Stille ~1~

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Ein weiter Tag an dem ich nicht viele Worte verlieren würde, da mir nie jemand zuhörte.
Also packte ich meine Sachen, machte mich fertig und ging zur Schule.

Wie jeden Morgen.

In der Klasse setzte ich mich direkt auf meinen Platz. Mein Platz lag am Fenster und war relativ weit hinten, zwar nicht ganz aber das ist ja auch nicht so wichtig.
Die Stunden verging recht schnell für meine Verhältnisse. Denn ich saß meistens einfach nur da und schaute aus dem Fenster.
Man könnte sagen ich war immer körperlich anwesend, aber mit meinen Gedanken war ich tausende von Kilometern entfernt.
Die Lehrer störte es mittlerweile nicht einmal mehr, sie waren einfach nur glücklich dass ich den Unterricht nicht störte. Manchmal riefen sie zwar meinen Namen auf aber ich ignorierte sie oder sagte das ich jetzt aufpassen würde.

Alle wussten das es nicht stimmte, aber es interessierte sie nicht.
Tja und da meine schulischen Leistungen nicht die besten waren, sahen meine Noten dementsprechend auch nicht wirklich gut aus.
Mich störte es zwar nicht großartig aber meine Eltern störte es dafür umso mehr.
Ständig machten sie mir Vorwürfe das ich mich mehr anstrengen sollte und bessere Noten schreiben müsste. Aber irgendwann hörte ich ihnen schon garnicht mehr zu wenn sie mich anschrieen und versank in meiner eigenen kleinen Welt in der Stille und Ruhe herrschten. Trotz dieser Welt fühlte ich mich leer. Ich fühlte mich schon immer leer. Zumindest hatte ich schon lange nichts mehr wie Freude, Trauer oder Liebe gespürt .  Das lag wahrscheinlich an der heutigen Gesellschaft versuchte ich mir immer einzureden, denn durch sie bekommst du die ganze Last auf deine Schultern gesetzt die du Tag für Tag tragen und überwältigen musst. Mein Problem war nur das ich der ganzen Last nicht stand halten konnte, den ich war von Anfang an kein starker Mensch, aber in dieser Welt musste man stark sein, um zu überleben. Bisher überlebte ich. Doch für mich war es nur noch eine Frage der Zeit wan ich es nicht mer schaffte der Last stand zu halten und nach zu geben. Ich wusste schon immer das ich nicht für diese Welt gemacht war.

Woher ich das wusste war mir nie so ganz bewusst aber alles was ich wusste war das ich mich hier fehl am Platz fühlte und das ich nie irgend ein Gefühl spürte. Ich spürte es einfach nicht. Ich fühlte mich nicht glücklich, nicht traurig, nicht wütend, nicht enttäuscht und nicht einsam. Ich fühlte nur leere und Müdigkeit, und immer wen ich anderen in die Augen sah glitzerten sie voller Gefühle, doch wenn ich mich im Spiegel betrachtete sah ich nie dieses Glitzern in meinen Augen, denn sie waren leer. So leer es schien als seien sie Tod.

Wie sagt man so schön die Augen sind das Tor zur Seele.

Das stimmte. Meine Augen waren Tod und so fühlte ich mich auch, denn innerlich war ich schon lange gestorben. Das einzigste was ich tat war zu funktionieren, mein Körper funktionierte einfach und dass war das einzigste was mich noch am Leben hielt.

Natürlich hatte ich schon mit den Gedanken gespielt mich umzubringen, aber das wäre unfair gegenüber Leuten die glücklich sind und leben wollen, aber ihr Schicksal sie bei einem Unfall ums Leben kommen lässt. Außerdem möchte ich auch nicht das meine Eltern darunter leiden. Ich weiß das sie mich lieben auch wenn es manchmal schwer ist.
Ich dachte immer sehr viel nach was ihr vielleicht auch schon mitbekommen habt.

Was ihr wahrscheinlich noch nicht mitbekommen habt ist wer ich eigentlich war und das ist eine sehr gute Frage denn ich wusste es selbst nicht. Ich wusste nur das ich Rebeca Holler hieß, 16 Jahre alt war, noch zur Schule ging und in einem kleinem Haus mit meinen Eltern lebte.

