Moving on

By alice1102

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Mary befindet sich im Zug nach London und lernt James besser kennen. More

Kapitel 2

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By alice1102

Langsam fuhr der Zug in den Bahnhof ein. Ich beobachtete wie die Menschen aus dem Zug stiegen und von ihren Liebsten begrüßt wurden.

„Bitte alle einsteigen. Zug fährt ab“, sagte der Lockführer durch den Lautsprecher. Schnell schnappte ich mir mein Gepäck und stieg in den Wagon. Gerade noch rechtzeitig, denn keine Sekunde später schlossen sich die Türen und der Zug kam ins rollen.

„Lebe wohl alte Heimat“, flüsterte ich mit einem Blick aus dem Fenster.

Die Stadt zog an mir vorbei und versank langsam in der Dunkelheit, während die Sonne unterging. Ich seufzte auf und ließ mich auf einen freien Platz nieder.

„Ist der Platz noch frei?“

Ich blickte auf und sah in grasgrüne Augen, die zu einem jüngerem Mann gehörten.

„Ja, setzten Sie sich ruhig.“

„Danke“

Er setzte sich neben mich und sah mich an.

„Kann ich Ihnen helfen?“

„Nein, entschuldige“, antwortete er schnell und sah in sein Buch. Es war schon älter und abgewetzt. Musste wohl eines seiner Lieblingsbücher sein.

Ich zuckte mit den Schultern und gab mir die Kopfhörer in die Ohren. Die Musik trug mich in eine Welt in der es keine Probleme gab, wo es keine Menschen die einem weh tun.

Mein Blick war aus dem Fenster gerichtet. Die Sonne war nun nicht mehr zu sehen und sie Sterne kamen langsam zum Vorschein. Als es zu dunkel war um etwas zusehen, begann ich mir die Passagiere anzuschauen. Die meisten saßen vor ihren Laptops, sahen in ihr Handy oder lasen ein Buch. Wie mein Sitznachbar. Von der Seite musterte ich ihn. Er hatte schwarze leicht lockige Haare und einen drei-tage Bart. Das rot karierte Hemd das er anhatte, spannte sich um seine muskulösen Arme. Im großen und ganzem sah er einfach nur sehr hübsch aus.

Langsam überkam mich die Müdigkeit. Ich schloss die Augen und glitt in einen traumlosen Schlaf.

„Hey, aufwachen“, eine Hand rüttelte mich an der Schulter.

„Was?“, erschrocken sprang ich auf und sah mich panisch um.

Hatte er mich gefunden?

„Es ist alles in Ordnung. Ich wollte dir nur sagen das wir in den nächsten paar Minuten in Calais einfahren.“, beschwichtigend hob er die Hände.

„Oh, danke.“, ich lächelte ihn leicht an.

Er grinste zurück und bot mir einen Muffin an. Dankend nahm ich ihn an und biss herzhaft hinein. Wie lange hatte ich  schon nichts mehr gegessen? Meine letzte Mahlzeit war ein Müsli gestern in der Früh, bevor ich das Haus für immer verließ.

Der Bahnhof kam in Sicht und der Zug wurde langsamer.

„Es war nett dich kennen gelernt zu haben. Vielleicht sehen wir uns bald wieder?“, sagte der schwarz Haarige Mann und reichte mir seine Hand, während er mich anlächelte.

„Es hat mich gefreut und wer weiß schon was das Leben bringt?“, ich zwinkerte ihm zu und schüttelte seine Hand.

Der Zug hielt an und wir stiegen aus. Ich winkte ihm noch einmal und machte mich dann auf dem Weg zu meinem Zug, der mich nach England fahren würde. Eine Ansage aus dem Lautsprecher, ließ mich aufhorchen. Der Ansager sprach in einem schnellem französisch und ich als nicht französisch sprechende verstand rein gar nichts. Bis auf den Namen meines Zuges und der Zahl eins. Da dämmerte es mir das mein Zug bald abfahren würde.

„Verdammt! Wo ist dieser blöde Bahnsteig?“, fluchte ich und sah mich hektisch um. Plötzlich nahm jemand meine Hand und zog mich mit sich.

„Hey! Lass mich sofort los!“, schrie ich und schlug auf die fremde Hand.

„Es tut mir leid! Aber beeil dich, sonst verpassen wir den Zug!“, rief er und ließ los. Der Typ aus dem Zug stand mir gegenüber und bedeutete mir ihm zu folgen. Gemeinsam rannten wir zum Bahnsteig eins und erreichten noch knapp den Zug.

„Danke Ihnen!“, ich klopft ihm auf die Schulter.

„Gerne. Komm wir setzen uns.“

Wir ließen uns auf einen Doppelsitz nieder.

„Da wir jetzt eine längere Fahrt vor uns haben, können wir uns ja unterhalten.“

„Okay. Wie heißen Sie eigentlich?“

„James O Brain und du? Sag bitte du zu mir. Ich komme mir sonst so alt vor.“

„In Ordnung. So alt siehst du nicht aus. Du bist höchstens 25. Ich heiße Mary McCallen.“  

„Fast.“, antwortete er mir und zwinkerte mir zu.

„Was verschlägt dich nach England?“

„Eigentlich will ich nach Irland zu meiner Tante. Du?“

„Ich bin auf der Heimreise. Ich war zu Besuch bei meinen Eltern in Österreich. Kärnten ist echt schön und den Dialekt den die Menschen dort haben ist manchmal echt schwer zu verstehen! Überhaupt wenn man seit Jahren in England lebt.“

„Stimmt. Es ist wirklich schön dort .Ich war oft dort um Urlaub zu machen.“

Bevor das alles passiert ist.

Wir redeten noch lange über seine Heimat und unseren Hobbys. Gegen fünf Uhr in der Früh sagte er das er müde sei und schloss die Augen. Da ich vorher schon geschlafen hatte, hörte ich wieder Musik und sah aus dem Fenster. Die Sonne war gerade aufgegangen und färbte die Wolken rosa. Vereinzelt sah man noch ein paar helle Sterne. Ich holte meine Kamera raus und machte ein paar Fotos. Danach sah ich mir alle Fotos die sich auf der Kamera befanden an. Ein Foto meiner Mum tauchte auf. Ein Schluchzen entfuhr meinen Lippen und ich schaltete schnell weiter. Jetzt bloß nicht daran denken, sonst fängst du gleich an zu weinen!

Als nächstes kam ein Foto von Megan, Luke und mir. Mein Blick verfinsterte sich. Wut verdrängte die Trauer.

Wenn ich gewusst hätte was damals schon alles schief lief, hätte ich schon viel früher etwas gemacht. Aber nein. Ich muss es ja als letztes erfahren und zwar auf die unschönste Weise, die es gibt.

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