Dionas Sicht:
Hatte- hatte er mir gerade wirklich geschrieben?
Eins, zwei, drei -
"AAAAAAAAAAHHHHHHHHHHHHHH!"
"Oh mein Gott!"
"Mir?! Park Jimin? MIR?"
Klick
Ich hörte auf zu zappeln und wusste sofort, woher die Geräusche kamen.
"Warum schreist du Diona?" ,schrie meine Mutter von Draußen, sobald ich am Fenster stand. Meine Eltern waren immer noch mit der Gartenarbeit beschäftigt.
"Hast du gerade ernsthaft mein Fenster mit Steinen angegriffen?"
Mein Vater kratzte sich am Hinterkopf und lächelte, "So gut kann sie nicht zielen."
Ich realisierte wieder, was ich in der Hand hielt und schrie weiter, meine Eltern komplett ignorierend. Ich rollte auf meinem Bett hin und her worauf ich auf die Nachricht wieder starrte. Es war nur ein kleiner Satz und ich konnte nicht aufhören, ihn wieder aufs Neue durch zu lesen.
Schönheit?
Ich war seine Schönheit.
Ich setzte mich auf und erwischte meine pinken Wangen, die tiefer erröteten. Was war mit mir falsch?
Beep.
Als wäre es nicht peinlich genug, dass ich so rot wie eine Tomate war, fiel noch mein unnormal schweres Handy aufs Gesicht. "Au" ,zischte ich bevor ich das helle Licht wieder in meine Augen schien.
von Unbekannt
ich erwarte dich schon sehnsüchtig.
Auf so eine Nachricht, sollte ich nur die Augen rollen, weil er selbst beim Schreiben mit seinem Charm und verführerischen Sätzen nicht aufhören konnte. Doch stattdessen brach gleich mein Herz durch mein Brustkorb.
Hatte er wirklich von Jungkook meine Nummer gewollt? Hatten wir wirklich im selben Moment an einander gedacht? Wie sollte ich jemals darauf klar kommen, dass er mich gefragt hatte, ob ich die Geschichte weiter hören wollte, genau dann als ich mir darüber den Kopf zerbrach?!
Und was meinte er mit seiner Nachricht? Wollte er, dass ich jetzt sofort komme.. Nach nicht Mal einem Tag später?
Ich dachte lange nach bevor ich mich dazu entschied, wie er zu klingen. Spielerisch.
von Diona
wann möchtest du mich denn sehen?
Nachdem ich geantwortet hatte, beschleunigte sich mein Puls wie ein Formel 1 Wagen.
Ja bitch, jetzt gibt es kein Zurück mehr
Nervös, stand ich auf und setzte mich ein zweites Mal auf den weißen Hocker. Ich nahm die Bürste in meine Hand und kämmte meine Naturlocken durch.
Beep.
Ich stoppte das Kämmen und lief mit dem Kamm in meinen strohigen Haaren auf mein Bett zu.
von Unbekannt
immer..
"Oh.." Wärme durchlief durch meinen Körper, auf dem Gänsehaut entstand. Tu mir das nicht an, Jimin. Das ist das, was sie ihm sagen wollte, doch nicht konnte.
Beep.
Er hatte wieder geschrieben.
von Unbekannt
ich meine ich hätte nichts dagegen dich jetzt sofort zu sehen, Diona
Der Kamm fiel aus meinen Haaren direkt aufs Bett. Ich hörte die Herzschläge in mir wie ein Bass vibrieren.
von Diona
okay.. dann bis später?
Ich wartete, und wartete, und wartete noch ein bisschen. Doch bekam keine Antwort mehr. Hasste er Small Talk? Vermutlich hätte er nur Ja oder Bis gleich geschrieben, oder?
Es dauerte einen Augenblick bis ich wie eine Verrückte durch mein Zimmer rannte. Was soll ich anziehen? Wie soll ich mich schminken? Wie soll ich mich verhalten!
Du wirst ihn nicht zum ersten Mal sehen.
Ehrlich, was war los mit mir? Ist ja nicht so, dass ich schon öfter bei ihm war. Dass ich schon verdammt noch Mal mit ihm in seinem Bett gekuschelt habe. Zum ersten Mal wünschte ich mir, dass mich mein inneres Ich aufklärte.
Du denkst doch nicht ernsthaft, dass das ein Date ist
Ich konnte spüren, wie es mich auslachte.
Er wohnt mit Jungkook, schon vergessen?
Mittlerweile war es nicht nur Jungkook, sondern auch Taehyung, Yoongi und Jin. Aus der wunderschönen Villa wurde eine WG. Doch ich fand es viel besser so. Es fühlte sich wie ein Zuhause an und nicht wie ein Museum.
"Scheiße! Yoongi!" Ich suchte Jungkook in meiner Liste und hielt das Handy an mein Ohr. Es klingelte drei Mal bis es aufgehört hatte. "Jungkook!"
"Ich wollte dich gerade anrufen" ,sprach er gelassen am anderen Ende der Leitung.
