Kapitel 1- Vergangenheit

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Juna sah aus dem Fenster. Der Regen prasselte gegen die Scheiben und der Nebel nahm ihr die Sicht. In weiter Ferne waren sogar ein paar Blitze zu erkennen. Eine gewaltige Kälte überkam Juna und sie hüllte sich noch mehr in ihre Strickjacke. Es regnete schon seit Wochen und das Wetter schien sich nicht ändern zu wollen. Es war genau wie damals und das machte Juna Angst.

Es war ein kalter, regnerischer Tag, als Juna unsanft aus ihrem Schlaf gerissen wurde."Wir müssen hier weg! Schnell!", schrie ihre Mutter packte Juna am Arm und zog sie vor die Tür. Der Wind blies häftig und der Nebel hüllte sie mit jeder Minute, in der sie umher eilten, mehr ein. Junas Schwester, Julia, nahm sie an die Hand und lief mit ihr einen schmalen Waldweg entlang. Sie bemühten sich, trotz des starken Windes, schnell voranzukommen."Was ist mit-", schrie Juna gegen den Wind. Sie musste neu ansetzten, denn der letzte Teil ihres Satzes wurde von einem lauten Donnergroll verschluckt."Was ist mit Mamaaa?!", schrie Juna, so laut sie konnte."Sie kommt nach. Wir müssen uns beeilen!", rief Jule und umklammerte Junas Hand noch fester. Direkt vor ihnen fiel ein Baum auf den Boden und versperrte ihnen den Weg."Wohin?", keuchte Juna, die bis auf ihre Haut durchnässt war. Jule zog sie auf einen kleinen Weg, der von Rosenbüschen umgeben war. Eine rosarote Rose flog durch die Luft und landete genau vor Junas Füßen."Das...-Das ist nicht gut!", stotterte Jule und lief zurück."Hey, warte mal", sagte Juna leise und hob die Rose auf."Bist du bescheuert?! Wir müssen hier weg!", schrie ihre Schwester mit fassungslosem Gesicht. Nachdenklich betrachtete Juna die Rose und achtete dabei gar nicht auf ihre Umgebung, bis direkt vor ihr ein Busch in Flammen aufging. Juna spürrte den warmen Atem, von etwas Unbekannten in ihrem Nacken. In letzter Not hob Jule, Juna hoch und lief mit ihr durch den strömenden Regen. Doch sie stolperte und ließ ihre Schwester los. Juna fiel auf den Boden und landete mit ihrem Kopf auf einem harten Stein...

Eine Träne kullerte ihr über die Wange. Von diesem Tag an hatte sie ihre Mutter nie wieder gesehen. Jule sagte immer sie seie als tapfere Kriegerin gestorben. Wogegen sie gekämpft hatte, das hatte sie Juna verschwiegen.

Langsam lief Juna durch ihr Zimmer und schnappte sich ihre braunen, verdreckten Schuhe und schlurfte in die Küche, wo ihre Schwester das Abenbrod vorbereitete."Ich möchte wissen, was da draußen ist.", sagte sie und sah ihrer Schwester entschlossen in ihre braunen Augen, die glasig wirkten."Niemals!", entgegnete sie und begann ein paar Kräuter zu zerhacken. Juna setzte sich an den Tisch und starrte ihre Schwester an."Was ist?", sagte sie scharf und musterte Juna mit zusammengepressten Lippen."Ich werd's dir nicht sagen." Juna zuckte zusammen, als direkt neben der kleinen Hütte, in der sie wohnten, ein Blitz einschlug."Was ist mit dem Fluss?", fragte Juna."Wa- Was mit dem Fluss ist?", schimpfte Jule und strich sich eine Sträne ihrer schwarzen Haare aus dem Gesicht."Du musst mir versprechen, was immer auch passiert- du darfst nicht in die Nähe dieses Flusses!", sagte Junas Schwester mit Angst in der Stimme. Unter ihnen begann der Boden zu wackeln. Ein kleiner Nagel löste sich und knallte an die Decke. Die lose Latte, begann zu knartschen."Du gehst jetzt besser ins Bett", sagte Jule ruhig."Ich werde schon rausfinden, was da draußen ist!", rief Juna wütend, lief in ihr Zimmer und knallte die Tür zu. Warum wollte ihr niemand sagen, was so gefährlich war?! Warum durfte sie nicht erfahren warum ihre Mutter gestorben war? Tausende Fagen schossen ihr durch den Kopf und sie hatte das Gefühl dieser würde im nächsten Moment platzen. Sie nahm ihre Bürste aus dem Schrank und begann sich ihre Haare zu kämmen. Ihre langen schwarzen Haare hatte sie von ihrer Mutter, genauso wie ihre grünen Augen. Als sie sich wusch, fluchte sie leise herum. Dieses Geheimnis nagte an ihr und sie malte sich allerlei Dinge aus, warum genau sie es nicht erfahren durfte. Aus der morschen Decke begann es zu tropfen und der alte Fensterramen klapperte, weil der Wind so heftig blies. Juna seuftzte, strich durch ihre ihre Haare und kuschelte sich in ihrer Decke ein...

Sofia - Die Reise ins NirgendwoWo Geschichten leben. Entdecke jetzt