Forest Spirit

By LeseMate

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Cover Credits gehen an @Beyond_Borderland ! Danke für dieses fantastische Cover! ☪ Elian, der verfluchte Wald... More

Cover
Englische Version
Playlist
Chapter - 1
Chapter - 2
Chapter - 3
Chapter - 4
Chapter - 5
Chapter - 6
Chapter - 7
Chapter - 8
Chapter - 9
Chapter - 10
Chapter - 11
Chapter - 12
Chapter - 13
Chapter - 14
Chapter - 16
Chapter - 17
Chapter - 18
Chapter - 19
Chapter - 20
Chapter - 21
Chapter - 22
Chapter - 23
Chapter - 24
Chapter - 25
Chapter - 26
Chapter - 27
Chapter - 28
Chapter - 29
Chapter - 30
Chapter - 31
Chapter - 32
Chapter - 33
Chapter - 34
Chapter - 35
Chapter - 36
Chapter - 37
Chapter - 38
Chapter - 39
Chapter - 40
Chapter - 41
Chapter - 42
Chapter - 43
Chapter - 44
Chapter - 45
Chapter - 46
Chapter - 47
Chapter - 48
Chapter - 49
Chapter - 50
Chapter - 51
Epilog

Chapter - 15

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By LeseMate

Elian

»Elian«, weinte sie. »Mein wunderschöner Elian!«

Ihre Tränen durchnässten meine Schulter. Unkontrolliert rieb sie ihre Arme über meinen Rücken, durch meine Haare, meine Arme rauf und runter. Erst als sie glaubte, die richtige Position gefunden zu haben, krallte sie ihre Finger schluchzend in meinen Rücken.

Sanft drückte ich sie näher an mich, obwohl bereits kein Blatt mehr zwischen uns passte und vergrub meine Nase in ihr weiches Haar. Tränen sickerten aus meinen Augen als ich ihren familiären Duft einatmete.

Die wohl duftende Frühlingswiese, die mich sogleich in meine Kindheit zurückversetzte. Ich erinnerte mich daran, wie sie mit mir unter einem Baum gelegen hatte, um mir Geschichten zu erzählen und ich war zu ihrer Stimme und ihrem lieblichen Duft eingeschlafen.

Ich hatte sie so sehr vermisst.

»Mama...«, hauchte ich erleichtert. Fühlte diesen unendlich schweren Stein von meinem Herzen fallen und schmolz. Ich heilte etwas in mir, das eine stinkende und verrottende Wunde gewesen war.

Tief inhalierte ich ihren Duft erneut. Er umarmte meine Sinne und hieß mich willkommen. Ich war Zuhause. Endlich — nach so vielen Jahren.

Schniefend löste sie ihren Klammergriff, jedoch verschwand sie nicht aus meinen Armen. Sie presste ihre Hände an meine Wangen und musterte eingehend jeden Fleck in meinem Gesicht. Sie suchte nach Anzeichen, dass das alles nur ein grausamer Traum war. Doch es war weder ein Traum, noch ein Albtraum.

Ein klägliches Wimmern entkam ihren Lippen, als sie realisierte, dass ich wirklich vor ihr stand. »Mein Sohn«, wimmerte sie bebend. »Wo warst du nur all die Jahre?« Mehr und mehr Tränen löste sich aus ihren Augenwinkeln.

Zärtlich schenkte ich ihr ein Lächeln, während ich ihr mit zitternden Fingern jede einzelne Träne wegwischte. »Das ist eine sehr lange Geschichte... Es ist so unendlich viel geschehen.«

Sie zog meinen Kopf zu sich runter und presste ihre Stirn an meine, ehe sie ihre Handflächen an meinen drückte und wir sie auf Schulterhöhe hoch hielten. Es war eine Begrüßung, die Vater und sie damals immer gemacht hatten, wenn er aus einer Schlacht zurückkehrte. Eine intime Begrüßung, aus Angst, Dankbarkeit und so viel mehr.

»Wir dachten, du seist tot.«

Ihre Worte klangen anklagend und gebrochen. Das Entsetzen über den Anblick, den sie damals beobachtet hatten, hatte sie bis heute nicht verlassen.

