Song arbeiteten. 

"Normal eben", war Louis' ausweichende Antwort, ehe er seine Nase mit den Worten "Riecht gut, Haz!" in die Luft streckte. 

Auf seine Aussage ging ich nicht weiter ein, sondern drehte mich lachend zu der Pfanne vor mir. "Das ist nichts besonderes, Lou. Selbst du würdest Spiegelei und Kartoffelbrei schaffen"

Plötzlich ein ganzes Stück näher hörte ich die Stimme meines besten Freundes sagen: "Da wäre ich mir nicht so sicher. Ich würde selbst Toast verbrennen lassen."

Ich kicherte leicht, da ich mich an das letzte Mal, als das passiert war, nur zu gut erinnern konnte. Schmollend war Louis morgens in mein Zimmer gekommen und hatte schwarze Krümel in der Hand, die noch die Form einer Toastscheibe andeuteten. Nachdem ich herzlich darüber gelacht hatte, war ich ihm zur Hilfe gegangen und hatte uns direkt ordentliches Frühstück gemacht. 

Es hatte etwas tolles, mit dem besten Freund in einer WG zu wohnen, doch manchmal fragte ich mich, ob das Leben mich verarschen wollte. Wenn dieser es nämlich mal wieder nicht für nötig hielt, sich mehr als eine Boxershorts, wenn denn überhaupt, anzuziehen, wusste ich nicht, ob er mich bewusst provozierte oder einfach gerne so rum lief. 

Allerdings bezweifelte ich, dass er mich provozieren wollte. Warum sollte er das denn tun. Niemand außer Niall wusste von meiner Schwärmerei, wenn man es denn noch so nennen konnte. Und der Ire wusste das auch nur, weil er mal mein Tagebuch gelesen hatte, ehe ich es mitbekam. 

Nein, eigentlich war ich verliebt in ihn. Und das schon seit Jahren. 

Schon bei X-Factor hatten wir beide uns besser verstanden, als die anderen und da hatte meine Schwärmerei angefangen. Dann wurde es immer mehr. Aber wieso musste ich mich denn auch in meinen besten Freund verknallen?! 

"Hazza, ist alles okay?", holte mich Louis aus den Gedanken. Ohne es zu merken, schien ich mehrere Minuten weggedriftet gewesen zu sein. 

Schnell sagte ich: "Ja, ja, alles okay!" Daraufhin wandte ich mich wieder dem Essen zu und füllte jeweils eine Portion auf zwei Teller. 

"Hunger?", fragte ich nur und wusste bei einem Blick in Louis' Gesicht, dass es definitiv so war, da sein Blick sehnsüchtig auf den Teller gerichtet war, der an seinem Platz stand. "Bring Besteck mit", lachte ich, was er sofort machte und sich danach an den dunklen Holztisch fallen ließ. 

Eine Gabel reichte er mir, während er mit der zweiten sofort den Kartoffelbrei und das Rührei erstach. 

Auch ich machte mich daran, alles zu verspeisen, bevor es kalt wurde. Während des Essens schwiegen wir, was recht ungewöhnlich für uns war. Eigentlich redeten wir die ganze Zeit, egal, was gerade passierte und egal, wo wir waren. 

OneshotsWhere stories live. Discover now