Luke war geschockt.
Als er das Zimmer betrat, wirkte es so, als ob wir nackt wären. In Wirklichkeit, war Calum nur nackt, während ich meine Unterwäsche mit der Bettdecke verdeckte. Calum schlief noch neben mir, einen Arm um meine Hüfte geschlungen. Alles was ich tun musste, war Luke anzugrinsen, damit er verstand, was ich meinte. Er hatte nicht wirklich erwartet, dass ich die Wette gewinnen würde; er dachte wirklich, dass Calum nichts mehr mit mir tun würde, nachdem wir ´Sex hatten´.
Trotzdem könnte Luke Recht haben, da wir ja eigentlich keinen Sex hatten. Ich war ja nur mit meinem Mund beteiligt…
Schnell verließ Luke das Zimmer, mit einem verwirrten Gesichtsausdruck. Ich versuchte mich aus Calums Griff zu lösen, aber dieser war ziemlich fest. Ich streckte meine Hand zu meinem Handy und konnte es mit meinen Fingerspitzen zu mir holen. Dann schaute ich auf dem Bildschirm und bemerkte, dass es erst 9 Uhr war; also noch zwei Stunden, bis wir aus dem Zimmer raus sein mussten. Während ich zuerst noch meinen Lockscreen betrachtete, landeten meine Augen schließlich auf dem Kamera Button. Meine Augen verweilten einen Augenblick darauf, währen ich die Argumente dafür und dagegen abwägte.
Aber dann tat ich es trotzdem. Ich öffnete die Innenkamera, sodass Calum und ich zu sehen war. Bevor ich ein Bild machte, betrachtete ich uns beide. Calum sah so friedlich aus und ich so…ich passte einfach nicht in dieses wunderschöne Bild. Ich glaube mein Selbstbewusst sein war noch nie so groß ausgeprägt, da ich immer mit wunderschönen Leuten befreundet war, aber Calum konnte so viele Leute bekommen, die um Welten besser waren als ich. Ich verstand immer noch nicht, warum er sich nicht jemanden anderes zuwandte, da wir immer noch nicht miteinander geschlafen hatten.
Trotzdem machte ich ein Foto, nachdem ich meine Augen geschlossen hatte und so tat, als ob ich schlief. Danach schloss ich die Kamera und ging auf Twitter, wo ich mich entschloss etwas zu tweeten. Hatte die besten zwei Nächte meines Lebens. Dann fügte ich noch eins der Bilder hinzu, die Maddy und ich vor ein oder zwei Nächten in der Hotelbar gemacht hatten, bevor ich mein Handy sperrte.
Ich überlegte, aber fasste trotzdem den Entschluss, dass ich bald aufstehen müsste, damit wir genug Zeit hätten um unsere Sachen zu packen, bevor wir das Zimmer verlassen müssen. Ich wusste nicht mal, ob ich Cal jemals wiedersehen würde. Auch wenn dies nicht geschehen würde, hatte ich die beiden besten Nächte meines Lebens und ein Erinnerungsfoto.
„Hey Cal“, flüsterte ich und drehte mich um, damit ich ihn an der Schulter rütteln konnte, damit er aufwachte. Wäre es okay zu gehen, ohne dass ich ihn aufwecke?
Ich Entschloss mich es einfach zu tun und wandte mich aus seinem Griff. Auf dem Boden fand ich meinen BH und das Kleid der vorherigen Nacht und versuchte die Sachen so leise wie möglich anzuziehen. Ich konnte nicht anders, als über die Situation zu lachen. Ich versuchte zwar leise zu sein, aber machte stattdessen nur laute Geräusche. Nachdem ich mich angezogen hatte, warf ich einen Blick auf den schlafenden Calum Hood und flüsterte ein leises „Tschüss“, da ich annahm, dass ich ihn zum letzten Mal sah.
Ich meine, so wie es aussah, hatte er kein Interesse daran, etwas mit mir zu tun, was nicht mit körperlichen Berührungen zusammenhing, also gab es eigentlich keinen Grund, warum er den Kontakt halten würde. Ich biss mir auf die Unterlippe und überlegte, ob ich meine Nummer da lassen sollte oder nicht.
