Schönen Sonntag!
„So heute werde ich euch zeigen was ein Ende ist.“
„Hut, du kannst doch eine Begrüßung nicht damit beginnen den Lesern zu sagen dass das Ende der Geschichte gut ist.“
„Warum nicht?“
„Weil du dich damit selbst unter Druck setzt, außerdem klingt es fast so als wäre der Rest Müll.“
„Wie bitte?!“
„Hey, jetzt verzieh nicht die Krempe ich habe nur gesagt wie deine Worte wirken nicht das es wirklich so ist.“
„Okay, also gut. Dann mache ich es anders: Diese Geschichte ist unglaublich gut. Ihr werdet sehen das auch ein alter Stofffetzen ein Romantiker sein kann.“
„Jetzt hast du es geschafft.“
„Was denn?“
„Mich neugierig zu machen und den Lesern geht es bestimmt auch so.“
„Hehe, wie bei meinen Liedern da ist den Schülern auch nie langweilig geworden.“
„Dann las mal hören.“
„Schon dabei, wir beide wünschen:
Viel Spaß.“
Bis der Kreis sich schließt
Albus rieb sich verzweifelt die Schläfen. Hatte er in den letzten Wochen und Monaten eigentlich mal damit aufgehört? Es kam ihm mittlerweile so vor als wären seine Finger an seinem Kopf festgewachsen. Bei einem verstohlenen Blick durch sein Büro stellte er fest dass es den Bildern nicht besser ging. Selbst Fawkes und der sprechende Hut schienen resigniert zu haben.
„Direktor, hören Sie mir überhaupt noch zu?“, zischte da auch schon der wandelnde Kopfschmerz.
„Nein, Severus, ich habe irgendwann in den letzten Tagen abgeschaltet und mir selbst Kinderlieder vorgesungen. Das ist wesentlich produktiver als dir beim Jammern zuzuhören.“
„Ich finde Ihre Witze überhaupt nicht komisch.“
Genervt nahm der Schulleiter nun seine Hände von den Schläfen und starrte seinen Lehrer finster an.
„Was vermutlich daran liegt das ich keinen Witz gemacht habe. Severus, du regst mich schon seit Schulanfang mit diesem Thema auf. Nein, sogar schon lange vorher, langsam reicht es mir. Wenn es nicht jeden Tag etwas anderes zu essen geben würde hätte ich mittlerweile den Verdacht ich würde mich in einer Endlosschleife befinden. ‚Und täglich grüßt das Frettchen’, oder so.“
„Murmeltier“, knurrte Severus.
„Dann eben eine Bergmaus. Wen interessiert es? Mich nicht, die Bilder nicht, und auch sonst keinen. Selbst Fawkes sehnt seinen Brandtag schon herbei, alles nur weil seine Ohren dann die ersten Tage nicht funktionieren. Warum begreifst du nicht endlich dass der Krieg vorbei ist?“
„Das hat absolut nichts mit dem Krieg zu tun.“
„Und warum kämpfst du dann immer noch?“, wollte der Schulleiter wissen.
„Weil mir dieses Balg keine andere Wahl lässt.“
„Harry, sein Name ist Harry. Und wehe du fängst jetzt wieder damit an ihn mit seinen Eltern zu vergleichen. Er ist weder der eine noch die andere, ich kann es nicht mehr hören. Zuerst regst du dich jahrelang darüber auf das er so arrogant wie James ist und dann, als du endlich begreifst dass dem nicht so ist, ist er plötzlich Lily die dir gegen den Strich geht. Ein Satz der allein schon für Kopfschmerzen sorgt. Könntest du dich vielleicht mal entschieden?“
„Wie sollte ich? Er ist wie Lily unfähig ohne fremde Hilfe zu überleben“, warf Severus ein.
„Tatsächlich? In den letzten Jahren ist ihm das allerdings sehr gut gelungen. Er hat es nicht nur geschafft Tom dahin zu schicken wohin er gehört er hat auch noch seinen Paten dazu gebracht eine Therapie zu machen. Und nicht nur den wenn ich dich erinnern darf. So etwas hätte Lily nie fertig gebracht.“
„Aber zusammen mit James hätte sie es geschafft. Außerdem sind die jetzt alle noch unerträglicher. Der Therapeut gehört verklagt. Ich bleibe dabei, du musst etwas unternehmen.“
„Merlin hilf, warum sollte ich denn bitte eingreifen? Ist es dir etwa zu friedlich seit du nicht mehr dein Leben aufs Spiel setzen musst? Wenn ja dann kann ich mich gerne mit dir duellieren.“
„Reden Sie keinen Schwachsinn. Sie haben mir wirklich nicht zugehört, ich will dass Potter gestoppt wird. Mir geht seine Art dermaßen auf den Wecker das ich kurz davor bin mich selbst zu avadan.“
„Geht es vielleicht noch idiotischer?“, maulte Albus.
„Das ist nicht idiotisch, ich kann den Knilch einfach nicht mehr ertragen.“
„Was du nicht sagst, das hätte ich jetzt doch tatsächlich nicht bemerkt. Hast du nicht gesagt er wäre nicht mehr arrogant?“
„Dafür geht er mir jetzt mit seiner Weltverbesserei auf den Geist. Außerdem gibt es noch andere Möglichkeiten jemanden auf den Wecker zu fallen. Und er kennt sie alle, wie ich diesen kleinen Angeber hasse.“
„Jaja, das hast du in den letzten Wochen bereits mehrfach gesagt. Aber was dein eigentliches Problem ist das weiß ich immer noch nicht. Würdest du dich bitte einmal klar ausdrücken? Du bist schlimmer als jede Frau. Ja, ich weiß, ich bediene gerade Klischees.“
„Gut, wie Sie wollen. Ich verlange von Ihnen Ihr Angebot ihm gegenüber zurückzuziehen.“
„Bitte?“
„Sie haben mich schon verstanden, ich will nicht dass er je Lehrer wird. Schon gar nicht hier. Er wird ganze Generationen mit seinem Leichtsinn anstecken und dadurch verderben. Soll er von mir aus Auror werden.“
„Das will er aber nicht mehr, er möchte in Zukunft Schüler unterrichten. Ich weiß gar nicht worüber du dich so aufregst, er übernimmt ja nicht mal Verteidigung sondern wird ‚Alte und alternative Magie’ unterrichten. Was kann er da denn bitte falsch machen?“
„Alles!“
„Du magst ihn immer noch nicht“, stellte Albus resigniert fest.
„Was hat das denn damit zu tun? Nein, ich mag ihn nicht weil er ein Trottel ist und in den letzten Jahren von zwei Trotteln erzogen wurde. Außerdem hat er Null Talent für Tränke und ich weiß immer noch nicht was er in meinem Kurs zu suchen hat? Dämlicher Slughorn, ich hätte diese Eiterbeule nie in meinen Fortgeschrittenenkurs gelassen. Aber der alte Idiot muss ja Berühmtheiten sammeln. Und was haben wir jetzt davon? Nichts, Potter wird durch die Prüfung rasseln, das verspreche ich Ihnen. Da käme ja Longottem noch eher durch.“
Albus hätte fast gelacht denn er selbst wusste natürlich warum der junge Zauberer nach wie vor so schlecht in Zaubertränke war. Aber das würde er Severus nie sagen können. Wobei, musste er das überhaupt? Nein, es gab auch noch eine andere Möglichkeit um Severus endlich die Augen zu öffnen. Warum war er da nicht schon früher draufgekommen?
‚Albus du bist wieder einmal genial.’
„Severus, meine Entscheidung steht, ich werde Harry die Stelle geben.“
„Und das sagen Sie ihm einfach so zu, Monate vor den Abschlussprüfungen? Ich sehe schon, für den großen Harry Potter werden wieder einmal die Regeln gebogen. Er wird sich auf die faule Haut legen und gar nichts mehr lernen. Warum sollte er auch? Er ist der große berühmte Harry Potter.“
„Nicht schon wieder!“, kam es im Chor von den Bildern.
„Ich kann mich den ehemaligen Direktoren nur anschließen, lass dir endlich mal einen neuen Spruch einfallen. Den jetzigen kann Fawkes mittlerweile singen und zwar immer in Moll.“
„Ich sage nur die Wahrheit.“
„Nein du bist seit Jahren voreingenommen. Ich habe eine kleine Aufgabe für dich, überlege dir mal wie hirnrissig du dich seit der Einschulung dieses Jungen verhältst. Und jetzt wäre ich dir sehr verbunden wenn du deine kindische Vendetta draußen fortsetzen würdest. Ob du es glaubst oder nicht, es gibt Leute die noch arbeiten müssen.“
„Sie werden noch an meine Worte denken, spätestens wenn der Bengel anfängt hier zu unterrichten lässt er alle nur noch nach seiner Pfeife tanzen.“
Der Direktor winkte nur ab und wartete bis sein übellauniger Lehrer die Tür hinter sich geschlossen hatte. Dann zog er seinen Zauberstab.
„Eine neue Sicht der Dinge du wohl brauchst,
nur dann dein Kopf vor Wut nicht mehr raucht.
Dein Bild wird sich verändern, ebenso deine Gestalt,
vertrau mir meine Worte haben Gehalt.
Der Zauber erst dann seine Wirkung verliert,
wenn der Kreis der euch verbindet geschlossen wird.
Sei für die nächste Zeit sein Begleitertier,
es wird sich lohnen, glaub es mir.“
Mit einem weitern Zauber vergewisserte sich Albus das alles so geklappt hatte wie geplant. Dann lehnte er sich grinsend in seinem Sessel zurück. Dass er sich gerade wie eine großohrige Figur aus einer berühmten Filmreihe angehört hatte störte ihn gar nicht. Das Ergebnis war wichtig.
„Es stimmt schon was man sagt: Je blöder der Spruch desto besser die Wirkung“, gab einer der Direktoren zum Besten.
„Sehr richtig, mein lieber Dominik, genau aus diesem Grund verwende ich sie auch so gern. Die Menschen denken immer ein Zauber muss die reine Poesie sein, Irrtum, er muss nur seinen Zweck erfüllen und das wird er.“
„Sicher?“, kam es skeptisch von Black.
„Ganz sicher. Ich habe an alles gedacht, das Band wird sich nur zwischen den beiden bilden, oder besser gesagt, es wird sich verstärken. Schließlich sind sie bereits verbunden. Auch wenn es dieser Esel noch immer nicht begriffen hat. Stur wie sonst was. Nun habe ich aber noch eine Bitte, sorgt dafür dass die Bilder mich auf dem Laufenden halten.“
Die Direktoren nickten und machten sich auf den Weg den anderen bescheid zu sagen.
Albus grinste einfach nur glücklich über seinen neuesten Plan und streichelte zufrieden über Fawkes Gefieder.
„Das wird lustig, mein lieber Freund.“
Severus stürmte durch die Gänge und verfluchte den Direktor aufs Heftigste. Oh, wenn er den in die Finger kriegen würde. Wie konnte der alte Zausel es nur wagen ihn in diese Gestalt zu zwingen? Was wollte er damit bezwecken? Er würde dem alten Idioten den Hals umdrehen. Aber das war noch gar nichts gegen das was er mit seinen derzeitigen Verfolgern anstellen würde. Severus Snape hatte immer gewusst das auf diese Schule hauptsächlich Idioten gingen aber nie hätte er sich träumen lassen das es auch bösartige Idioten waren.
‚Wartet nur bis ich meine normale Gestalt wieder habe. Ich sorge dafür dass eure Enkel noch nachsitzen müssen, und das wird kein leeres Versprechen. Wozu kenne ich mich mit schwarzmagischen Sprüchen aus? Verdammt, warum müssen diese Pfoten so schwerfällig sein? Sollte man auf vier Beinen nicht schneller sein als auf zwei?’
Schlitternd bog Severus um die nächste Ecke und konnte gerade noch bremsen ehe er voll in eine Wand geknallt wäre. Japsend drehte er sich um und blickte in die Gesichter von fünf Jugendlichen die alles andere als beruhigend auf ihn herabgrinsten. Jeder von ihnen hatte seinen Zauberstab auf den Lehrer gerichtet. Die Knilche kamen aus Ravenclaw und Slytherin, wie Severus nebenbei feststellen konnte. Aber weiter kam er in seinen Überlegungen nicht denn schon kamen die Zauber auf ihn zugerast. Und eines wusste er, er hatte Glück wenn er das überleben würde.
„Protego!“
Ein großer Schutzschild baute sich vor dem Tränkemeister auf und schleuderte die Flüche zurück zu den Absendern. Erleichtert ließ der Lehrer die Luft aus den Lungen entweichen und drehte seinen Kopf in die Richtung seines Retters.