Sachte löste sie ihre Stirn von meiner und ließ ihre Arme fallen.

»Du wurdest von all ihren Waffen durchbohrt und... dein Kopf.« Sie strich mir über Kehle. Über die wulstige ringförmige Narbe, die nach der Rückkehr meiner Erinnerungen erschienen war.

»Überall war dein Blut. Und die Waffen. Sie mussten dein Herz beschädigt haben. Das... Das konnte nur dein Tod sein. Du hättest tot sein müssen, Elian.« Verzweifelt kniff sie ihre Augen zu. Erneut flossen Tränen über ihre rosigen Wangen.

»Das war alles meine Schuld. Frieden, wie naiv war ich zu denken, wir könnten Frieden schließen? Ich hätte mir denken können, dass wir in einen Hinterhalt gelockt werden. Ich hätte mehr Verstärkung mitnehmen sollen. Du wärst nie getötet worden. Melchior wäre nie so schwer verletzt worden. Und du...« Sie runzelten ihre Stirn. »Du bist nicht tot. Wo warst du nur all die Jahre, Elian? Hat dich jemand gerettet? Aber wie? Wir sahen doch, wie sie dir deinen Kopf—«

Erschöpfung zerrte an meinen Gliedern und meine Seele. Trotzdem zwang ich mich zu einem Lächeln. Wollte für meine Mutter stark sein. Eigentlich müsste ich mich nie zwingen, zu Silvan zu sehen, doch in diesem Moment kostete es mich alles an Energie, das ich aufbringen konnte.

Ich drehte meinen Kopf zu ihm und meine Mutter folgte meinem Blick.

Er sah mir meinen Kampf an. Silvan sah, wie sehr ich ihr alles erzählen wollte, genauso wie ihm. Aber ich war so müde. So furchtbar müde. Seine Augen wurden weich für mich. Sein stummer Beistand war alles, was ich brauchte.

»Mutter, das ist Silvan.«

Sie runzelte verwirrt ihre Stirn. Deutlich sah ich die Rädchen in ihrem Kopf, die herausfinden wollten, was er mit all dem zu tun hatte.

Diesmal schmunzelte ich ehrlich. »Mein Gefährte.«

Vor Überraschung weiteten sich ihre Augen. »Dein Gefährte«, wiederholte sie atemlos. Sie wusste wie ich von unseren Legenden.

»Ist er der Grund, wieso du nicht zurück gekommen bist? War er derjenige, der deine Wunden versorgte? Aber wie wäre das möglich? Er ist ein Mensch, nein, ein Wolf. Halb Mensch und halb Wolf. Sein Blut ist nicht unsterblich. Er kann nicht derjenige gewesen sein, der dich rettete. Vielleicht seine Blutlinie? Standest du in ihrer Schuld? Aber dann hättest du uns ein Zeichen zukommen lassen können.«

Verneinend schüttelte ich meinen Kopf. Ihre Theorien waren nicht richtig. Nicht mal Ansatzweise. Auch wenn seine Blutlinie mich gerettet hatte, so hatte ich nie in ihrer Schuld gestanden. Nicht so. Ich war freiwillig bei Harper geblieben.

»Ich stand nicht so in ihrer Schuld, auch wenn ich es wahrscheinlich immer noch bin. Harper, seine Mutter, rettete mich zwar auf eine Weise, die du dir zu deinem eigenen Wohl noch nicht vorstellen solltest. Aber sie hat mich nie gezwungen dort zu bleiben. Es... gab einen anderen Grund. Aber ich glaube, es wäre besser, wenn ich meine Geschichte mit allen teile.«

Ihre Augen weiteten sich. »Natürlich. Wie konnte ich das nur vergessen.« Sie wandte sie an die Ritter. »Lady Dakota, geht und holt Casjopaia, Amarylia, Athanasia und Escolastica. Sie werden sich momentan noch ihren Magie Studien unterziehen.«

Dann richtete sie sich an Seth. »Sir Seth, ich muss euch um einen längeren Weg bitten oder holt andere Ritter zur Hilfe. Balthasar müsste noch im Garten sein. Chouett wird in ihren Gemächern zu finden sein. Klaudius muss gesucht werden... Er treibt sich bestimmt schon wieder ohne Erlaubnis außerhalb des Palastes herum«, sagte sie.

