Unser Internat

By Geist000

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Aufgepasst! Diese Geschichte wird zusammen mit Ghost88 geschrieben, er schreibt aus der Sicht von Ima. More

Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 3

Prolog

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By Geist000

Ich gab dem Busfahrer meine Tasche und machte mich auf den Weg zur Tür des Busses.
Ohne mir weiter Gedanken zu machen stieg ich ein. Der Bus war beinahe leer. Ich konnte nicht mehr als zehn andere Personen in den Sitzen ausmachen, als ich den Gang betrat.
Ein Glück, das letzte auf das ich jetzt Lust hatte war gezwungener Smalltalk mit einem meiner neuen Mitschüler.
Ich hatte eine drei Stündige Zugfahrt hinter mir, bevor ich endlich zu einer  der Bushaltestellen gekommen war, von denen das Internat Rosenstolz seine Schüler zu sich bringen ließ. Ich hasste Zugfahrten, es gab nichts was mich mehr stresste.
Und na ja ich war zu schlecht Gelaunt, um jetzt eine nette Konversation mit jemandem zu führen.
Warum sollte ich auch? Ich hatte genau ein Jahr an dieser Schule zu verbringen bevor ich frei war und dieses Jahr würde ich so wenig wie möglich mit den Leuten dort reden.
Immerhin war es ein Internat, dass hauptsächlich Jugendliche mit psychischen Problemen aufnahm und ich für meinen Teil hatte beschlossen dort niemanden an mich ran zu lassen.
Wer weiß was für einen psychischen Knacks mein Gegenüber da hatte und meine schwächen am Ende gegen mich verwendete.
Ich dagegen hatte keine psychischen Probleme, generell war ich der Meinung, dass psychische Probleme nur existierten, wenn man sie zuließ. Demnach hatte ich keine. Punkt.
Meine Mutter war diejenige die beschlossen hatte, dass ich nach dem Tod meines Vaters vor 4 Monaten nicht mehr zurechnungsfähig war und ohne mich zu fragen hier eingeschrieben hatte.
Gut möglicherweise hatte mein Verschwinden kurz nach seinem Tod nicht unbedingt zu meiner Verteidigung beigetragen, aber ich hatte trotzdem keine Probleme. Meine Mutter hatte einfach nur einen Grund gesucht und gefunden mich loszuwerden.

Der Bus fuhr noch zwei Stunden bevor das nächste Mal etwas interessantes passierte.
Der Bus hielt immer wieder in dieser Zeit an und ließ Leute zusteigen, zu meiner Verwunderung auch Leute die eindeutig zu alt waren, um in ihrem letzten Schuljahr zu sein, wie ich es war.
Vielleicht ließ das Internat ja auch generell Leute mitfahren, die in die Stadt mussten in der Rosenstolz lag

Die meisten Leute waren allerdings etwas jünger als ich und machten mir und meiner angeschlagenen Laune definitiv zu viel Lärm, also versuchte ich zu dösen wärend meine Musik sie einiger Maßen übertönte.

Nach besagten zwei Stunden merkte ich wie sich jemand neben mich setze und ich öffnete sehr wiederwillig meine Augen.
Ich dachte der Rucksack neben mir hätte klar gemacht, dass ich nicht an Gesellschaft interessiert war.
Ein zwanzig jähriger Typ musterte mich gerade ausgiebig von der Seite und guckte erschrocken weg als er merkte, dass ich ihn erwischt hatte.
Pfff sollte er doch gucken. Und selbst wenn ich was im Gesicht hatte, solange er mich in Ruhe ließ durfte er sich gerne darüber lustig machen.
Ich wollte gerade weiter damit machen, die Welt um mich zu ignorieren, da viel mir mein Rucksack wieder ein.