‚Na klar, wer denn sonst?’
Severus wusste nicht ob er sauer oder doch erfreut sein sollte Potter zu sehen. In Anbetracht der Situation beschloss er nach kurzer Überlegung erleichtert zu sein.
Der junge Mann kam auf ihn zu und kniete sich hin.
„Na du? Haben diese Idioten dich erschreckt?“
‚Blöde Frage’, fauchte der Lehrer.
Harry schmunzelte.
„Ich werte das als ein Ja. Na komm, lass dich mal ansehen. Hoffentlich wurdest du nicht bereits getroffen, die Bilder haben mich erst vor einigen Minuten um Hilfe gebeten.“
Da Severus nichts anders übrig blieb ließ er sich von Potter hochheben und untersuchen. Zum Glück verwendete der Zauberer dafür seinen Stab.
„Einige Schrammen hast du abbekommen, diese Idioten, um die kümmere ich mich gleich. Ah du bist also ein Männchen.“
Severus wäre fast aus dem Fell gefahren als er die letzten Worte hörte. Hatte Potter wirklich die Unverfrorenheit besessen nachzusehen? Der Kerkermeister hatte allerdings keine Zeit dem Bengel zu sagen was er von dessen Frechheit hielt.
„Hey, Potter, was sollte das? Warum hast du uns angegriffen?“
Sofort verdüsterte sich der Gesichtsausdruck des jungen Helden und zwar so dass selbst Severus fast geschluckt hätte. Zornig drehte sich der Held zu den anderen Schülern um.
„Ihr Idioten habt eine Katze, Entschuldigung, einen Kater mit Flüchen quer durch das Schloss gejagt und besitzt die Stirn mich zu fragen warum ich mich eingemischt habe? Ihr habt gegen Schulregeln verstoßen und, was ich am Verwerflichsten finde ein wehrloses Tier gequält. Was dachtet ihr euch eigentlich dabei? Habt ihr überhaupt gedacht?“
‚Wohl eher nicht’, maunzte Severus, wobei ihn natürlich keiner verstand.
„Jetzt mach nicht so ein Drama draus“, maulte da auch schon ein Ravenclaw.
„Wie bitte?“
„Erwin hat recht, wir haben uns mit einem Zauber vergewissert das er kein Vertrauter ist. Also wird ihn auch niemand vermissen. Und nur damit du es weißt, die Zauber hätten ihn nicht umgebracht. Wir wollten nur ein bisschen üben. Bisher hatten wir noch keine Gelegenheit die Flüche auszuprobieren.“
„Ich kann euch sagen was passiert wäre wenn die Zauber geballt auf den Kleinen hier getroffen wären, er wäre jetzt ein toter Kater. Jeder Fluch für sich ist harmlos aber alle zusammen sind es nicht. Die hätten selbst einen erwachsenen Zauberer für mindestens drei Tage in die Krankenstation gebracht. Habt ihr Schwachköpfe euch denn nicht über die Wechselwirkungen informiert?“
„Äh“, kam es von dreien.
„Ach, was solls, dann wäre er eben abgekratzt, wie gesagt, er ist kein Vertrauter und somit hat er im Schloss ohnehin nichts zu suchen. Er ist bestimmt ein Streuner der niemandem fehlen würde.“
„Ihr findet Tierquälerei und Mord an einem unschuldigen Lebewesen also nicht schlimm? Wofür habe ich eigentlich Tom mitsamt Bellatrix durch den Schleier gejagt wenn auf der Welt eh nur Idioten herumrennen?“
‚Gute Frage.’
„Gib nicht so an, wir hätten den Irren auch ohne dich besiegen können.“
„Ach ja? Ihr hättet euch also gegen Voldemort gestellt?“
Allein bei der Erwähnung des Namens zuckten die Jugendlichen zusammen.
Harry warf einen Blick auf den Kater.
„Sind das nicht ganz tolle Helden? Sie haben den Mut zu fünft auf ein Tier loszugehen aber zittern vor einem Namen. Noch dazu vor so einem schlechten.“
‚Was haben Sie denn erwartet?’, hätte Severus gerne gekontert.
„Na gut, Potter, du hast uns gerettet und bist ein ganz toller Hecht. Jetzt zufrieden? Gut dann kannst du uns ja jetzt wieder mit dem Viech üben lassen. Wir versprechen auch ihn nicht zu killen wenn es dich beruhigt.“
Wenn es möglich war dann verfinsterte sich der Ausdruck von Harry noch weiter. Nun hatte er sogar Ähnlichkeit mit Severus selbst, stellte dieser fest. „Wisst ihr was? Ich kenne da auch einige Zaubersprüche die ich aber noch nie ausprobiert habe. Der Krieg war schon zu schnell vorbei da hatte ich keine Möglichkeit mehr sie anzuwenden. Aber jetzt habe ich ja fünf Versuchskaninchen die sich gerne zu Testzwecken bereit erklären“, drohend hob Harry seinen Zauberstab.
„Was? Nein, Potter, das kannst du nicht machen, das sagen wir Snape, außerdem ist es verboten in den Gängen zu zaubern.“
„Die Bilder haben mich hier hergeführt, also werden sie dem Professor bestimmt gerne sagen womit ihr euch eine Abreibung eingehandelt habt. Und was das Zaubern auf den Gängen betrifft.“
Harry hob den Zauberstab und öffnete eine Tür zu einem leerstehenden Raum, in diesen beförderte er die fünf Schüler. Selbst schlenderte er langsam hinterher und verschloss den Raum hinter sich.
„So jetzt sind wir nicht mehr in den Gängen“, meinte er.
„Dennoch, du darfst uns nichts tun, das ist nur eine herrenlose Katze und kein Vertrauter“, wimmerte es ihm entgegen.
Lächelnd blickte Harry auf den Kater in seinen Armen.
„Stimmt, du bist allein. Weißt du was? Ich wollte schon immer mal einen katzenhaften Vertrauten. Hedwig ist toll aber sie ist eine Eule, außerdem hat sie sich einen Gefährten gesucht und sitzt im Moment auf ihren Eiern. Sie hat mir erlaubt einen zusätzlichen Vertrauten zu suchen. Und ich denke ich werde dich nehmen. Du scheinst Schwierigkeiten genauso anzuziehen wie ich. Wir passen also gut zusammen, findest du nicht?“
‚Nein, finde ich nicht, wir haben nichts gemein, Potter! Und ich werde auch nie Ihr! Was, nein, das darf doch nicht wahr sein! Potter du Arsch!’
Erschrocken musste Severus mitansehen wie von Harry Potter ein magisches Band ausging das sich mit ihm verband. Dies bedeutete nichts anderes als das sein Schüler es ernst meinte, er wollte ihn tatsächlich als Vertrauten. Dieses Band bedeutete nichts anderes als das Potter von nun an bereit war den Kater vor allem und jedem zu beschützen. Als Gegenleistung würde der Kater bei ihm bleiben. Normalerweise fanden Tier und Halter diese Bindung ganz toll und wollten sie auch unbedingt, bei Severus war das anders. Erstens war er kein Tier und zweitens konnte er nun nicht mehr von Potter weg. Selbst wenn er wollte, dazu müsste er wieder ein Mensch sein und wie er das anstellen sollte wusste der Lehrer gerade nicht.
‚Ganz toll, Potter, wenn du wüsstest was du gerade verbrochen hast. Ich hoffe der Alte bringt das schnell wieder in Ordnung.’
Da er gerade nichts tun konnte konzentrierte sich Severus lieber wieder auf die fünf Idioten die gerade das große Zittern bekamen. Wenigstens etwas.
Nun grinste Harry wirklich diabolisch.
„Jetzt darf und muss ich mich für den Angriff auf meinen kleinen Gefährten rächen. Oh, das wird so gut.“
„Das wird Snape dir nie verzeihen, er hasst dich nach wie vor. Glaub mir, der macht dich fertig wenn er hiervon erfährt.“
‚Träumen Sie weiter, Mr. Helster.’
„Er mag mich hassen aber er hat sich noch nie an einem Vertrauten vergriffen. Der Mann weiß eben was sich gehört. Und jetzt bin ich dran.“
Ohne noch etwas zu sagen schwang Harry seinen Stab und schon flogen die Zauber.
Die Fünf hatten die Augen geschlossen, als sie diese wieder öffneten sahen sie sich kurz irritiert an dann fingen sie an zu grinsen.
„Das war wohl nichts, Potter. Scheint als wäre dein großer Angriff in die Hose gegangen.“
„Wie kommt ihr denn da drauf? Dachtet ihr wirklich meine Rache wäre ein einfacher Schneidezauber oder so ein Blödsinn? Wartet mal auf das nächste Essen, dann werdet ihr schon sehen was ich gemacht habe. Und jetzt verschwindet bevor ich euch eure Zauberstäbe wegnehme.“
Anhand des schnellen Abgangs der Schüler konnte man sehen welchen Ruf Harry, seit dem Tod des Lords, in der Schule hatte. Wenn der junge Mann jemandem drohte dann nahm man das besser ernst.
Zufrieden blickte Harry seinen Schulkollegen nach ehe er sich wieder an den Kater richtete.
„Der Zauber fängt an zu wirken sobald sie das nächste Mal Essen riechen. Dann wird sich ihre ganze Haut anfühlen als hätten sie sich in Brennnesseln gelegt und sämtliche Nahrung wird sich auf ihrer Zunge entladen. Ja, du hast richtig gehört, es wird sich anfühlen als wäre das Essen elektrisch. Keine Sorge, es ist nur ein ganz kleiner Schlag, ich will ja nicht das sie hungern müssen. Unangenehm wird es dennoch. Beide Wirkungen halten drei Tage und sieben Stunden. Glaub mir, nicht mal Poppy kann da was dagegen tun. Wie denn auch? Die Zauber habe ich selbst erfunden. Alles weißmagisch und nichts davon ist nachweisbar. So und jetzt komm, das Essen fängt in zehn Minuten an, ich will die Gesichter dieser Trottel nicht verpassen. Wetten die glauben mir nicht dass wirklich was passiert? Ich weiß nicht warum aber irgendwie scheinen die Leute zu denken ich bin ein Heiliger. Und das nur weil ich Voldy besiegt habe. Dabei habe ich nur um mein Leben gekämpft mit Ritterlichkeit hatte das nicht viel zu tun. Der Knilch hat mir ja keine andere Wahl gelassen. Aber der einzige Mensch der das zu begreifen scheint ist mein düsterer Tränkeprofessor“, seufzte Harry.
Severus spitzte die Ohren bei den Worten. Hatte Potter gerade zugegeben kein Held zu sein? Und hatte er ihm, Severus Snape, gerade bescheinigt der einzige Mensch zu sein der dies sehen konnte?
‚Interessant.’
Severus hatte absolut nichts dagegen das der junge Potter mit ihm in die Halle ging, dort wäre auch der Alte und Severus könnte diesen dazu bringen ihn zurück zu zaubern. Danach würde er sich an seinen Angreifern rächen und dann dem Alten den Hals umdrehen.
In der großen Halle angekommen setzte sich Harry sofort zu seinen Freunden, den Kater hatte er dabei nach wie vor auf dem Arm.
„Harry, wo kommt der denn her?“, wollte Hermine wissen.
„Ich habe ihn vor einigen Hirnlosen gerettet die ihn als Zielscheibe verwenden wollten. Ich habe sie zu der meinen gemacht.“
„Du hast doch nichts Verbotenes getan?“
Severus hätte bei der Frage der Granger fast die Augen verdreht, wenn das als Katze möglich gewesen wäre. Diese Göre war so berechenbar.
„Nein, habe ich nicht, aber ich werde doch wohl noch meinen Vertrauten beschützen dürfen.“
„Ist das etwa Hedwig?“
‚Natürlich, Weasley, ich bin eine Eule, sehen Sie nicht mein strahlend weißes Gefieder? Wie ist dieser Hornochse nur in die siebte Klasse gekommen?’
„Sieht er aus wie Hedwig? Nein, er ist ein Kater.“
„Hätte ja sein können das sie jemand verhext hat“, schmollte Ron.
„In dem Fall hätte Harry wirklich etwas Gesetzwidriges getan. Hedwig ist immerhin bald Mutter“, warf Neville ein.
„Richtig. Der hier hatte bis vor wenigen Minuten noch keinen Vertrauten, ich habe ihn zu dem meinen gemacht.“
„Mit Band?“, wollte Hermine wissen.
„Natürlich. Findet ihr ihn nicht auch wunderschön?“, schwärmte Harry.
