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By Lotti005

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By Lotti005

Autor: Allyphice

Werke: 6

Lost Friendship || One Direction

Cover Gestaltung ♥ (Geschlossen wegen momentaner Probleme)

What am I for you ? || Lirry

Who is it? || One Direction

Wish || One Direction

The lost Angel || Liam Payne

Leseprobe:

Beschreibung:

Einmal ein Freund, immer ein Freund?

Nicht bei ihr.

Ein Umzug hat die Beiden auseinandergerissen.

Aber, wie wird ihre erste Begegnung nach so langer Zeit ablaufen?

Sie hasst ihn, er hasst sie, für immer....oder doch nicht?

Prolog:

Seit Wochen habe ich den selben Traum .

Immer und immer wieder sehe ich für einen Wimpernschlag diesen Jungen .

Meinen Jungen .

Zumindest war er es früher mal .

Von wem ich spreche ? Meinem alten Sandkastenfreund .

Er und ich waren unzertrennlich und kennen uns schon eine Ewigkeit . Wir sind zusammen aufgewachsen und es schien, dass uns nichts trennen könne . Aber irgendwann haben auch die schönsten Dinge ein Ende .

Er musste umziehen und ich konnte mich noch nicht einmal von ihm verabschieden, da er es mir nicht gesagt hatte . Ich habe Nächte lang geweint , weil er mein erster und bester Freund war .

8 Jahre sind seit dem vergangen und ich bin nun 17 Jahre alt . Ich gehe auf's College und habe viele neue Freunde gefunden . Davon ist eine meine beste Freundin Isabell . Aber trotz der neuen Freunde, ist mir keiner so ans Herz gewachsen wie er .

Doch, was ich nicht weiß ist, dass ich ihm nach all den Jahren wieder begegnen werde und er ein ganz anderer Mensch geworden ist .

Voller Wut und Hass .

Es scheint, er hätte mich vergessen . Wir sind so unterschiedlich und verstehen uns überhaupt nicht .

Können wir überhaupt je wieder Freunde werden ?

~One~

,,Sophie, wir können keine Freunde mehr sein.."

,,Was? Aber... aber warum?!"

,,Ich... Du verstehst das nicht.."

,,Wir sind beste Freunde! Wie kannst du einfach so sagen, dass wir keine Freunde mehr sind?!"

,,Ich muss jetzt gehen.."

,,Harry?....Harry?! HARRY!"

●▬▬▬▬๑۩۩๑▬▬▬▬▬●

,,Harry!! " Erschrocken wachte ich auf. Mein Puls war stark erhöht und meine Muskeln angespannt, dennoch versuchte ich mich wieder zu beruhigen.

Ich sah mich um. Alles war noch leicht verschwommen, verschärfte sich aber mit der Zeit wieder. Meine Augen wanderten langsam das offene und helle Zimmer entlang, bis ich meine Freundin hereinstürmen sah.

,,Ist alles okay?!", fragte sie mich hektisch.

Ich hatte noch keine besonders große Lust ihr darauf zu antworten. Darum nickte ich nur steif und schob meinen, noch von der Stoffdecke erwärmten Körper, an den Bettrücken. Ich streichte mir kurz über mein Gesicht und atmete einmal tief ein und aus. Nach einiger Zeit aber, antwortete ich ihr.

,,Es war nur wieder der selbe Traum, wie die Wochen davor...", murmelte ich. Aus ihrem besorgten Blick wurde nun ein bemitleidender Blick.. Ich hasse diesen Gesichtsausdruck! Ich will nicht bemitleidet werden!

Sie kam auf mich zu und setzte sich auf den Stuhl, der ein paar Meter von dem Bett stand.

,, Du sprichst immer wieder von diesem 'Harry'... Bis jetzt weiß ich nur, dass er dein bester Freund war. Aber noch nie hast du mir erzählt, was zwischen euch vorgefallen ist.. Ich würde es zu gerne mal wissen..", sagte sie.

Ich seufzte leicht und stieg aus dem Bett. ,,Isabell, ich habe dir doch schon so oft gesagt, dass ich nicht darüber sprechen möchte.. Ich mache mich jetzt erst mal fertig.", sagte ich leicht genervt und herablassend. ,,Wie spät ist es eigentlich?", fragte ich sie noch kurz. ,,Ööhm.. 13:45 Uhr, warum?" ,,Nur so.", sagte ich knapp.

Ich ging an ihr vorbei und tapste ins Bad, was nur wenige Schritte von dem Schlafzimmer entfernt war.

Angekommen, schloss ich die etwas quietschende Tür hinter mir und stützte mich an dem weiß, glänzenden Waschbecken ab.

Ich stand einfach da und machte nichts.

Ich dachte nur über ihn nach.

In der Zeit könnt ihr ja etwas über mich erfahren:

Mein Name ist Sophie Claire. Ich bin 17 Jahre alt und wohne zusammen mit Isabell in einer kleinen Wohnung des Colleges, in der Nähe von einer kleinen Stadt namens 'Winchester'. Hier ist nie wirklich was los . Meist ist es sonnig, aber zur Dämmerung wird es oft kalt.

Kommen wir nun zu Isabell:

Sie ist wie ich auch 17 Jahre alt und sie ist seit 3 Jahren meine beste Freundin. Sie ist wie eine Schwester für mich. Sie hilft mir im College, sowie bei meiner Überwindung, endlich von 'ihm' loszukommen. Doch bis jetzt scheiterte sie bei dem Versuch, mich 'ihn' vergessen zu lassen. Aber dennoch ist sie immer für mich da.

Ich schaute mich im Spiegel an. Ich erkannte mich nicht wieder. Was ist bloß mit mir geschehen?