"Und?!"
"Hyung geht es gut, es ist nichts passiert" ,man hörte, dass er Draußen war, da ich ab und zu Rauschen durch den Wind hörte.
Ich schloss meine Augen und atmete beruhigt aus, "Gott sei Dank. Ich werde mich später persönlich bei ihm bedanken. Aber.. sag ihm trotzdem schon Mal Danke von mir, ja?"
Jungkook lachte leise, "Mach ich. Tsch-"
"Warte!" Ich biss auf meine Unterlippe.
"Ja?"
Frag doch einfach nicht. Nein, nein, ne-
"Bist du nicht Zuhause?"
"Nein. Sind mit Hyung am trainieren, wollen später in seinen Club.. Wieso fragst du?"
Ja, Diona? Wieso fragst du?
"Ich- äh, nur so. Viel Spaß euch."
Er lachte noch ein weiteres Mal bevor er sich bedankt und verabschiedet hatte. Nachdem er auflegte, schmiss ich mein Handy weg. Ganz weit weg von mir. Damit ich mich nicht noch mehr blamierte.
Jungkook und Yoongi würden heute nicht mehr in der Villa sein.. Taehyung und Jin waren nicht mehr in Sicht als ich heute morgen mit Jongsuk raus lief.. Heißt das, Jimin und ich.. würden ganz alleine sein?
Wow. Super Gedankenfluss.
"Sei leise."
War sowas von klar, dass ab da kein Widerspruch mehr kam. Ich war echt an dem Zeitpunkt angelangt, an dem ich mir um meine Gesundheit Sorgen machte. Wer redet mit sich selbst oder lässt sich von seinen inneren Stimmen runterkriegen?
"Diona! Wir essen!"
"Komme!"
-
Ich sah mich im Spiegel an. Zähne frisch geputzt, Gesicht und Körper mit Creme aufgetragen, die nach tropischen Früchten roch, Haare diesmal geglättet und zu einem strengen Pferdeschwanz gebunden. Nun zu meinem Outfit.. Er zog sich meistens schwarz an, es sei denn, ich sah ihn in meinen Träumen. Dort sah er aus wie ein spirituelles Wesen mit Fähigkeiten. Von Pracht und Schönheit, Gottes Herrlichkeit. Weißer sanfter Stoff, der schon fast über seiner Haut schwebte und seinen Körper nicht mal richtig berührten. Das Gegenteil von dem realen Jimin.
Als ich die Anziehsachen von gestern im Wäschekorb sah, bemerkte ich, dass ich neben ihm meistens sportlich angezogen war. Ich öffnete meinen Schrank und wusste nicht, wieso meine Augen nach weißen Teilen suchten. Ich lächelte sofort als ich etwas bestimmtes fand. Ein Kleid, das ich nur ein Mal im Leben getragen hatte und das letzten Sommer in meiner Heimat in Griechenland. Ich fand es auf einem kleinen Bazaar, der sich zwischen weißen Häusern eines Dorfes befand. Das Kleid lag zwischen den hundert anderen, doch fiel mir sofort ins Auge. Es war der aller letzte Tag bevor wir zurück flogen, also kaufte ich es und zog es Zuhause sofort an. Ich würde niemals vergessen, wie mich einige Menschen am Strand anschauten während ich am Wasser entlang lief und mein Vater Bilder von mir machte.
Der Gedanke allein an Thessalien reichte aus, um meine Sehnsucht zu stärken. Ich zog mein T-Shirt aus bevor ich in das Kleid schlüpfte. Mehrere Schichten, seidenweich. Machte ich einen Schritt, erschien mein Bein hinter dem Stoff, der bis zum Boden fiel. Ich drehte mich zum Spiegel. Die Träger waren mit weißen Perlen faziert und glänzten so gleich wie in dem Moment als ich sie das Erste Mal gesehen hatte. Aber..
Der Ausschnitt. Hatte ich in einem Jahr zugenommen oder wieso war es jetzt so eng um meinem Oberkörper? Ich spürte ein Zischen im Bauch als ich an Jimin dachte. Was würde er von mir denken? Ziemlich falsche Sachen, das war sicher.
Jemand klopfte plötzlich an der Tür. Meine Mama blickte in mein Zimmer. "Hi."
"Hi" ,lächelte ich und sah ihr zu wie sie rein kam.
"Wow!" ,sie nahm meine Hand und drehte mich im Kreis.
"Mama, was machst du?" ,kicherte ich während sie mich mit ihren funkelnden Augen betrachtete.
"Ich habe dieses Kleid vollkommen vergessen! Wieso hast du es den ganzen Sommer lang nicht angezogen?"
"Ich weiß nicht. Es ist besonders für mich. Vielleicht deshalb. Damit es nicht zerreist, weißt du?"
Sie nickte, doch hob dann ihre Brauen. "Und wieso trägst du es dann jetzt?"
Ich schluckte laut. Weil ich schön aussehen möchte?
"Nur so, wollte vielleicht bisschen raus" ,ich zuckte mit den Schultern. "Aber ich werde es sowieso wieder ausziehen."
