The Night Wolf

By SalvisObscurus

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Talya (16) ist anders als andere. Sie ist eine Werwölfin. Doch sie gehört keinem Rudel an. Sie versteckt, zu... More

Beschreibung
Informationen zum Verständnis der Geschichte
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Kapitel 16
Kapitel 17
Kapitel 18
Kapitel 19
Kapitel 20
Kapitel 21
Kapitel 22
Kapitel 23
Kapitel 24
Kapitel 25
Kapitel 26
Kapitel 27
Kapitel 29
Danke!
Kapitel 30
Nominiert
Kapitel 31
Kapitel 32
Kapitel 33
Kapitel 34
Kapitel 35
Kapitel 36
Kapitel 37
Kapitel 38
Kapitel 39
Kapitel 40
Kapitel 41
Kapitel 42
Kapitel 43
Epilog

Kapitel 28

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By SalvisObscurus

Oben Bild

Das Bild, das sich mir zeigt, ist kein Geschehnis aus der Zukunft. Auch ist es kein Zeugnis der Gegenwart. Es entspringt der Vergangenheit. Zu sehen ist das Unterholz eines Waldes und auf einer Lichtung kann ich schliesslich zwei Gestalten erkennen. Der Wald ist dunkel und meine Sicht noch zu verschwommen, als dass ich etwas erkennen könnte. Als sich dann meine Sicht scharfstellt, stelle ich fest, dass es zwei Männer sind. Der eine hat eine Kapuze auf und einen Mantel an, der andere ist klar zu erkennen. Das Bild rückt ein wenig vor und nun bin ich näher an den beiden dran.

Der Mann ohne Kapuze kommt mir irgendwie so bekannt vor, allerdings weiss ich nicht woher. Da ich alles nur wie bei einem Bild sehe, kann ich keine Gerüche erschnuppert. Der ohne Kapuze stiert sein Gegenüber wütend an, dieser scheint jedoch ziemlich gelassen zu sein. Auf einmal kommt Bewegung in das Bild und die Männer unterhalten, oder vielmehr streiten sich. Der ohne Kapuze flucht völlig ausser sich: ,,Verdammt, das kann doch gar nicht sein! Du musst dir das einbilden, so etwas ist noch nie vorgekommen!" Nun scheint auch sein Gegenüber nicht mehr ganz so gelassen und spannt sich merklich an.

Doch als er dann antwortet, klingt seine Stimme noch immer recht ruhig: ,,Ich weiss doch auch nicht wie das geschehen konnte oder wie das möglich war. Bitte George, ich kann nicht ohne sie! Ich dachte auch nicht, dass das möglich sein könnte, aber nun ist es geschehen. Sie ist meine Mate, meine Liebe und mein Herz. Lass uns doch einfach in Frieden und Freundschaft auseinandergehen." Gegen Ende seiner Antwort klingt die Stimme des Kapuzenträgers eindringlicher als zuvor. Ich sehe, wie der andere, vom Kapuzenträger George genannt, sichtlich mit sich kämpft. Er scheint ein Alpha zu sein, denn trotz dessen, dass ich nur Bilder sehe, ist seine Präsenz sehr stark und schreit regelrecht nach dem Rang des Alpha.

Ich sehe, wie die braunen Augen des Mannes sich etwas verdunkeln. Ob vor Trauer oder vor Wut kann ich nicht genau bestimmen. George tritt kaum merklich den Kopf schüttelnd etwas zurück. Mit gepresster Stimme meint er leise: ,,Du warst immer mein Freund. Ich habe dir immer vertraut und dir alles anvertraut. Ich hätte für dein Beurteilungsvermögen und deine Ehrlichkeit die Hand ins Feuer gelegt. Und nun kommst du mit so etwas?! Es ist unmöglich, verstehe doch!" Ärgernis und Traurigkeit spiegeln sich in seiner Stimme und seinen Augen wieder. Doch so schnell scheint der Kapuzenträger nicht aufzugeben.