Solch leerer Blick zeichnet meine Augen.

Keine Trauer.

Keine Wut.

Nichts.

Ich hörte auf, an sowas zu denken und machte mich fertig. Schnell noch Eyeliner und Mascara, mein Lieblingskleid und schon war ich fertig.

Ich ging aus dem Bad . Ich wollte nach draußen.

Einfach an die frische Luft.

Das brauchte ich jetzt.

,,Isabell, ich bin für eine Weile draußen! Ich komme bald wieder!", rief ich ihr von dem Flur aus zu. ,, Ist gut! Ciao Süße!", rief sie zurück.

Ich zog mir meine Chucks an und ging nach draußen. Achtsam schloss ich die Tür hinter mir. Dann zog ich los. Ich ging von dem Collegegelände und lief in die Stadt. Weg von all den Anderen und hin zu neuen, mir noch fremden Personen.

Als Erstes ging ich in mein Lieblingscafé. Ich öffnete die schimmernde Glastür und wurde sofort von allen begrüßt. Das liebe ich hierbei. Alle sind so lebensfroh und nett zu einander. Mit einem leichten Lächeln saß ich mich auf meinen Stammplatz. Einem kleinen Tisch an einem großen Fenster, mit Blick auf den schönen Rosengarten. Ich bestellte wie immer das Übliche: Eine Vanilla Latte mit extra Sahne, ein Stück Kirschkuchen und dazu einen kleinen Keks. ,,Hier Sophie, dein Lieblingskuchen! Ich habe dir noch extra ein paar Kirschen mehr dazu getan, weil ich weiß, wie du diesen Kuchen vergötterst!" , lachte eine erfreute angenehme Stimme mir zu. ,,Dankeschön Marta! Hmm, das sieht köstlich aus!", bedankte ich mich und sah auf meinen Teller.

Ich aß genüsslich und schaute mich nebenbei all die Menschen, die im Laden waren, belauschte kurz deren Gespräche und sah mir die Menschenmassen draußen auf den Straßen an.

So viele verschiedene Gesichter und Stimmungen.

Stress, Trauer, Fröhlichkeit oder auch..... Verliebtheit... Eines der Gefühle, die ich noch nie kennen gelernt habe. Zu meinem Glück. Denn, ich habe immer solche Sorge, den Menschen, dessen Liebe ich schenke, wieder auf grausame Art zu verlieren. Und auf die Nachwirkungen habe ich absolut keine Lust. Auf Wut, Hass, Trauer und letztendlich Einsamkeit. So möchte ich mein Leben nicht vergeuden, denn ich habe schon kostbare Jahre in Trauer verbracht und bin gerade dabei, die Vergangenheit gehen zu lassen. Einfach loszulassen und mir ein neues Ziel zu suchen.

In Gedanken versunken und leicht in mich zusammengefallen saß ich in dem warmen, gemütlichen Café und aß alles auf. Ich verabschiedete mich und ging wieder meine Wege.

Ich lief in den Einkaufsmeilen herum und schaute mich um. Geschäfte, dessen Inhalt von bemerkenswerten Kleidungsstücken bestand und die noch so schöne Menschen, noch schöner werden ließen,  brachte meine Augen zum aufblitzen. Solch elegante Kleider hingen auf den Gestellen. Ich konnte nicht widerstehen und gönnte mir etwas Schönes.

Solch eine große Auswahl an hübschen Kleidern, habe ich noch nie zuvor gesehen.

Doch, ein Kleid, ließ mich nicht mehr los und verzauberte mich. Ein Rüschenkleid im zarten Rosé mit Schwarzer Spitze. Ein ganzes Stück kürzer als die anderen Abendroben, die im Laden verteilt waren. Ich konnte mir gerade den Preis leisten. 120.99 $ ist schon eine gewaltige Summe für mich. Dennoch kaufte ich es und bereute es keineswegs.

Mit erfreuter Stimmung verließ ich den Laden. Und dann traf mich der Schock:

Es war schon dunkel. Ich kramte mein Handy heraus und mich traf der zweite Schock:

Es war schon 21:00 Uhr! Ich bin schon so lange unterwegs?! Das kann doch nicht sein! Aber doch, so war es.

Das Nächste, was meine Stimmung wieder etwas senkte war, dass es, wenn es beginnt dunkel zu werden, auch damit die Kälte nicht mehr weit ist. Und ich hatte keine Jacke dabei. ,,Jetzt muss ich mir ernsthaft noch eine Jacke kaufen? Dabei hab ich gar kein Geld mehr.." ,murmelte ich vor mich hin.

Meine Arme umklammerten meinen frierenden Körper und ich machte mich so auf den Weg nach einem Laden, indem ich mich etwas aufwärmen konnte. Hoffentlich waren noch ein paar Läden offen... Es wurde immer kälter und kälter, bis ich dann sogar meinen eigenen Atem sehen konnte. Meine Arme waren eiskalt und kleine Windböhen, die durch den dünnen Stoff meines Kleides wehten, ließen meine Beine zittern.

Es war schon so dunkel geworden, dass man nur mit Mühe sehen konnte, wo man hintrat. Ohne die Lichter der Läden, die durch das Glas schienen, würde man gar nichts mehr erkennen. Ich hatte Schwierigkeiten, die Straßen zu finden, auf denen ich mich normalerweise aufhielt.

Ich hatte schon Angst, überhaupt keinen Laden mehr zu finden, der auf hatte. ,, Mann....Scheiße!.....Hier steht nirgends..", sagte ich zu mir selbst. In dem Moment sah ich eine kleine Tür auf der rechten Seite, aus der Lichter kamen und ein regelmäßiger Rhythmus entstand. ,, GEÖFFNET!!!", schrie ich. Ich lief die kleine Treppe herunter und riss die Tür auf. Ich hatte mit einer kleinen Discothek gerechnet, aber was war es?

