Ghost In The Shell - Yoonmin

ashesofme tarafından

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Er ist der erste seiner Art. Der erste Roboter mit menschlichem Ghost, mit menschlicher Wahrnehmung, mit mens... Daha Fazla

INTRO
[00] NEVER AGAIN
[01] JUST A MACHINE
[03] BRUCHSTÜCKE
[04] KNOWN FACES
[05] SLOWLY LOSING IT
[06] LOOKALIKE
[07] SO SORRY
[08] DEAD BOY
[09] SAYING GOODBYE
[10] STILL HUMAN
[11] FOREVER

[02] STRAßENGESICHTER

530 53 60
ashesofme tarafından

G H O S T
W O R K I N G

Auf einem Motorrad hat Major sich noch nie wohl gefühlt. Er ist zwar darauf programmiert worden, sicher auf dem Fahrzeug zu sitzen, doch die Unsicherheit hängt immer wie ein dunkler Schatten über ihm.

Rechts von ihm fährt der Transportwagen, den er und sein Team sicher bis zum Flughafen begleiten sollen. Er ist der einzige, der auch wirklich anwesend ist. Die anderen beiden steuern Roboter fern, die im Ernstfall stärker wie Menschen sind. Es ist auch noch ein zweites Team anwesend, doch die sitzen ebenfalls in einer Kommandozentrale irgendwo in Seoul.

"Das ist so unfair", nörgelt Major bei der ersten Kreuzung, an der der ganze Transportzug vor einer roten Ampel anhalten muss. "Ihr könnt entspannt vor euren Computern sitzen und Kaffee trinken, während ich hier draußen frieren muss."

"Ganz so einfach ist das auch wieder nicht, Major", lacht Hoseok, während auch Namjoon's Lachen im Tonkanal erklingt. "Du hast noch nie einen Roboter sensorisch ferngesteuert, okay, aber trotzdem ist es nicht ganz so einfach. Außerdem kannst du deine Temperatur-Wahrnehmung ausschalten, Idiot."

"Genau, uns ist über die sensorische Verbindung mit unserem Nervensystem wirklich kalt und wir Menschen können nicht einfach mal so einen unserer Sinne herunterfahren", fügt Namjoon hinzu, bringt Major dazu, mit den Augen zu rollen.

"Ich hab's ja schon verstanden, ihr habt es so viel schwerer wie ich", antwortet er seufzend und fährt weiter mit dem Transport, als die Ampel wieder grün wird. Major trägt einen Funktionsanzug, der an seinen kybernetischen Körper angepasst ist und es ihm leichter macht, sich zu bewegen.

Das Loch in seinem Arm ist bereits von Najoon repariert worden, dessen Verstärkung Major vor ein paar Tagen auch aus dem Gebäude geholt hat, in dem er von diesem Hologramm mit irgendeinem Virus infiziert worden war. Namjoon hat auch schon einen ausführlichen Scan durchgeführt, doch er hat nichts gefunden.

Von dieser seltsamen Erinnerung hat Major nichts erzählt. Es ist so, als würde ein tief verborgener Teil von ihm nicht wollen, dass er seinen Kollegen davon erzählt. Schon mehrmals hat er versucht, Hoseok und Namjoon aufzuklären, doch die Worte wollten einfach nicht aus seinem Mund kommen. Wie gesagt: da ist etwas in ihm, dass darum kämpft, dass diese Erinnerungen geheim bleiben.

"Wir Menschen haben wirklich ein paar Probleme mehr wie ihr Cyborgs", überlegt Hoseok laut und Major unterdrückt einen protestierenden Grunzer. "Ich sag nur Steuererkärung... Uhhh, ich bekomme schon eine Gänsehaut, wenn mich nur daran denke."

"Oder Familientreffen mit den ganzen Tanten, die noch immer denken, dass ich als einfacher Polizist arbeite", lacht Namjoon, während der Transportzug auf eine Nebenstraße einbiegt. Majors Scanner geht automatisch an, als er sieht, wie viele Menschen sich dort drängeln. Man kann nie vorsichtig genug sein.