Als ich die Enden in die Hände nahm, stoppte sie mich davon. "Wieso? Fühlst du dich unwohl darin?"
Ohne nach gedacht zu haben, schüttelte ich schon den Kopf. "Ich liebe das Kleid.. Aber ist es nicht etwas zu übertrieben?"
"Nein, absolut nicht. Es ist ein schlichtes Sommerkleid. Du siehst aus wie eine griechische Göttin, Süße." Sie wackelte mit ihren Brauen, was mich zum Lachen brachte.
Ich schwing meinen Pferdeschwanz hin und her, um anzugeben. "Ich bin die wunderschöne Nymphe Diona, wusstest du das nicht?"
Als ich ein weiteres Kichern von ihr erwartete, war sie statt dessen wie eingefroren. Sie sah abwechselnd in meine Augen ohne was zu sagen.
"Mama? Alles gut?" Ich fasste sie am Arm.
"Huh? Ich- Ja." Sie legte plötzlich ihre Hand auf meine Wange. Ich spürte ihre rissige Haut, die durch das jahrelange Arbeiten und Altern entstanden waren. "Versuch dich nicht zu verstecken, wenn du doch so wundervoll aussiehst. Ich hoffe nur, dass du nicht alleine raus gehst? Es ist ziemlich spät, wird dich Jongsuk begleiten?"
Und da war es schon wieder. Sollte ich wieder lügen? Wenn ich nicht mit Jongsuk raus ging, mit wem dann? Als hätte ich irgendwelche Freundinnen. Ich verstand mich noch nie gut mit Mädchen. In der Universität sahen sie mich blöd an und warteten nur auf einen falschen Schritt von mir, um dann über mich lästern zu können. Yep, ich hatte niemanden außer Jongsuk. Und hätte ich ihn nicht, wäre ich heute immer noch mit einer verlogenen Hure befreundet, die sich meinen Ex-Freund geschnappt hatte.
"Ich weiß noch nicht. Aber keine Sorge, Sky wird mich schon beschützen."
Sie rollte ihre Augen, "Es ist ein Auto, kein Mensch Diona."
"Hey! Red nicht so über Sky, es verletzt seine Gefühle."
"Und schluckt viel Sprit" ,meckerte sie und lief dann lachend raus. Ich grinste bevor ich wieder in den Spiegel sah. Ich zog die inneren Schichten des Stoffes etwas hoch, sodass der Ausschnitt dezenter wurde. Ich tuschte etwas meine Wimpern, bürstete meine dichten Augenbrauen und trug ganz wenig von meinem Bronzer auf. Statt meinen üblich matten Lippen, sollte er heute was anderes sehen. Ich öffnete eine Schublade, in der meine Sachen liegen, die ich gelegentlich für Partys benutzte.
Falsch.
Ich öffnete die untere und nickte. Während jedes andere Mädchen teuren Lipgloss benutzte, gab es mich, die komische. Ich hatte schon immer eine andere Variante. Ich kramte die Tube raus und drückte das Plastik zusammen, sodass der flüssige Honig auf meinen Lippen landete. Ich drückte etwas mehr bis ich zufrieden mit dem Glanz war. Es sah nicht nur gut aus, sondern schmeckte auch lecker. Doch ich hielt mich davon ab, über meine Lippen zu lecken bevor meine Lippen wieder matt wurden.
Ich suchte meine Jeansjacke und tat sie um meine Schultern nachdem ich sie gefunden hatte. Ich blickte auf meine Kunsttasche, die ich immer für das Gemälde mitnahm. Ich spürte einen Druck in meinem Herzen, weil ich sie nicht mehr mit nehmen musste, wenn ich zu ihm ging.
Rückblende
"Diona wohin?"
"Dein Geld wird heute oder morgen wieder auf deinem Konto sein. Mach's gut."
Doch nicht Mal das, hatte Jungkook zugelassen. Sobald ich es zurück geschickt hatte, naja versucht hatte es zurück zu überweisen, sagte mir der Bankkaufmann folgendes..
Rückblende
Er tippte auf seiner Tastatur, aber runzelte die Stirn. "Tut mir Leid Frau Park, aber Ihr Empfänger scheint dieses Konto nicht mehr zu benutzen. Es wurde gesperrt und Ihr Betrag ist somit nicht überweisbar."
Ich seufzte laut. Ugh.
Ich lief auf mein Nachtisch zu und öffnete die kleine Schublade worauf ich die rote Box raus nahm. Mit einem Klick, ging sie schon auf. Ich sah auf das Geld, das ich seit einer Woche aufbewahrte. So eine große Summe im Zimmer zu haben, stresste mich nur und war sowieso unverdient. Ich hatte mit dem Auftrag aufgehört. Doch auch wenn ich andere neue Kunden bekommen hatte, war das Wandgemälde das einzige, das sich in meinem Kopf irrte. Ich hatte keinen Drang mehr dazu, etwas anderes als das zu malen. Ich hatte Mitleid mit Jungkook, weil er sich so gefreut hatte als ich endlich anfing. Doch jetzt sieht man nur einen Hintergrund ohne weiteres, ohne die Mitglieder.