"'tschuldige", sagte ich deshalb zu dem Fremden und stupste leicht mit meinem Ellenbogen gegen seinen und wartet, dass er mich anschaute.
Es dauerte ein paar Sekunden bis er auf mich reagierte gerade so als müsste er erst überlegen ob er mich nicht einfach ignorieren konnte.
"Ja?", sagte er aber schließlich und schaute mir in die Augen. Grüne, interessant, aber nichts besonderes.
"Wo is mein Rucksack gelandet?"
Kurz guckte er verwirrt und kniff ein Auge leicht zusammen. Er schien dieses Gesicht unbewusst zu machen, war aber irgendwie süß. Also ganz objektiv betrachtet.
"Der hier neben mir auf dem Sitz stand?", versuchte ich ihm auf die Sprünge zu helfen. Der schnellste war er schon Mal nicht.
Die verwirrte Miene verschwand.
"Ah ja, der is da oben.", sagte er und deutete zu der Gepäckablage über unseren Köpfen.
Ich lehnte meinen Kopf etwas zu ihm hin, um besser sehen zu können.
Ich sah meine Tasche etwas über die Ablage hinaus lucken und war beruhigt.
Irgendwie wurde mir plötzlich bewusst wie nahe ich dem Typ mit dieser Aktion gekommen war. Unangenehm. Also nicht wirklich, aber irgendwie merkwürdig.
"Ok gut.", sagte ich und lehnte mich schnell wieder in meinen Sitz zurück.
Er roch gut.
Ich schloß  meine Augen wieder und drehte die Musik in meinen Kopfhörern lauter.

"Hey", flüsterte mir eine Stimme ins Ohr.
Wieso war diese Stimme mir denn so Nahe?
"Wir machen jetzt die letzte Pause für die  nächsten zwei Stunden, weil da keine Raststätten mehr sind falls du nochmal was essen oder auf die Toilette willst."
Nop. Ich reagierte nicht in der Hoffnung einfach wieder einzudösen.
"Ich würde jedenfalls gerne aufstehen.", fügte die Person hinzu.
Verschlafen hob ich meinen Kopf leicht in die Richtung der Stimme.
Meine Augen brauchten kurz, um sich an die dunkle Umgebung zu gewöhnen.
Grüne Augen schauten genau in meine und waren nur Zentimeter von meinen entfernt.
Ich hatte anscheinend seine Schulter als Kissen genutzt. Ups.
Schnell zog ich mich wieder auf meinen Sitz zurück.
"Ähm ja klar. Sorry" Ich lächelte etwas verlegen. Peinlich. Hoffentlich hatte ich nicht gesabbert.
"Alles gut. Du bist ganz putzig, wenn du schläfst.", schmunzelte er.
Putzig?!
Er schaute mir immernoch in die Augen.
"Kannst gerne weiter auf mir schlafen, nach der Pause." Etwas blitzte in seinen Augen auf. Etwas das den eigentlich unschuldigen Inhalt seiner Worte weniger Unschuldig wirken ließ.
"Pass bloß auf, wenn du das anbietest werde ich das auch machen.", warnte ich ihn und schmunzelte auch, die Mögliche Zweideutigkeit ignorierend.
Daraufhin grinste er nur noch etwas breiter.

Als erstes verschwand ich auf die Toilette und danach holte ich mir eine heiße überteuerte Schokolade aus dem Raststätten-Bistro und setzte mich an einen der Tische.
Die meisten anderen aus dem Bus schienen sich bereits zu kennen, denn sie alle unterhielten sich zusammen an anderen Tischen und ich beobachtete sie.
Ich wäre gerne einfach zurück in den Bus gegangen, aber der Fahrer machte selbst Pause und damit musste ich mich noch 45 Minuten gedulden.

Meine Mitschüler wirkten eigentlich ziemlich normal. Sie sahen weder komisch oder zwielichtig aus noch führte irgendjemand angeregte Selbstgespräche.
Das Lachen eines Mädchens hallte unnatürlich Laut durch die Raststätte und riss mich aus meinen Beobachtungen.
Verwirrt schaute ich zu einem Tisch rechts von mir.
Dort saß das Mädchen zu dem offensichtlich das Lachen gehörte seitlich zu mir und zu mir gewandt am gleichen Tisch saß mein Sitznachbar aus dem Bus.