"Oh Gott, dass ist das Schlimmste", stimmt Hoseok zu und im Tonkanal ist das Lachen der beiden zu hören. "Dann fragen sie immer, was ich denn so bei der Arbeit treibe. Da denke ich mir die schrägsten Geschichten aus. Die haben mir sogar geglaubt, dass ich regelmäßig Leute festnehme, die Fuck The Police T-Shirts tragen."

"Meiner Familie hab ich mal erzählt, dass ich eine Roboterkatze aus einem Baum gerettet habe", meint Namjoon und Hoseok schnappt prustend nach Luft. "Die haben wirklich keine Ahnung. Wahrscheinlich würden sie es nicht einmal verstehen, wenn ich ihnen von meinem echten Job erzählen würde. Hey Tante Trim, hey Tante Shihye, heute habe ich wieder einen total gefährlichen Hacker zur Strecke gebracht, der gerne die Ghosts von anderen Leuten kaputt gemacht hat und somit diese Leute getötet hat. Wie war euer Tag so?"

"Ich stelle mir gerade die entsetzten Gesichter deiner Tanten vor, die gleichzeitig schockiert und verwirrt blinzeln. Ein Ghost? Haben wir so etwas nicht auch, Trim?", äfft Hoseok nach, wobei es ein Wunder ist, dass er seinen Lachanfall überhaupt für zwei Sekunden unterbrechen kann.

"Ja, ich glaube schon. Oder, Namjoon? Und dann würden sie mit mir über Ghosts reden und hätten schon wieder völlig vergessen, was ich ihnen zuvor erzählt habe. Ich liebe die zwei, das tue ich wirklich, aber sie sind die Königinnen von selektivem Zuhören", kichert Namjoon, während Major dem Gespräch der beiden nur stumm lauschen kann.

Major hat keine Familie mehr, die sind alle schon gestorben. Es ist eine Schande, dass er die Erinnerungen an sie nach seinem Unfall verloren hat und seine Erschaffer nicht wissen, wer er früher einmal gewesen ist.

Seine zwei Kollegen und Freunde reden so unbekümmert über ihre Familien, klingen schon fast undankbar. Dabei wissen sie nicht, wie viel Glück sie eigentlich haben.

Er möchte gerade etwas dazu sagen, da kommt ihm Namjoon zuvor. "Übrigens, Major, ich wollte dich noch etwas fragen. Angesicht zu Angesicht wäre die Frage komisch und unsere anderen Missionen sind alle so ernst, deshalb frage ich dich erst jetzt, aber ich will dich das schon eine ganze Weile fragen, nur damit du's weißt."

"Oh Gott, ich glaube, ich weiß, was jetzt kommt", keucht Hoseok und bricht in seinen nächsten Lachanfall aus. "Ich fass es nicht, dass du ihn das wirklich fragen willst, Joonie."

"Was will er mich denn fragen?", will Major neugierig wissen und hebt eine Augenbraue. Seine zwei Teamkollegen kommen ihm manchmal viel zu verspielt für diesen Job vor.

"Also, ähm, wie soll ich es ausdrücken? Naja, also... Hast du Geschlechtsteile?", bringt Namjoon hervor und Major fällt fast von seinem Motorrad.

"Du hast es ihn tatsächlich gefragt!", ruft Hoseok dazwischen, während Major mit seiner Balance kämpft und versucht, nicht ebenfalls zu lachen.

"Und? Hast du?", drängt Namjoon, wobei sich ein breites Grinsen auf Major's Gesicht schleicht. Er möchte die Frage nicht lustig finden, er tut es aber trotzdem.

"Du bist der leitende Ingenieur in unserem Team, der mich schon mehrmals repariert hat, als ich nicht bei Bewusstsein war. Wenn dich diese Sache so sehr interessiert, warum hast du dann nicht einfach nachgesehen?", schmunzelt er und spürt Erleichterung seinen Körper durchfluten, als die Menschenmenge an Dichte verliert.

"V-vielleicht weil man jemandem nicht einfach in die Hose kuckt, wenn er bewusstlos ist!", wehrt sich Namjoon und Hoseoks Lachen wird lauter. Er klingt so, als würde er fast keine Luft mehr bekommen.