Schnell tritt er einen Schritt vor und zieht demonstrativ seinen rechten Ärmel hoch. Nun nicht mehr so ruhig, sondern eher Traurig, bebt seine Stimme leise bei seinen Worten: ,,Ich habe mir das nicht ausgesucht Areon. Ich kann nichts dagegen machen. Ich muss gehen, wenn es sein muss auch ohne dein Einverständnis, tut mir leid." Sofort braust der andere auf: ,,Nenne mich nicht so, du Lump! Ich bin dein Alpha, du wirst nicht einfach so gehen! Das kannst du nicht!" Eine kurze Pause entsteht. Dann aber seufzt der Kapuzenträger leise auf und meint nur: ,,Ich schwöre, ich habe dich nie angelogen, sondern bin immer auf dem Pfad der Wahrheit gewandelt.

Und so sehr du mir nun auch misstrauen, gar verabscheuen oder hassen wirst, ich muss gehen. Von nun an warst du mein Alpha. Ich sage mich von diesem Rudel los. Es tut mir leid, dass du mir nicht glauben willst oder kannst. Für mich wirst du immer mein treuster Freund bleiben, so wie du es immer warst, egal was kommen mag!" Er wendet sich ab und macht sich auf den Weg ins Unterholz. Völlig ungläubig, traurig und zeitgleich wutentbrannt schreit George ihm nach: ,,Das kannst du nicht machen! Lässt du uns alle einfach so im Stich? Lässt du mich im Stich?!"

Der Angeschriene dreht sich noch einmal um. Mit vor Trauer erstickter Stimme erwidert er: ,,Ich habe dir meine Gründe bereits genannt, mein Freund. Ich werde euch und auch dich, niemals im Stich lassen. Aber ich kann nicht anders, es zerreisst mich sonst, das tut es schon jetzt! Leb wohl Areon. Ich werde dich niemals vergessen..." Mit diesen Worten verlässt er die Lichtung. George tobt erst, schreit, er solle auf der Stelle zurückkehren. Doch sobald der Kapuzenträger ausser Sicht ist und nichts mehr von ihm zu hören oder zu sehen ist, erstarrt er. Ich sehe, wie eine einzelne Träne sich einen Weg von seinem Augenwinkel über die Wange bahnt. Dann verschwimmt das Bild und wieder umfängt mich die nur allzu gut vertraute Dunkelheit.

Zitternd schlage ich meine Augen auf und sehe direkt in das besorgte Gesicht von Ascan. Besorgt blickt er mich. Gerade als er etwas sagen will, fange ich an zu sprechen: ,,Ich erkläre dir das später." Verdattert blickt Ascan mich an, als ich mich vom Sofa aufrapple und völlig fixiert zu einer Wand laufe. Als er aufspringen wollte, wahrscheinlich um mich zu stützen werfe ich ihm nur einen drohenden Blick zu. Ergeben bleibt er sitzen und schaut mir hinterher. Ohne innezuhalten führt mein Weg direkt zu dem Gemälde mit dem Monddeuter Muster. Konzentriert mustere ich das Gemälde. Das muss es sein! Ich bin mir sicher!

Auf einmal merke ich, wie Ascan neben mir steht. Verwirrt fragt er mich: ,,Was soll das? Du solltest dich ausruhen!" Ich gehe nicht darauf ein, sondern frage ihn: ,,Diese Muster sehen ja bei jedem Monddeuter anders aus oder?" Er bringt nur ein kurzes Nicken zustande. Ohne meinen Blick vom Bild abzuwenden frage ich weiter: ,,Weisst du, von dem dieses hier ist?" Er schüttelt nur perplex den Kopf. Kurzerhand schnappe ich mir das Gemälde und drehe es auf die Rückseite. Fast schon panisch fragt Ascan mich nun: ,,Talya, was soll das?!" Ohne ihn zu beachten schiebe ich die Streben zurück, die die Rückwand des Rahmens festhielten.

Ich setze mich auf den Boden und lege es auf meinen Schoss. Vorsichtig entferne ich die Rückseite und nehme das Stück Papier in die Hand. Fasst hätten die Muster mich so sehr fasziniert und in ihren Bann gezogen, dass ich kaum mehr wusste, was ich eigentlich tun wollte. Neben mir scheint Ascan am Rand der Verzweiflung zu sein, aber das ist mir im Moment herzlichst egal. Langsam drehe ich die Zeichnung um. Etwas verwischt, aber dennoch lesbar steht in geschwungener Schrift: Z. v. Monddeuter Damien, 12.09.1951

Ich nehme an, Z. v. ist die Abkürzung von Zeichnung von. Warum ist mir das nur so vertraut? Diese beiden Männer, dieses Muster. Genau in diesem Moment höre ich plötzlich die Tür hinter uns aufgehen. Ich drehe meinen Kopf in die Richtung. Ein Mann mit einer Frau ist eingetreten. Mit ein paar schnellen Schritten sind sie bei Ascan und mir. Ich sehe wie Ascan den strafenden Blick des Mannes nur mit einem entschuldigenden Lächeln begegnet. Dann schaut der Mann mich Stirnrunzelnd an und fragt: ,,Was machst du da?" Ich kann ihm nicht antworten, sondern starre ihn nur sprachlos an.