‚Passen Sie auf was Sie sagen, Potter.“
„Du bist zu voreilig, ich hätte mich nicht so schnell entschieden.“
„Ich stimme Ron zu, was ist wenn es sich um ein gefährliches Tier handelt?“
„Mine, fünf Teenager waren hinter ihm her und wollten ihm ans Leder. Wenn er gefährlich wäre denkst du nicht er hätte sich gewehrt? Und Ron, wenn du ein Band zwischen Krätze und dir geknüpft hättest dann hätte er dich nie hintergehen können. Und mit deiner Eule hast du auch noch keines.“
„Weil es ein sehr wichtiger Schritt ist und ich mir nicht sicher bin ob ich diese Nervensäge vor allem beschützen will“, gab Ron zu.
„Er würde vielleicht ruhiger werden wenn du endlich das Band schließen würdest. Ich für meinen Teil werde den Kleinen hier auf jeden Fall beschützen. Und wo wir gerade dabei sind, sieht ganz so aus als hätten diese Idioten endlich begriffen das ich keine Witze gemacht habe“, mit den Worten blickte Harry zu den Schülern die er verflucht hatte.
Severus folgte dem Blick und stellte fest das die Plagen jedes Mal zusammenzuckten wenn sie Essen in den Mund nahmen. Außerdem rieben sie sich immer wieder über den Körper.
„Was hast du gemacht?“, wollte Hermine wissen.
„Nur einen meiner eigenen Zauber.“
„Welchen?“
„Sag ich nicht“, kam es trocken von dem Grünäugigen ehe er sich, und seinem Kater, etwas zu essen auftat.
„Da sind auch Schlangen darunter, Snape wird dich dafür bezahlen lassen“, warf Ron ein.
„Wird er nicht, die Bilder haben mich um Hilfe gebeten, mit anderen Worten, auch der Direktor weiß was passiert ist. Und ihr kennt ihn, er hasst es wenn sich jemand an Schwächeren vergreift.“
„Hat ihn bisher bei Snape selber nicht gestört. Er hat gegrinst wie ein Vollidiot wann immer wir uns über die übergroße Fledermaus beschwert haben“, schimpfte Neville.
„Hör mir mit dieser unfairen Sau auf, er hat uns schon wieder einen Berg an Hausaufgaben gegeben. Ich hätte echt kein Problem damit wenn Dumbledore ihn rausschmeißen würde.“
„Ron, Snape ist keine Sau.“
‚Danke, Ms. Granger.’
„Aber du wirst doch wohl zustimmen dass er parteiisch, unfair und absolut unausstehlich ist?“, wollte Neville wissen.
„Ja“, gab Hermine zu.
Severus war aufgefallen das Potter während der ganzen Zeit kein Wort gesagt hatte. Dabei war sich der Lehrer sicher gewesen das der Junge keine Gelegenheit auslassen würde um über ihn herzuziehen. Aber der Bengel hatte nur Augen für sein Essen und seinen Kater, also ihn.
„Na, keinen Hunger? Probiere doch wenigstens etwas. Das Huhn ist wirklich gut“, lockte Harry seinen Vertrauten.
‚Nicht bevor ich nicht wieder meine Gestalt zurückhabe.’
Gerade als ihm das durch den Kopf ging sah er wie sich Dumbledore von seinem Stuhl erhob.
‚Na endlich’, stellte Severus erleichtert fest.
Musste seine Freude allerdings begraben als er sah dass der Schulleiter sich lediglich ans Podium stellte.
„Meine lieben Schüler, ich unterbreche euch nur ungern bei eurem verdienten Abendessen aber ich habe eine wichtige Mitteilung zu machen. Professor Snape wird bis auf weiteres nicht an dieser Schule unterrichten. Wie lange er dem Unterricht fern bleibt kann ich leider nicht sagen, das hängt ganz von ihm selbst ab. In der Zwischenzeit wird Professor Slughorn wieder an die Schule kommen.“
In dem wilden Jubelschreien die auf diese Worte hin ausbrachen gingen zwei Stimmen total unter. Die eines wütenden Katers der seinen Vorgesetzten laut anfauchte und die von Harry der ein deutliches „Nein“, hören ließ.
‚Was soll das, alter Mann?’
Severus suchte den Blick von Albus und fand ihn. Nur besaß der Alte die Stirn ihm zuzuzwinkern.
‚Hast du das etwa geplant?’, schoss es dem Tränkemeister durch den Kopf.
Und plötzlich ergab sein letztes Gespräch mit seinem Arbeitgeber ein ganz neues Bild. Mit immer größeren Pupillen fing er an zu fluchen was seine Katzenlunge hergab, leider war das nicht viel und ging auch in dem Lärm der Schüler unter. Also beschloss Severus sich wieder zu konzentrieren, seine Rache würde warten müssen.
„Hey, ist das nicht großartig? Kein Snape. Ich wette er wurde suspendiert weil er so ein Ekel ist.“
„Hoffentlich kommt der nie wieder, den braucht doch kein Schwein.“
„Stimmt, einer seiner ekligen Flubberwürmer wäre ein besserer Lehrer als er. Außerdem haben diese Viecher mehr Charme als er.“
„Wen bekommen wir denn jetzt als Hauslehrer?“
„Bestimmt einen der uns nicht alle in einem schlechten Licht da stehen lässt. Merlin, bin ich glücklich, endlich kein Schleimbolzen mehr.“
„Jetzt kann ich es ja sagen, ich hätte mich lieber von dem Lord unterrichten lassen als noch länger in sein Klassenzimmer zu gehen. Ich bin mir sicher er hat uns Mädchen unter die Röcke gegafft, andere Möglichkeiten an eine Frau zu kommen hat der doch gar nicht.“
„Ha, vielleicht ist er deswegen nicht hier weil er versucht eine zu finden die blöd genug ist sich auf ihn einzulassen.“
„Die müsste schon blind, taub, stumm, und saudumm sein. Außerdem darf sie keinen Würgereflex haben.“
„Ich bin mir sicher dieses hässliche Entlein hatte noch nie in seinem Leben Sex.“
„Ach was, als Todesser hat bestimmt gerne eine Menge Weiber flach gelegt.“
„Du redest von anderen Todessern die keinen Geschmack hatten?“
„Nein, ich rede von Vergewaltigungen.“
„Er hat nie jemanden vergewaltigt, erinnert euch an seine Verhandlung.“
„Vermutlich weil er schon vorher abgespritzt hat. Die haben ihn doch alle ausgelacht.“
„Ich wette die Todesser haben den Kerl nur bei sich behalten um ebenfalls etwas zu lachen zu haben.“
Die halbe Halle brach daraufhin ebenfalls in schallendes Gelächter aus.
Die Augen von Snape wurden immer größer, er wusste dass er nicht beliebt war aber er hätte sich nie träumen lassen das die Schüler so über ihn dachten. Selbst einige Schlangen machten sich über ihn lustig. Er gab es nicht gern zu aber die Worte der Gören verletzen ihn. Sehr tief sogar.
Ein Blick zur Lehrertafel zeigte ihm dass es seinen Kollegen da nicht anders zu gehen schien. Selbst Dumbledore schien erschüttert zu sein. Der Mann wollte gerade einschreiten, zumindest sah es so aus, da erhob sich allerdings schon ein anderer und zwar Potter.
„HALTELT GEFÄLLIGST ALLE DAS MAUL!“
Sofort herrschte Ruhe, jeder sah zum Helden der Zauberwelt der gerade kurz vor der Explosion stand.
„Wie könnt ihr es wagen? Dieser Mann hat ganze zwanzig Jahre sein Leben für euch und die Ärsche eurer Eltern aufs Spiel gesetzt. Er hat seinen Kopf hingehalten um andere zu schützen und wurde dabei mehr als einmal schwer verletzt. Professor Snape hat nicht gezögert als unser Schulleiter ihn bat wieder als Spion zu arbeiten. Nein, er ist zu Voldemort gegangen obwohl er genau wusste dass er vielleicht nicht lebend zurückkommt. Und wofür das alles? Für undankbare Arschlöcher wie ihr es seid die ihm die Pest an den Hals wünschen. Alles nur weil er streng und, zugegebenermaßen, parteiisch ist. Aber hey, schaut euch mal die anderen Lehrer ganz genau an, denn das trifft auch auf alle anderen zu. Es gibt in dieser ganzen Schule nur eine Person die wirklich und immer gerecht ist und das ist Professor McGonagall.“
„Aber Harry, es ist Snape.“
„Ja, Nev, es ist Snape, der Mann vor dem du mehr Angst hast als vor allen Todessern zusammen. Aber sag mir, ganz ehrlich, glaubst du er hat jemals eines der Verbrechen begangen die unsere Mitschüler ihm hier vorwerfen?“
„Nein.“
„Und warum nicht?“
„Weil er zwar angsteinflößend und manchmal bösartig ist aber er ist kein Monster, er ist ein Held“, nuschelte Neville.
„Danke, Nev. Ja, Severus Snape ist ein Held, aber er ist auch noch viel mehr, er ist der mutigste Mann den ich kenne. Ihr nennt mich alle einen Helden dabei habe ich nichts anderes getan als um mein Leben zu kämpfen, es war Professor Snape der den Krieg wirklich beendet hat. Ohne ihn wäre das alles nie möglich gewesen. So wie damals meine Mutter. Diese beiden sollte man ehren nicht mich. Er wusste dass er gehasst wird und hat dennoch alles getan um uns zu retten, ich glaube nicht dass ich diesen Mut hätte“, damit schnappte sich Harry seinen Kater und stürmte aus der Halle.
Severus konnte nur ungläubig nach oben starren. Nie hätte er solche Worte von einem Potter erwartet.
„Harry! Harry, jetzt warte doch mal!“
Seufzend drehte sich der Grünäugige um.
„Hey Draco, sorry aber mir ist gerade sehr übel. Hast du gehört was die für einen Müll geredet haben?“
„Und ob, das gleiche darf ich mir seit Ende des Krieges über meinen Vater anhören, und da stimmt es ebenfalls nicht. Dabei bin ich der Erste der zugibt dass sich meine Eltern alles andere als korrekt verhalten haben. Sie haben Muggel gedemütigt und Verbrechen begangen aber nie solche die ihnen von diesen Idioten da drinnen vorgeworfen werden.“
„Dabei haben die alle nur eine große Klappe, sie glauben nicht was sie sagen aber sie wollen zeigen wie sehr sie Snape als Lehrer verabscheuen.“
„Pah, als wüsste mein Pate das nicht.“
Severus hatte dem Gespräch verblüfft zugehört. Was hatte er denn in den letzten Monaten alles verpasst? Seit wann waren diese beiden erbitterten Feinde denn so was wie Freunde? Aber noch viel wichtiger, konnte Draco ihm helfen? Womöglich erkannte sein Patenkind ihn? Wild begann er in den Armen seines grünäugigen Schülers zu zappeln.
„Hey, was hast du denn, Kleiner? Ach ja, du hattest ja noch gar nichts zu fressen. Dray, was hältst du davon wenn wir einen Abstecher in die Küche machen? Ich bin mir sicher Dobby würde seinen kleinen ehemaligen Master sehr gerne wieder einmal verwöhnen.“
„Gute Idee, ich habe eh noch Hunger. Aber sag mal, wer ist denn der hübsche Kerl da?“
‚Hört auf mich so zu nennen!’
„Erklär ich dir auf dem Weg“, versprach Harry, und das tat er auch.
Severus rekelte sich auf Potters Schoß und ließ sich kraulen. Er hätte es nie zugegeben aber er genoss diese Behandlung durchaus. Da konnte er auch darüber hinwegsehen das er sich gerade im Haus der Löwen vor einem Kamin befand. Aber was ertrug man nicht alles wenn man dafür so eine nette Massage bekam? Sie war der ideale Abschluss nach einem wunderbaren Mahl, angerichtet von den Hauselfen, und einer interessanten Unterhaltung, die er belauscht hatte.
Der Lehrer fragte sich immer noch wie es ihm hatte entgehen können das sein Patensohn und sein Magengeschwür Freunde geworden waren? Aber es schien den Tatsachen zu entsprechen. Irgendwann nach der Verhaftung von Lucius musste es passiert sein. Scheinbar hatte Potter ein schlechtes Gewissen weil er den Vater des Blonden nach Askaban gebracht hatte. Zumindest schloss Severus das aus den Worten des Jugendlichen. Dabei sollte der sich deswegen wirklich nicht schlecht fühlen. Lucius hatte sich seinen Gefängnisaufenthalt selbst zuzuschreiben. Außerdem musste er nicht für immer dort bleiben sondern nur für die nächsten fünf Jahre. Ein Augenaufschlag für einen Zauberer. Vor allem jetzt wo es keine Dementoren mehr gab. Auch wenn Lucius das bestimmt anders sah.