Mein Blick blieb an ihm hängen.
Er sah nicht schlecht aus. Jetzt im Licht konnte ich ihn das erste Mal richtig sehen. Seine breiten Schultern kamen in dem T-Shirt was er trug gut zur Geltung und spannte sich leicht über seinen Brustmuskeln und seinem Bizeps. Er hatte blonde Haare und durchaus ein Gesicht, das sich sehen lassen konnte.
Er sah nicht wirklich freundlich aus. Er strahlte eine kühle Grunddistanziertheit aus, die mich ziemlich beruhigte.
Um diesen Typen musste ich mir auf jeden Fall keine Gedanken machen, selbst wenn er auch in Rosenstolz sein sollte, so jemandem würde mir niemals gefährlich werden. Egal in welcher Hinsicht.
In dem Moment wandte er seinen Blick von dem Mädchen ab und guckte zu mir.
Er ließ seinen Blick über mich wandern und landete schließlich bei meinen Augen.
Ich nahm es ihm nicht übel. Immerhin hatte ich gerade bei ihm das gleiche gemacht, auch wenn ich nicht wusste was bei mir da so Sehenswert war.
Auf die Distanz brachte mich sein Blick allerdings kein bisschen aus dem Konzept. Ich hielt seinem Blick stand und er schaute auch nicht weg.
Das Mädchen redete einfach weiter und er sagte ab und zu etwas dazu doch sein Blick kehrte immer wieder zu mir zurück.

Irgendwann erhob sich das Mädchen von ihrem Stuhl und stöckelte auf ihren hohen Schuhen davon. Vermutlich auf die Toilette.
Mir wurde das Gestarre etwas zu viel, also erhob ich mich sobald sie verschwunden war.
Es waren nur noch 15 Minuten bis der Bus weiter fuhr, also ging ich in die Richtung.

"Hey, warte Mal.", ertönte eine Stimme hinter mir nachdem ich 5 Minuten draußen etwas hilflos rumgeirrt war.
Ich wusste wo der Bus stand, aber ich wollte nicht schon wieder alleine zwischen den anderen Leuten stehen, die alle jemandem zum Reden hatten.
Für gewöhnlich machte mir das alleine sein nichts aus, aber zwischen anderen fühlte ich mich dann doch sehr schnell einsam.
Ich drehte mich um.
"Zum Bus geht's in die andere Richtung.", erinnerte mich mein Sitznachbar.

"Stimmt, aber ich wollte noch ein bisschen alleine draußen rumlaufen bevor es weiter geht.", erklärte ich ihm.
"Ach so.. ", antwortete er darauf. "Dann geh ich wohl besser wieder.", fügte er hinzu und wandte sich zum gehen.
"Nein nein, schon gut. Kannst mir gerne Gesellschaft leisten.", hielt ich ihn auf und lächelte leicht.
Leider bleib in dem Moment mein Fuß an einem Bodschein hängen und ich stolperte. Keine Sekunde später landete ich sanft in den Armen des Typen.
"Vorsichtig.", sagte er leicht schmunzelt und hob mich an meiner Talie wieder aufrecht.
Mein Kopf ruhte jetzt an seinem Hals und seine Hände hielten mich stabilisierend an der Talie.
Er schob mich nicht von sich weg und ich bewegte mich auch nicht.
Meine Hände waren irgendwie an seinen Schultern gelandet und ohne drüber nachzudenken strich ich sanft mit meinen Fingerspitzen über seine Arme und blieb auf seinen Oberarmen liegen.
Er zog mich als Reaktion etwas näher zu sich heran.
Ich dachte nicht nach. Ich genoß die Nähe. Es war so lange her, dass mich jemand so gehalten hatte. Ich lauschte seinem Atem. Seinem Herzschlag. Es war beruhigend. Friedlich.
Und dann wurde mir mit einem Schlag die Absurdität der Situation bewusst.
Ich räusperte mich und trat entschieden einen Schritt zurück.
Er hinderte mich nicht daran.

Ich schaute ihn an, während ich versuchte herauszufinden was das gerade gewesen war.
Sein Blick verriet gar nichts. Nicht Mal seine Mundwinkel zuckten.
"Ja manchmal bin ich ganz schön tollpatschig.", sagte ich um die merkwürdig Stille zu überwinden. "Wir sollten auch Mal los."