Ich tat sie zurück in die Box, welche ich in meine Handtasche legte, zusammen mit meinem Portmonnaie und Handy. Ich hielt an der Tür an und dachte nach. Sollte ich etwas vorher trinken? Oder war es Zeit, dass ich als Abwechslung mal nüchtern neben ihm war?
Ich bückte mich leicht, wobei ich aufpasste, dass keine Falten auf dem Kleid entstanden. Ich führte meine Hand unter mein Bett und tastete an verschiedenen Flaschen. Als ich die Form des Sektes spüren konnte, zog ich ihn raus und nahm ihn mit. Ich lief hektisch runter und sah wie mein Vater auf der Couch eingeschlafen war. Bevor irgendwer das Alkohol sehen konnte, versteckte ich es hinter meinem Rücken. Meine Mutter wedelte mit der Hand, damit ich endlich gehen sollte, und machte mir sicher, dass sie sich um ihn kümmern würde. "Tschau" ,flüsterte ich leise und trat aus unserem Haus.
Mein Herz stoppte für einen kurzen Moment zu schlagen. Das Licht in meinem Atelier war an. Als ich mich näherte, ging das Licht aus und mein bester Freund erschien hinter der Tür. "Jongsuk?"
"Wow" ,flüsterte er als er näher trat. "Wo willst du so hin?"
"Was machst du hier?"
Meine Gegenfrage brachte ihn etwas durcheinander.
"Ich wollte mich entschuldigen."
"Das hast du doch schon." Hatte er vergessen, was heute morgen passiert war? Nachdem Jimin mit Jungkook aus dem Zimmer gegangen war, hatte er sich bereits entschuldigt. Er seufzte laut und ging durch seine schwarzen Haare. Mein bester Freund war wirklich wunderschön.
"Du hattest mir aber noch nicht verziehen. Du hättest mich am liebsten auf der Autobahn umgebracht, schon vergessen?"
Mein Griff um den Flaschenhals hinter mir lockerte sich, "Du kennst mich doch, wenn ich wütend bin.."
"Ja" ,lachte er halb, sein Lächeln irgendwie attraktiv, "Ist dein Arm immer noch so rot?" Er hob seine Hand, um mich anzufassen bevor er plötzlich an hielt, seine Gesichtszüge angespannt. "Darf ich?"
Fragte er gerade um meine Erlaubnis, mich anzufassen? Sowas hatte er noch nie getan. Ohne zu Antworten, hielt ich ihm meinen Arm vor. Er streifte über die Stelle, die nicht mehr rot war. Ich hätte schwören können, dass der Schmerz verschwunden war als Jimin mich an diesem Arm fest gehalten hatte als ich an dem Türrahmen stand.
"Hasst du mich jetzt?"
Ich sah in sein trauriges Gesicht. Ich lächelte leicht und streichelte seine Wange. "Das würde ich niemals tun."
"Versprochen?" ,seine Augen strahlten wieder.
"Hm?" ,ich sah ihn fragend an.
"Versprichst du mir, dass du mich niemals hassen wirst, egal wie scheiße ich bin?"
Meine Hand glitt seiner Wange runter und hielt den Kragen seiner Lederjacke fest bevor ich auf meine Zehenspitzen ging. "Ich habe dich heute beinahe bei den Bullen verpetzt als wärst du ein Kranker, der mir hinter her ist. Also würde ich aufpassen, wenn ich du wäre. Sei einfach wie mein alter Jongsuk und ich würde dich niemals hassen."
Seine Augen weiteten sich, "Du hast was? Du kleine Bitch!" Wir sahen uns für eine Weile böse an bevor wir in Gelächter ausbrachen. "Ich werde wieder der Alte sein, versprochen."
"Danke" ,ich küsste seine Wange. "Ich muss jetzt aber los."
"Wohin?" ,fragte er erneut, doch sah dann, dass ich etwas die ganze Zeit lang hinter mir versteckte. "Was ist das?"
"Jongsuk" ,sprach ich sauer, damit er sich daran erinnerte, worüber wir gerade noch geredet hatten.
Er hustete gespielt, "Achja, stimmt" ,er lief vor mir und öffnete die Tür seines Autos. "Dein alter Jongsuk macht sich jetzt vom Acker und geht eine Blondine ficken. Wir sehen uns!"
Ich rollte meine Augen, "Ekelhaft."
"Hey, du wolltest es so haben" ,lachte er worauf sein lauter Motor startete. "Achja bevor ich's vergesse! Ich habe heute Morgen im Radio gehört, dass es einen Geisterfahrer gab, der durch Seoul irrte. Ich war mir so sicher, dass du das sein musst! Wieso hast du heute sonst mit Bullen gesprochen?"
"Keine Sorge" ,lachte ich, "Das war ich nicht. Ist eine lange Geschichte."
