Mein Herz pumpte mein Blut heftig durch alle Adern. Jeder Bereich meines Körpers war angespannt und meine Atmung blieb flach. Doch nicht wegen den Gästen die kamen, nein, es war wegen Ferid.
Ich muss auf alles achten.
In jedem Moment rechnete ich mit irgendeinem Angriff seinerseits und doch blieb er starr und ruhig. Eine Hand auf meinem Rücken gelegt, behielt er mich so unter Kontrolle und isolierte mich gleichzeitig von der Außenwelt. Dieses Gefühl war mir nicht unbekannt. Schon öfters hatte ich es bei Crowley gespürt, doch bei Ferid fühlte es sich anders an. Es war schlimmer wie sich gewaltsam das Blut zu nehmen. Ich wusste nicht wieso, aber ich bevorzugte es in diesem Augenblick eher wie das hier.
Denn weitab im Hintergrund vernahm man die rhythmischen Schritte der Personen, die scheinbar den Langhaarigen besuchen kamen. Aus irgendeinem Grund schienen sie zu ihm kommen zu wollen. Doch anstatt meinerseits etwas ungehaltener zu werden, machte Ferid nichts.
Ich wusste nicht genau wie sein Gesichtsausdruck war, da ich meinen Kopf nicht bewegen konnte.
Zu groß ist meine Angst.
Aber ich konnte ihn mir bildlich vorstellen. Dieses hinterhältige und geheimnisvolle Grinsen. Dieser Blick, dem er einen zeigte, wo man nie die Wahrheit wusste. Man konnte nie sagen, was er als nächstes tun würde und genau deswegen war dieser Vampir unberechenbar.
Erstaunlich wie klar meine Gedanken waren.
Trotz meiner gelähmten Glieder konnte ich stehen und über eben solch diese Sachen philosophieren. Doch ich ließ nichts dem Zufall und lauschte stattdessen in die Umgebung, während ich mich unterbewusst in die Kleidung meines Beschützers klammerte. Wobei das Wort Beschützer, ziemlich ironisch klang. Er war weder das, noch ein Retter, Helfer, Held oder einer von den Guten. Aber was war Ferid dann? Alles, nur nicht das. Doch egal wie ich es drehte und wendete, in diesem Moment war ich auf seine Hilfe angewiesen. Doch noch immer fühlte es sich so an, als hätte ich meine Seele an einen Dämon oder Teufel verkauft.
Ich vermute noch immer, dass er das aus einem bestimmten Grund macht. Er macht nichts einfach so. Dafür ist er nicht der Typ.
Kurz kam mir der Gedanke an Crowley, der mich für einen Moment entspannen ließ. Handelte er wegen ihm so? Um sein Versprechen zu halten?
Wohl kaum, denn dann würde es ja heißen, dass er loyal wäre. Und das ist Ferid mit Sicherheit nicht.
Aber vielleicht war es doch und ich beschuldigte ihn für etwas, was er niemals war. Oder doch?
Es macht mich verrückt.
Diese ganze Situation war einfach zu viel für mich und wurde nicht besser, sobald ich die Stimme von einem der vermeidlichen Besucher vernahm.
„Ferid, wir sind hier um den Lagebericht abzugeben."
„Oh? Lagebericht?", fragte der Langhaarige sofort interessiert nach und ließ keinen Moment der Ruhe zu. Leicht bebte seine Stimme, die ich an seinem Oberkörper genau vernehmen konnte.
Mir ist kalt.
Eine unangenehme Gänsehaut breitete sich auf meinem Körper aus, welche mich kurz schütteln ließ. Meine Angst legte sich nicht, sie wurde mit jeder Sekunde schlimmer. Auch wenn ich vor den Blicken geschützt wurde, so gab es keine Garantie, dass sie uns nicht bemerken würden. Natürlich würden sie es sehen.
Und dann? Was dann?
Was würde Ferid dann tun? Hatte er etwa schon einen Plan? Eine Ausrede? Einen Weg gefunden, den er einschlagen würde, um als Überlebender aus dieser Situation zu kommen? Aber nicht nur das machte mich fertig. Nein!