„Dir hat es offensichtlich geschmeckt, ich kann dich ja verstehen, mir ist in der großen Halle auch der Appetit vergangen. Nach solchen Zwischenfällen frage ich mich immer welcher Teufel mich geritten hat die Stelle als Lehrer anzunehmen? Mir ist schon klar das die meisten meiner Mitschüler, darunter auch einige Freunde, der Meinung sind das mir alles in den Arsch geblasen wird aber mal ehrlich, denkst du es ist immer schön sich mit diesen unreifen Idioten abzugeben? Selbst mein Pate ist erwachsener als die und der benimmt sich teilweise wie ein Zwölfjähriger“, redete Harry auf den Kater ein.
‚Ich hätte ihn eher auf sieben geschätzt, dennoch stimme ich Ihnen zu. Natürlich nur unter Vorbehalt’, miaute der Kater.
„Du bist ein ganz Süßer, ich wünschte ich könnte dich verstehen. Da fällt mir ein, ich habe dir noch gar keinen Namen gegeben. Wobei, das stimmt nicht ganz, schon als ich dich das erste Mal gesehen habe stand für mich fest wie ich dich nennen möchte. Nur wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht ob du vielleicht doch einen Besitzer hast.“
‚Das haben Sie ja mittlerweile überprüft. Ich brauche keinen Besitzer, nur um das gesagt zu haben. Und wagen Sie es nicht mir einen Namen wie Shadow oder Black zu geben. Sollten Sie sich erdreisten kommen Sie ebenfalls auf meine Liste der zu folternden Personen. Die ist seit meiner Verwandlung schon ziemlich lang.’
„Keine Ahnung worüber du dich schon wieder aufregst aber du wirst schon einen Grund haben. Ich nenne dich auf jeden Fall Sev.“
Dem Kater verschlug es die Sprache und er wäre um ein Haar von dem jugendlichen Schoß gefallen. Zum Glück hatte er Krallen mit denen er sich festhalten konnte.
‚Warum Sev? Wie kommt der Bengel darauf?’
„Das solltest du dir vielleicht noch mal überlegen, der Name ist dämlich und wird dir noch eine Menge Ärger einbringen.“
„Musst du unsere Gespräche in letzter Zeit immer damit beginnen dich über mich zu beklagen, Ron?“
Harry blickte auf seine beiden Freunde die sich gerade zu ihm setzten und sah Ron dabei alles andere als begeistert an.
‚Ach, gibt es Ärger im goldenen Paradies?’, grinste Severus.
„Ausnahmsweise gebe ich Ron recht du solltest ihm einen anderen Namen geben.“
„Mine, du gibst Ron in letzter Zeit ständig recht. Dabei war ich immer der Meinung das du die deine auch dann behältst wenn du verliebt bist.“
„Das tu ich auch, aber Harry, Sev? Jeder der nicht total Gehirnamputiert ist wird die richtigen Schlüsse ziehen.“
„Die da wären?“
„Sev ist die Abkürzung von Severus“, grunzte Ron.
„Weil mich der Kleine hier an unseren Professor erinnert. Und nein, nicht nur wegen seinem schwarzen Fell.“
„Warum denn dann? Er hat doch noch nicht mal schwarze Augen, sie sind orange wie bei einer Kartäuser“, stellte Hermine fest.
‚Tatsächlich?’
Da Severus bisher keine Gelegenheit gehabt hatte sich in einem Spiegel zu betrachten wusste er nur was er selbst sah. Er war ein schwarzer Kater mit einem sehr langen Schwanz und scharfen Krallen.
„Nicht sein Aussehen erinnert mich an den Professor sondern seine ganze Art. Selbst als ich ihn beim Essen beobachtet habe musste ich an Snape denken.“
„Du denkst fast immer an Snape“, grummelte Ron.
Severus hob überrascht den Kopf.
‚Warum denn das?’
„So wie du an Hermine“, schoss Harry zurück.
Und Severus? Der hätte fast wieder einen Abgang gemacht. Er war nicht blöd, er wusste was der Bengel damit andeuten wollte.
‚Nicht wahr! Der kleine Idiot ist doch nicht etwa in mich verknallt? Spinnt der jetzt total? Warum denn?’
Das schienen sich die Freunde des Helden auch zu fragen. So wie schon die ganze Zeit seit sie es erfahren hatten. Darum kam was kommen musste, die beiden redeten wieder einmal auf ihren Freund ein. Es ging sogar so weit das sie versuchten ihm andere junge Männer und Frauen schmackhaft zu machen.
„Leute, hört doch endlich damit auf, ich werde mich nicht so einfach entlieben. Wenn es das Wort überhaupt gibt. Außerdem verstehe ich euer Problem nicht, selbst Sirius hat es akzeptiert, und der wäre am Anfang fast die Wände hochgegangen.“
‚Der Flohbeutel?’
„Noch etwas das ich nicht verstehe“, maulte Ron.
„Sirius akzeptiert Harrys Gefühle weil er ihn liebt. Aber verstehen tut er es dennoch nicht. Genauso wenig wie ich. Was findest du an dem Mann? Er sieht schrecklich aus.“
„Hermine, fängst du jetzt auch noch an? Snape sieht nicht schrecklich aus, ganz im Gegenteil Wenn man genauer hinsieht erkennt man wie scharf er eigentlich ist. Er weiß es nur zu verbergen indem er dafür sorgt das seine Zähne gelb sind.“
„Was hat denn das damit zu tun?“, wollte Ron wissen.
„Es ist erwiesen das kaputte oder schmutzige Zähne das erste sind was einem an seinem Gegenüber auffällt. Man hat das mit Bildern getestet. Jeder der abgebildeten Personen hatte einen körperlichen Makel, aber nicht mal der dritte Arm oder der zweite Kopf fiel den Betrachtern auf solange die Zähne nicht in Ordnung waren. Erst als die Zähne gereinigt wurden sah man was auf dem Bild sonst noch nicht stimmte“, erklärte Harry.
Alle drei, selbst Hermine, hatten aufmerksam zugehört.
‚Soll das jetzt echt heißen das meine gelben Zähne der Grund sind aus dem ich so schief angesehen werde? Wenn ja dann weiß ich ja schon mal was ich mache sobald ich wieder ein Mensch bin und mich an allen gerächt habe.’
„Ach, das erinnert dich an Snape, der Kater hat auch so gelbe Zähne“, grinste Ron.
Harry seufzte, zog seinen Zauberstab und sprach einen Reinigungszauber auf das Maul des verdutzten Katers.
„So, damit wäre das geregelt.“
„Bleibt nur noch der Name. Warum muss es Sev sein?“, wollte Hermine wissen.
„Weil mir der Name gefällt mir aber auch klar ist das ich Professor Snape noch lange nicht so nennen werden darf.“
„Du willst ihn erobern? Hast du deswegen die Stelle angenommen?“
„Nein Ron, ich habe meine berufliche Zukunft nicht auf einer Schwärmerei aufgebaut. Ich werde das Jobangebot annehmen weil es mich interessiert und nichts sonst.“
„Jetzt wo Snape weg ist hast du sogar wieder Chancen auf gute Noten in Tränke. Es war ja schon nicht mehr mitanzusehen wie du den Kerl die ganze Zeit angeschmachtet hast.“
Harry warf Hermine einen bösen Blick zu.
„Ich habe ihn nicht angeschmachtet, Aber ich gebe gerne zu das es mir schwer fällt mich zu konzentrieren wenn dieser unglaublich coole, gebildete und gutaussehende Mann im gleichen Raum ist. Was soll ich machen? Ich mag ihn einfach.“
„Du magst ihn nicht nur du bist verschossen“, brummte Ron.
„Ich mochte ihn aber schon bevor ich mich in ihn verknallt habe“, schmollte Harry.
„Wohl wahr, seit dem vierten Jahr geht es nur noch Snape hier und Snape da. Selbst mir kommt da schon die Galle hoch und deswegen stimme ich Ron voll und ganz zu.“
„Wobei jetzt schon wieder?“, seufzte Harry.
„Das du spinnst und dich erst wieder bei uns blicken lassen solltest wenn du wieder bei Verstand bist. Mine und ich können es einfach nicht mehr hören oder sehen. Allein wie du dich unten in der Halle benommen hast war peinlich.“
„Nicht ich war peinlich sondern diese Idioten die über den Professor hergezogen sind als wäre er dass personifizierte Böse. Fandet ihr das etwa in Ordnung? Vor allem du Hermine?“
„Nein, natürlich war es nicht in Ordnung, aber Professor Dumbledore hätte doch eingegriffen. Es bestand keine Veranlassung dazu dich einzumischen.“
„Und als wäre das nicht schon genug habe ich deutlich gesehen wie du dich still mit Malfoy abgesprochen hast. Merkst du denn gar nicht wie du von der Schlange in ihren Bann gezogen wirst? Als nächstes fängst du an für das blonde Ekel zu schwärmen und mit ihm um die Häuser zu ziehen.“
Auf Rons Befürchtung hin konnte Harry nur lachen.
„Hannah wäre wohl kaum begeistert wenn ich versuchen würde ihr ihren Freund auszuspannen. Ja, ich habe mich mit Draco angefreundet und?“
„Er ist der Sohn eines Todessers“, explodierte Ron.
„Und du bist der Sohn eines Mannes der Muggeldinge sammelt. Deswegen bist du aber noch lange nicht dein Vater“, gab Harry zurück.
‚Gut gekontert, Potter.’
„Das ist was anderes.“
„Ja natürlich. Was soll das Ganze eigentlich? Wollt ihr mir wirklich die Freundschaft kündigen weil ich mich in jemanden verliebt habe der euch nicht zusagt? Wenn ja dann erinnert euch mal an die letzten Jahre. Mine, ich habe deine Vernarrtheit in Lockhart nie verstanden aber ich habe dich nicht abgesägt weil du in ihn verknallt warst. Und für dich Ron gilt das gleiche in Sachen Fleur. Ich mag eure Gefühle nie verstanden haben aber das musste ich auch nicht, ihr seid meine Freunde und damit hatte es sich. Und jetzt bin eben ich in einem Mann verliebt den ihr nicht leiden könnt, und?“
„Wenn es nur das wäre. Ron und ich sind einfach der Meinung dass du dich da in etwas verrennst. Im Moment siehst du es noch nicht weil du verliebt bist aber irgendwann wirst du aufwachen und merken das du dein Leben weggeschmissen hast.“
„Und das von einer Frau die versucht hat uns davon zu überzeugen dass es Absicht von Lockhart war mir die Knochen wegzuzaubern um mir zu zeigen wie gefährlich und leichtsinnig Quittitch ist.“
‚Ach und das ist also die klügste Hexe des Jahrgangs? Ich sehe schwarz für diese Generation.’
„Gut, zugegeben das war nicht besonders intelligent. Aber ich war dreizehn du bist erwachsen und solltest nicht mehr so in den Tag hineinleben. Und vor allem, hör auf Snape nachzurennen.“
„Sie hat recht Alter, irgendwann werden die Leute anfangen zu reden. Vor allem wenn du jetzt auch noch diese Kratzbürste da nach dem Schleimbeutel benennst. Hör auch mich anzufauchen du Ekel.“
„Er hat sich nur über die Beleidigung beschwert“, grinste Harry.
„Wie auch immer. Ich verstehe einfach nicht warum du nicht mit meiner Schwester ausgehst. Ihr wärt ein so schönes Paar, wie Lily und James.“
„Dir ist schon klar dass das sehr nach Inzest klingt?“, warf der Grünäugige ein.
„Dann vergiss den Vergleich aber der Rest stimmt.“
„Die ganze Sache hat nur einen kleinen Haken, eigentlich zwei. Ginny ist schon seit einem Jahr mit Seamus und Dean zusammen, glücklich wie ich anmerken darf. Du solltest das endlich akzeptieren aus Gin und mir wird nichts, zum Glück wir hätten uns gegenseitig nur Leid zugefügt ohne es zu wollen.“
Ron sagte gar nichts sondern verzog das Gesicht, ihm passte es überhaupt nicht das seine Schwester in einer Triade lebte.
Hermine hingegen sah Harry weiterhin eindringlich an.
„Bitte Harry, komm wieder zu dir.“
„Ich bin bei mir, Herrgott, ihr tut als wäre ich Drogenabhängig.“
„Viel fehlt auch nicht mehr“, motzte Ron.