Eine Punkbar.... Das erklärt auch, warum hier noch geöffnet ist.. Wahrscheinlich schließt sie auch erst um 02:00 Uhr oder wenn es wieder hell wird.. Nun stand ich da, in mitten von Punks, dröhnender Musik und farbenfrohen Lichteffekten. Nervös umfasste ich mit meiner Hand meinen anderen Arm und ging schnellen Schrittens durch die tanzende Meute. Ich schaute mich nach einem freien Platz weiter hinten um und fand auch recht schnell einen an der Bar.

Endlich angekommen, saß ich mich mit einem kleinen Hops auf den Hocker und wartete, dass der Barkeeper meine Bestellung aufnehmen würde. Doch er kam einfach nicht und flirtete lieber mit den halbnackten Mädchen rum.

,,Hallo?! Ich hätte gerne einen Drink!", rief ich, doch ohne Erfolg. Ich stützte mich mit meinem Ellbogen an der Theke ab und spielte genervt mit meinen Locken. Doch wenige Minuten später wurde mir ein Drink vor mein Gesicht geschoben. Verwirrt sah ich neben mir, aus der mir der Drink zugeschoben worden ist. Dort saß ein großer, gutgebauter Punk mit blauen Augen und massenhaft Piercings wie Tattoos, der mich von oben herab dreckig angrinste. ,,Für dich..", sagte er mit einer kratzigen Stimme und einem kleinen Rauchgeruch, der mir ins Gesicht wehte. Ich bekam sofort Nackenschauer, als ich seine Stimme gehört habe. ,,D..Dankeschön..", stotterte ich ihn an und sah dann wieder schnell zurück. ,, Hey nur nicht so schüchtern.. Du kannst mir vertrauen..", lachte er leicht und beugte sich zu mir herüber. Ich war wie in einer Art Schockstarre, als ich bemerkte, dass er mir nicht nur näher kam, sondern ich auch etwas feuchtes an meinem Hals spürte. Es war seine Zunge, die langsam meinen Hals hinunterglitt. ,,Hö..r.. hör auf..", brachte ich nur heraus. Ich musste mich wirklich zusammenreißen, nicht zu stöhnen. Das würde ihn nur noch hektischer machen und das wollte ich auf keinen Fall!

,,Ach komm schon Babe, dir gefällt es doch..", unterbrach er seine Aktivität. ,,Nein, ich will das nicht. Hör auf!", sagte ich nun etwas lauter und mit etwas mehr Kraft dahinter. Dabei drückte ich meine Hände auf seine Brust und versuchte ihn wegzudrücken. Aber er war einfach zu stark und umfasste meine Arme mit einem festen Druck. ,,HÖR AUF!!", schrie ich los. Und neigte meinen Kopf immer weiter von ihm entfernt. Er lachte einfach nur und saugte nun stark an einer Stelle meines Halses und biss leicht hinein. Mir entwich ein leichtes Wimmern, da ich keine Chance sah, ihn von mir wegzubekommen. Selbst die Leute neben mir und um uns Beide herum taten nichts und manche von ihnen fanden das Spektakel ganz amüsant. Ich hätte heulen können, aber wenn ich das tun würde, könnte ich nicht mehr die Kraft aufbringen ihn von mir wegzudrücken.

,,Lass sie in Ruhe!", brüllte eine tiefe und kräftige Stimme uns zu. Ein fester Handgriff umfasste die Schulter des Kerls und er wurde mit einem Ruck von mir weggezogen. Es steckte so eine Kraft dahinter, dass er von dem Hocker  gerissen wurde und ein paar Schritte brauchte, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren. ,,Was ist dein Problem?! Ich wollte mich grad aufwärmen!", kam es von dem verwirrten Typen. ,,Du sollst sie nicht anfassen!", brüllte der Andere ihn weiter an. Ein heftiger Wortkampf zwischen den Beiden entstand und auch Fäuste kamen ins Spiel.

Das war meine Chance abzuhauen. Ich stand auf und rannte schnell an den Beiden vorbei. Ich lief aus dem Club und rannte einfach ohne Nachzudenken in irgendeine Richtung.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Ich ging in die nächst gelegene Straße, die von ihrem Durchmesser aus sehr einer Gasse ähnelte. Mich störte das nicht, da ich fest davon überzeugt war, dass dies die Gasse sei, die mich zurück zum College führen würde.

Doch anscheinend irrte ich mich gewaltig. Denn nichts kam mir bekannt vor.

Hatte ich mich jetzt nun verlaufen?

Was sollte ich tun? Ich kannte Niemanden und selbst wenn ich jemanden nach dem Weg fragen würde... hier ist keiner! Das kommt davon, wenn ich bis zum Abend noch in der Stadt bin.

Das ist das erste Mal, dass ich Abends in der Stadt herumwanderte und man merkte es mir sofort an. ,,Verdammt! Wäre ich doch bloß nicht so lange hier geblieben, dann würde ich jetzt schon längst bei Isabell sein und mir einen Film anschauen! Dann wäre ich auch niemals auf 'Sowas' gestoßen.." ,fluchte ich vor mich hin und fasste mir dabei an die Stelle meines Halses, der bei leichter Berührung anfing zu schmerzen. ,,Verdammte Punks.."

Plötzlich hörte ich ein Knirschen hinter mir. Es hörte sich so an, wie das Knirschen von Schuhsohlen, die den Boden schrabbten.