Ich hatte dem Blutsauger zu trauen. Ich musste dem Silberhaarigen mein Leben anvertrauen, etwas, was für mich unvorstellbar war und sich doch nicht umgehen ließ. Gefangen in seinem Griff konnte ich nur auf das Beste hoffen.
„Ja, es scheint so, dass das Vieh etwas Neues plant." Eine weitere Stimme erklang, welche mir ebenfalls fremd erschien. Welch kurioser Augenblick mir doch geboten wurde. Ich, zwischen drei Vampiren und einer davon half mir auch noch. Vor einer gewissen Zeit, hätte ich mich nicht einmal ansatzweise in diesen Moment bringen lassen wollen. Niemals, doch nun waren es andere Umstände und ich hatte keine andere Wahl.
Aber letzten Endes hatte mich nur das Aufeinandertreffen mit Crowley dazu gebracht.
Crowley.
Bei diesem Gedanken setzte mein Herz kurz aus, was Ferid mit Sicherheit wahrnahm. Er wusste alles von seiner Umgebung.
„Etwas Neues? Wollen sie uns etwa erneut bespaßen, hatten sie denn das letzte Mal schon nicht genug?"
„Nun...", begann man ein wenig desinteressierte und schien dabei den amüsierten Ferid zu ignorieren, den diese Nachricht mit großer Freude zu bereichern schien, „...anscheinend nicht. Es ist in heller Aufruhr, das Vieh."
Das Vieh.
In meinen Ohren klang es noch immer beleidigend und selber mochte ich es auch nicht wirklich. Doch in letzter Zeit hatte man mich persönlich nicht mehr so genannt. Nicht Ferid und auch nicht Crowley. Jedoch wurde mir nun schlagartig bewusst, dass die anderen Menschen - vor allem die Soldaten - noch immer als Solches angesehen wurden.
Und das berechtigt. Sie sind auch Vieh. Sie sind Raubtiere.
Auch wenn sie sich selber so nicht sahen, eher als die Helden der Zeiten wahrnahmen, so wusste ich es besser. Verglichen mit den Vampiren, waren sie nicht besser, sondern sogar schlimmer.
Erstaunlich, dass das von mir kommt.
Aber in der letzten Zeit hatte ich gute und interessante Beobachtungen machen können.
Aber war das nicht der Einfluss von Crowley?
Gut möglich, dass mich das ebenfalls prägte, trotzdem hatte ich eine Meinung von diesem Militär. Und genau Diese war mit den Jahren entstanden und hatte sich nicht erst seit kurzem verfestigt. So viele grausame Dinge hatte ich gesehen, so viel Blut war vergossen worden und gleichzeitig sahen sie sich als alleinige Herrscher der Welt an.
Ihr Leben war dem Kampf gegen die Vampire gewidmet und jeder war bereit dafür zu sterben. Man sagte ihnen dämonische Kräfte nach, also eben Hilfe durch nichtmenschliche Wesen. All dies schreckte mich ab, ließ mich hassen, denn sie waren zu allem fähig. Alte, kranke und gebrechliche Menschen wurden zurückgelassen und nur die Stärksten hatten zu überleben. Genau dieses Leben, in solch einer Gruppe hatte ich nie führen wollen. Als Kind in solch einer Gegend aufzuwachsen, war grausamer wie das hier.
Ich hätte mich eher für ein Leben als Vieh entschieden oder eben das Leben in Freiheit genossen.
Ja, hätte mich Crowley damals nicht entdeckt, so wäre ich noch immer dort draußen. Aber nun gab es andere Umständen und diese hier sahen alles andere als rosig aus.
„In heller Aufruhr, soso. Ich bin ja äußerst gespannt, was sie als Nächstes tun wollen. Ich kann es kaum erwarten", flötete Ferid fröhlich in die kurz entstandene Stille hinein, in der niemand etwas gesagt hatte. Lediglich meinen Atem hatte man, wenn überhaupt, hören können. Es war allgemein für mich immer noch ein Wunder, dass sie mich nicht schon längst entdeckt hatten. Beinahe erschien es mir so, als würden sie mich wirklich nicht wahrnehmen.