Er antwortete nicht. Er schaute mich nur an und legte langsam seine Hand an meine Wange. Meine Hände wanderten automatisch an seine Talie und ich zog ihn wieder näher an mich.
Seine zweite Hand schob sich in meinen Nacken und wir küssten uns.
Seine Lippen berührten meine. Langsam und vorsichtig. Ich fuhr über seine Rippen hoch zu seinen Schultern und schlang schließlich meine Arme um seinen Hals, während er mit seinen Händen zu meiner Talie fuhr und dabei eine Gänsehaut auf seinen Bahnen hinterließen.
Meine Knie wurden weich und er zog mich näher an sich heran.
Ich weiß nicht mehr wie lange wir da schon standen, doch irgendwann öffneten seine Lippen meine und ich spürte seine Zunge in meinem Mund.

"Mitch!? Wo bist du?" Die Worte sickerten nur langsam zu meinem Verstand durch. Sehr langsam.
"Mitch?", diesmal war die Stimme verdammt nahe. Erschrocken stieß ich ihn von mir weg und schaute in die Richtung aus der die Stimme gekommen war. Doch es war zu dunkel, um irgendwas sehen zu können.
Mit einem mal fühlte ich mich komisch. Ganz so als wäre ein Gefühl, dass ich in dem Moment nicht hatte definieren oder aktiv merken können mit seiner Berührung verschwunden und jetzt merkte ich erst dass etwas da gewesen war.
Ich schaute ihn kurz an, doch brach sofort den Augenkontakt ab.
Das alles war einfach viel zu surreal.
Das Mädchen mit dem penetranten Lachen kam in unsere Sichtweite und ich wandte mich zum gehen, als er von ihr abgelenkt wurde.
Er hatte mich vorher angeschaut. Immer noch absolut undeutbar. Unmöglich rauszufinden was er dachte.

Im Bus angekommen setzte ich mich sofort auf meinen Platz und schaltete meine Musik an.
Musik war meine Art die Welt, um mich herum komplett auszuschließen und nichts wollte ich im Moment dringender.
Was hatte ich mir nur dabei gedacht einen Typen zu küssen von dem ich noch nicht Mal den Namen kannte?
Und noch viel besorgniserregender wieso wollte ich es wiederholen? Warum war ich so neugierig darauf, dass Gefühl von dem ich noch nicht einmal sicher war ob es ein positives oder negatives gewesen war, nochmal zu fühlen?

Mein Sitznachbarn setzte sich nur einige Minuten später auf seinen Platz neben mir. Wir schauten uns beide verstohlen an. Ich sah ihn an während Engelchen und Teufelchen in meinen Kopf diskutierten ob ich nicht besser weg gucken sollte.
Doch selbst wenn ich gewollt hätte, irgendwas an seinem Blick ließ mir keine Wahl. Deshalb beobachteten wir uns aus den Augenwinkeln.
Das Mädchen, das uns unterbrochen hatte betrat nur kurze Zeit später den Bus. Sie lächelte ihm kurz zu und entfernte etwas verschmierten Lippenstift um ihren Mund.
Mich dagegen behandelte sie wie Luft. Sollte mir Recht sein. Ignoriert werden bedeutet keinen Ärger.
Mein Blick wanderte automatisch zu seinem Mund und die Erinnerung an unseren Kuss flammte sofort wieder auf. Solange bis ich einen leichten Lippenstiftrest in seinem Mundwinkel entdeckte.
Abrupt wandte ich meinen Blick ab und starrte aus dem Fenster.
Draußen war es dunkel deshalb starrte ich in meine Reflexion und die des Typen. Sein Kopf war in meine Richtung gewandt.
Verdammt, ich wusste gar nichts über ihn. Er hatte bestimmt nochmal das gleiche mit dem anderen Mädchen nach mir abgezogen, wer weiß wie viele Leute er schon geküsst hatte und wie hoch war wohl die Wahrscheinlichkeit dass eine von diesen Herpes gehabt hatte.

Unruhig dämmerte ich schließlich ein.
Mitten in der Nacht wurde ich noch einmal wach. Mein Kopf lag wieder auf seiner Schulter und seine Wange ruhte auf meinem Kopf. Sein Arm hatte er um mich gelegt.
Da war das Gefühl wieder. Schwächer als bei unserm Kuss, aber da.
Es war.... ein gutes Gefühl... es war warm, aber ich wusste trotzdem immer noch nicht was es war.
Und ich schlief wieder ein.

