1 die größte Chance

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Ich schaute auf die Uhr. "OMG" rief ich und sprang hoch. Es war 17 Uhr und ich musste um 18 am Bahnhof sein. Zum Glück hatte ich heute morgen schon meine Haare gewaschen, sodass ich meine Haare nicht waschen brauchte und dadurch etwas Zeit gewann. Ich duschte nur schnell meinen Körper ab, zog meine Klamotten an und machte dann meine Haare. Für Schminke benutzte ich nur Mascara und Concealer.

Im der Küche angekommen sah ich Mom und Dad am Tisch sitzen. Schnell schnappte ich mir eins von den Brötchen und lief dann auch schon zur Haustür. Mein Dad wird mich zum Bahnhof fahren, weshalb er auch aufstand. Ich gab Mom noch schnell einen Kuss und schloss die Haustür hinter mir.

Wir lagen gut in der Zeit und ich würde meinen Zug nicht verpassen. "Pass auf dich auf und kauf nicht zu viel" meinte mein Dad noch, bevor ich auch ihn einen Abschiedskuss auf die Wange gab und die Autotür schwungvoll zuwarf. Schnell lief ich die große (jetzt im Ernst diese Treppe war riesig) hoch und kam nach Atem ringend oben an. Nach einer kurzen Verschnaufpause suchte ich das Gleis, auf dem mein Zug kommen würde. Es war sehr voll und ich bekam andauernd irgendwelche Taschen oder Ellbogen ins Gesicht. Außerdem war ich nicht sehr groß und ich musste mich anstrengen, die Bahngleisen im Auge zu behalten. Deswegen merkte ich ich auch nicht, wie jemand direkt auf mich zukam. *Nr. 4...Nr. 5...Nr. 6...* angestrengt suchte ich mein Gleis. Ruckartig merkte ich einen Widerstand und ich prallte zurück. Eine Hand umgriff meine Taille und zog mich zurück auf meine Beine. "Omg, tut mir leid. I-ich w-w-wollte nic..." ich stoppte und sah dem Fremden ins Gesicht. Ich konnte meinen Augen nicht trauen und lief warscheinlich rot an. Der Fremde lachte kurz. "Kein Problem. Welches Gleis suchst du denn? Vielleicht kann ich dir helfen. Ich bin übrigens Cole." "Ähm i-ich m-muss, ehmmm also m-mein Name i-ist (y/N) u-und mein G-G-Gleis ähm..." "Alles ok?" fragte Cole und nahm meine Hand. Ich zitterte wie verrückt, guckte weg und nickte nur. "Du zitterst ja. Ist wirklich alles in Ordnung?" Ich zog meine Hand weg. "J-Ja alles o-ok." meinte ich und quetschte mich an ihm vorbei. Omg war das peinlich. Da treffe ich mein größtes Vorbild und dann passiert sowas. Die Enge raubte mir meinen Atem und ich musste einfach nur hier weg. Zum Glück sah ich meinen Zug und betrat das Innere.

Es war leer, ruhig und gemütlich. Genau das, was ich jetzt brauchte. Meinen Platz zu finden war deutlich einfacher und ich setze mich, nachdem ich meine Handtasche im Gepäckfach verstaut hatte. Langsam rutschte ich weiter in den Sitz. Die Erinnerung von gerade kam wieder hoch und meine Hand begann erneut zu zittern. *Ich hatte die größte Chance ihn zu treffen und besser kennenzulernen verpasst* dachte ich im Stillen und meine Augen wurden träniger. Ich musste noch 12 weitere Stunden fahren, also beobachtete ich, wie die Gegend an mir vorbei rauschte und schloss schließlich die Augen. Lauschte den Geräuschen im Zug und schlief schließlich ein.

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