Es war ein kühler Sommer Abend und es wehte ein leichter Wind, nicht zu stark aber auch nicht zu schwach, perfekt zum Segeln. Es ist mitten im 17. Jahrhundert und die Welt, so wie wir sie heute kennen, gibt es noch nicht. Diese Welt ist umgeben von Sagen, Flüchen und so vielen Unentdeckten.
Unsere Geschichte beginnt bei der wunderschönen Helia Dabria. Helia war ein sehr fröhlicher Mensch, was man nicht von ihrem Vater behaupten konnte. Er hieß Ira Dabria und war ein sehr reicher und wohlhabendender Geschäftsmann. Von Helias Mutter, die Hera hieß, war allgemein bekannt, dass sie sehr friedvoll und liebenswürdig war. Doch fast kein Sterblicher wusste, dass sie von den Göttern persönlich verflucht worden war.
Helia rannte geradewegs auf ihr Zimmer zu als sie von ihrer Zofe abgefangen wurde, welche sie direkt in den Ankleideraum von Helia und ihrer Mutter brachte, dort wurde sie so zurechtgemacht. „Wie es sich für eine Dame ihres Alters gehört", so hätte es Ira zumindest beschrieben, doch Helia protestierte sofort: „Aber warum muss ich das anziehen? Es ist hässlich, viel zu heiß und außerdem bekomme ich keine Luft in diesem Ding!" - „Ach Schatz, es ist doch deine Verlobungsfeier! So zieht man sich als Frau an und jetzt keine Wiederrede und rein in dieses Kleid!", antwortete Hera harsch.
Zwei Wochen zuvor:
„- und so halte ich um Eure Hand an, Helia Dabria", sprach dieser unausstehliche, widerliche Sack, der den Namen Lumiel Naria trug. Helia schaute ihn verdutzt an, denn sie hatte in den vergangenen Wochen mehr als deutlich gemacht, dass sie Lumiel ziemlich abstoßend und unerträglich fand. Sie dachte auch, dass er dies verstanden hatte, denn er hatte sich doch die Tage zuvor nie bei ihr ankündigen lassen oder ihr Blumen zu geschickt - jene Blumen, die seine Angebetete jedes Mal aufs Neue an der Küste im Meer versenkte. So stand Helia vor dem Mann, der nicht nur 30 Jahre älter war als sie, sondern auch noch die Unverfrorenheit besaß, ihr einen Heiratsantrag zu machen. Helia fing an zu stottern: „Ich... ämm... ich denke darüber nach", den letzten Teil ihres Satzes sagte sie so schnell, dass man sie kaum verstand. Keine zehn Sekunden später rannte sie auch schon weg, in den Wald, zu einem wunderschönen Wasserfall - zu diesem Wasserfall rannte sie immer, wenn sie Zeit brauchte, um nachzudenken oder einfach nur einmal alleine sein wollte.
Und so musste sich Helia in diesem Moment in ein Ballkleid zwängen, denn sie hatte den Antrag angenommen, obwohl es nicht einmal sie selbst gewesen war, die zugestimmt hatte. Doch das war in ihrer Familie nicht besonders wichtig, denn Frauen hatten sowieso nichts mitzureden. Sie hatte immer den Traum, frei und unabhängig zu sein, unabhängig von Männern und der Gesellschaft.
„Mutter, ich kann nicht atmen", beschwerte sich Helia zum wiederholten Male und nicht zum ersten Mal seufzte ihre Mutter und schüttelte lediglich ihren Kopf. Es waren viele Gäste gekommen: Verwandtschaft, welche Helia nicht einmal kannte, enge Freunde der Familie, Handelspartner von Ira und noch ein Haufen mehr Gäste von Lumiel. Lumiel und seine Familie waren adelig, was man auch daran bemerkte, wie er sich gab und sich seinen Mitmenschen gegenüber verhielt.
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Helia Dabria
AdventureEin Mädchen, talentiert und rebellisch. Eine Piratencrew, tapfer und entschlossen. Und eine Prophezeiung, die sie alle miteinander verbindet. Textausschnitt: „Wie du mitbekommen hast, haben wir dich entführt und brauchen deine Hilfe, wegen... auch...