Schließlich entschied ich mich für meinen Twitter Account. Ich lief zum Nachtschränkchen, wo ein Notizblock und ein Stift drauf lagen und schrieb: Es war schön dich kennenzulernen. Vielleicht sehen wir uns ja nochmal, bevor ich sterbe?-Hayley aka @hxleyeah
Perfekt. Nicht zu viel, aber es gab eine Möglichkeit, mich zu kontaktieren.
Ich drehte mich um und trat durch die Tür, ohne einen letzten Blick zurück zu werfen. Dann drehte ich mich doch noch einmal um und betrachtete die Tür. Zimmer 607. Ich entschloss mich ein Foto von der Tür zu machen; ich hatte eh noch nicht genug Fotos gemacht, was ich in diesem Moment bereute.
Mit all dem Glück, dass mir in letzter Zeit wiederfuhr, durfte ich mir den Aufzug mit Luke teilen.
Schon wieder traf mich die Ironie, als ich daran dachte, wie froh ich vor ein paar Tagen gewesen wäre, wenn genau das passiert wäre. Ich hätte wahrscheinlich losgekreischt und ihn umarmt. Jetzt fragte ich mich eher wieso musste dieses Kind immer überall sein?
„Oh“, sagte ich, als er den Aufzug nach mir betrat.
„So, wie fühlt es sich an ein offizieller Groupie zu sein?“, fragte Luke, genauso unfreundlich wie immer.
„Ich fühl mich billig, aber gleichzeitig wunderbar“, antwortete ich in der Hoffnung, ihn zu verwirren. „Wie fühlt es sich an zu wissen, dass du die Wette verloren hast?“
„Habe ich wirklich verloren? Warum gehst du dann so früh?“, grinste er mich an.
„Er schläft noch und weiß nicht mal, das ich schon gegangen bin“, antwortete ich und sah zu, wie das Grinsen aus Lukes Gesicht verschwand. „Warum bist du so früh wach?“, fuhr ich fort. „Hast du ein weiteres Mädchen in deinem Bett liegen, dem du nicht begegnen möchtest?“
„Ja. Wenigstens kann ich mit mehreren Leuten in einem Monat schlafen“, antwortete er mit einem selbstgefälligen Grinsen im Gesicht.
„Luke, eines Tages werden dich die Gefühle erwischen. Dann wirst du dich fragen, was los ist, während ich vor dir stehe und dich auslachen werde.“, warnte ich ihn.
„Haley Honey. Du wirst nicht mehr beim Mittagessen dabei sein und erst recht nicht, wenn ich jemals Gefühle für eine Person habe.“ Ich betrachtete die Decke des Aufzugs und verfluchte ihn dafür, dass er so lange brauchte. Ich wollte mich nicht mit diesem Arsch unterhalten. „Hast du mal daran gedacht, dass ich dich vor Calum beschützen wollte?“, fügte er hinzu, diesmal mit weicherer Stimme.
„Warum solltest du das tun?“, murmelte ich, als sich die Aufzugtüren in meinem Stockwerk öffneten und ich ihn verließ, bevor er meine Frage beantworten konnte. Die Türen schlossen sich hinter mir und ich lief durch den Flur, während mich eine Frage innerlich quälte.
Warum musste das Leben verdammt noch mal so kompliziert sein?
Als ich endlich unser Zimmer erreichte, suchte ich erst mal nach meinem Zimmerschlüssel. Da ich ihn nicht finden konnte, klopfte ich an der Tür. „Hey Mads, ich bins Haley.“ Keine Antwort.
Diesmal klopfte ich lauter gegen die Tür. „Maddy!“ Nachdem ein paar Geräusche aus dem Inneren ertönten, öffnete mit Ashton die Tür. Dieser hatte sich nur eine Decke um den Körper geschlungen.
Ich warf ihm einen Todesblick zu. „Du willst mich doch verarschen, oder?“, murmelte ich und entdeckte Maddy, die immer noch im Bett lag. „Ashton, du solltest jetzt gehen, wir müssen jetzt packen“, sagte ich und schenkte ihm mein festes gefaktes Lächeln. Ich war immer noch sauer darauf, dass er Maddy als Schlampe bezeichnet hatte und sie ihm einfach vergeben hatte.
„Aber-“, protestierte er, während ich ihn einfach aus dem Zimmer schubste, ohne ihm seine Klamotten zu geben.
