"So, da wär'n wir!" Das Auto hielt vor einem riesigen Gebäude und als meine Mutter ausstieg knirschte der Kies unter ihren Füßen. Sie schaute sich begeistert um, bevor sie sich dann wieder zum Auto drehte und mich mit einem kleinen Blick aufforderte, endlich auszusteigen.
Daraufhin öffnete ich etwas verunsichert die Beifahrertür und stieg ebenfalls aus. Auch ich betrachte sprachlos meine Umgebung.
Das Gebäude vor uns ähnelte einem alten Schloss und der Park, der es umgab, war riesengroß und wunderschön. Teils freie Wiese mit vereinzelten Bäumen, teils eher ein verwunschener Wald.
Ich spürte den fragenden Blick meiner Mutter auf mir liegen und wandte mich ihr zu. Sie grinste mich an: "Und wie gefällt es dir?" Ich biss mir leicht auf die Unterlippe. "Es ist wunderschön, aber... ich hab irgendwie Angst", gab ich verlegen zurück. Das Grinsen meiner Mutter wurde zu einem mitfühlenden Lächeln und sie nahm mich in eine feste Umarmung. "Das brauchst du nicht", flüsterte sie leise in mein Ohr. "Du schaffst das!"
Als sie sich aus der Umarmung löste, trat sie eine Armlänge zurück und hielt mich nur noch an den Schultern, als wollte sie mich genauer betrachten. "Ich bin so stolz auf dich", sagte sie dann mit einem Lächeln im Gesicht. Ihre Augen glasig und ich glaubte eine winzige Träne daraus entweichen zu sehen. Doch bevor ich mir sicher sein konnte, verschwamm das Bild vor meinen Augen und ich zog meine Mutter in eine weitere Umarmung, damit sie meine Tränen nicht sah. Ich wollte nicht, dass sie wusste, wie viel Überwindung mich das hier kostete. Ich wollte es ihr nicht noch schwerer machen, mich hier zu lassen.
Ich drückte sie noch einmal fest und nuschelte ein 'hab dich lieb' in ihre Schulter. Ich atmete ein mal ganz tief durch. Dann ließ ich los, wischte mir schnell mit dem Handrücken die Tränen weg und holte meinen Koffer aus dem Auto.
Einen kleinen Moment blieb ich noch stehen und ließ die riesigen Mauern auf mich wirken. Dann drehte ich mich ein letztes Mal meiner Mutter zu und umarmte sie. Nur kurz, aber trotzdem innig.
Ich wollte mich grade umdrehen, als sie mich am Handgelenk packte. "Und ich soll dich bestimmt nicht noch rein bringen?" "Alles gut, Mama!" Ich brachte ein kleines Lächeln auf meine Lippen, ehe ich mich dann wieder zum gehen wandte. "Bis bald", rief ich ihr noch einmal zu. "Bis bald", rief sie zurück. "Aber ruf mich an, ja?", schob sie schnell hinterher. Ich lachte und drehte mich zu ihr um. "Mach ich!"
Mit diesen Worten wandte ich mich wieder dem Gebäude zu und machte mich auf den Weg die breite Treppe hoch zu der riesigen Eingangstür. Bevor ich sie öffnete, drehte ich mich ein letztes Mal um. Meine Mutter warf mir ein aufmunterndes Lächeln zu.
Und dann stieß ich die gigantische Tür auf.
Vor mir erstreckte sich eine überwältigende Eingangshalle. Ich spürte förmlich, wie mein Mund langsam immer weiter aufklappte. Am Ende des Saales führte eine geschwungene Freitreppe in die nächste Etage. Und die Türen, hinter denen sich weitere Räume verbargen, waren fast genauso groß und beeindruckend wie die Eingangstür. Die gewölbte Decke ähnelte der einer Kirche und der Boden bestand aus edel aussehendem Mamor.
Ich fühlte mich, als wäre ich gerade in einem königlichen Palast angekommen.
Und der war ab heute mein zu Hause.
Blake
Oleh thethoughtsinmyhead
Neue Schule, neue Freunde, neues Leben. Jodie hat keinen blassen Schimmer wie sie ohne ihre Mutter und ihre F... Lebih Banyak