Nun reichte es Harry endgültig.
„Wollt ihr mir echt ein Ultimatum stellen und das nur weil euch meine Gefühle nicht passen?“
„Nicht wollen, wir haben es schon längst getan. Wie gesagt, sobald du wieder bei Verstand bist und nicht ständig von Snape laberst kannst du gerne wieder kommen ansonsten lass uns bitte in Ruhe. Wir können es einfach nicht mehr hören“, mit diesen abschließenden Worten erhob sich Ron um zu gehen, Hermine folgte ihm. Severus konnte nur den Kopf schütteln. Er hatte heute an einem Tag mehr erfahren und erlebt als in den letzten Kriegsjahren. Wer hätte das gedacht?
„Tolle Freunde, was?“, seufzte Harry.
‚Ich bezweifle dass sie das sind. Klang eher so als suchten die beiden einen Grund Sie abzuservieren. In meinem Haus wäre Ihnen so eine Schmach erspart geblieben. Aber Sie wussten es ja wie immer besser und mussten den Hut bequatschen. Das haben Sie nun davon.’
„Schau mich nicht so an, ich habe auch Freunde denen es egal ist in wen ich mich verliebe. So was bescheuertes, wie kann man nur so kindisch sein? Ich meine wenn selbst Sirius über seinen Schatten springen konnte warum dann nicht die beiden? Weißt du, Siri hat mir gesagt er flippt deswegen nicht aus weil er genau weiß wie es ist wenn einen die Familie nicht so akzeptiert wie man ist. So eine reife Einstellung hätte ich nie von ihm erwartet.“
‚Ich auch nicht’, musste Severus zugeben.
Er wusste nicht woher die Gefühle kamen aber plötzlich tat ihm der Junge auf dem er saß unglaublich leid. Abserviert von den besten Freunden und das nur aufgrund seiner Gefühle. Der Kerkermeister fühlte sich an seine eigene Jugend erinnert wo ihm Lily die Freundschaft gekündigt hatte weil er sich mit Personen abgab die sie nicht gut hieß. Auch sie hatte nie nach seinen Gründen gefragt sondern war einfach gegangen. Und das Ergebnis? Er nannte sie Schlammblut und brach damit endgültig ihre Beziehung entzwei.
‚So was kommt dabei heraus wenn man nicht miteinander redet und dem anderen nicht zuhört. Soll das etwa bedeuten Potter und ich haben etwas gemeinsam?’
Schnell schüttelte Severus den Kopf um diesen erschreckenden Gedanken loszuwerden. Sein neuer Besitzer deutete diese Geste als Aufforderung ihn wieder zu streicheln. Und das tat er auch. Der junge Mann war dabei so geschickt das Severus sich irgendwann auf den Rücken drehte und sich sogar den Bauch kraulen ließ.
‚Bitte lass ihn das nie herausfinden.’
„Du bist wirklich süß, ich muss dich unbedingt Hedwig vorstellen“, beschloss Harry.
Und das tat der junge Held auch. Schon am nächsten Tag standen sie in der Eulerei. Besser gesagt Harry stand, sein Lehrer thronte auf seiner Schulter.
„Hallo Hedwig, darf ich dir Sev vorstellen? Er ist mein zweiter Vertrauter. Er ist fast so süß wie du.“
Die Eulendame legte den Kopf schief und betrachtete die neueste Errungenschaft ihres Vertrauten. Dann stimmte sie seiner Wahl mit einem leisen Schrei zu.
‚Sehr gnädig“, grummelte Severus still in sich hinein.
Er wollte gerade zu fauchen beginnen als er sah um wen es sich bei dem Partner der Schneeeule handelte.
‚Zeus?’
„Hey Harry, kommst du auch um zu sehen wie weit unsere Enkelkinder schon sind?“
„Hallo Draco. Nenn sie doch nicht immer unsere Enkelkinder. Was würde dein Vater dazu sagen?“
Der Blonde stellte sich neben seinen Freund und streichelte seine Adlereue.
„Vor drei Jahren hätte er mir noch seinen Stock über die Rübe gezogen. Mittlerweile denke ich er würde gar nichts mehr sagen.“
„Du denkst er ist sanfter geworden?“
Draco zuckte die Schultern.
„Weiß nicht als ich ihn das letzte Mal besucht habe sah er auf jeden Fall nicht mehr so herrisch aus. Frag mich nicht was ihn so verändert hat, ich weiß es nicht. Entweder der Krieg, der Lord oder du.“
„Ich? Darf ich dich daran erinnern das er mir im Ministerium damit gedroht hat meine Freunde umzubringen wenn ich ihm nicht die Prophezeiung gebe?“
„Mhm und die Tatsache dass du deine Leute ohne zu zögern beschützt hast hat ihm imponiert. Ich meine sein wir uns ehrlich, in einem Kampf hättet ihr doch keine Chance gehabt.“
„Wir hatten keine Chance.“
„Na also. Dennoch habt ihr nicht aufgegeben.“
„Und Snape hätte mich deswegen fast erwürgt. So sauer habe ich den Mann noch nie erlebt, und glaub mir er hatte schon vorher genug Gründe mich nach Sibirien zu wünschen.“
„Mein Onkel ist eben ein netter Mann.“
‚Wer sagt das? Hast du zu viel Eulenkot eingeatmet?’
Das laute Gemaunze erweckte die Aufmerksamkeit der Jugendlichen.
„Hast du ihm mittlerweile einen Namen gegeben?“
„Sev“, kam es bereitwillig von Harry.
„Großartig, Onkel Severus wird dich lieben wenn er das erfährt.“
„Dafür müsste er erst mal wieder da sein. Weißt du wo er sich herumtreibt?“
„Wenn ich es wüsste hätte ich ihm bereits einen Heuler geschickt. Haut einfach ab ohne etwas zu sagen. Hey, warum faucht die kleine Kratzbürste mich so an?“
„Weil er ein Kater ist, die haben ihren eigenen Kopf. Du hättest sehen sollen wie er sich aufgeregt hat als ich ihm heute das Halsband umgebunden habe. Ohne meine Sucherfähigkeiten wären meine Hände nicht mehr zu gebrauchen.“
‚Was dachten Sie denn was ich machen würde? Ich bin kein Hund, verdammt noch mal.’
„Scheint ihm immer noch nicht zu gefallen. Hm, lass mal sehen. Wow, hübsch und mächtig. Sind das Schutzrunen?“
„Ja, Sev tendiert dazu in Schwierigkeiten zu geraten, ähnlich wie ich. Außerdem habe ich bewusst ein Band mit ihm geknüpft. Mir ist schon klar das ich dem Kleinen damit alle Chancen auf einen anderen Vertrauten genommen habe, er ist an mich gekettet, ebenso wie Hedwig. Das mindeste was ich tun kann ist die beiden zu beschützen.“
Draco blickte auf das Halsband das Severus solchen Kummer bereitete. Es war aus schwarzem edlen Stoff der Name des Katers war mit Silberfäden hineingestickt. Ebenso wie die Runen.
„Echtes Silber?“
„Selbstverständlich, es ist, abgesehen von Koboldgold, das mächtigste Metall.“
„Und so was hast du einfach im Turm herumliegen?“
„Na hör mal, ich muss mich doch auf meinen Unterricht im nächsten Jahr vorbereiten. Hast du eine Ahnung wie viele Arten von Magie es gibt? Wir lernen hier doch nur einen Tropfen verglichen mit dem ganzen Ozean.“
„Gut zu wissen, dann werde ich mir in Zukunft wohl bei dir Rat holen. Um noch mal auf den Schutz zurückzukommen, hast du Hedwig auch so was verpasst?“
Anstelle von Harry antwortete Hedwig indem sie einen Fuß hob.
„Äh, ein Tattoo?“
„So was in der Art. Es wirkt gleich wie Sevs Halsband.“
„Kannst du mir zeigen wie ich für Zeus auch so was machen kann?“
„Du hast ebenfalls ein Band?“
„Schon seit Jahren, auch wenn meinem Vater und meiner Mutter das gar nicht gefallen hat. Für die beiden sind Vertraute nicht viel mehr als Gebrauchsgegenstände.“
„Aha, erklärt einiges. Natürlich zeige ich es dir. Ich will doch dass die Kleinen mit Vater aufwachsen. Besonders nachdem er und Hedwig so viel Diplomatie im Umgang mit uns bewiesen haben. Da ist es nur recht und billig wenn wir uns anständig um sie und deren Nachwuchs kümmern.“
„Unsere Enkelküken“, grinste Draco.
„Depp“, kam es lachend von Harry.
Severus hätte gerne die Brauen gehoben. Wenn er das hier richtig interpretierte dann waren die beiden Flusenfänger der Grund aus dem die beiden Jungs nun Freunde waren. Diese Eulen schienen den Job als Vertraute durchaus ernst zu nehmen.
‚So wie sie es nur dann für ihren Besitzer tun wenn ein Band besteht. Auch wenn es am Anfang unfreiwillig entstand.’
Severus wusste dass das wohl auch bald auf ihn zutreffen würde. Zumindest dann wenn er nicht schleunigst seine eigentliche Gestalt wieder bekam. Er spürte schon jetzt wie die Loyalität zu dem Grünäugigen wuchs und das wo er alles tat um sich dagegen zu wehren.
‚Verdammter Potter, muss der immer zuerst handeln bevor er nachdenkt? Ich will das alles nicht. Und dann noch der verfluchte Direktor, der hat das alles doch mit Absicht gemacht. Wehe dieses Band löst sich nach meiner Rückverwandlung nicht auf. Ich bin doch nicht der persönliche Flaschengeist von dem Potter-Bengel.’
„Hey, was ist denn mit dir, beachten wir dich zu wenig? Tut mir leid. Hab nur noch ein wenig Geduld, sobald wir uns von Hedwig verabschiedet haben gehöre ich wieder ganz dir“, versprach Harry und küsste den Kater auf den Kopf.
‚Großartig, ein Traum wird wahr. Nehmen Sie ihre Lippen von meinem Fell.’
Natürlich überging Harry das feindselige Gekeife seines neuen Freundes. Für ihn mussten Katzen ihren eigenen Willen haben und ihre Meinung auch äußern. Ansonsten wären es Hunde.
„Und was ist mit mir, ich will auch ein Potter-Eigentum.“
„Draco, du hast echt einen Kessel locker. Aber gut, dann werde ich eben dich und Sev bespaßen. Zumindest bis Hannah auftaucht und ich wieder nur Luft bin.“
„Ja“, kam es total verträumt von Draco.
‚Wer bist du und was hast du mit meinem gefühlskalten Patensohn gemacht?’
„Du bist so süß wenn du auf Hannah-verknallt-Modus bist“, stellte Harry grinsend fest.
„Der einzige Grund warum ich dich für diese Aussage nicht kille ist der das Hannah ebenso denkt wie du. Und weil du unglücklich in meinen Paten verliebt bist.“
„Ich bin nicht unglücklich“, schmollte der junge Held. „Aber total verschossen.“
„Und wie.“
‚Toll Potter, könnten Sie es vielleicht noch lauter rausbrüllen? Ich bin mir nicht sicher ob man Sie in Polen auch wirklich verstanden hat. Warum muss ich ein Kater sein und warum bin ich dazu gezwungen dieses Gesülze zu hören?“
„Ich glaube Mr. Kratzbürste verlangt es nach deiner ungeteilten Aufmerksamkeit. Jetzt weiß ich warum du ihn Sev genannt hast, er benimmt sich wirklich wie mein Onkel. Der fängt auch immer an zu spinnen wenn du dich nicht zu hundert Prozent auf ihn konzentrierst. Dass hat mich schon im ersten Jahr überrascht.“
„Warum?“
„Weil er sich nicht viel anders benommen hat als ich. Jeder von uns wollte die ungeteilte Aufmerksamkeit von Harry Potter. Ich die des Helden und Severus die des grünäugigen Jungen.“
‚Halt die Klappe, wie kann man nur so einen Müll von sich geben. Ich und die Aufmerksamkeit von Potter suchen, du spinnst wohl.“
„Meine Aufmerksamkeit hatte er immer, leider war sie irgendwann so stark das ich mich nicht mehr auf meine Arbeit konzentrieren konnte.“
„Dann sollte es ab jetzt wieder funktionieren.“
„Toll, ich würde lieber durch die Prüfung rasseln und dafür deinen himmlischen Paten wieder haben.“
„Okay, das reicht, hör sofort damit auf sonst wird mir schlecht.“
‚Mir auch’, stimmte Severus zu.