„Aber nichts. Du hast ihre Nummer und genug Geld um dir neue Klamotten zu kaufen. Aber zuerst“, ich grinste ihn an, „Lasst uns ein Selfie machen“, Ich lachte über Ashtons verdutztes Gesicht. Er stand nur mit der Bettdecke bekleidet auf dem Hotelflur.
Bevor er ein weiteres Mal reagieren konnte, schoss ich ein weiteres Foto von ihm, bevor ich ihm die Tür vor der Nase zuschlug. Yes! Noch mehr Erinnerungen, durch noch mehr Fotos.
„Verdammt noch Mal Haley! Was war das?“, fragte Maddy immer noch im Bett liegend. Sie klang sauer, aber das war ich auch.
„Ich hab ihn rausgeschmissen“, antwortete ich schulterzuckend. „Warum hast du ihn verdammt noch mal in den Bett gelassen- wieso hast du ihn in dich gelassen?“, fragte ich.
„Weil er recht hatte. Ich habe den Fehler mit Michael begannen“, flüsterte sie.
„Das gibt ihm trotzdem nicht das Recht, sein Ding in dich zu stecken“, fuhr ich fort.
„Haley, du musst den Grund verstehen. Er ist Ashton, du weißt, was er alles für mich getan hat…“ Der letzte Satz blieb unvollendet in der Luft hängen, dennoch wusste ich was sie meinte.
„Okay Maddy, aber falls du es noch nicht bemerkt hast, die Kerle die wir eigentlich kannten- und diese Kerle- sind total verschiedene Leute.“
„Dieser Ashton, der all die Keeks aufnimmt und sich mehr um die Fans kümmert, muss irgendwo in ihm stecken, Haley, das muss er.“
Ich wollte ihr gerade antworten, als uns ein Klopfen an der Tür unterbrach. Ich wollte demjenigen, der so ein wichtiges Gespräch unterbrach am liebsten eine Klatschen. Dieses Gespräch musste dringend geführt werden. „Nachdem ich diese Person weggeschickt habe, gehen wir und es wird nicht mehr wichtig sein Maddy“, sagte ich und drehte mich zur Tür, um diese seufzend zu öffnen.
Es war Ashton, aber diesmal trug er Klamotten. „Hi, kann ich mein Handy haben?“, fragte er, bevor ich ihm wieder die Tür vor der Nase zuknallen konnte. Er schaute von mir zu Maddy und dann zu seinem Handy, welches auf dem Bett lag. Ich wollte es ihm gerade holen, als er mich zur Seite schob und es selber holte und zum Schluss einen Kuss auf Maddys Lippen drückte.
Dieser Kuss ließ meine Wut verrauchen. Es zeigte mir, dass Maddy vielleicht doch Recht hatte-vielleicht brauchten diese Jungs einfach Hilfe, um sich selbst wieder zu finden.
Ich schlug die Tür hinter Ashton zu, nur um 30 Sekunden später ein Klopfen zu hören. Ich schrie Ashton schon an, bevor ich die Tür vollständig geöffnet hatte.
„Ashton, ich hab dir verdammt nochmal gesagt-“
Es war Calum.
„oh hi“, sagte ich.
„Hi“, begrüßte er mich und lächelte ein Lächeln, welches mir langsam Angst einjagte.
„Ehm was machst du hier?“, fragte ich und versuchte nicht unfreundlich rüber zu kommen. Wie erwartete gelang mir das nicht.
„Du gehst noch nicht“, sagte Calum innerhalb zwei Sekunden, sodass es wie dugehstnochnicht klang.
„Calum, ich hab nicht genügend Geld- ich habe eine Familie und ich muss zu Schule-“
„Eine weitere Nacht, ich bezahle eine weitere Nacht. Für uns geht es morgen sowieso nach London, damit du weißt, dass ich wirklich nur eine weitere Nacht meine“, flehte Calum. Ich wusste nicht, was ich antworten sollte.
Hatte ich seinen Schwanz so gut gelutscht?
„Warum?“, fragte ich schließlich.
„Es gibt eine Sache, die du erleben musst, bevor du nach Hause kannst“, er legte eine kurze Pause ein, in der ich ihn erwartend anschaute. „Wendsday night parties.“
Widmung geht an iXamXcrazy, für die ellen langen Kommetare *-*♥
Irgendwie nicht mein Lieblingskapitel, aber naja...dafür länger als sonst:)
Jasminxx