Liegt das nur daran, weil Ferid mich sosehr abschirmt?
Allgemein musste ich auch zugeben, dass mich seine Abgeklärtheit doch durchaus überraschte. Die gesamte Situation war mehr als gefährlich, doch für ihn schien es anders zu sein. Offen sprach er mit den anderen Blutsauger über die Menschen, so als sei ich nicht da, als wären sie alleine. Einerseits war es mir recht aber doch zugleich verwunderlich.
Auch als sich doch das Schlimmste bewahrheitete, blieb der Langhaarige ruhig und relativ gelassen. Aber um ehrlich zu sein, hatte ich niemals einen angespannten Ferid getroffen.
Dafür kenne ich ihn zu wenig und um ehrlich zu sein, will ich ihn auch nicht weiter sehen müssen.
Das Momentane war das Äußerste was mein Herz vertragen konnte, welches schon jetzt heftig schlug. Ein Wunder, dass niemand der Vampire nur ansatzweise verrückt geworden ist. Denn neben dem heftig schlagenden Organ, gab es da noch immer meine Wunde, welche ziemlich brannte. Auch wenn es schon längst nicht mehr blutete, so war das vorhandene Blut getrocknet.
Es muss doch einen intensiven Geruch ablassen.
Vielleicht waren sie aber daran gewöhnt und konnten sich zurückhalten. Vielleicht waren auch die Gäste so wie Ferid, dem es anscheinend ebenfalls nichts auszumachen schien. Ob diese Selbstbeherrschung mit dem Alter kam? Gut möglich, denn der Langhaarige schien viel älter wie Crowley zu sein und es wirkte auch so auf mich, als hätte er um einiges mehr Erfahrung.
So wie auch eben jetzt, als es doch scheinbar nicht dauerhaft unentdeckt blieb, was Ferid dort versuchte zu verstecken. Und zwar mich.
„Sag Ferid... dieser Geruch... nach Blut", begann einer langsam, sobald der anderen die Gedanken fortführte. Mit großen Augen starrte ich in den Stoff und hielt den Atem an, solange wie es eben nur ging.
„Genehmigt man sich etwa Etwas?"
„Hm? Oh... ja das kann durchaus sein. Lacus und Rene, wenn ihr mögt, dann dürft ihr auch euch etwas nehmen. Ab sofort ist es erlaubt, aber nicht zu viel. Wir müssen ja sparsam sein, wie ihr wisst", amüsierte sich Ferid prächtig, wobei mir die Luft fehlte. Mein Kopf war leer und nicht imstande, darüber nachzudenken, hörte ich ihnen einfach weiter zu. Es brachte auch nichts, sich den Kopf darüber zu zerbrechen, denn ich konnte es eh nicht ändern. Andererseits wunderte es mich auch überhaupt nicht. Immerhin war es Ferid, von dem wir hier sprachen. Und Ferid war eben ein wahrer Sadist.
„Oh?", erfreut klang man, sobald man noch einmal nachhakte: „Dann dürfen wir ab sofort...?"
„Ohja."
„Und das Vieh bei dir? Dürfen wir auch?"
Wehe er liefert mich doch letzten Endes ihnen aus und er will mich so loswerden. Wenn das sein Plan ist dann... ja was dann?
Im Grunde war ich ihnen schutzlos ausgeliefert und konnte eh nichts machen. Kaum vorstellbar, aber ich verabschiedete mich durchaus ein wenig vom Leben, denn noch immer wusste ich nicht Ferids Beweggründe. Der Silberhaarige half mir, aber wieso? Es wollte sich mir einfach nicht so ganz erschließen und deswegen rückte der Tod immer mehr in mein Gedächtnis.
„Nein, Lacus. Wollt ihr etwa das Vieh anbeißen, von welchem ich schon gekostet habe?" Das hatte er natürlich nicht, aber im Moment verkaufte er ihnen die Geschichte. Und durchaus war es so überzeugend, dass ich selber darüber nachdenken musste, ob er mich jemals gebissen hatte. Im Moment fühlte ich mich auch sehr wie ein Vieh, wie eines der Kinder, was er gerne zu sich holte.