"Herrje, mein Körper ist ein Roboter, Namjoon", seufzt Major amüsiert und schüttelt den Kopf. "Einen kurzen Blick hätte ich dir nicht übel genommen."

"Aber du hast einen menschlichen Ghost, du hast ein Bewusstsein. Da frage ich doch lieber. Also, hast du jetzt Geschlechtsteile oder nicht?", wiederholt er seine Frage, klingt dabei ernster wie zuvor.

"Ich habe Geschlechtsteile", antwortet Major grinsend und kann nicht fassen, worüber er da gerade mit den beiden redet. Eigentlich sollten sie über diese Mission reden, aber stattdessen reden sie über Geschlechtsteile.

"Hab ich's dir doch gesagt!", ruft Hoseok und sowohl Namjoon, als auch Major ziehen scharf die Luft ein. "Hab ich doch richtig auf seinem Ghost-Bericht gelesen!"

"Lautstärke, Hobie", erinnert Namjoon ihn und Major stimmt brummend zu.

"Ja, ja. Trotzdem. Du schuldest mir jetzt zwanzig Dollar, Joonie", freut er sich und quietscht glücklich.

"Habt ihr zwei ernsthaft gewettet, ob ich einen Schwanz habe?", fragt Major fassungslos, obwohl er von den beiden eigentlich viel schlimmere Sachen gewöhnt ist. Bei einer Undercover-Mission, zum Beispiel, hat sich Hoseok 'ausversehen' mit der Tochter eines Mafiabosses verlobt. Das war vielleicht ein Chaos. Da ist Major eine Wette über seine Genitalien tausendmal lieber.

"Jap, und Namjoon hat verloren", antwortet Hoseok, woraufhin ein tiefes Seufzen von Namjoon kommt.

"Ich hätte doch in seine Hose schauen sollen."

__________

Major geht über die Straße, kann die Blicke der Menschen auf seiner Haut spüren. Dieser enge Anzug ist in der Öffentlichkeit wirklich eine Belastung. Sein Motorrad hat er abgestellt, um noch einen Kaffee trinken zu gehen, bevor er wieder zu seinem Apartment zurückkehrt.

Die Mission ist problemlos zu Ende gegangen und Major kann einen weiteren Erfolg seiner langen Liste hinzufügen. Er mag vielleicht nicht der beste Team-Leader sein, aber zumindest sind sie 95% der Zeit erfolgreich und erreichen das Missionsziel.

Seit zwei Jahren arbeitet er nun schon mit Hoseok und Namjoon. Sie bilden das einzige Dreierteam in der ganzen Organisation, aber dafür sind sie auch die Besten. Major sticht, offensichtlich, mit seinen körperlichen Fähigkeiten hervor, Namjoon war der Top-Absolvent der Tech-Abteilung der Polizeischule und Hoseok ist ein Doppelspion, der Sohn eines Mafiabosses, der entschieden hat, sich gegen seinen Vater zu stellen. Nur weiß der Vater noch nichts davon. Ein Doppelspion eben.

Hoseok kennt sich im Untergrund aus, wie es kein anderer tut. Seine Loyalität wird von den leitenden Tieren der Organisation regelmäßig geprüft, er muss sich fast täglich Lügendetektortests unterziehen. Er lebt währenddessen bei seiner Mutter, einer einfachen Büroangestellten, die weder von den Machenschaften seines Vaters, noch von dem wahren Job ihres Sohnes weiß.

Hoseoks Leben ist ein einziges Durcheinander und manchmal fragt sich Major, wie es der Junge dabei schafft, fast immer glücklich zu sein. Wenn man ihn auf der Straße trifft, dann trägt er ein Lächeln auf den Lippen. So ist Hoseok einfach.

"Was kann ich ihnen anbieten?", fragt die bleiche Frau hinter dem Tresen, nachdem Major ein kleines Cafe betreten hat. "Ein Stück von unserem Erdbeerkuchen?"

"Einen Kaffee zum Mitnehmen, bitte", bestellt Major und die Frau nickt, dreht sich zu der Maschine hinter ihr.