„Gut, dann eben nicht. Was hältst du davon wenn wir raus gehen? Dann kann sich Sev an die Ländereien gewöhnen.“
„In Ordnung.“
Severus wurde natürlich nicht nach seiner Meinung gefragt und wenn dann wäre ihm auch kein Gegenargument eingefallen. Ein Spaziergang klang gar nicht so übel, dann kam er vielleicht endlich mal von dieser Schulter runter. Auch wenn er durch das Band nicht abhauen konnte.
‚Verdammter Mist.’
„Spuck es endlich aus bevor du daran erstickst.“
Sie waren mittlerweile auf den Ländereien und Harry merkte schon die ganze Zeit das es in seinem Freund arbeitete.
„Stimmen die Gerüchte über dich und deine Freunde?““
„Welche meinst du? In diesem Schloss gibt es immer Gerüchte.“
‚Wohl wahr.’
„Ich will wissen ob dich die beiden Idioten wirklich in den Wind geschossen haben?“
„Nett formuliert. Ja, Ron und Mine haben mir ganz klar gesagt dass sie nichts von meinen Gefühlen halten. Vor allem nachdem ich auch noch einen Kater nach dem Professor benannt habe. Ich soll normal werden und dann wieder zurückkommen.“
„Pah, am besten wohl noch auf den Knien und mit reumütig gesenktem Kopf. Was zum Henker ist denn das Problem der beiden? Als hätten die sich nicht selbst
total idiotisch benommen. So ist das nun mal wenn man verliebt ist, du wärst der erste der es schafft dann normal zu bleiben. Und wenn das jemand wie ich sagt dann kannst du sicher sein das es stimmt.“
„Du rennst offene Türe ein. Darum habe ich den beiden auch klipp und klar gesagt was ich von ihrer Pseudomoral halte.“
„Sieben Jahre Freundschaft, ein überstandener Krieg und eine Menge Auseinandersetzungen mit uns Schlangen und dann bringt euch so was auseinander. Ich verstehe es einfach nicht.“
„Ron ist eifersüchtig.“
„Auf deine Gefühle zu Severus?“
‚Nein, du Hufflepuff’, schnaubte Severus, der wieder um die Schultern seines Vertrauten hing.
„Nein, du Eumel. Ihm passt es nicht das ich mich mit dem Feind abgebe, mit anderen Worten, er ist eingeschnappt weil wir beide uns nicht mehr gegenseitig fertigmachen. Du kennst ihn doch, für ihn ist der Hass auf alles was grün trägt fast schon Ehrensache. Und die Familienfehde ist ihm heilig. Aber er könnte dennoch damit leben wenn ich nur den Anstand hätte seine kleine Schwester zu heiraten.“
„Merlin ist der blöd, Du müsstest die Gute schon mit vorgehaltenem Zauberstab zum Altar schleifen.“
„Umgekehrt ist es nicht anders, aber so ist Ron. Er hat sich diese Phantasie aufgebaut und nun sollen sich doch bitte alle daran halten. Und wenn ich schon dabei bin soll ich Auror werden und mit ihm für Ruhm und Ehre kämpfen.“
„Gut, Weasley ist ein Holzkopf, was ist mit Granger?“
„Sie ist eine Glucke die nichts mehr zu tun hat. Früher war ich immer der total ahnungslose Trottel der immer zu ihr kam wenn er ein Problem hatte. Ihr gefiel es das allwissende Orakel zu sein. Denn, sein wir ehrlich, ich war früher nicht gerade der Hellste. Da komme ich in eine neue Welt und forsche nicht mal über sie nach. Tja, irgendwann bin ich allerdings aufgewacht und erwachsen geworden.“
„Und das passt ihr nicht? Warum, fühlt sie sich arbeitslos? Was ist denn mit Weasley?“
„Der ist mittlerweile ihr Freund, den kann sie nicht mehr so einfach herumkommandieren.“
„Tut sie doch trotzdem.“
Harry nickte.
„Und da sind wir schon beim letzten Punkt ihre Beziehung. Sie tut ihnen nicht gut und bringt nur das Schlechteste von beiden hervor. Sie sind einfach zu unterschiedlich das funktioniert zwar als Freundschaft aber für die Partnerschaft sehe ich schwarz. Hermine will Karriere machen, ebenso wie Ron. Aber gleichzeitig will er auch seinen Traum von einer großen Familie ausleben.“
„Mit anderen Worten Granger soll zuhause bleiben und Molly spielen?“, kam es angewidert von Draco.
„Ganz genau. Versteh mich nicht falsch, Hermine will ebenfalls Kinder, aber sie will deswegen nicht auf einen Beruf verzichten. Wenn es nach ihr ging dann würde Ron bei den Kindern bleiben und sie wäre für das Goldverdienen zuständig.“
„Was daran scheitern wird das Weasley sich für einen Helden hält auf den die magische Bevölkerung nur gewartet hat.“
‚Sehr richtig mein Lieber, besser hätte ich es auch nicht ausdrücken können’, schnurrte Severus.
„So ist es. Ich habe auch schon mit den beiden gesprochen. Als sie mir sagten sie wären ein Paar habe ich mich zwar für sie gefreut aber trotzdem gefragt ob sie glauben dass das gut geht. Ob es nicht ihre Freundschaft zerstören würde? Beide sahen mich an als hätte sich meine Nase zurückgebildet.“
„Lass mich raten, sie dachten du bist eifersüchtig?“
Harry nickte.
„Ja, sie hörten auch nicht auf meine Versicherungen dass dem nicht so ist. Vermutlich denken sie deswegen ich würde mich mit meinen jetzigen Verhalten wieder in den Mittelpunkt drängen wollen. Besser gesagt ich verwette meinen Hintern darauf dass genau das Hermines Meinung ist und Ron ihr zustimmt.“
„Wenn ich es nicht besser wüsste würde ich sagen sie hat sich das von meinem Onkel abgeschaut. Der denkt schon seit Jahren nicht anders über dich.“
Von Severus kam ein lautes Fauchen als er diesen Vergleich hörte.
‚Wirf mich bloß nicht mit der in einen Topf. Ich habe Krallen und ich werde sie benutzen.’
„Ach herrje haben ich dich schon wieder nicht beachtet. Das wird ja langsam zu einer schlechten Angewohnheit von mir. Dabei habe ich dir versprochen ganz dir zu gehören.“
Harry nahm seinen Kater von den Schultern und drückte ihn sanft an sich. Am liebsten hätte Severus lautstark protestiert aber er wusste dass ihm das nichts bringen würde. Potter hatte noch nie auf andere gehört, warum sollte er das jetzt ändern? Wenn der kleine Widerling ihn streicheln wollte dann würde er das auch tun ganz egal was sein Kater davon hielt.
Dass er sich damit selbst belog bemerkte der Lehrer nicht einmal. Lieber schimpfte er still weiter vor sich hin. Auch die Tatsache dass sein Fauchen langsam in ein Schnurren überging klammerte er komplett aus. Er würde nie und nimmer zu Potters Vertrauten werden so viel stand fest. Da konnte der Bengel sich noch so anstrengen, bei der ersten Gelegenheit wäre Severus weg.
Natürlich war dass reines Wunschdenken, durch das Band konnte der Lehrer, der derzeit eine Katze war, nicht einfach weg. Alles in ihm zog ihn zu seinem Vertrauten zurück. Dabei ließ ihm Potter wirklich jeden Freiraum den er brauchte. Er durfte durch die Gegend streunen wie es ihm gerade passte. So schaffte er es sogar einmal bis zu Albus. Aber was tat der Alte? Er machte sich über seinen Lehrer lustig.
„Hallo Severus, hast du dich verlaufen? Ich bringe dich wohl besser zu deinem Vertrauten zurück. Sag, hat sich deine Einstellung Harry gegenüber schon geändert?“
Darauf bekam der alte Mann nur ein Fauchen.
„Wohl eher nicht. Ah, Harry, sieh mal wen ich da gefunden habe. Ich denke der gute Sev will zu dir.“
„Danke Professor. Äh, der Name des Kleinen hat sich ja schnell herumgesprochen.“
„Ich habe dir schon mal gesagt die Dinge die in diesem Gemäuer vorgehen sind ein gut gehütetes Geheimnis.“
„Somit weiß es das ganze Schloss, ich kann mich erinnern. Ich hoffe nur ich überlebe es wenn Professor Snape zurückkommt und erfährt wie ich meinen Vertrauten genannt habe.“
„Ach, er wird damit leben können. Der kleine Kerl erinnert ja auch wirklich an ihn. So was von schlecht gelaunt“, gluckste der alte Mann als er wieder angefaucht wurde.
„Na, du magst den Direktor wohl nicht so gern? Tut mir leid es dauert etwas bis er mit Leuten warm wird. Mich hat er am Anfang auch immer angefaucht.“
„Ich weiß, mein Junge, ich weiß“, und damit stolzierte der alte Geier von Dannen und ließ Severus zurück.
Danach versuchte Severus nie wieder zu Albus zu gelangen, ihm war völlig klar dass der ihm nicht helfen würde. Aber nach einiger Zeit hatte der Lehrer auch gar nicht mehr das Bedürfnis abzuhauen. Dabei glaubte er nicht dass das an dem magischen Band lag sondern viel mehr an der Behandlung die ihm zu Teil wurde. Noch nie in seinem ganzen Leben war er so umhegt und geliebt worden wie in jetzt als Katze. Und sein Vertrauter nahm seinen Schwur ihn zu beschützen sehr ernst. Das konnte Severus zweimal feststellen. Einmal als die Idioten, die ihn damals durch die Schule gejagt hatten, noch mal auflauerten. Sie schienen sich an ihm rächen zu wollen. Wofür war dem Lehrer schleierhaft immerhin war es ihre eigene Schuld das Potter sie verhext hatte. Dieses Mal kamen sie nicht mal dazu den Zauberstab zu heben denn sobald sie versuchten sich an ihm zu vergreifen aktivierte sich das Halsband des Katers und paralysierte die Jugendlichen. Da es mitten im Unterricht war dauerte es ein wenig bis Potter des Weges kam. Anscheinend hatte er einen weiteren Zauber auf das Halsband gesprochen der ihn darüber informierte wenn sein Vertrauter angegriffen wurde. Und dieses Mal war er bei weitem nicht mehr so nachsichtig mit den Schülern. Er verhexte sie zwar nicht aber er schaltete die Lehrer ein. Und die kannten, wenn es um tierische Vertraute ging noch weniger Spaß als Severus in Bezug auf seine Tränke. Am härtesten griff Minerva durch. Die übertraf sogar noch Albus, der den Schülern alle außerschulischen Aktivitäten strich. Minerva sorgte dafür dass die Schüler nicht an den Abschlussprüfungen teilnehmen durften. Somit würden sie das Jahr wiederholen müssen.
Das zweite Mal als Severus mit Zähnen und Krallen von Harry beschützt wurde war als Hermine Granger anfing Severus mit Zaubern zu traktieren. Sie wollte überprüfen ob es sich bei dem Kater nicht doch um einen Menschen handelte. Als das nicht funktionierte setzte sie ihren eigenen Kater vor ihn. Aber der leckte dem Kerkermeister nur einmal über den Kopf und kugelte sich dann zum Schlafen ein.
„Bist du jetzt endlich zufrieden? Sev ist ein Kater sieh es endlich ein.“
„Es gibt durchaus Möglichkeiten die verhindern dass man als Mensch enttarnt wird“, keifte sie zurück.
„Was du nicht sagst. Wenn du allerdings dein so viel gelobtes Hirn einschalten würdest dann wäre dir klar dass Sev mir selbst dann nichts tun könnte. Dafür sorgt schon allein das Band das ich mit ihm geknüpft habe. Er kann mich gar nicht hintergehen. Etwas das auch auf Peter zugetroffen hätte wenn Ron ihn an sich gebunden hätte. Was ich schon x-Mal gesagt habe.“
„Du hast das die Magie also nur verwendet um dich abzusichern?“
„Nein, ich habe das Band geschlossen weil ich Sev liebe.“
„Er ist aber nicht der Tränkemeister!“, brüllte Ron dazwischen.
‚Doch, ist er.’
