Prolog

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Mit den Händen auf den Ohren und den rücken gegen die Wand gepresst, sitze ich in einer Ecke von meinem Schrank. Die Stimmen in meinem Kopf werden immer lauter: "Bring dich doch um", "Niemand braucht dich", "Du bist wertlos". Im Hintergrund meine streitenden Eltern. Jeden Abend das gleiche Spiel. Wütend schlage ich meine Hand gegen die Schranktür. Mit einem lauten Knall springt sie auf. Schmerz durchzieht meinen Arm. Verdammt!
Die Stimmen verschwinden, für einen Moment ist es Still. Auch meine Eltern höre ich nicht mehr. Ein lauter Schrei mit einem anschließendem Knall ertönt.
Es wurde unbehaglich Ruhig. Etwas stimmte hier nicht. Vorsichtig krabbele ich aus meiner kleinen Ecke und setze mich auf. "Mum?" Meine Stimme wurde von der Stille verschluckt. "Dad?"
Leise Schritte nähren sich der Zimmertür. Ich war erleichtert als ich das Gesicht meines Vaters erkannte. "Dad? Wo ist Mum? Gehts ihr gut?"
Sein eiskalter Blick lies mich erschaudern. Er machte einen Schritt auf mich zu und sein Blick wurde weicher. "Liebes, ich..." Mein Blick wanderte zu seinen Händen, eine voller Blut, in der anderen eine kleine Pistole. Das war der Moment in dem ich realisierte was geschehen war. Meine Schmerzen waren wie verflogen.Panik stieg in mir auf. "Nein!" Meine Augen weiteten sich. "Ich, ich wollte das wirklich nicht..." er holte tief Luft. "Es tut mir leid." Er hob die Waffe in seiner Hand und hielt sie gegen seine Schläfe. "Ich kann damit nicht leben...es tut mir so unendlich leid Hannah."
Er schloss die Augen um nicht in meine zu sehen. Dann drückte er den Abzug.
Er hatte mir die Sprache geraubt. Geistesabwesend grif ich nach meinem Teddy und fing leise an zu schluchzen. Ich hörte Sirenen, behutsam legte ich mich in die Arme des Mannes der gerade meine Mutter und sich selber ermordet hatte. Meine Beine zur Brust gezogen. Ich konnte spüren wie die Wärme langsam seinen Körper verließ. Mein leises Schluchzen verwandelte sich in ein lautes Gebrüll und Gejammer. "WARUM? WIE KONNTEST DU NUR??" Ich schrie mir mein Herz aus der Seele. Wütend trommelte ich auf seiner Brust rum.

Die Wohnungstür wurde aufgetreten und zwei Polizisten stürmten herein. Sofort eilte einer zu mir. Er zog mich weg von meinem Vater. Ich wehrte mich mit lauten schreien und versuchte mich aus seinem Griff zu befreien. "Lass mich los!! Er hat es verdient angeschrien zu werden!!" Es brauchte mittlerweile zwei Beamte um mich von ihm fernzuhalten. Beide versuchten mit beruhigenden Worten auf mich einzureden, doch ich war in Rage. Bis einer mich packte und mir tief in die Augen schaute. "Beruhig dich! Es ist zu spät! Er hat es vielleicht verdient, aber das ist es nicht wert. Wir müssen erstmal erfahren was passiert ist, okay?" Mir liefen die Tränen übers Gesicht, "Okay." Daraufhin lies er mich los. Ich sackte in mir zusammen. Was war gerade passiert?
Meine Haare waren in Blut getränkt und mein Nachthemd kaum mehr zu erkennen.

"Sie ist noch so jung." hörte ich wie sich die Beamten flüsternd unterhielten. Mitleidig schauten sie mich an. Ich drückte mich noch ein Stückchen mehr in den Autositz, meinen Blutverschmierten Teddy im Arm. Mein Handgelenk pochte. Ich versuchte den Schmerz zu unterdrücken und kniff die Augen zu. Der Wagen hielt mit einem Quietschen an. Ich streckte meinen Kopf nach vorne um aus dem Fenster zu schauen. Dort entdeckte ich groß die Buchstaben "P.O.L.I.Z.E.I" Nervös kratzte ich mir am Arm. Die Autotür wurde geöffnet. Eine Etwas ältere Polizistin lächelte mich warm an." Na, wie gehts dir?" Ich starrte sie kalt an. "Raten sie mal." Meine Worte waren selbst für mich ziemlich gemein, aber so versuchte ich meine wahren Gefühle zu vertuschen. Überrascht änderte sich ihr Gesichtsausdruck. Man konnte keine Mimik mehr erkennen. Es hatte etwas trauriges an sich, als würde sie sich an etwas erinnern. "Kommst du mit herein?" fragte sie geistesabwesend und setzte ein falsches Lächeln auf, das sofort wieder verschwand als ich wegschaute. Sie begleitete mich nach drinnen, befahl mir mich hinzusetzen und ging. Ich mochte sie, irgendetwas hatte sie an sich was mich magisch anzog.

"Lauf raus!" Da waren sie wieder, die Stimmen. "Hau ab, sie werden dir wehtun!"
Ich spürte wie mein Herzschlag schneller wurde. "Schnell, sonst ist es zu spät!" Die Polizistin kam zurück, ihren warme Blick wieder im Gesicht. "Lass uns erst mal deine Klamotten waschen, alles klar?"
Misstrauisch musterte ich sie. "Lauf!"
Die Stimmen wurden lauter.
"Kann ich auf die Toilette?"
Meine Stimme war zart und leise. Ich war gut im Manipulieren, das war klar. "Aber natürlich, gleich dort drüben." Sie deutete auf eine Tür am Ende vom Flur. Ich stand auf und trottete langsam rüber. "Flieh Hannah, flieh!"
"Ist ja gut!" antwortete ich wütend auf die Stimme als die Tür hinter mir verschlossen war. Eine Weile Betrachtete ich mich selbst im Spiegel. Meine sonst Aschebraunen Locken, blutrot gefärbt. Meine Dunkelgrünen Augen stachen ein bisschen hervor. Ich muss zugeben, mir gefällt der Gedanke wegzulaufen, einfach weg, irgendwo hin, wo mich niemand findet. "Mach es einfach!" Schon wieder, wütend schlag ich mit meiner verletzten Hand gegen den Spiegel. Der Schmerz wird schlimmer, das einzige was gegen die Stimme hilft. Die Badezimmertür wird aufgerissen. Besorgt stürmt die Polizistin zu mir. Das arme 13 Jährige Mädchen hatte sich wehgetan "Was tust du??" Ich musterte den Riss den ich in die Scheibe geschlagen hatte und ließ mich nach hinten fallen. Ich spürte einen spitzen Schmerz am Hinterkopf.
Alles Schwarz, ein lautes Piepsen, mehr nicht.

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~~ ☆ nicht vergessen wenns dir gefallen hat ~~

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