Ich bekam es mit der Angst zu tun. Mein Puls erhöhte sich rasant und ich ging ein wenig schneller durch diese, nicht enden zu wollene Gasse. Ich lauschte nach noch mehr Geräuschen, um mir klar zu machen, dass  mir keiner folgen würde.

Das hätte ich besser nicht machen sollen.

Denn genau dies war der Fall. Ich hörte deutliche Schritte, die mir beängstigend näher kamen. Ich hatte Panik. Mir würde doch jetzt nicht etwa ein mysteriöser Kerl auf die Schliche kommen und mir schaden, oder ja sogar vergewaltigen? Ich hatte solche Angst, meine Augen weiteten sich mit jedem Schritt mehr, den meine Ohren war nahmen.

Ich fing an leicht zu laufen. Immer nur wenige Meter, damit es nur so aussah, als würde ich es eilig haben und der Kerl hinter mir nicht merkte, dass ich wusste, er verfolge mich .

Doch es klappte nicht. Er fing an zu laufen.

Und damit brachte er mich zum verzweifeln. Es sammelten sich Tränen in meinen Augen und ich fing nun an um mein Leben zu laufen. Wann würde denn diese verdammte Gasse aufhören?! Ich wimmerte leicht vor mich hin. Ich habe so etwas noch nie erlebt und wollte es auch nie. Doch es musste ja anders kommen...

,,Hey!" ,rief er mir hinterher. ,,Gehen Sie weg!!!" , schrie ich und hoffte, das mich jemand hören würde. Aber es war keine Menschenseele da, der mir hätte helfen können. Und was musste mich dann erwarten?

Eine Sackgasse. Es gab kein entkommen für mich.

,,Nein.... Bitte nicht... Nein! ", rief ich und mir rollte die erste Träne über mein Gesicht. Ich war nun fast an der Wand angekommen, doch jemand hinderte mich diese zu berühren, um schließlich nur in Verzweiflung zu versinken.

,,Bleib stehen!" , rief eine tiefe Stimme mir zu und packte mich am Handgelenk. Ich wurde fest an den Armen gepackt, umgedreht und gegen die Wand gepresst. Ich ersparte mir einen Hilfeschrei, da dieser eh nichts bringen würde.

Meine Handgelenke, fest im Griff des Typens, und weggedrehtem Gesicht und geschlossenen Augen, ließ ich meinem Schicksal freien Lauf. Ich betete nur, dass es schnell vorbei sein würde.

,, Hey, lauf doch nicht weg Süße..." , sagte er und grinste mich dreckig an, als er mich von oben bis unten betrachtete. Ich drehte mich zu ihm hin und schaute in seine Augen.

Schon wieder ein Punk.

Piercings, die leicht in seinem Gesicht schimmerten und Grünhervorstechende, schwarz umrandete Augen.

Mit Kapuzenshirt und ernster Miene. Fast sein ganzes Gesicht wurde von seiner Kapuze verdeckt.

,,Du bist einfach so weggerannt, da konnte ich mich gar nicht richtig bei dir verabschieden... Eigentlich hab ich gedacht, du würdest mir für deine Rettung danken.." , er leckte sich über die Lippen ,,und dass der Prinz, der das Mädchen gerettet hat, nun einen Kuss bekommt.." raunte er in mein Ohr. Ich wimmerte leicht, als seine tiefe, raue Stimme in mein Ohr drang. Ich wusste genau was er meinte und ich wollte es ganz bestimmt nicht! Aber was sollte ich tun? Ich war doch nur ein kleines schwaches Mädchen, das niemals gegen einen Punk ankommen würde. Es war so still, dass jedes einzelne Wort, dass über seine Lippen kam von den Wänden schallte und die ganze Gasse mit seiner Stimme ausfüllte.

,,Was soll ich jetzt bloß mit dir machen, hm?" ,flüsterte er und grinste immer noch dreckig. ,,Lass mich gehen...", bettelte ich mit meiner wackligen Stimme. ,,Und was ist, wenn ich nicht will?" Während er das sagte, spürte ich deutlich wie er seinen Körper gegen Meinen presste. Seine Hände glitten meinen Körper herunter und umfassten nun meine Taille. Ich blieb wie angewurzelt stehen. Ich hatte solche Panik, dass ich mich einfach nicht rühren konnte. ,, Ich hatte so lange keinen Sex mehr.." , kam es von ihm. Was...sagte er da? Ich musste diesen Satz erst einmal richtig realisieren, doch da war es zu spät.. Er drückte sich immer mehr an meinen Körper. Seine Nasenspitze streifte immer wieder leicht meinen Hals rauf und runter und sein warmer Atem hauchte auf meine Haut. Ich versuchte ihn mit meinen Händen auf seiner Brust langsam wegzudrücken, doch als ich das tat griff er nach meinen Händen und presste diese dann wie zuvor gegen die kalte Wand. Ihm schien es zu gefallen, dass ich nicht wollte. Nun fing er an seine Zunge über meine Haut gleiten zu lassen und kleine Küsschen auf meinen Hals zu platzieren. Ich konnte ein Stöhnen nicht verhindern. Ein leichtes Lachen verließ seine Lippen, doch dann fuhr er fort. ,,Bitte... hö..r auf..", bettelte ich, wie bei dem anderen Kerl um Gnade. Doch nichts geschah. Stattdessen saugte er an einer anderen Stelle meines Halses und biss dort immer wieder leicht hinein was mich zum Wimmern brachte. ,,Hör auf! ", schrie ich ihn an. Das selbe Szenario wie im Club..

,,Hey Großer!" ,hörte ich eine Stimme uns zurufen.

Er stöhnte herablassend und ließ seine Hände von meiner Taille herunterrutschen.

