Sie lief immernoch vor mir her, als wir schon längst wieder in der Nähe unserer Wohnheime waren.
"Warte doch mal! Was ist denn in dich gefahren?", fragte ich.
Sie blieb stehen und drehte sich zu mir um, ein bisschen selbstschützend und ängstlich.
"Okay, tut mir leid. Es ist nur.. Da ist so ein Typ gewesen und ich hab das Gefühl, dass ich ihm immer öfter begegne und wo er in unserem Park grade war, hat mir das irgendwie Angst gemacht."
"Mach dir doch keinen Kopf wegen so nem Typen. Das war bestimmt nur Zufall, der Park ist ja schließlich ein öffentlicher Platz. Wo hast du ihn, also den Typen, denn zum ersten Mal gesehen?"
"Ja, vielleicht hast du recht, ich fand es nur komisch und ich bin sowieso etwas schreckhaft, das weißt du ja. Ich hab dir doch von der einen Party erzählt, da hatte ich mich mit einem Mädchen unterhalten, die auch in unserem Kurs ist, und dieser Typ war auch da und hat die ganze Zeit zu uns hinüber geguckt, was ich auch seltsam fand."
"Hm. Er fand euch vielleicht nur toll."
"Möglich. Aber mit Leonie hab ich mich echt gut unterhalten, wir wollten vielleicht morgen nach der Vorlesung was zusammen machen, du kannst auch mitkommen."
"Ja, das ist eine gute Idee."
"Okay, ich freu mich. Sorry nochmal, wegen der kleinen Panikattacke, ich weiß auch nicht. Ich glaub, ich sollte mich ein bisschen ausruhen, war vielleicht etwas viel in der letzten Woche."
"Ja klar, kein Problem. Ruh dich aus. Wir sehen uns dann morgen."
"Bis morgen."
Dann ging sie zu der Tür und verschwand darin. Ich schaute ihr noch hinterher und stand eine Weile einfach da. Auch wenn das ganze eine plausible Erklärung hatte, war ihre Reaktion sehr seltsam. Auf dem Weg zu meinem Zimmer, dachte ich noch weiter über dieses Geschehnis nach. Ich verwarf die Gedanken, als ich auf meine noch vollen Taschen schaute und nahm mir vor diese erstmal auszupacken. Ich ließ mir Zeit und probierte dabei abzuschalten, aber irgendwie kamen meine Gedanken nicht zur Ruhe. Auch als ich im Bett lag, war mein Kopf voller Gedanken an die letzte Woche, was alles hier passiert ist und was zuhause. Das waren zwei komplett verschiedene Welten und trotzdem gehörten sie beide mir. Hier passiert so viel und das Leben zuhause pausiert für mich oder es geht eher ohne mich weiter. Dies war der letzte Gedanke, bevor ich einschlief.
Mein Traum war verwirrend, auch wenn ich nicht mehr genau weiß, was ich geträumt hatte, war ich mit einem unguten Gefühl im Bauch aufgewacht. Um dieses Gefühl loszuwerden machte ich mir ersteinmal einen Tee, das entspannte mich immer und ist zu einer Art Routine geworden, um gut in den Tag zu starten . Hunger hatte ich danach jedoch trotzdem nicht, also ging ich mit leerem Magen zur Vorlesung, was er mir nicht wirklich dankte, denn mitten drin hat er angefangen zu knurren und ich war froh als es vorbei war, denn jetzt musste ich wirklich etwas essen. Außerdem war das Thema der Vorlesung nicht sehr interessant und der Professor echt einschläfernd. Ich eilte aus dem Hörsaal, als ich Sophia fasst umrannte. Sie stand mit diesem Mädchen, von dem sie erzählt hatte, vor der Tür und drehte sich zu mir um und begrüßte mich. Dann stand sie mit einem breiten Grinsen im Gesicht vor mir und stellte mich dem Mädchen vor, welches sich als Leonie vorstellte.
"Hi Milena", sagte sie.