"Wie möchten sie bezahlen?"

"Mit Armimplantat, bitte." Die Frau nickt und holt den Scanner hervor, während der Kaffee hinter ihr in einen Plastikbecher läuft. Major streckt seine Hand aus und hält sie über den Scanner, bis dieser piept. Die Frau nickt und legt den Scanner wieder zur Seite.

Nicht sehr viel später ist der Kaffee fertig und die Frau reicht ihn Major über den Tresen. "Vielen Dank", murmelt sie und er nickt. "Noch einen schönen Abend."

"Ihnen auch!", ruft Major hinter sich, als er den Laden gerade verlässt. Die Sonne ist schon fast untergegangen und der Himmel hat eine lila-rote Färbung angenommen. Die Luft ist noch immer kühl, streicht sanft über die Haut des Jungen.

Er joggt über die Straße, bis er bei seinem Motorrad steht, und lehnt sich leicht gegen das Fahrzeugt, um seinen Kaffee zu trinken.

Major will gerade einen Schluck von seinem Kaffee nehmen, da hört er hinter sich eine Stimme, die sich in sein Bewusstsein gebrannt hat. "Hast du schon gehört, dass Sangwhoo mit Krebs diagnostiziert wurde?", fragt die Stimme und Major dreht sich zur Seite, sieht den Jungen mit den blond gefärbten Haaren, Yoongi, neben einer alten Frau stehen.

Verdattert blinzelt er, sieht erneut auf die Person, deren Haare jetzt nicht mehr blond, sondern schwarz sind. Es ist auch nicht mehr Yoongis Stimme.

"Heute Abend werde ich mich endlich wieder mit meiner besten Freundin treffen!", kommt es von der anderen Seite und Major fährt herum, blickt für einen Moment in die Augen von Yoongi und im nächsten Moment in die Augen einer fremden Person.

"Wir können die Kinder aber nicht alleine zuhause lassen!", ruft Yoongis Stimme, die nun zu einer anderen Person gehört. Wieder nimmt Major nur kurz den blonden Wuschelkopf wahr, ehe alle Köpfe wieder schwarz werden.

"W-was passiert hier?", fragt Major irritiert und fasst sich an seinen Kopf, der mehr und mehr falsche Bilder projiziert. Yoongi steht gleichzeitig überall und nirgendwo.

Die Stimmen überschneiden sich, werden immer lauter und Major wird in die Knie gezwungen, die Hände auf die Ohren gepresst.

"Ich brauche dich, Jimin!"

"Vielleicht solltest du es so sehen!"

"Ich werde seinen Ghost hacken!"

"Wie kann er dich nur so anfassen?!"

Das Geschrei verstummt plötzlich und Major hebt leicht den Kopf, blickt nach oben. Die Zeit um ihn herum scheint still zu stehen, während Yoongi nun direkt vor ihm steht.

"W-was passiert hier?", wiederholt Major und sieht zu dem Blondhaarigen hoch. Hat er einen Glitch? Zerstört der Virus gerade seinen Ghost?

Yoongi beginnt, zu lächeln, während er wie ein Hologramm flimmert und den Kopf schüttelt. "Ich manipuliere dich, Jimin", haucht er noch, bevor Major ruckartig bewusstlos wird.

__________

"Was ist passiert?", fragt eine Stimme über ihm und man hört, wie Werkzeug aneinander schlägt.

"Eine Fehlfunktion, Sir. Er ist einfach auf der Straße zusammengebrochen."

Namjoon.

"Können Sie das wieder in Ordnung bringen?"

"Ich weiß nicht einmal, was überhaupt das Problem ist. Wir haben schon mehrere Scans-"

"Dann scannen Sie ihn nochmal! Ich gebe Ihnen hiermit Erlaubnis, an seinem Ghost zu werken, falls es nötig sein sollte. Und jetzt stellen Sie unseren Soldaten wieder her."

"Ja, Sir", bestätig Namjoon und dann wird Major wieder bewusstlos.