„Mir würde es nichts ausmachen, also ich bin da nicht so empfindlich."
„Ach Lacus... ich denke nicht, dass das gut wäre. Und Rene mit Sicherheit auch nicht, nicht wahr?"
Gekonnt und geschickt zugleich versuchte er sie abzuwimmeln. Gleichzeitig behielt er stets die Ruhe in seiner Stimme. Nie bekam man das Gefühl, als wäre er in einer Ecke gedrängt worden, als wüsste er keinen Rat.
Darf ich ihm wirklich vertrauen?
Durfte ich in diesem Moment darauf hoffen, lebendig aus diesem Szenario zu entkommen und endlich zu Crowley zu gelangen, welcher bestimmt schon ungeduldig wartete?
Mir grauste es persönlich schon sehr, wenn ich nur an die Begegnung dachte. Einerseits war es Freude und andererseits war da diese Angst, denn ich musste ihm einiges erklären. Auch den Grund, wieso ich so spät zurückgekehrt war, doch daran war ich ja nicht Schuld.
Nur der, der mich momentan beschützte.
„Komm Lacus", erwiderte die ruhige und tiefe Stimme in die Stille hinein, „suchen wir uns was anderes?"
„Was aber?" Ich wusste nicht ob ich den Protest ernst nehmen konnte, doch es klang für mich zumindest danach. Wieso auch auf weitere Suche gehen, wenn doch eine Beute direkt vor einem stand. Nur leider war Ferid dazwischen, was für mich gut war. Keinen einzigen Blick hatten sie auf mich werfen können und so wusste sie nicht um mein Aussehen. Ich konnte also weiterhin ungestört hier in Sanguinem, bei Crowley, leben.
„Hast du Ferid nicht gehört? Lass uns woanders was suchen? Lassen wir ihn in Ruhe, er scheint ohnehin beschäftigt zu sein..."
„Ohja sehr. Ich weiß überhaupt nicht wo mir der Kopf steht", flötete der Angesprochene ungefragt in die Runde, sobald ihm ein leises Lachen entwich. Danach herrschte Stille.
Kommentarlos verließ man die Halle und ließ uns zurück.
Wieder einmal bin ich mit dem Blutsauger alleine.
Automatisch drückte ich mich von dem Vampir weg, sobald die großen Türen der Halle laut ins Schloss fielen. Das Echolot nahm den gesamten Raum ein, doch ich hatte anderes im Kopf. Nach hinten stolpernd, sah ich mein Gegenüber an.
„Was...?", zischte ich lediglich, ehe ich auf die Stufen des Throns stolperte und zu Boden glitt. Im Rücken die vorherige Königin, bewusstlos am Stuhl gefesselt und mir gegenüber der jetzige König, welcher auf mich herabblickte.
Was wird nun mit mir geschehen? Wird er mich doch töten?
Ihm war alles zuzutrauen und so blieb mir nichts anderes übrig als abzuwarten. Eine Flucht wäre unmöglich, ein einziges Mal hatte ich es versucht und war kläglich daran gescheitert. Und aus den Fehlern lernte man ja bekanntlich.
„Wo bleibt der Dank... meine gute Alice?"
Wieder dieser verdammte Name. Ich will ihn nicht mehr hören.
Wütend ballte ich meine Hände zu Fäusten, schwieg dazu aber, stattdessen erwiderte ich nur zwischen zusammengebissenen Zähnen: „Wieso danken?"
„Na, immerhin hab ich dich gerettet. Vor den bösen Vampiren, die dich hätten überfallen können."
„Ach und da schließt du dich aus oder was?", platzte es aus mir heraus, wobei ich mir sofort auf die Zunge biss. Es war ein spontaner Gedanke gewesen, den ich nun verfluchte, als ich den ausdruckslosen Blick sah. Von einer Sekunde auf die nächste, spürte ich eine bedrohliche Aura, welche mich langsam umgab.