"Guten Morgen ihr Schlafmützen.", weckte mich eine männliche kratzige Stimme durch einen Lautsprecher. "Alle die es noch nicht mitbekommen haben, wir sind am Internat Rosenstolz angekommen. Also aussteigen bitte. Und denkt daran euren Müll mitzunehmen. Und viel Erfolg im neuen Schuljahr."
Mein Sitznachbar war verschwunden.
Sehr gut, wenn ich Glück hatte würde ich ihn nie wieder sehen.
Eine mögliche Problemquelle weniger.
Schnell griff ich mir meinen Rucksack und verließ den Bus.
Die meisten Leute waren schon aus dem Bus ausgestiegen.

Ich fand mich auf einem Innenhof wieder, der durch ein Tor aus metallernen Gitterstäben rein theoretisch geschlossen werden würde. Im Moment war es allerdings offen, weil der Bus ja irgendwie auf den Hof hatte fahren müssen.
Ich schaute mich um. Verdammt, hier war es gar nicht Mal so übel. Das Schloss wirkte alt und ehrwürdig, sowie aber auch modern zugleich und befand sich mitten in den Alpen. Die Sonne stieg gerade über den Bergen auf, die das Schloss einrahmten.
Mit etwas Glück war hier vielleicht ein Skigebiet in der Nähe. Ich musste auf jeden Fall später Mal nachgucken, ob ich da was fand. Und zum Motorrad fahren waren hier auf traumhafte Bedingungen.
Ich ging auf die andere Seite des Busses und schnappte mir meinen Koffer, den der Busfahrer bereits mit allen anderen ausgeladen hatte.
Die meisten aus dem Bus mussten schon verschwunden sein, denn auf dem Kopfsteinpflaster standen nur noch um die zehn Koffer herum.
Etwas unentschlossen suchte ich den Platz nach einem Schild ab, dass mir verriet wo ich mich anmelden musste.
Ich fand zwar kein Schild, aber die weit geöffneten Flügeltüren sah ich jz einfach Mal als Wink mit dem Zaunpfahl an.
"Jedes Jahr die gleiche warme Begrüßung...", murmelte ein verschlafenes Mädchen ironisch, als es an mir vorbei ging, um ihren Koffer zu holen.
Ah ja, wir waren also nicht zu spät. Das war wohl immer so.
Gemütlich machte ich mich also auf den Weg in Richtung der Türen. Und machte dabei absichtlich langsam, sodass das Mädchen mich überholte und mir zeigte wo ich hin musste.

Wie sich herausstellte hätte ich mir die Aktion mit dem Mädchen folgen sparen können, denn als ich das Foyer betrat in das mich die Flügeltüren führten, fand ich direkt auf der linken Seite eine Rezeption mit einer alten Dame dahinter.
Das Mädchen begrüßte sie nur als Frau Meißner, nahm einen Zettel von ihr entgegen und Schlüssel und stapfte die Treppen hoch.
Mein Empfang ging nicht ganz so schnell, aber auch ohne weitere Vorkommnisse.
Ich nannte ihr meinen Namen. Sie teilte mir mit, dass ich in Raum 312 in einem Doppelzimmer mit einem anderen Mädchen untergebracht war, dass bereits angekommen war.
Mit Doppelzimmern hatte ich gerechnet, alles ok bis dahin. Was ich ehr weniger witzig fand war, dass ich einmal die Woche zum Psychodok musste, weil meine Mutter angegeben hatte, dass ich nicht psychisch stabil war.
Oder vermutlich hatte sie dem Internat einfach meine Krankenakte zukommen lassen und die sagte dass vermutlich.
Außerdem war ich wegen meinem Ausreißer anscheinend als "fluchtgefährdet" eingestuft worden, denn ich durfte das Gelände nur mit meinem Aufpasser verlassen, der mir später noch vorstellt werden würde.
Der Rest, wie das hier alles funktionierte händigte sie mir mit samt meinem Stundenplan in ein paar Blättern Papier aus.
Zuletzt folgte mein Schlüssel.
Kein Aufzug. Und mein Zimmer lag in dritten Stock. Ganz toll.
Also machte ich mich daran mein Zeug die Treppenstufen hoch zu schaffen.

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