,,Lass sie laufen, wir haben Wichtigeres zu tun. ", kam wieder diese unbekannte Stimme.

Er drehte sich um und ging auf den fremden Kerl zu. ,,Du gönnst mir aber auch Gar nichts oder?" , sagte er genervt und drehte sich wieder zu mir. ,,Ich muss leider weg Babe. Aber ich hoffe, wenn wir uns das nächste mal sehen, dass wir dort weitermachen können wo wir aufgehört haben.." Er drückte seinen Schritt leicht in meinen Bereich und küsste einmal kurz mein Schlüsselbein, bevor er sich endgültig verabschiedete. Bevor er sich wieder umdrehte traute ich mich und sah in sein Gesicht, was nicht mehr länger von seiner Kapuze versteckt wurde.

Das kann nicht sein.... ,,Pass das nächste mal auf, wen du anbrüllst! Du hast mir fast 'ne Füllung rausgeschlagen du kranker Freak! Außerdem hast du was im Club vergessen.. Du hättest uns fast auffliegen lassen mit deiner Schlamperei.." Das war das Letzte was ich von dem anderen Typen aus der Ferne gehört hatte. Ich konnte nicht fassen, wer mir das gerade angetan hatte.

,, Harry... ? " , sagte ich leise .

Er schien es trotz meiner leisen Stimme noch gehört zu haben , denn er drehte sich um und sah mir für einen Moment nach . Doch dann schüttelte er den Kopf und ging davon.

~Two~

Das... das kann doch nicht wahr sein.. Oder etwa doch? Nein... nein ich bilde mir das nur ein.

Ich.. ich.. Das kann nicht sein, er war es nicht, er kann es nicht sein! Das passt gar nicht zu ihm.. Aber er sah ihm so verdammt ähnlich...

Ich schüttelte den Kopf und ging aus der Gasse heraus, um wieder den richtigen Weg zu finden. Ich war total in Tránse, konnte nicht klar denken, war nicht bei Sinnen. Das alles war einfach zu viel für mich. Zu viel für mein Herz.. All die Dinge, die ich und Harry durchgemacht hatten, spielten sich wieder in meinem Kopf ab. Immer und immer wieder und ich konnte rein gar nichts machen, damit es aufhörte. Meine Brust fing an zu stechen und mein Hals fühlte sich so komisch an.. Ich wollte nicht weinen. Nicht wegen ihm! Nicht schon wieder.. Ich habe genug Tränen vergossen, für nichts!

Ich schluckte einmal kräftig und versuchte krampfhaft nicht wie ein kleines Kind loszuheulen.. Das habe ich wirklich nicht nötig, ich habe mir gerade erst alles wieder so zurechtgebogen, wie ich es wollte. Mein Leben geht ohne ihn weiter.

Ich überlegte so weiter und blieb mitten auf der dunklen Straße stehen, bis ich aus meinen Gedanken gerissen wurde.

,,Sophie!!" ,rief mir jemand zu. Die Stimme kam mir bekannt vor, doch auch irgendwie unvertraut.. Ich drehte mich um und hielt nach der Person Ausschau, die dann auch nach wenigen Sekunden aus der Dunkelheit hervortrat. ,,Sophie! Was machst du hier?! Geht es dir gut? Oh Gott, du bist eiskalt! Hier, nimm meine Jacke!", wurde ich zu getextet. Ich sah zu ihm hoch und wer war es?

,,Josh? Was machst du hier..?", fragte ich abwesend. ,,Du weißt doch, dass ich einer der Aufseher am College bin! Und es ist eine Person nicht zu der wöchentlichen Schülerratsversammlung erschienen. Das warst du, also habe ich dich gesucht!", schrie er mich schon beinahe an. Josh war um jeden so besorgt, als wären es seine eigenen Kinder. Er würde jeder Fliege helfen, wenn es um ihn ginge.

,,Ich bin okay Josh, bring mich einfach wieder zurück zum College..", sagte ich zu ihm und hielt mich an seinem Arm fest, um ihn nicht zu verlieren. ,,Was hast du überhaupt gemacht? So spät Abends?! .....Du verkaufst doch nicht etwa deinen Körper?!" ,,Oh Gott Josh nein!!"

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

 Ich verabschiedete mich wieder von Josh und schlenderte durch den langen Gang entlang, der draußen an dem Gebäude von manchen Säulen versteckt wurde.

Meine Schuhsohlen schrabbten die grauen Steinplatten entlang, mein hauchdünnes Kleid war mit Dreck bedeckt und meine Haut mit Schürfwunden und kleinen Kratzern überseht. Meine Augen fühlten sich verklebt an, von der Schminke die durch meine leichten Tränen verwischt war und mein Mund war so trocken von der staubigen Luft, welche sich durch schweres Atmen in meinen Lungen füllte, dass ich dachte langsam zu ersticken. Vereinzelte Haarsträhnen hingen in meinem Gesicht und kitzelten leicht meine Nasenspitze.