„Ich rede nicht von unserem Lehrer sondern von dem Kater. Und wenn euch das noch nicht reicht, selbst wenn das Band nicht funktioniert hätte, Sev hätte schon genügend Gelegenheiten gehabt mich abzumurksen. Er hat es aber nie getan. Und jetzt wäre ich euch sehr verbunden wenn ihr meinen Vertrauten endlich in Ruhe lassen würdet. Ihr beide benehmt euch als wäre ich euer Eigentum und dürfte nur Dinge tun die ihr abgesegnet habt. Kleine Info, nicht mal Lucius Malfoy hat sich seinem Sohn gegenüber so schäbig verhalten.“
Von dem Tag an redete Harry nicht mehr mit dem Rest des goldenen Trios. Dennoch war der junge Mann nicht alleine, er hatte damals die Wahrheit gesagt, er hatte eine Menge Freunde. Nicht nur Draco, Neville und die junge Luna. Da waren noch viel mehr Schüler mit denen Severus nie gerechnet hätte. Und alle hatten eines gemeinsam, sie gehörten zu den größten Exzentrikern der Schule. Am Anfang hatte Severus darüber sein schwarzes Näschen gerümpft aber mit der Zeit hatte er bemerkt welch liebenswerte Personen sich hinter den schrägen Charakteren verbargen. Ihre Freundschaft erinnerte schon mehr an eine magische Familiengilde. Etwas das es früher viel häufiger gegeben hatte, nach Grindelwald und Voldemort aber so gut wie in Vergessenheit geraten war. Hier lebte diese alte Tradition wieder auf. Und Severus, wenn auch nur ein Kater, war voll anerkanntes Mitglied dieser Gruppe. Er wurde, wie auch alle anderen Vertrauten, nach Strich und Faden verwöhnt. Und so langsam wollte er gar nicht mehr in seinen alten Körper zurück. Nie war es ihm so gut gegangen wie im Moment.
Was er aber noch viel mehr zu schätzen lernte als die neuen Freunde, die unglaubliche Freiheit und die nie gekannte Sicherheit war die Liebe und das Vertrauen das ihm Harry Potter entgegenbrachte. Er liebte es wenn Harry ihn streichelte und mit ihm über Dinge sprach die ihn beschäftigten. An eine Begebenheit erinnerte er sich ganz besonders, weil sie sein gesamtes Weltbild wieder mal auf den Kopf stellte.
„Ron und Mine spinnen echt immer mehr, gestern waren sie sogar bei Albus Dumbledore um ihn vor dir zu warnen. Echt mal, langsam wird es albern, selbst wenn du ein Mensch wärst, du könntest mir nichts tun. Aber das war schon immer das Problem der beiden. Wenn es nicht ihre Idee war ist sie von vornherein schlecht. Besonders Hermine ist da sehr empfindlich. Auch was meine Gefühle für Severus angeht. Merlin, wie ich diesen Mann liebe. Aber die beiden halten mich für einen Masochisten der leiden will. So was bescheuertes, als wäre der Hauptdaseinszweck des Mannes mich zu quälen. Dabei ist Severus Snape viel mehr als die Summe seiner Teile, wenn ich das mal so sagen darf. Das weiß auch Sirius und deswegen hat er auch nichts gegen meine Gefühle. Weißt du, ich hatte am Anfang Angst ihm zu gestehen bei wem ich weiche Knie bekomme und warum ich so schlecht in Tränke bin wo ich doch im letzten Jahr so gute Noten bekommen habe. Aber da er wie ein Vater für mich ist und mich liebt bin ich über meinen Schatten gesprungen und habe es ihm gebeichtet. Ihm und somit auch Remus. Ach ja, den kennst du ja noch gar nicht, er ist Siris Partner.
‚Ha, wusste ich es doch. Aber die anfängliche Reaktion kann ich mir gut vorstellen. Die waren bestimmt nicht begeistert, auch wenn sie es mit der Zeit akzeptiert haben.’
Harry gluckste.
„Ich finde es toll wenn du mir mit deinem süßen Maunzen antwortest. Hm, wo war ich? Ach ja, wie gesagt ich hatte Angst vor der Reaktion aber Siri hat mich überrascht. Er hat mich liebevoll in den Arm genommen und mir gesagt es sei in Ordnung. Ich bin mir heute noch sicher das man in meinem Gesicht den ganzen Unglauben der Menschheit hatte sehen können.“
‚Mir geht es gerade nicht anders. Was ist denn bitte mit dem passiert?’
„Zuerst dachte ich es wäre das Resultat seiner Therapie, aber den Zahn hat mein Pate mir gezogen. Er hat mir erklärt dass er sich schon sehr lange für sein Verhalten Severus gegenüber unglaublich schämt. Und zwar seit ihn mein Vater ins Gebet genommen hat denn weißt du Siri hat Severus beinahe umgebracht und auch noch seinen Partner hineingezogen. Der hat daraufhin damals mit ihm Schluss gemacht. So einen Vertrauensbruch konnte Remus ihm nicht verzeihen.“
‚Kann ich verstehen.’ „Sie kamen auch erst wieder vor einem Jahr zusammen, aber das ist gerade Nebensache. Auf jeden Fall hat sich Sirius extrem geschämt traute sich aber nicht sich bei Severus für sein Verhalten zu entschuldigen. Seine Selbstvorwürfe lebte er anders aus und zwar indem er mit seiner Familie brach. Sirius meint dass das früher oder später vermutlich ohnehin passiert wäre aber er musste sich nach dem Vorfall in der heulenden Hütte beweisen dass er nicht so verkommen war wie seine Familie. Das er zwar ein Idiot war aber nicht über Leichen ging. Und um weiter Buße zu tun wurde er sogar Auror. Er wollte die Unschuldigen beschützen und dazu zählte er mittlerweile auch Severus. Ja, selbst nachdem der zu den Todessern gegangen war. Denn dafür gab sich Siri immer selbst die Schuld.“
‚Was?!“
Severus schoss auf dem Schoß des Jungen in die Höhe und starrte ihn mit großen Augen an.
Harry hob nur belustigt die Augenbraue und kraulte den Kater sanft hinter den Ohren.
„So muss ich damals auch ausgesehen haben. Ja, Sirius gibt sich auch heute noch die Schuld, und zwar nicht nur dafür Severus zu den Todessern getrieben zu haben sondern auch dafür das die Freundschaft mit meiner Mutter zerbrochen ist, schließlich war ihm langweilig und James hat daraufhin seinen Kameraden gequält, aber das führt jetzt zu weit. Auch an seinem Charakter ist Sirius, laut eigener Aussage, nicht unvereidigt. Aber nach wie vor hat er einfach nicht den Mut sich zu entschuldigen. Wobei, korrigiere, den Mut hätte er schon, aber die Gelegenheit hat sich noch nie ergeben. Severus blockt jedes Gespräch ab, was auch verständlich ist, selbst mit Remus möchte er nicht reden. Kein Wunder, der Mann hat ihn bereits zweimal angegriffen. Aber Sirius ist fest entschlossen sich seiner Vergangenheit zu stellen. Irgendwann will er mit Severus reinen Tisch machen. Auch wenn der ihm vermutlich nie verzeihen wird so möchte Sirius ihm doch zeigen dass er nicht mehr das Arschloch von damals ist. Mein Vater wollte sich übrigens ebenfalls mit dem Mann aussprechen aber es kam nicht mehr dazu. Der Krieg hat es verhindert. Ohne Voldemort könnten nicht nur viele Menschen immer noch leben, es würde auch bestimmt weniger Hass geben. Und da rede ich nicht nur von Severus und Sirius sondern auch von Leuten wie Lucius Malfoy. Ich bin mir ganz sicher dass er sich anders entwickelt hätte wenn er nicht einem Fanatiker gefolgt wäre. Was denkst du?“
‚Gute Frage’, musste Severus zugeben.
Aber sein Freund interessierte ihn gerade nur am Rande dafür war er viel zu aufgewühlt über die Dinge die er gerade erfahren hatte. Wenn das alles stimmte, und davon ging der Kater aus, dann würde er Black und Lupin die Chance geben mit ihm zu sprechen. Harry hatte recht der Krieg hatte viel ruiniert, jetzt auf Stur zu schalten würde nur einem Toten, Voldemort, noch mehr Macht über die Lebenden geben. Etwas das Severus nicht wollte. Dafür hatte er nicht gekämpft.
Nachdenklich blickte er nach oben zu seinem Vertrauten und fragte sich wie lange er wohl noch in dieser Gestalt bleiben musste. Es waren mittlerweile drei Monate vergangen seit er Fell trug und langsam vermisste er seinen Körper dann doch. Ja, er hatte einige Zeit mit dem Gedanken gespielt eine Katze zu bleiben aber je mehr er über das Leben seiner Mitmenschen erfuhr desto mehr wollte er wieder ein Teil davon sein. Ein menschlicher Teil.
Es war ein weiterer Monat vergangen und Severus kam nun nicht mehr umhin sich etwas einzugestehen was er lange versucht hatte zu leugnen. Er der düstere griesgrämige Tränkemeister der einfach nicht fair sein konnte hatte sich verändert. Der Schwarzäugige hatte Gefühle entwickelt von denen er nicht gedacht hatte sie irgendwann einmal zu haben. Er, Severus Snape, hatte sich in Harry Potter verliebt. Und das wo er vor vier Monaten noch gedacht hatte der Junge wäre das größte Ärgernis und machte mehr Ärger als er wert war. Tja, so konnte man sich irren. Was hatte er nicht alles über seinen Schüler erfahren. Und damit meinte er nicht nur die Gefühle die dieser für seinen Lehrer hegte. Es war die ganze Art von Harry die Severus für ihn eingenommen hatte. Mittlerweile musste der Lehrer über sich selbst den Kopf schütteln wenn er daran dachte wie engstirnig er selbst war. Auch kam er nicht umhin Sirius Black wieder einmal zuzustimmen, der Lord hatte es mit seiner Art geschafft den Hass in Severus noch zu schüren, und als wäre das nicht schon schlimm genug gewesen hatte er das auch nach seinem Tod noch fertig gebracht.
‚Severus, du warst wirklich lange ein artiger kleiner Bauer. Kein Wunder das dieses Scheusal dich nie verdächtigt hat gegen ihn zu arbeiten. Du hast den Feinden von Voldemort noch mehr Hass entgegengebracht als der selbst. Gut gemacht, du Idiot, zwanzig Jahre totale Vergeudung von Energie und Leben. Großartige Leistung für jemanden der sich selbst für ein Genie hält. Merlin, am Ende muss ich den alten Idiotien noch für seinen Zauber danken. Erst jetzt begreife ich was er damit bezweckt hat. Ha, ich muss ihm in den letzten Jahren wirklich gewaltig auf die Nüsse gegangen sein. Irgendwie tut er mir fast leid, aber nur fast. Immerhin musste ich als Katze herumrennen und das Kistchen verwenden. Glaub nicht das ich mich dafür nicht rächen werde. Aber alles zu seiner Zeit. Zuerst will ich zurück in meinen Körper und mich endlich mit Harry aussprechen. Ich schulde ihm so einige Entschuldigungen außerdem möchte ich mich bei ihm bedanken. Es ist schön sein Vertrauter zu sein, ich will es gar nicht mehr anders. Hoffentlich können wir das auch als Menschen bleiben. Auf keinen Fall möchte ich das Band das uns verbindet je wieder durchtrennen.’
Kaum hatte er diesen Gedanken zu Ende gedacht ging ein Ruck durch Severus’ Körper. Er war nicht dumm und außerdem lange genug Zauberer um zu wissen was das zu bedeuten hatte. Er verwandelte sich gerade zurück. Leider lief er gerade über die Ländereien und hatte keine Möglichkeit sich zu verstecken. Jeder der hier draußen war würde ihn sehen, und das waren nicht wenige.
‚Verdammt, kannst du nicht noch ein paar Sekunden warten?’
Als hätte der Zauber auf ihn gehört hielt er inne. Schnell rannte der schwarze Kater ins Schloss und versteckte sich hinter einer Wand. Dann ließ er die Verwandlung wieder zu.
Als der Zauber abgeschlossen war tastete der Lehrer sich von oben bis unten ab.
‚Gut, keine Katzenohren und kein Schwanz, zumindest kein zweiter’, seufzte er erleichtert auf.
„Sieht so aus als hätte Professor Dumbledore die Wette gewonnen, er war felsenfest davon überzeugt dass Sie sich noch vor Ostern wieder in ihre menschliche Gestalt zurückverwandeln würden.“
Severus wirbelte herum und starrte auf ein Bild. In ihm saß ein junges Mädchen mit einem Einhorn das ihn freundlich anlächelte.
„Ms. Andrea.“
„So hat mich schon lange niemand mehr genannt“, schmunzelte das Mädchen.
„Wie bitte?“
„Für die meisten Betrachter bin ich das Einhornmädchen, meinen Namen kennt fast niemand mehr.“
„Weil wir einen Idioten als Geschichtslehrer haben“, brummte Severus.