»Bringt sie in das Besprechungszimmer neben dem Thronsaal. Oh, und sagt ihnen zur Sicherheit noch nichts von ihrem auferstandenen Bruder.« Die beiden Ritter verneigten sich sofort und verschwanden aus dem Saal.

»Kain, hole du Melchior, Gloria und Phantenois. Sie sind auf dem Trainingsgelände.«

»Ja, Euer Majestät«, sagte Kain und verneigte sich, ehe er mit einem letzten Blick zu mir verschwand.

Mutter wandte sich wieder mir zu und musterte mich. Sie saugte jeden Winkel auf. Jede Veränderung. Jede noch so kleine Kleinigkeit. Jede Information.

»Du hast markantere Züge bekommen, mein Sohn. Du ähnelst deinem Vater immer mehr. Dein Blick ähnelt seinem auch immer mehr. Ich weiß noch nicht, ob ich darüber glücklich sein sollte. Sein Blick wirkte immer, als hätte er zu viel Leid in dieser Welt gesehen.«

Zitternd strich sie mir über meine Wange. Sie wirkte reumütig. Als wäre das alles ihre Schuld. Nichts davon war ihre Schuld. Nicht einmal der Wunsch nach Frieden, der mich den Klauen der Dämonen ausgeliefert hatte.

»Obwohl ich früher deine weichen und etwas kindlichen Züge so sehr geliebt habe. Jetzt wirkt es, als wärst du aus einem langen Krieg zurückgekehrt.«

Sie hatte mit ihren Worten Recht und erneut wünschte ich mir, dass meine Erinnerungen einfach wieder verschwinden würden.

Bevor sie zurückgekommen waren, trotz des beklemmenden Gefühls mich jeder Zeit verwandeln zu können, hatte ich meine Zeit sorglos nutzen können. Doch nun erstickte ich an dem Gefühl. Die Gefahr lauerte zu nahe an der Oberfläche und es kostete mich alles, sie dort zu behalten.

Vielleicht war auch die Folter Schuld, die ich erst vor wenigen Stunden in Erinnerungen erlebt hatte. Ja, das war es. Das war es definitiv der Grund.

Denn ich fühlte den Schmerz noch jetzt wie stechende Hornissen auf meiner Haut. Ich fühlte Pein. Überall an und in meinem Körper. In meiner Brust, an meinem Herzen, an meiner Kehle, an allen Gliedmaßen, in meinem Kopf und an so vielen Stellen, dass mein ganzer Körper in Flammen zu stehen schien.

Aber das war es nicht allein. Ich fühlte Reue. Nicht für die Dinge, die ich den Dämonen angetan hatte. Sie hatten es verdient gehabt, wie ich sie mit Klauen und Zähnen zerfetzte. Selbst wenn ein Teil in mir sagte, dass es falsch war. Und genau diesen Teil bereute ich. Denn ich hatte etwas in mir durch die Morde verloren. Durch die Morde und meine Verwandlung, die nicht nur Dämonen in den Tod geführt hatte, sondern auch ganze Wälder.

»Dein Name war Silvan, richtig?«

Ich kehrte ins hier und jetzt zurück und sah zwischen meiner Mutter und meinem Gefährten her. Er sah unsicher zu mir, eher er sanft lächelte. Wahrscheinlich wollte er uns Zeit für uns geben und nicht die Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Silvan sah sogar etwas so aus, als wollte er gehen, um uns Zweisamkeit zu schenken. Nur der Gedanke ohne ihn zu sein, ließ jedes Haar auf meinem Körper aufstehen. Er musste hier bleiben, denn ohne ihn würde ich es nicht schaffen, an meiner Rationalität festzuhalten. Die Verwandlung war noch zu nahe und sie schwächte mich unfassbar stark. Mehr als ich mir ansehen ließ.

»Ja, Euer Majestät«, antwortete er angespannt.