Ich ging so weiter, bis ich an meinem Apartment angekommen war. Doch als ich nach der Türklinke griff, wurde mir erst klar vor Augen, dass ich meinen Schlüssel für das Apartment gar nicht mitgenommen hatte. Ich hoffte, Isabell würde noch auf sein. Mit lautem Gehämmer gegen die Holztür versuchte ich auf mich aufmerksam zu machen, in dem Hoffen, dass Isabell mich hören würde. Und ich hatte Glück. Sie öffnete langsam die Tür und lugte hinaus. Mit roten Augen und verlaufener Schminke sah sie mich eine Weile an. Dann jedoch riss sie die Tür so weit auf wie sie konnte und rannte mir in die Arme. ,,Sophie! Wo warst du denn um Himmels Willen?! Ich habe mir solche Sorgen gemacht!!", kam es aus ihr heraus. Ich konnte mir ein leichtes Lächeln nicht verkneifen. Es war einfach schön zu sehen, dass es doch noch einen Menschen gibt, der sich um mich sorgt, wenn ich bis in die Nacht hinein verschwinde. Einfach weg bin und nicht mehr auftauche. ,,Es geht mir gut, Isabell.. Ich.. Es.. Es ist kompliziert.. Ich erzähl dir alles morgen, okay? Ich bin einfach fertig und muss erst mal realisieren, was heute alles passiert ist.", sagte ich mit meiner kratzig, heiseren Stimme und lächelte so gut ich konnte in ihr Gesicht. ,,Na gut.. Aber bitte sag mir alles. Wenn du mir etwas verschweigst, kann ich dir nicht helfen.", antwortete sie und ging mit mir hinein. Du kannst mir eh nicht helfen, wenn ich dir erzähle, was mir angetan wurde...

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

 Nach einer heißen Dusche und einer Schüssel Müsli, ging ich, mit zusammen gewickeltem Handtuch die Treppen hinauf, an Isabell's Tür und klopfte vorsichtig. Ich lauschte nach ihrem 'Herein', konnte es aber nicht hören. Ich wartete noch einige Zeit und klopfte erneut. Dann, als sie wieder nicht antwortete, drückte ich vorsichtig die Türklinke hinunter und schielte zu ihrem Bett. Sie schlief. Sie schläft. Na ja, dann muss ich ihr wenigstens nicht erzählen, was passiert ist. Ich schloss wieder vorsichtig die Tür hinter mir und schlich auf Zehenspitzen zu meinem Zimmer. Leises Knacken und das Aufkommen meiner Zehen auf dem Laminat schallten in dem Flur und ließen mich immer meine Zähne zusammenknirschen, aus Angst Isabell zu wecken.

Als ich an meinem Zimmer angekommen war, knipste ich das Flurlicht aus und schloss danach die Tür. Ich atmete einmal stark und schloss für einen kurzen Moment meine Augen. Ich versuchte diesen Tag zu vergessen, aber so sehr ich es auch versuchte, es ging nicht

Ich musste ständig an seine Berührungen denken.

An seinen warmen Atem auf meiner Haut.

Sein kratzendes Gestöhne.

Seine Worte, die mir den Atem raubten.

Beim Umziehen meines Pyjamas dachte ich an all das, was ich vermeiden wollte zu denken. Doch, dieses Ereignis spielte sich immer und immer wieder in meinem Gedächtnis ab. Als ob etwas in mir wollte, dass ich mir dazu Gedanken mache.

Nein, hör auf. Hör auf an all das zu denken! Ich will das nicht! Aber ich kann nicht. Warum bin ich nicht in der Lage, es zu vergessen? Warum quäle ich mich mit diesem Gedanken so? Ich zog meine Augenbrauen zusammen und verkniff mir das zwanghafte Weinen. ,,Ich brauche frische Luft.", flüsterte ich zu mir selbst. Ich ging an das Zimmerende, öffnete die Balkontür und ging ein paar Schritte bis ich am Geländer angekommen war. Ich stützte mich vorsichtig mit meinen Händen daran ab.

Ich schaute in den Himmel, der von dem Mond angeleuchtet wurde.

,,Vollmond... Wunderschön, nicht..?", hörte ich urplötzlich eine tiefe Stimme hinter mir. Ich erschrak und drehte mich mit einem Satz um. Dort sah ich dann blauschimmernde Augen, die mir in die Seele schauten. Mich traf der Schock:

,,Du...Wie bist du..?", brachte ich nur heraus. Der Punk, der mir einen Drink spendiert hatte. Ein amüsiertes, dennoch leises Lachen bekam ich als Antwort. ,,Es spielt jetzt keine Rolle, wie ich es geschafft habe, hier rauf zu kommen. Du solltest dir lieber Gedanken machen, wie ich dich gefunden habe.." Seine Stimme wurde ernster und seine Miene verdunkelte sich. Wie zur verdammten Hölle hat er mich gefunden?! ,,Was willst du?", fragte ich immer noch geschockt. ,,Reden..", beendete er seinen 'Satz'. ,,Du und reden? Das kann nur ein schlechter Scherz sein! Was willst du wirklich?!" ,,Na gut, als Reden kann man es nicht bezeichnen.. Aber ich habe eine Bitte an dich." Er schien es wirklich ernst zu meinen. Ich bekam Gänsehaut bei seinem Anblick. Er machte mir gerade gewaltige Angst, dennoch ließ ich es mir nicht ansehen. Ich nickte nur steif. ,,Was ist deine 'Bitte'?", betonte ich. ,,Nicht hier.. Nicht dass deine kleine Freundin noch wach wird..", nickte er in die Richtung ihres Zimmers. ,,Und was schlägst du vor?" Er grinste leicht. ,,In dem Garten.. Vor deinem Balkon.. Ich erwarte dich dort, nachdem du dir eine Jacke angezogen hast. Ich will doch nicht, dass meiner Kleinen kalt ist.", sagte er mit einem gespielt besorgtem Blick. Willst du mich verarschen?! ,,Ich brauche keine Jacke! Ich bin kein kleines Kind mehr, verdammt.", schnauzte ich ihn an. ,,Wenn du meinst, dann komm jetzt.", waren seine letzten Worte.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Im Garten, der eigentlich einem Park ähnelte, führte er mich durch die Beete und Blumen und zerrte mich zu den großen Hecken. Dort blieb er vor mir stehen. Mit umklammerten Armen fragte sah ich ihn mit zornigem Gesicht an.