Ja es hörte sich perfekt an doch das war es nicht es war alles andere als perfekt. Nach außen hin schien alles perfekt aber sobald man die Haustür schloss wurde es hier drinnen wie zur Hölle. Deshalb verkroch ich mich meistens einfach nur in mein Zimmer und hörte Musik um die leere in mir zu füllen. Doch meistens wurde ich dabei von meiner Mutter unterbrochen wie jetzt zum Beispiel.
„Rebeca Schätzchen bring doch den Müll raus !" schrie sie aus der Küche und bevor sie ausrastete ging ich sofort nach unten und brachte den Müll weg. Danach wollte ich mich wieder in mein Zimmer verziehen, doch mein Vater machte mir einen Strich durch die Rechnung.
„Rebeca komm doch mal bitte her" rief er aus dem Wohnzimmer.
„Komme" rief ich schnell zurück ehe ich schnellen Schrittes ins Wohnzimmer ging. Ich wollte mich einfach nur in meinem Zimmer verkriechen und nie wieder raus kommen.
„Setzt dich doch wir wollten mit dir reden" sprach mein Vater während meine Mutter die mittlerweile nicht mehr in der Küche war und sich zu uns gesellte. Och nein geht das jetzt wieder los bitte lieber Gott bewahre mich vor ihnen.
„Ja ich weiß. Ich strenge mich jetzt mehr in der Schule an versprochen." sagte ich schnell bevor sie irgendwas sagen konnten und wollte auch schon wieder gehen, bis meine Mutter mich aufhielt indem sie mich am Arm fest hielt und sagte. „Junges Fräulein es reicht jetzt ! setz dich hin und hör uns gefälligst zu" „Okay" gab ich nach und setzt mich auf einen Sessel der neben ihnen stand.
„Da du das mit der Schule ja jetzt eh schon angesprochen hast würde ich jetzt auch gerne mal wissen wie dein Mathe Test ausgefallen ist" sagte meine Mutter ruhig.
„5-" gab ich nur stumpf von mir.
„Willst du mich verarschen Rebeca !" schrie mein Vater „Du bist eine Schande für mich ! Bringst immer nur schlechte Noten mit. Womit habe ich denn nur so ein Kind verdient. Wieso habe ich nur so ein Pech mit meiner dummen Tochter. Wirklich Rebeca ich bin enttäuscht von dir" schimpfte mein Vater. „Tut mir leid" flüsterte ich nur. „Das hast du letzte mal auch gesagt" keifte meine Mutter. „Ich weiß" wieder flüsterte ich nur. „Rede anständig mit uns Fräulein" meckerte meine Mutter. Ich antwortete nicht. „Ach jetzt hat es dir die Sprache verschlagen oder was ?" fragte mein Vater. „Nein ich wüßte bloß nicht was ich drauf antworten sollte" gab ich ruhig von mir. „Wirklich Rebeca du enttäuscht uns" meiner Mutter lief eine Träne die Wange runter. „Warum weinst du ? Wegen mir ?" fragte ich ruhig. „Nein Rebeca sie weint nicht wegen dir sondern wegen ihrem Bruder deinem Onkel er ist gestern bei einem Herzinfarkt ums Leben gekommen und du setzt dem ganzen dann auch noch die Krone auf !" rief mein Vater empört.
„Oh Entschuldigung" war das einzigste was mir über die Lippen kam. Mein Vater schüttelte nur enttäuscht den Kopf über meine Reaktion und nahm meine Mutter in den Arm.

Andere hätten jetzt wahrscheinlich geweint oder Ähnliches, aber ich spurte nur eins leere keine Trauer oder Angst. Nein. Nur Leere. Ich sah meine Mutter weinen aber in mir gab es kein Gefühle wie Sorge oder sowas nein im Gegenteil ich spürte nichts. Nichts. Ich sah sie einfach nur an und das war der Moment in dem mir auffiel das ich schon lange verloren war.

Ich war nicht kaputt oder etwas in der Art nein ich war verloren. Die Rebeca Holler die ihre Familie liebte und Gefühle hatte gab es nicht mehr sie war mit ihm gestorben.

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