Er hatte sich mittlerweile eine Zigarette gezündet und zog an ihr. "Dann ist gut."
Ich lief in unsere Garage und öffnete die Tür von meinem Wagen. Der bekannte frische Duft gelang in meine Sinne bevor ich mich vorsichtig auf den Ledersitz setzte. Zu meinem Glück hatte ich den Wagen gestern, bevor ich.. mich betrinkt hatte, bis auf den letzten Fleck geputzt. Ich zog an dem Griff, sodass sich die Tür verschloss, und drückte auf Start. Der Motor hallte durch die leere Garage worauf ich Jongsuk zu sah während er langsam vorfuhr, um mir Platz zu gewähren. Ich schnallte mich an, lehnte mich zurück und fuhr vor bis wir parallel zu einander standen. Ich tippte auf einen Button, um das Fenster runter zu fahren.
"Ich habe noch nie eine Frau gesehen, die so elegant und gleichzeitig so böse aussehen kann. Du bist ein Traum, Kleine."
Ich grinste nur bevor ich davon fuhr.
-
Wie bei jedem Ankommen, stand ich vor dem riesigen Bau und dachte nach, ob ich nicht nur einfach wieder abhauen sollte. Ich war mir sicher, dass ich am Ende dieses Tages, wenn ich aus der Tür komme, ausgeschöpft und durcheinander sein würde. Ich blickte auf die Stelle auf der Jimin und ich gestern standen. Langsam, blieb ich auf dem selben Fleck stehen und wartete.
Auf was? Na auf die wunderschönen Schmetterlinge.
Doch kein einziger erschien. Ich wedelte mit den Armen und wartete wobei ich bestimmt wie ein Irrer aussah. Das einzige, das meine Haut traf, war die angenehme Abendbrise. Begann ich an Unmögliches zu glauben? Ich schüttelte den Kopf und gab's auf.
Mein Fingerknöchel schwebte wieder vor der Tür, doch diesmal war sie schon auf. Ich runzelte die Stirn, "Hallo? Jimin?"
Stille. So wie wir's kennen. Aber diesmal war es stock dunkel, kein Licht, gar nichts.
Ich bückte mich, um die Sektflasche zu heben wonach ich in die Villa eintrat. Ich hielt meine Jacke, die nur locker auf meinem Oberkörper lag, und spürte die steigende Nervosität in mir. Hatte ich Recht? Waren alle wirklich weg?
Genau als ich wieder nach ihm schreien wollte, sah ich magische Lichter, welche man sonst Abends in Wäldern sehen würde.
"Oh, wie süß" ,flüsterte ich und lief auf die larvenähnlichen Gestalten, die vor einer Tür am Ende eines Ganges Kreise zogen. Je näher ich kam, desto besser konnte ich die Glühwürmchen betrachten, von denen es genauer gesagt vier gab. Sie flogen hin und her, doch entfernten sich nie von der Tür. Als ich etwas ungewöhnlich an ihnen sah, schloss ich meine Augen und machte sie wieder auf, weil ich dachte, dass etwas mit meiner Sicht nicht stimmte. Doch sie glitzerten immer noch.
Sollte ich die Tür vielleicht auf machen? Aber doch nicht ohne Jimin zu fragen..
Meine Sinne nahmen plötzlich Laute auf, weshalb ich einen Schritt zurück ging als hätte man mich bei einer bösen Tat erwischt. Ich erkannte eine Melodie, welche von einem Instrument erzeugt wurde und konnte nicht anders als mich an die Tür zu lehnen und zuzuhören während die Glühwürmchen nun um meine Figur flogen. Der Klang war beseelt und verschleiert, einfach zauberhaft. Es hörte sich an wie ein Streichinstrument, vermutlich eine Violine. So perfekt gespielt, sodass die Melodie Jeden Menschen anlocken würde. Mein Herz klopfte immer schneller, eine Gänsehaut, die entstand, als mein Ohr schon die Holztür berührte. Ein Schimmern durchlang unterhalb der Tür und durch das Schlüsselloch.
Was passierte hinter dieser Tür?
Ich wollte mich bücken und durch das Loch schauen, doch das wäre unangebracht. Vielleicht hatte Jimin Besuch und dachte, dass ich später kommen würde. Die Glühwürmchen flogen jetzt um die Türklinke.
Was zum?
Mit zittriger Hand, fasste ich das Metall an bevor ich es runter drückte. Bei meiner Handlung, stoppte die Musik wie im Kommando. Ich erwartete Jemanden mit einer Geige in der Hand oder einen Raum mit tausend Lichtern, aber nicht das.
Ein idyllischer Garten- Nein, ein romantisches Gartenparadies mit dem Mann aus meinen Träumen, der gerade mit einer Blume in der Hand auf der Wiese stand und mich anlächelte. Mehrere Laternen, welche ein goldenes Licht auf seine Gestalt, bezogen mit weißer Kleidung, traf.
"Hi" ,lächelte ich zurück.
"Hi."