»Ach, nenn mich doch Sapientia oder direkt Mutter. Du bist immerhin der Gefährte meines Sohns und bereits ein Teil unserer Familie.«

Zögernd sah er zu mir und als ich aufmunternd nickte, lächelte er meine Mutter an. »Dann, ja, Silvan ist mein Name, Sapientia. Silvan Silver.«

»Es freut mich dich kennenzulernen, Silvan.« Sie ergriff seine Hände. »Ich hoffe doch, dass du gut zu Elian bist. Er ist zwar ein zukünftiger König und mit seiner Hirschgestalt, das mächtigste Geisterwesen, das existiert, aber eigentlich war er schon immer ein ganz zarter Mann. Wie sagt man noch gleich? Harte Schale weicher Kern.«

Silvan lachte. Jedoch bemerkte ich, dass er ziemlich überrascht war zu hören, wie mächtig ich war, obwohl er noch nicht mal im Ansatz wusste, wie mächtig ich wirklich war. Er wusste ja bloß, dass ich das mächtigste Wesen der Geister war, nicht, wie genau meine Macht aussah und in welchen Ausmaß sie sich zeigen konnte.

»Du weißt gar nicht, wie weich er sein kann, Sapientia.«

Ich bemerkte deutlich, dass es ihm noch unangenehm war, meine Mutter zu duzen und sie beim Namen zu nennen. Es würde ihn auch eine Weile kosten bis er sich ganz daran gewöhnt hatte.

Kain hatte sie früher auch erlaubt sie beim Namen zu nennen, jedoch hatte er das nur sehr selten getan, weil er es aus Respekt und als Waldgeist einfach nicht konnte. Sein Geistertier spürte, dass meine Mutter mächtiger war.

Bei ihm und mir wäre es im Normalfall genauso, aber wir waren zusammen aufgewachsen und obwohl er meine Macht spürte, zögerte er nicht seine Stimme gegen mich zu erheben. Er war zu mir einfach ein Arsch. Aber Kain hatte sein Herz am richtigen Fleck sitzen. Nicht umsonst war er mein bester Freund.

»Wie alt bist du nun, Silvan?«

»Achtzehn Jahre alt. Seit meinem Geburtstag sind erst ein paar Wochen vergangen.«

»Noch so jung«, sagte sie überrascht. »Ich wusste zwar, dass Menschen nicht sehr alt werden, aber ich hatte nicht gedacht, dass so ein großer Altersunterschied zwischen euch herrscht.«

Silvan sah zu mir und ich rollte mit meinen Augen. Sein stummes »Pädophiler« ignorierte ich geflissentlich.

»Du musst auch ein starker Wolf sein, oder? Ich hatte noch nicht die Chance, viele deiner Art anzutreffen, aber von den wenigen, bist du bedeutend der Stärkste.«

Sie legte ihren Kopf schief und starrte ihn an, als müsste sie ein Geheimnis lösten. Silvan musste sich deutlich ein Schmunzeln verkneifen.

»Er ist ein Alpha. Wenn seine Eltern zurücktreten, übernimmt er die Führung seines Rudels«, half ich aus.

Überrascht weiteten sich ihre Augen. »Also ist er ein König.«

Lachend schüttelte ich meinen Kopf. »Wenn wir mit dem Vergleich gehen, wäre er noch ein Prinz. Aber richtig blaublütig ist er jetzt auch nicht.«

»Wir Wölfe haben eine königliche Familie«, sagte Silvan. »Sie sind sozusagen die obersten Anführer und stehen über allen Wölfen. Meine Eltern sind Alpha und Luna unseres Rudels, dennoch unterstehen sie dem König und der Königin. Wenn man es aber so besser verstehen kann, dann bin ich mehr oder weniger ein Prinz.«

Interessiert nickte meine Mutter. Das Prinzip schien sie aber noch zu verwirren. Sicherlich würde sie in ihrer freien Zeit nach allen möglichen Schriften suchen, die ihr dazu alles erklärten.

»Und was ist eine solche Luna? Wenn ich das richtig verstehe, dann führt diese Luna auch das Rudel«, sagte meine Mutter.

»Meine Mutter ist die momentane Luna und auch die Gefährtin meines Vaters. Die Luna ist immer das Gegenstück vom Alpha. In dem Sinne ist mein Vater ein König und meine Mutter eine Königin. Man könnte also sagen, dass Elian meine Luna ist.«

Nun sahen beide zu mir. Silvan strahlend, meine Mutter überrascht.