________

S Y S T E M
F A I L U R E

V I R U S
D E T E C T E D

F I R E W A L L
D O W N

G H O S T
E X P O S E D

> overwriting memory...
> file; playing with my heart

Noch eine Minute. In dieser Zeit kann Jimin locker noch 400 Meter schaffen. Das ist eine Runde. Die Leute auf der Tribüne schreien aufgeregt, schreien seinen Namen und es fühlt sich so, so gut an. Heute ist der eine Tag, an dem er nicht im Hintergrund steht. Heute finden die jährlichen Sportspiele statt.

Yoongi zeigt ihm schon den Mittelfinger, als er zum Sprint ansetzt und seinen Freund zum gefühlt tausendsten Mal überrundet. "Wir wissen alle, dass du verdammt schnell rennen kannst, du blöder Angeber!", ruft Yoongi, der wie eine schwer arbeitende Maschine atmet. "Und du auch, Kookie, fick dich!"

Erst da merkt Jimin, dass ihm Jungkook dicht auf den Fersen ist. Seine Gliedmaßen brennen bereits fürchterlich, doch er gibt noch weiter Gas, kann das Blut in seinen Ohren rauschen hören. Jungkook hinter ihm gibt ein Wimmern von sich, während sich Jimin an seine körperlichen Grenzen zwingt.

Auf der Zielgerade kann Jimin nur noch die weiße Linie, die ihn von seiner Anstrengung erlösen wird, vor seinen Augen sehen. Sie kommt näher und näher, bis er schließlich wortwörtlich über den weißen Strich fällt und beide Hände auf sein Gesicht legt. Schweiß läuft in seine Augen, ihm ist extrem warm, aber er ist glücklich. Er hat es geschafft.

"Jimiiin!", seufzt Jungkook und lässt sich erschöpft neben Jimin auf den Boden fallen. "Ich hab so hart trainiert, um schneller wie du zu sein, wieso hat es nicht funktioniert?"

"Du sitzt zwischen deinem Traning am Computer, ich kann halt einfach nur trainieren", zuckt Jimin mit den Schultern, leert sich das Wasser aus der Flasche, die man ihm gegeben hat, über den Kopf.

Jungkook beschwert sich noch weiter, für die erste Hälfte hört Jimin auch wirklich zu, aber seine ganze Aufmerksamkeit fokussiert sich schließlich auf Min Yoongi, als er diesen halbnackt vor dem Rasensprenger stehen sieht.

"Mach den Mund zu, sonst fliegen Fliegen rein", lacht Jungkook, der schon längst gemerkt hat, dass Jimin ihm nicht mehr zuhört. Erst jetzt reagiert dieser und wird rot. "Du hast gestarrt, als hättest du ihn in deinen Gedanken vollkommen ausgezogen und deine Hand-"

"Jungkook!", unterbricht Jimin ihn und schlägt dem lachenden Jungen, trotz schmerzender Arme, gegen die Schulter. "Er ist mein bester Freund. Ich denke nicht so über ihn."

"Da sagt dein kleiner Freund da unten aber etwas anderes", wackelt Jungkook mit den Augenbrauen, woraufhin Jimin geschockt nach unten sieht und erleichtert feststellen kann, dass alles in Ordnung ist.

"Jungkook, du Idiot!", kreischt Jimin und tritt seinem zweitbesten Freund kurzerhand zwischen die Beine. Der jüngere keucht schmerzerfüllt auf. "Du blöder Perversling!"

"W-wenn ich aufstehen kann, dann hänge ich dich eigenhändig an den Fahnenmast vor der Schule", droht Jungkook, der beide Hände schützend vor seine Juwelen hält und das Gesicht verzogen hat.

"Ja, ja. Du und deine leeren Drohungen", lacht Jimin, während er sich erhebt. "Ich gehe dann mal zu meinem besten Freund, bye, Kookie." Er winkt dem liegenden Jungen noch, ehe er langsam joggend auf den Fußballplatz, der von der 400-Meter-Bahn umringt ist, geht.