Er leckte sich über seine pinken Lippen und erwisch mich wie ich das selbe tat. Mein Verstand sagte mir, dass ich auf ihn zu gehen sollte als würde es sich andersrum nicht gehören. Es fühlte sich so an als würde mich Jemand von hinten anstupsen, damit ich endlich Schritte machte - gegen meinen eigenen Willen - also gehorchte ich dem Gefühl und machten einen Schritt. Ich folgte seinem Blick und fand raus, dass er auf meine Beine sah, die ab und zu aus dem dünnen Stoff raustraten. Der kurze Weg fühlte sich an wie ein langer, schon fast unendlich. Ich sah in seine braune Augen, die Form so einzigartig, die ihm Attraktivität schenkten. Mein Blick war jetzt mit seinem vereint, nur noch paar Zentimeter, die uns trennten.
"Diona" ,sprach er mit tiefer Stimme.
"Jimin" ,entgegnete ich ihm, was ihn zum Lächeln brachte. Bei dem Anblick, versuchte mein Brustkorb gegen mein Herz Widerstand zu leisten, denn ich liebte es. Seine weißen Zähne, einer von den Vorderen leicht gebogen und genau deshalb so preziös.
"Herzlich Willkommen, meine Schönheit" ,flüsterte er fast, seine Augen fixiert auf meinen.
Jetzt bist du dran Diona.. Halloooo?
Ich gab alles, um ihn nicht hier und jetzt zu umarmen, damit ich endlich wieder seinen fruchtigen Duft einatmen konnte. Als ich nicht weiter redete, sah er runter auf meine Hand.
"Ich wollte nicht mit leeren Händen kommen" ,versuchte ich ihm zu erklären, aber sah wahrscheinlich trotzdem aus wie eine Alkoholikerin. Seine warme Hand berührte meine als er die Flasche aus meiner Hand nahm und sie danach weg legte.
"Danke, aber du allein reichst mir schon."
Wo war die coole gelassene Diona hin? Wieso dieses Verhalten als hätte ich noch nie mit einer männlichen Spezies gesprochen?!
"Ich wusste gar nicht, dass ihr einen Garten habt!" Ich nahm an, dass er bemerkt hatte wie ich das Thema wechseln wollte, weil er mich nervös machte, denn er grinste.
"Gefällt er dir?"
"Ja!" ,ich schaute mich um und musste lächeln. Ein kleiner Teich am hinteren Teil, eine Schaukel beschmückt mit verschiedenen Blumen, die ich noch nie gesehen hatte, genauso wie die in seiner Hand. "Mein Atelier befindet sich auch in einem Garten, also in unserem. Ich liebe es im Freien zu arbeiten.." Ich konnte ihn immer noch nicht anschauen und zeigte ihm meinen Rücken, damit er mein rotes Gesicht nicht sah.
Unerwartet, spürte ich wieder seine Hand, doch diesmal an meinem Handgelenk. Ich drehte mich um und sah wie er die Pflanze, die ich schon aus dem Weiten gesehen hatte, auf meine geöffnete Hand legte. Eine hell lilane Farbe mit entzückenden Blüten, klein aber so eine besondere Form..
War sie für mich?
Ich führte die Blume an meine Nase, um an ihr zu riechen. Sie hatte einen berauschenden Geruch von Honig. "Wie heißt diese Blume?"
Jimin steckte seine Hände in die Taschen der lockeren weißen Hose. "Das ist eine Efeublume. Eine äußerst wichtige Nektarquelle für Honigbienen und Schmetterlinge" ,erklärte er. Deshalb lebten hier also so viele Schmetterlinge, da sie angelockt wurden.
"Ich liebe Honig" ,entkam aus meinen Lippen als ich über sie leckte.
Der wunderschöne Mann vor mir konnte nicht mehr aufhören zu grinsen. Tatsächlich lehnte er sich vor, sodass seine Lippen jetzt gefährlich nah an meinen waren. "Deine Lippen sehen auch so aus als wären sie in flüssigem Honig getupft worden."
Sein Atem kitzelte mein Gesicht, ich hatte keine Chance mehr um nach Luft zu schnappen. "Ich mag keinen künstlichen Geschmack auf meinen Lippen.."
Seine einschüchternder Blick verschwand im Nu. Er starrte mich mit großen Augen an. "Du trägst grad Honig als Lippenstift?"
"Hmm" ,nickte ich.
Ich konnte schwören, dass ich ihn für einen Augenblick murren gehört hatte. Er biss auf seine Unterlippe während er meine betrachtete.
"Was?"
"Nichts."
"O-okay.."
Er lief auf einmal weg und ging immer langsamer als er merkte, dass ich nicht mitkam. Ich sah runter auf meine Sandalen während ich ihm folgte. Ich hatte erst jetzt bemerkt, dass er barfuß auf der frischen Wiese lief. Das beste, was man machen kann, wenn man die Natur noch intensiver fühlen wollte..