„Hihi, immer noch der gleiche düstere Meister der Tränke. Entschuldigen Sie mich bitte, ich bin dazu verpflichtet unserem Direktor zu sagen dass Sie wieder da sind. Ab nächsten Montag werden Sie wohl wieder auf die Schüler losgelassen.“
„Tun Sie das, meine Liebe. Mein Wiedererscheinen wird für viele bestimmt ein Schock sein“, stellte er noch belustigt fest.
Was ihn weniger belustigte war die Tatsache das er schon geraume Zeit beobachtet wurde. Und das nicht von Bildern sondern von Menschen, er wusste sogar von wem denn leise waren sie nicht. Natürlich ließ sich Severus nichts anmerken sondern hörte still dem Gespräch zu.
„Mine, hast du das gesehen?“
„Natürlich, Ron, ich bin ja nicht blind. Ha, wusste ich es doch, dass das kein normaler Kater war. Aber Harry hat ja auf stur geschalten. Hätte er mal auf mich gehört würde er sich jetzt eine große Blamage ersparen.“
„Was meinst du?“
„Na, was wohl? Denkst du Professor Snape wird sein Wissen das er als Kater erworben hat nicht ausnutzen? Der wird Harry fertigmachen. Und zwar ganz sicher vor allen Schülern. So eine Chance lässt der sich doch nicht entgehen.“
„Oh, stimmt. Aber hey, du hast es gesagt, das hat Harry sich selbst zuzuschreiben. Jetzt muss er da durch. Danach kommt er bestimmt wieder zu uns gekrochen und bittet uns um Verzeihung. Schließlich haben wir ihn schon von Anfang an gewarnt. Wir werden ihn auffangen, nicht wahr?“
„Klar, dafür sind Freunde doch da“, bestätigte Hermine.
‚Freunde, soso? Lucius ist einer meiner wenigen Freunde, ich habe ihn allerdings nicht einfach fallen gelassen, selbst dann nicht als er nach Askaban kam. Dazu sind Freunde da. Ihr hättet dem Hut besser zuhören sollen. Aber was weiß denn schon die schleimige Fledermaus? Na wartet, euch wird das Lachen noch vergehen. Aber zuerst will ich mit Harry sprechen.’
Severus wollte sich gerade aus seinem Versteck schleichen als er aufgehalten wurde:
„Pst, Professor, Ihr Hals“, hauchte Lady Andrea, die gerade wieder in ihr Bild zurückgekommen war.
Verwirrt griff sich der Lehrer an besagte Stelle und stutzte. Siedens heiß fiel ihm ein dass er immer noch das Halsband von Harry trug. Schnell entfernte er es und warf dem Mädchen einen dankbaren Blick zu. Erst dann trat er aus seinem Versteck.
„Mr. Weasley, Ms. Granger“, knurrte er mit seiner dunkelsten und bedrohlichsten Stimme.
Wie vom Blitz getroffen zuckten die beiden Jugendlichen zusammen und drehten sich um.
„Professor“, krächzte das Mädchen, von Ron kam gar nichts.
„Was denn, keine klugen Sprüche? Keine Kommentare über den Schleimbeutel der keine Gefühle hat und gern verrecken kann? Sie enttäuschen mich, Mr. Weasley. Und Sie, Ms. Granger? Wo bleiben Ihre besserwisserischen Kommentare? Sie haben es ja immer gewusst, nicht wahr? Nur komisch das sogar Ihr Kater, der mich natürlich sofort durchschaut hat, nicht auf mich reagiert hat. Der scheint eine bessere Menschenkenntnis zu haben als seine Vertraute. Viellicht sollten Sie mal von Ihrem hohen Ross runter und auch andere Meinungen zulassen. So und nun will der eklige Schleimbeutel, der sicher noch nie gefickt wurde und so hässlich wie die Nacht finster ist, das Sie Harry in meine Räume schicken. Und wagen Sie es nicht ihm mit blöden Sprüchen zu kommen. Glauben Sie mir, ich werde es erfahren. Ach ja, bevor ich es vergesse, Nachsitzen bei Filch und jedem anderen der sich Ihrer annehmen will und zwar bis zum Jahresende.“
„Aber, aber.“
„Ja, Mr. Weasley?“
„Sie können uns doch nicht bestrafen weil Sie ein Gespräch belauscht haben“, mischte sich Hermine ein.
„Oh, ich könnte schon wenn ich wollte. Aber keine Sorge, es geht mir nicht um die paar Beleidigungen. Ich bestrafe Sie weil Sie sich Ihrem besten Freund gegenüber absolut schäbig verhalten haben. Sie freuen sich ja sogar darüber das ich ihn angeblich vor der ganzen Schule bloßstellen werde. Ein kleiner Hinweis, es gibt etwas das für einen Slytherin wichtiger ist als die Ehre seines Hauses oder Macht, und das ist Freundschaft. Auf Verrat egal welcher Art reagieren wir immer sehr empfindlich.“
‚Vor allem wenn es den eigenen Vertrauten betrifft.’
Severus beobachtete wie die beiden Jugendlichen die Beine in die Hand nahmen und machte sich dann auf zu seinen Räumen.
Er musste etwa eine Stunde warten bis es an der Tür klopfte. Vermutlich hatten Granger und Wealsey noch versucht bei Minerva für Strafmilderung zu sorgen ehe sie mit Harry sprachen. Aber da kannten sie die alte Krähe schlecht, sie würde sich nie in seine Strafarbeiten einmischen. Ebenso wenig wie er in die ihren. Das war unter den Lehrern in dieser Schule nicht üblich.
„Herein.“
Vorsichtig ging die Tür auf und der Grünäugige betrat das Büro. Als Harrys Blick auf Severus fiel konnte der, endlich ohne Scheuklappen, deutlich sehen was in dem Jungen vorging, er schien sich unbändig zu freuen den Lehrer zu sehen. Severus musste ein Schmunzeln unterdrücken.
‚So offensichtlich und ich habe es nicht bemerkt, was bin ich auch für ein Trottel.’
„Schönen guten Tag Professor, es freut mich Sie wieder an der Schule zu sehen. Hermine und Ron haben mir gesagt Sie wollten mich sprechen. Ist etwas mit meiner letzten Hausaufgabe nicht in Ordnung?“
„Guten Tag, Mr. Potter, in Anbetracht der Tatsache dass Ihre letzte Arbeit bei mir einige Monate zurückliegt muss ich Ihre Frage verneinen. Mir kam allerdings zu Ohren das Sie bei meinem Kollegen wieder sehr gute Noten geschrieben haben. Können Sie mir das erklären?“
„Ähm, ja, .... also, wissen Sie, .... es ist so.“
„Ja?“
„Naja, ich, .... wie soll ich sagen? Wenn .... wenn .... Sie da sind ....“
„Dann können Sie sich nicht konzentrieren weil Sie ständig abgelenkt sind?“
„Woher wissen Sie das?“, platzte es aus Harry heraus.
„Sehen Sie doch mal genau hin.“
Severus begann zu lächelnd und deutete auf seine Zähne. Die hatte Harry ja schon ganz zu Anfang mit einem Zauber gerichtet. Nun waren sie nicht nur gerade sondern auch strahlend weiß.
„Ihre Zähne.“
„Ganz genau, sie sehen nicht mehr aus wie die eines Obdachlosen. Ich danke Ihnen für die Behandlung. Wer hätte gedacht dass der Zustand von Zähnen die Menschen so ablenkt?“
„Sie, woher wissen Sie das? Das habe ich doch nur Hermine und Ron erzählt.“
„Nicht ganz, es war noch jemand dabei, erinnern Sie sich?“
Severus war völlig klar dass Harry nie im Leben damit gerechnet hätte das sein Kater in Wirklichkeit Severus Sanpe war, darum konnte er auch verstehen warum der junge Mann so lange brauchte.
Als dieser allerdings knallrot wurde wusste Severus das er es begriffen hatte.
„Sev“, krächzte dieser.
„Ganz genau.“
„Oh nein, um Himmelswillen. Was habe ich nur, .... oh nein, alles was ich gesagt und getan habe. Nein, nein, nein, bitte nicht.“
„Mr. Potter beruhigen Sie sich.“
„Wie denn? Ich habe mich total lächerlich gemacht. Warum haben Sie das getan?“, wollte der junge Mann mit Tränen in den Augen wissen.
„Ich? Gar nichts habe ich getan, dafür müssen Sie sich schon bei unserm Schulleiter bedanken. Er hielt die Verwandlung für eine gute Idee und wie Sie sich denken können hat er mich vorher nicht um Erlaubnis gefragt.“
„ICH BRING IHN UM!“
„Stellen Sie sich hinten an.“
„Professor, es tut mir so leid ich wusste doch nicht. Oh Gott, ich habe Sie an mich gebunden. Nein, bitte nicht, ich, ich kann einfach nicht. Wie soll ich das je wieder gut machen?“, und mit den Worten drehte sich Harry um und wollte aus dem Raum stürmen.
Aber auch damit hatte Severus bereits gerechnet. Er kannte den Schüler mittlerweile gut genug um zu wissen dass der sich vor seinen eigenen Gefühlen manchmal fürchtete, auch wenn er anderen nichts davon zeigte. Und das er sich nun in einem Erdloch vergraben wollte stand für Severus auch fest. Nur hatte er selbst andere Pläne. Er schoss nach vorne und griff sich den jungen Mann indem er ihn einfach umschlang.
„Professor, bitte, lassen Sie mich gehen“, wimmerte der Junge.
„Nein.“
„Warum nicht?“
„Weil du mir ein Versprechen gegeben hast, schon vergessen? Du wolltest mich für immer beschützen.“
Der Lehrer hob seinen rechten Arm vor Harrys Augen und schob mit der anderen Hand den Ärmel nach oben.
„Das, das ist doch.“
„Ganz genau“, bestätigte der Lehrer.
Beide sahen auf das Halsband das Severus vorhin in ein Armband verwandelt hatte. Nie würde er das Ding um den Hals tragen aber so war es durchaus in Ordnung.
„Sie tragen es weiterhin?“
„Ich werde es nie wieder abnehmen. Du hast mir damit nicht nur geholfen und mich vor den anderen Schülern geschützt sondern mir damit auch gezeigt was ich dir bedeute. Es tut mir leid das ich dir deinen Kater wegnehmen muss, aber ich hoffe das du mich auch weiterhin als Vertrauten annimmst.“
„Vertrauten?“
„Ja, Harry, wir haben ein starkes Band und das geht schon lange nicht mehr nur von deiner Seite aus. Ich habe es ebenfalls geknüpft und zwar sehr stark. Du kannst es nicht mehr trennen und auch ich bin dazu nicht mehr in der Lage.“
„Sie wollen nicht?“
„Nein, und gilt dein Versprechen mich zu beschützen immer noch?“
Harry drehte den Kopf ohne sich aus der Umarmung zu winden.
„Du bist mein Vertrauter und mein über alles geliebter Severus, ich werde dich immer beschützen. Verlass dich drauf.“
„Und ich werde dir jeden deiner Wünsche erfüllen. So wie es sich für einen guten Vertrauten aber auch für einen Partner gehört.“
„Einen Wunsch könntest du mir sofort erfüllen.“
„Ja?“
„Bitte, küss mich.“
„Dein Wunsch ist mir Befehl mein Vertrauter.“
Sanft drehte er Harry um damit er dem jungen Mann seinen Wunsch erfüllen konnte.
Natürlich hatte Severus seine Peiniger der letzten Monate und auch den Albus nicht vergessen und auch mit Black und Lupin musste er noch reden. Aber sie alle konnten warten, zuerst würde er einige Wünsche erfüllen die sein Vertrauter an ihn hatte. Außerdem hatte er vor das magische Band noch weiter zu verstärken. Niemand sollte ihm seinen geliebten kleinen Vertrauten wieder wegnehmen. Er war, wenn auch nun wieder ein Mensch, immer noch ein Kater, und die waren sehr besitzergreifend.
„Das Ende ist genau so schlecht wie es die meinen immer sind. Aber für die Länge und alles andere gebührt dir großes Lob.“
„Hm, klingt fair. Ich gebe es ja zu, ein Ende ist alles andere als leicht zu schreiben. Vielleicht bin ich beim nächsten Mal besser?“
„Diese Hoffnung habe ich bei mir auch immer. Na dann, bis zum nächsten Mal. Und hey, ihr da draußen, ich will viel Lob für unseren Hut lesen.“
„Oh, ich, also, das ist doch nicht nötig, aber ich würde mich freuen. Bis dann“
Hut und Katz
P.S. wer etwas über meine anderen Geschichten wissen will muss auf mein Profil schauen.