Yoongi steht mit ausgestreckten Armen im kalten Regen des Sprinklers, als Jimin sich neben ihn stellt, mit einer Hand seine Augen vor den Wassertropfen schützt. "Was geht, Angeber?", murmelt Yoongi, hat seine Augen geschlossen und lässt das kühle Nass über sein Gesicht laufen.

Jimin kann nicht anders. Er muss einfach auf den schmalen, muskelarmen, schneeweißen Oberkörper seines Freundes starren. Dieses fragile Aussehen ist die Schuld der vielen Stunden, die Yoongi alleine im seinem dunklen Zimmer verbringt. An manchen Tagen vergisst er sogar, zu essen. Das hat er Jimin zumindest erzählt.

Seitdem bringt der Jüngere immer ein Marmeladenbrot mit, wenn er seinen Freund besuchen kommt und zwingt ihn, es zu essen. Jimin will schließlich nicht, dass sein bester Freund einfach verhungert.

"Starren ist unhöflich, Park Jimin", grinst Yoongi und Jimin schreckt aus seiner kleinen Trance, hält sich beide Hände vor die glühenden Wangen.

"I-ich habe nicht gestarrt, ich habe das Gras neben dir angeschaut", lügt Jimin und Yoongis Grinsen wird breiter. Dieses Grinsen, das ein warmes, fremdes Gefühl in Jimin auslöst, trägt er nicht besonders oft.

"Wer's glaubt", öffnet Yoongi seine Augen und sieht zu Jimin, beißt sich auf die Unterlippe. Jimin kann dem Drang, Yoongi eine seiner nassen, blonden Haarsträhnen von der Stirn zu streichen, gerade noch so widerstehen. "Du sabberst ja förmlich!"

"Weißt du was?" Jimin funkelt Yoongi mit seinen dunklen Augen an. "Ich glaube, mir ist auch warm."

Quälend langsam nimmt Jimin den Saum seines Shirts in die Hände und beginnt, den hellen Stoff über seinen Kopf zu ziehen. Genugtuung erfüllt ihn, als ihm Yoongis offen stehender Mund auffällt. Nicht sehr viel später liegt auch sein Shirt im Rasen.

"Erwartest du jetzt, dass ich genauso sabbere, wie du es getan hast?", lacht Yoongi schließlich und schubst Jimin zur Seite. "Du bist und bleibst ein kleiner Angeber, Jiminie."

"Min Yoongi!", schreit Jungkook hinter den beiden und bevor der Angesprochene reagieren kann, liegt er schon mit Jungkook auf dem Boden. "Wegen dir und deinem blöden Kommentar konnte ich Jiminie nicht überholen!", beschwert er sich, während er Yoongi wieder und wieder boxt.

"Du suchst doch nur nach jemandem, dem du die Schuld daran geben kannst, dass Jimin der bessere Läufer ist", antwortet Yoongi, gibt Jimin dabei ein Kompliment, das dieser jedoch momentan nicht wirklich realisieren kann. Er ist zu sehr damit beschäftigt, darüber nachzudenken, wie nah Yoongi und Jungkook sich gerade sind.

"Jeon, Min, Park! Da ihr bereits auf dem Feld steht, spielt ihr mit", ruft der Fußball-Coach irgendwann, doch Yoongi und Jungkook hören ihn überhaupt nicht. "Kim Taehyung, du wählst eine Mannschaft und einer von euch dreien wählt die andere Mannschaft."

Wieder reagieren Yoongi und Jungkook nicht. Jimin, der inzwischen vor Wut beinahe überkocht, geht auf den Coach zu. "Ich spiele in der Mannschaft von Kim Taehyung."

Erst da wird Yoongi hellhörig und setzt sich auf. "Was?! Das ist doch total unfair, die werden uns in Grund und Boden spielen!"

"Hey, ich bin nicht schlecht in Fußball", verteidigt sich Jungkook, gibt Yoongi einen leichten Schlag gegen den Arm.

"Ich spiele auch bei euch mit", seufzt jemand neben ihnen, woraufhin beide erschrocken zur Seite sehen. "Der Coach meinte, dass ich mich vorhin beim Weitsprung nicht genug verausgabt hab."