Er zeigte mir die vielen anderen Efeublumen. "Weißt du wofür diese Blumenart steht?" Ich schüttelte nur den Kopf. "Efeu symbolisiert Ewigkeit, Treue und starke liebevolle Bindung wie eheliche Liebe oder Freundschaft. Sie ist eine starke Pflanze, weil sie in der härtesten Umgebung wachsen kann."
"Wow." Ich war ziemlich fasziniert.
Und schon wieder fand sein Körper meinen als würden wir uns gegenseitig anziehen. "Eigentlich hat sie noch eine andere Bedeutung" ,sagte er, die Stimme wie Musik für meine Ohren.
"Welche denn?"
Ich hielt die Luft an als er die Strähne, die auf meine Wimpern fiel, aus meinem Gesicht schaffte. "Das mehrjährige Leben und die Unsterblichkeit."
Und da war es schon wieder. Sein gedanklicher Mittelpunkt führte am Ende immer auf das Selbe zu. Leben, Götter und Mythologie.
Und ich durfte nicht vergessen, wieso ich hier war. Ich wollte alles verstehen.
"Das ist eine schöne Assoziation." Ich hob den Kopf und sah, dass er mich die ganze Zeit schon anschaute. Allein diese Tatsache brachte mich aus dem Konzept und machte mich taub, weil er nie aufhörte mich anzublinzeln. Die Blume fiel aus meiner Hand, weil ich zitterte.
"Oh" ,ich kniete mich sofort, um sie aufzuheben. Jimin hatte das selbe getan als wir in Augenhöhe waren. Ich nahm eine Kälte wahr, doch konnte noch nicht klar denken und wusste nicht, wodurch sie entstand. Meine Hand auf der Blume, seine Hand auf meine und seine Augen..
Meine Jacke war runter gefallen, was bedeutete, dass sie nicht mehr den oberen Teil des Kleids bedeckte. Wenn man es offen und ehrlich sagen müsste, starrte Jimin gerade auf meine Brüste.
"Möchtest du etwas Sekt haben?"
Ohne auf seine Antwort zu warten, rannte ich wie Sonic von der Stelle, zusammen mit der Blume in der Hand. Ich wusste nicht, was er hinter mir machte, ob er mich auslachte oder einfach komisch anschaute. Um ehrlich zu sein, wollte ich es nicht wissen. Ich hörte seine leisen Schritte auf dem Rasen und konnte wirklich die ausgestrahlte Wärme seines Körpers an meinem spüren.
Feuchte weiche Lippen trafen meinen nackten Rücken. Ich verschluckte mich fast an meiner eigenen Spucke. Die Stelle des Kusses brennte und ich wollte, dass er es wieder tat. Aber er legte nur meine Jacke auf meine Schultern.
Ich ignorierte den Kuss und drehte den Deckel bis er locker wurde und ich etwas einschütten konnte. Aber dann bemerkte ich, dass uns Gläser fehlten. Ich drehte mich um. „Kannst du-"
Jimin nickte schon und lief zur Tür, durch die ich gekommen war. Nach meinen Berechnungen nach würde es ihn mindestens drei bis vier Minuten brauchen, in die Küche hin und zurück. Doch dieser Mensch kam schon zehn Sekunden später wieder, mit zwei Gläsern und einer anderen Flasche in den Händen.
Wie..?
"Ich bevorzuge lieber Rotwein" ,sagte er in einem lieben Ton und tat die Gläser und den Alkohol auf den kleinen Gartentisch.
"Oh. Okay." Ich wollte gerade sein Glas füllen, da nahm er den Wein selbst in die Hand. "Ich mach das schon, setz du dich" ,seine Augen wurden immer kleiner, je mehr er lächelte.
Ich nickte bevor ich mich auf den gemütlichen Liegestuhl aus Holz setzte- wohl eher auf den ich mich hin legte. Ich schloss meine Augen und genoss die angenehme Stille und Wärme in dem Ort. Wie konnte hinter der Holztür, so viel hinter stecken? Dass sie überhaupt nach Draußen führte, war überraschend genug. Hatte ich mir die Musik nur eingebildet? Oder gab es hier versteckte Boxen?
"Hast du bevor ich kam zufällig Musik gehört?"
Jimin hob seine Braue als er mir mein gefülltes Glas gab. "Nein" ,sagte er nur bevor er sich auf den Sitz neben mir setzte. Er nahm sofort einen Schluck von der dunkelroten Substanz, die seine Lippen wie ein Lippenstift verfärbten. Er fragte nicht Mal, wieso ich so etwas gefragt hatte?!
"Wo sind alle anderen?" Ich tat so als wüsste ich von Nichts.
"Jungkook und Yoongi Hyung feiern heute zusammen und was Tae und Jin Hyung machen, weiß ich um ehrlich zu sein nicht."
Ich nahm einen Schluck von meinem Sekt, "Und RM und J-Hope?"
Jimins Knöchel färbten zu weiß, sein Griff am Glas jetzt fester. "Hoseok Hyung bleibt seit paar Monaten bei Namjoon Hyung."
Seit wie vielen Monaten? Und wieso?