,,Warum bleiben wir ausgerechnet hier stehen? Wäre es bei dem Blumenbeet nicht auch gegangen?"

Er schaute sich noch ein paar mal um und lächelte mich dann böse an. ,,Ich möchte nur sicher gehen, dass wir auch... ganz.. alleine sind..." Mein Herz pulsierte auf der Stelle schneller und stärker. Meine vorerst verschränkten Arme lösten sich mit der Zeit und baumelten an mir herab. Meine Augen weiteten sich mit der Zeit. ,,Sag...was du zu sagen hast und...und geh.."

Er fasste sich in die Haare und schaute auf den Boden. Doch dann löste er den Blick und ließ ihn in meine Richtung wandern. ,,Es ist wirklich sehr wichtig, dass niemand davon erfährt... Es geht um etwas sehr Wichtiges!" , sagte er und hob leicht seine Arme, als wolle er mich beruhigen. Ich traute ihm keines Wegs, aber dennoch verspürte ich die Lust zu hören, was er zu sagen hatte.

Okay.... Was willst du mir sagen?"

Er kam mir langsam näher und näher.

Ich hielt ihn nicht davon ab.

Ich ließ es zu, obwohl ich so große Angst verspürte.

Doch, auch wenn ich nicht wollte, könnte ich ihn nicht davon abhalten.

Ich konnte einfach nicht.

Etwas in mir, und ich weiß nicht was, beherrschte mich gerade, in diesem Moment und stellte Sachen an, die ich niemals tun würde, wenn ich bei klarem Verstand wäre.

Was ich in diesem Moment aber absolut nicht war.

Nun stand er schon direkt vor mir.

Er hauchte mir seinen Atem ins Gesicht.

Seine Augen schwarz wie seine Seele.

Seine Haut bleich wie der Mond.

Und seine Worte... So täuschend.

Er fing an mit seinen Vorderzähnen, das Stück Metall in seiner Unterlippe zu bewegen und starrte mich dabei immer noch an. Es fiel mir schwer in seine Augen zu schauen, aus Angst, sie würden genau so mit Lust erfüllt sein, wie im Club. Doch, sie waren es nicht. Aber ich kaufte es ihm nicht ab. Dennoch ließ ich nicht von seinem Blick ab. Langsam verschränkte er seine Arme hinter sich und beugte sich zu meinem Ohr herüber.

,,.....................Gute Nacht...................."

Dann wurde mir plötzlich etwas von hinten über den Kopf gezogen und dann sah ich nur noch schwarz......

~Three~

Nach einiger Zeit, wachte ich langsam auf. Ich blinzelte leicht mit meinen Augen und nahm dann das grelle Licht war, dass durch meine geschlossenen Augenlider schien. Mein Kopf dröhnte so stark, dass ich dachte, er würde jeden Moment explodieren. ,,Mmmh...", knurrte ich und hielt mir, mit immer noch geschlossenen Augen, den Kopf. Was zur Hölle ist mit mir passiert? Ich versuchte mich an das helle Licht zu gewöhnen und öffnete langsam meine Augen. Am Anfang war noch alles sehr verschwommen, verschärfte sich dann aber langsam mit der Zeit. Ich war trotz allem noch immer benebelt. Alle Geräusche nahm ich noch undeutlich war, aber trotzdem noch so gut, dass ich es halbwegs verstehen konnte.

,,Hey.. Sie wacht auf! Curls, sie wacht auf! Warum jetzt schon?! Hast du ihr eine zu niedrige Dosierung gegeben oder was?!", schrie jemand.

,,Verdammt, nenn mich nicht so! Was?! Scheiße, ich habe den Beutel wohl nicht zu lange über ihrem Kopf gehabt.. Fuck, sie darf nicht aufwachen!!", brüllte jemand zurück.

Plötzlich hörte ich Schüsse. Laute, kurze Knalle, die sich im Akkord wiederholten. Sind das etwa Pistolenschüsse?! Wo bin ich hier?!

Ich konnte meine Augen kaum offen halten, aber ich musste einfach wissen, was hier los war und wo ich bin. Ich hörte lautes Aufschreien in meiner Nähe und das Ausatmen von männlichen Stimmen, die sich so anhörten, als wäre dies ihr letzter Atemzug gewesen. WAS IST HIER LOS?!?!

,,Wir müssen hier so schnell wie möglich raus! Sie sind in der Überzahl! Will... Nimm dir das Mädchen und verschwinde mit ihr, schnell! Ich gebe euch Rückendeckung."

,,Spinnst du?! Ich lasse dich nicht zurück du Freak! Wenn, dann sterben wir alle!"

,,Hau schon ab!! Ich komme später nach, versprochen! Komm, nimm sie vom Stuhl und lauf mit ihr den Gang hinter mir entlang! Den restlichen Weg weißt du ja, und jetzt RENN!"

Ich konnte meine Augen einfach nicht offen halten. Es ging nicht. Ich konnte gerade noch so das Gespräch und die Geräusche, die durch, ich nehme mal an Pistolen erzeugt wurden, mit verfolgen. Plötzlich wurde ich gepackt und im Brautstyle hochgehoben. Nicht gerade sanft, aber das war in diesem Moment auch egal. Die Wände, die ich halbwegs erkennen konnte, ähnelten einem Bunker, aus dem ich hinausgetragen wurde. Nach einigen Laufschritten, hörte ich nur noch einen lauten Knall, der mich und auch ihn zusammenzucken ließ. In dem Gang hinter uns stieg Rauch auf und viele kleine Metallstücke flogen durch die Luft. Ich war durch die Brust des jungen Mannes gut geschützt, doch er bekam wohl eine Menge Metallsplitter in den Rücken. Ein schmerzerfüllter Schrei verließ seine Lippen. ,,Scheiße.." Seine Stimme wackelte.