Erst nach einiger Zeit beugte er sich zu mir hinab, ehe er mir nahe am Ohr und mit tiefer Stimme erklärte: „Natürlich schließe ich mich von ihnen aus. Denn ich kann grausamer sein wie sie. Ich hätte dich ihnen auch ausliefern lassen können oder dich schon längst umgebracht. Aber ich habe es nicht getan und weißt du auch warum?"
Er macht mir Angst.
Schwer schluckend versuchte ich meine Tränen zu unterdrücken, die sich einen Weg nach draußen bahnen wollten. Wieder einmal hatte ich mich in Gefahr gebracht und dieses Mal konnte mich niemand so wirklich retten.
„W-Warum?", fragte ich vorsichtig nach, wobei es da einige Antworten gab, die mir einfielen.
„Ich gab Crowley, meinen geliebten Freund ein Versprechen..."
Geliebter Freund? Wobei ich mich an das Versprechen erinnere. Also hat er es deswegen getan?
War Ferid letzten Endes doch ein loyaler Vampir, der auch sein Worte hielt? Kaum vorstellbar und doch hatte er es gerade gesagt.
Mit offenem Mund sah ich auf den hellen Stoff der Uniform, die seinen Rang darstellte. Wobei das Weiß in dieser Halle, mehr wie ein Grau aussah.
Er würde von mir keinen Dank hören und doch musste es sein. Immerhin lebte ich noch und das zählte letzten Endes, doch ich brachte es nicht übers Herz ihm dies zu danken. Zu groß war mein Stolz.
Und so schwieg ich am Ende doch, ehe es Ferid war, der das Wort ergriff.
„Nun ich hätte zwar mir durchaus etwas erhofft zu hören, aber mir soll es Recht sein. Irgendwann wirst du mir doch dankbar sein."
Irgendwann? Rechnet er damit, dass es eine weitere Situation geben wird?
Langsam entfernte sich der Langhaarige, während er mich alleine zurückließ. Natürlich wusste er stets, was mit mir war, auch wenn es so schien als ob er mir Desinteresse gegenüber zeigte. Aber die würde er nie verlieren, allerdings schien für ihn dieses kleine Treffen beendet zu sein. Leise summend durchwanderte er beinahe ziellos die Halle, ehe er hinterhältig flötete: „Zu gerne würde ich ja noch mehr mit dir reden. Über so vieles, was einem einfallen können, mit was man die Zeit vertreiben könnte. Doch auch ich habe, als König, Verpflichtungen." Laut schnalzte ich mit der Zunge, denn dieses eine Wort betonte er provozierend. Aber andererseits war es mir Rechtens, dass es nun offiziell vorbei war und ich mich nun um etwas anderes kümmern konnte.
Wie um mein verletztes Knie und eben den sicheren Heimweg anzutreten.
Erst dort war ich sicher.
Erst bei Crowley.
Auf den ich mich tatsächlich irgendwie zu freuen schien. Lieber sah ich diesen Blutsauger, als den Silberhaarigen, der nun elegant zu den Flügeltüren schritt. Er meinte es tatsächlich ernst, als er mich alleine in der Halle zurückließ. Ohne sich dafür zu interessieren, ob ich jemals den Weg nach Hause finden würde, ließ er mich alleine.
Einfach so. Aber ihm darf man niemals trauen. Niemals!
Jedoch war mir auch bewusst, dass es bestimmt nicht das letzte Mal war, wo er mich so sehr bedrängen würde. Solange ich hier lebte, solange der Vertrag mit Crowley stand, wurde ich auch Ferid nicht los. So war das nun einmal, wenn man Kompromissen einging und im Nachhinein betrachtet, war der Langhaarige doch mitunter das etwas kleinere Übel, wenn man einmal die Soldaten der Armee verglich. Ein perverser, kinderliebender und sadistischer Vampir oder das Militär, welches Experimte an Menschen durchführte? Die Entscheidung fiel mir leicht, zu leicht sogar.
Da ziehe ich lieber Ferid vor.
Und dies war auch von mir ernst gemeint.