"Jin, ich hab nichts gegen dich, aber du bist kacke in Fußball, geh ins andere Team. Diese ganzen Profis könnten einen Dämpfer gut gebrauchen", bittet Yoongi, erntet dafür ein empörtes Schnauben von Jin.

"Unser Genie macht sich wohl Sorgen, dass er mal nicht gewinnen könnte", meint Jin provokant und faltet die Arme vor der Brust. "Vergiss es. Ich bleibe bei euch."

Yoongi seufzt und sieht zu Jimin, der gerade an Taehyung klebt und mit ihm über irgendetwas lacht. Der platinblonde Junge kann einen Stich in seiner Brust spüren, als ihn Jungkook auf die Beine zieht.

"Dann macht euch mal bereit, richtig den Arsch versohlt zu bekommen."

_________

Wie erwartet dominieren Jimin und Taehyung das Spiel. Jin steht im Tor, obwohl man an seiner Stelle dort auch einfach eine Pappfigur platzieren hätte können. Er weicht jedem Ball aus und sogar die, die er womöglich mit ein bisschen Mühe bekommen hätte, lässt er ins Tor rollen.

Jungkook ist im ganzen Team noch der Beste, kommt jedoch nicht gegen die geballte Kraft von Jimin und Taehyung, die praktisch ohne ihre eigene Mannschaft spielen, an.

"Noch eine Minute", ruft der Coach schließlich und Yoongi seufzt erleichtert auf. Endlich wird er von dieser Peinlichkeit erlöst.

"Es steht 19 zu Null, einen bekommen wir noch rein!", schreit Taehyung zum halbnackten Jimin, der gerade einen Jungen aus Yoongis Team verzweifeln lässt. Jimins Beinarbeit ist der des Jungen haushoch überlegen.

"Tae!" Jimin passt den Ball zu Taehyung, der daraufhin zu einem Sprint ansetzt, den Ball ganz mühelos zwischen seinen Beinen mitrollen lässt. Yoongi rennt ganz unterbewusst los, um Taehyung entgegenzutreten, als er hört, wie Jimin ihn anfeuert.

Jimin sollte nicht Tae anfeuern, er sollte Yoongi anfeuern.

Jungkook kommt ebenfalls angerannt, möchte kein weiteres Tor kassieren. Ein paar Meter weiter vorne holt Taehyung schließlich zum Schuss aus, trifft den Ball perfekt und so stark, dass das Geräusch, wie der Sportschuh auf das Leder des Balles trifft, über den ganzen Sportplatz hallt.

Yoongi springt in die Flugbahn des Balles und realisiert erst zu spät, dass die weiße Kugel direkt auf seinen Kopf zusteuert. Der Aufprall ist dumpf und schmerzhaft und er landet rückwärts im Gras, während seine Ohren anfangen, zu piepen. Seine Nase fühlt sich so an, als wäre sie weggeschossen worden.

"Oh Gott, Yoongi!"

Die Stimme, die er hören wollte, ist sofort bei ihm. Zwei warme Hände legen sich auf sein Gesicht und zwei schokoladenbraune Augen mustern ihn besorgt.

"Voll auf die Fresse", kommt es von Jungkook, der sich danebengekniet hat. Jimin schlägt ihn. Taehyung kommt ebenfalls hinzu. Er verzieht das Gesicht, als er Yoongis blutende Nase sieht.

"Autsch. Warum springst du auch in mein Schussfeld?"

"Warum musst du auch so hart schießen?", giftet Jimin und dreht sich zu Tae, der mit erhobenen Händen dasteht. "Seine Nase sieht richtig übel aus."

"Sorry", murmelt Tae und macht ein paar Schritte rückwärts, ehe er sich vollkommen verzieht.

"So ein Idiot", brummt Jimin und wischt vorsichtig das Blut von Yoongi's Gesicht. Es hilft nicht viel, da seine Nase einfach weiterblutet. "Tut es sehr weh?"

Yoongi kann ein leichtes, glückliches Grinsen nicht unterdrücken.

Jimin kümmert sich um ihn.

"Nein, es geht schon, schätze ich."

Okumaya devam et

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