Ascan neben mir antwortet verzweifelt: ,,Dad, dass frage ich mich auch! Seit sie zusammengeklappt ist redet sie nur wirres Zeug!" Ohne das Gesagte zu beachten frage ich den Mann: ,,Sie heissen George, nicht wahr?" Perplex nicht der Mann mir zu, was mir reicht, um es als Bestätigung zu sehen. Nun halte ich ihm das Muster vor die Nase und harke nach: ,,Könnten Sie mit bitte alles über dieses Muster und dessen Träger erzählen?" Sprachlos starrt George mich an. Nach dem er sich gefangen hat meint er: ,,Dürfte ich erst noch meine Frau vorstellen und dich etwas kennenlernen? Schliesslich bist du die Mate meines Sohnes."

Oh verdammt! Ich würde sagen, wir haben einen tollen Eindruck bei seinen Eltern hinterlassen... Definitiv. Mit leicht roten Wangen stehe ich auf und blicke entschuldigend in die Runde. Die Frau mustert mich kritisch, dann lächelt sie mich an. Jetzt weiss ich, von wem Ascan seine Augenfarbe hat! Die Augen der Frau sind beinahe so unglaublich hellblau, wie die meines Mates. Ha! Du hast zugegeben, dass du wenigstens seine Augen toll findest! Sei bitte einfach leise, okay? Ich erwidere das Lächeln der Frau. Fröhlich stellt sie sich vor: ,,Darf ich mich vorstellen? Tisana Black, Frau des verwirrten Mannes und Mutter von eines ebenso verwirrten Sohnes und einer tollen Tochter! Freut mich dich kennenzulernen Talya! Übrigens ein ungewöhnlicher Name... wie sind deine Eltern darauf gekommen?"

Ich lächle über ihren Redeschwall. So freundlich wie möglich antworte ich ihr: ,,Die Freude ist ganz meinerseits, Misses Black! Leider weiss ich nicht genau, wie meine Eltern auf den Namen gekommen sind. Und übrigens tut mir mein vorheriges Verhalten sehr Leid! Ich war nur etwas verwirrt." Sie winkt lachend ab: ,,Halb so schlimm meine Liebe, das macht überhaupt nichts. Ich kann es sehr gut verstehen, glaub mir! Übrigens kannst du mich ruhig duzen." Sie zieht mich noch immer leicht lachend in eine Umarmung. Etwas versteift erwidere ich sie, bis ein leises Knurren uns unterbricht. Verwirrt blicke ich zu Ascan, dessen Augen sich verdunkelt haben.

Sein Knurren klingt wie ein tiefes Grollen und irgendwie... Verdammt heiss! Bei der Mondwölfin... Leider kann ich da nur zustimmen. Aber warum knurrt er? Das ist doch nur seine Mutter! Verdammt, wie hiess sie noch einmal? Egal. Sag nicht, du hast dich so auf den Nachnamen konzentriert, dass du dir den Vornamen nicht gemerkt hast? Doch, scheint so. Sie heisst Tisana. Wusste ich doch. Ascan ignorierend, der nur die belustigten Blicke seiner Eltern zugeworfen bekommt, wende ich mich seinem Vater zu: ,,Ich weiss, dass Sie vielleicht nicht darüber reden möchten und ich kann es verstehen. Ich kann Ihnen auch gerne den Ursprung meines Wissens erklären, aber ich muss es wissen! Wer war dieser Mann, der dieses Muster trug?"

George blickt mich mit steinerner Miene an. Mit einem Handzeichen gibt er seiner Frau und Ascan zu verstehen, dass sie den Raum verlassen sollten. Ascan folgt nur zögernd, geht jedoch. George geht zu einem der Sofas und zeigt auf den Platz, der ihm gegenüber ist: ,,Setz dich. Ich nehme an, es könnte etwas länger werden..."

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