"Ah, sie sind also wie du und Jungkook, weil sie sich so gut verstehen."
Jimins Blick erinnerte mich zum ersten Mal an den eines Welpens. Der Mann, der sonst immer so einschüchternd und gefährlich aussah, war jetzt so zerbrechlich wie das Glas in seiner Hand. "Ich wünschte, es wäre deshalb."
Ich sagte nichts, weil ich das Gefühl hatte, dass er direkt weiter reden würde.
"Ich meine, sie verstehen sich natürlich gut, aber er bleibt nicht deshalb mit ihm."
Ich tastete den Glasrand mit meinem Zeigefinger. "Aber.. es geht ihnen gut oder?"
Jimin nahm einen weiteren Schluck, sein Kopf leicht nach hinten gebeugt. "Hoseok Hyung kann's gar nicht mehr abwarten dich zu sehen." Er hatte meine Frage komplett ignoriert.
"Mich?" ,ich legte meine Hand auf die Brust. Weder konnte ich verstehen, wieso er von mir erzählt hatte noch wieso mich J-Hope sehen wollte.
Er legte sein leeres Glas auf den Tisch zwischen uns. Dann positionierte er sich auf der Liege so, sodass er seitlich lag und mich perfekt beobachten konnte. "Hmm" ,nickte er.
Bei Gott, rede doch weiter, klär mich auf!
"Wieso hast du ihm von mir erzählt? Wegen des Gemäldes?"
Er verzog seine dicht wirkenden Brauen. "Ich frag mich, wie man denn nicht von dir erzählen kann? Du bist mehr als nur eine bezahlte Künstlerin für mich."
Abbruch! Abbruch! Mission hier abbrechen Diona!
Ich ignorierte den Fakt, dass mir ganz heiß wurde, und setzte mich bei dem Wort 'bezahlte' auf. Ich kramte die Box aus meiner Handtasche und gab sie ihm ungeöffnet.
"Was ist das?"
"Jungkooks ein Tausend Dollar. Ich hätte es auch ohne so viel oder überhaupt irgendwas dafür zu bekommen getan. Aber.. da ich ihm jetzt schon zwei Mal gesagt habe, dass ich es nicht vollenden möchte, hat das Geld nichts mehr bei mir zu suchen."
Er sah von der Box zu mir rüber. "Stimmt das denn wirklich?"
"Was?"
"Dass du es nicht vollenden möchtest."
Ich wollte gerade durch meine Haare gehen, eine Angewohnheit meinerseits, wenn ich nervös war, doch erinnerte mich, dass ich einen Zopf trug. "Nein, das stimmt nicht. Ich denke, ich habe nur meine Wut an Jungkook ausgelassen. Und weil das Gemälde der Grund war, wieso ich hier hin kam, wollte ich abbrechen."
"Damit du nicht mehr hier hin kommen musst.."
"Ich-"
"Aber du bist wieder hier, bei mir."
Er stand langsam auf, steckte die Box wieder in meine Tasche, seine linke Hand dann auf der Lehne neben meinem Kopf. Die andere auf meiner anderen Seite. Er schwebte über mir und blinzelte mich durch seine langen Wimpern an. "Wegen der Geschichte" ,schluckte ich laut und sah weg.
"Sicher nur deshalb, meine Schöne?"
"Wieso sonst?"
Er sah mich schockiert an, weil ich so geredet hatte. Ich sag's doch. Ich war sonst nie so. Ich wusste wie man mit solchen Typen redete, doch Jimin war einfach nicht einer von solchen. Es fiel mir schwer, cool zu bleiben.
"Vielleicht.." ,seine kleine Nase berührte für eine Sekunde mein Schlüsselbein, "weil du mich auch vermisst hast?"
Auch?
Er nahm einen tiefen Atemzug als würde er ohne meinen Duft nicht überleben können. "Denn ich habe dich und deinen Duft unbeschreiblich sehr vermisst."
Stop, Stop, Stop.
"Aber heute rieche ich noch etwas anderes auf? Ist es vielleicht der Honig?"
Und wieder ein Mal, leckte ich über meine Lippen. "Hmm, Waldhonig hat ein starkes Aroma."
Nachdem mein Satz zu Ende war, sah er von meinen Lippen wieder hoch in meine Augen. Mit seinem Zeigefinger, strich er über meine Unterlippe, die unter seiner Berührung pochte. "Es würde mir besser gefallen, wenn sie nach Rotwein schmecken würden."
Jimin war gleich Rotwein, Rotwein war gleich Jimins Lippen.
"Du kannst dir nicht vorstellen, wie lange ich mich schon nach deinen Lippen sehne, Diona."
Sehne? Hatte ich was verpasst?!
"Aber man hat nur Sehnsucht nach etwas, was man schon Mal hatte. Du hast mich noch nie geküsst."
Diona was tust du da?
In meinem Kopf spielte gerade Dionysus auf höchster Lautstärke, was meinen momentanen Zustand am besten beschreiben konnte.
"Doch, meine göttliche Schönheit, das habe ich."