»Elians Vater war auch ein Wolf, aber kein Wolf wie du. Trotzdem kenne ich diese Sitten nicht, dass es einen Alpha und eine Luna gibt. Bei uns haben wir einen Clanführer«, sagte sie noch verwirrt.

»Es wäre wirklich interessant sich mehr darüber auszutauschen. Es interessiert mich wirklich brennend, wie Wölfe als Waldgeister agieren.«

Meine Mutter nickte enthusiastisch. »Auf jeden Fall.«

Silvan räusperte sich. »Du hast vorhin nach meinem Alter gefragt. Wäre es in Ordnung, wenn ich die Frage erwidern dürfte? Von Elian habe ich nämlich auch gerade erst erfahren, wie alt er wirklich ist. Und wenn er bereits so alt ist, macht es mich unheimlich neugierig wie alt die Königin ist. Aber nur, wenn ich wirklich fragen darf.«

Leicht lachte meine Mutter, bevor sie verschmitzt zu grinsen begann. »Eine Dame nach ihrem Alter zu fragen, gehört sich zwar nicht. Aber gut. Nur weil du es bist und du ein so charmanter junger Mann bist.«

Wenn ich mich nicht täuschte wurden Silvans Wangen leicht rot. Da könnte er sich auf etwas gefasst machen. Ich würde nicht zögern und es Lukas erzählen, der ihn dann damit aufziehen würde, dass er rot geworden war, als meine Mutter ihm Komplimente gemacht hatte. Zurio hatte bestimmt auch den Spaß seines Lebens, wenn ich ihm davon erzählte.

»Ich bin 446.686 Jahre alt.«

Mit riesigen Kulleraugen blickte er meine Mutter ungläubig an. Er öffnete seinen Mund und schloss ihn wieder, ehe er zu mir sah. Sein Blick fragte deutlich, ob sie log oder ihn aus Spaß aufzog. Das tat sie nicht.

Amüsiert zuckte ich mit meinen Schultern.

»Ich möchte unbedingt deine Eltern kennenlernen, Silvan. Ihr müsst sie beide auch herbringen. Vor allem möchte ich deine Mutter treffen und ihr danken, dass sie Elian gerettet hat.«

Nun zeichnete sich Verunsicherung auf Silvans Gesicht ab. Er sah zu mir.

»Wir werden darüber nachdenken müssen. Oder besser gesagt, es mit den beiden absprechen müssen. Harper und Lukas werden nämlich schlechter gehen können. Es spricht gegen ihre Natur, ihr Rudel schutzlos zurückzulassen«, schritt ich ein.

»Natürlich«, erwiderte meine Mutter gelassen.

Die Türen gingen auf und Kain trat ein. »Majestät, die Prinzen und Prinzessinnen sind anwesend. Es fehlt nur noch Prinz Klaudius. Seth befindet sich jedoch schon auf dem Rückweg mit ihm, wie mir berichtet wurde.«

Wie aufs Stichwort hörte man draußen das Horn. »Das scheint er zu sein«, murmelte meine Mutter. »Kain, empfange doch Klaudius und bringe ihn dann zu seinen Geschwistern.«

»Wie Ihr befiehlt, meine Königin.« Er verbeugte sich und verschwand dann wieder aus dem Thronsaal.

Wir sahen ihm einige Minuten schweigend hinterher, bevor ich wagte meinen Mund zu öffnen. »Wie sehr hat mein Tod sie verändert?«

»Sehr, Elian.« Sie sah zu mir auf.

Bedauern breitete sich in mir aus.

»Escolastica hat sich vielleicht am wenigsten verändert, weil sie noch so jung war. Doch auch an ihr bemerkt man Spuren. Sie hat durch deinen Tod ihre Vaterfigur verloren — ihren großen Bruder. Sie alle haben ihren Vater und Bruder verloren. Für sie gab es nie einen Ersatz für dich. Es war für uns alle schwer und ist es noch, wärst du nun nicht zurückgekehrt.«

Die Türen öffneten sich erneut. »Euer Majestät, sie sind nun alle anwesend.«

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