,,Du beschissener Bastard hast dich jetzt nicht in die Luft gesprengt!"

Ich war zu erschöpft, um noch weiter bei Sinnen zu sein. Mir fielen die Augen zu und ich war erneut besinnungslos.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

,,Sophie, wir können keine Freunde mehr sein.."

,,Was? Aber... aber warum?!"

,,Ich... Du verstehst das nicht.."

,,Wir sind beste Freunde! Wie kannst du einfach so sagen, dass wir keine Freunde mehr sind?!"

,,Ich muss jetzt gehen.."

,,Harry?....Harry?! HARRY!"

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,,Mmh.. Harr...y...", murmelte ich vor mich hin. Ich drehte mich gefühlte Tausend mal hin und her und versuchte in Ruhe weiterzuschlafen. Bis mich jedoch der wohl ungemütlichste Untergrund meines Lebens aufwachen ließ. Oh Gott, mein Rücken! Ich stemmte mich mit meinen Armen hoch und setzte mich im Schneidersitz hin. Mit noch nicht aufzugehenden Augen gähnte und streckte ich mich, was das Zeug hielt. ,,Oh Gott Isabell, ich hatte den verrücktesten, absurdesten, gefährlichsten, absolut unglaubwürdigsten Traum aller Zeiten!", sagte ich in meinem Herumgestrecke. ,,Ach wirklich?" Eine nicht gerade feminine Stimme antwortete mir und ich musste mich wirklich wundern. Es war auf keinen Fall meine Freundin, die ich zu hören bekam. Bitte, bitte, ich flehe euch an, verarscht mich jetzt bitte nicht! Ich wusste zu 99 Prozent, dass das kein Traum war. Der andere Prozent hoffte, trotz aller Umstände, es sei Einer. Aber Dieser wurde gnadenlos von den 99 Prozent überrollt. ,,Bitte.. Bitte sag mir, dass ich auf dem Boden meines Zimmers schlafe, du Isabell bist und einfach nur Halsschmerzen hast..", flehte ich und kniff meine Augen immer noch zu. ,,Dann siehe und staune!", bekam ich als Antwort.

Es dauerte eine gefühlte halbe Ewigkeit, bis ich beschloss mich zu überwinden und abzuwarten, was mich erwartete. Ich riss meine Augen auf und sah in strahlendblaue Augen, die nur wenige Zentimeter von meinem Gesicht entfernt waren. ,,D....das...das ist...", stotterte ich. ,,Das ist was?" ,,Z.....ZU NAH!!!", quietschte ich und wuchtete mit aller Kraft die fremde Person von mir weg. Wie ich dann aber feststellen durfte, war mir der auf dem Boden liegende Kerl bekannt. ,,Du?!", ließ ich ab und zeigte mit dem Finger auf ihn. ,,Du blöde Schlampe!", wurde ich angepöbelt. Ich stand sofort auf und bemerkte, dass ich auf einer Stoffdecke auf einem Boden, mit Kiefernnadeln und anderem Gehölz geschlafen hatte. Ich schaute an mir herunter. Anstelle meines Schlafanzuges hatte ich einen übergroßen Sweatpulli an, der mir fast bis zu den Knien ging und eine graue Jogginghose, deren Hosenenden abgerissen wurden. Ich bin ein Penner. Ich schlafe im Wald und trage Sachen, die mir nicht gehören... Ich sah mir die Umgebung an. Es war wirklich ein Wald. Kein Kleiner, indem man schon von Weitem aus Straßen oder Felder sehen konnte, nein. Solch ein düsterer Wald, indem es nur wenige Sonnenstrahlen schafften, zwischen die dichten Bäume auf den Erdboden zu scheinen. Ein - wie ich ihn nenne - ''Super-mega-horror-abschlacht-vergewaltig-Wald''. Doch, wie bin ich hier her gekommen? Warum? Weshalb? Wieso ich? Immer noch ahnungslos blickte ich zu dem, vor Schmerzen stöhnenden Punk, der sich hinkniete und seinen Rücken abtastete. Mir schwirrten so viele Fragen durch den Kopf, worauf ich meinen Entführer mit Fragen bombadierte:

,,Wo bin ich?!"

,,Du blöde Kuh hast mich auf so 'nen scheiß abgesägten Baumstamm gekickt!"

,,Wieso bin ich hier?!"

,,Mein Rücken hat beim Aufprall geknackt!"

,,Was war das für ein Aufstand in diesem komischen Bunkerdingenszimmer?!"

,,Ich blute!"

Ich hatte das Gefühl, als wolle er mich auf den Arm nehmen..

,,WILLST DU MICH VERARSCHEN?! Du bist ein Punk! Punks bluten und sagen 'geil' und nicht 'Oh mein Gott, ich blute, ich armes kleines mit Seepferdchentattoos übersehtes Riesenbaby! Was für ein Schlappschwanz du bist!", schrie ich ihn an und stampfte mit meinem linken Fuß auf den Boden, meine Hände zu Fäusten geballt.

Das hätte ich lieber nicht sagen sollen. Sein Blick war von Zorn und Hass erfüllt und sein Kiefer spannte sich an. Er verkrampfte seine Arme und ging schnellen Schrittes auf mich zu. ,,Du kleine Schlampe. Niemand spricht so mit mir!", brüllte er mich an und packte meinen Arm, bevor ich irgendetwas Anderes hätte tun können. Er sah mir noch immer in die Augen und rümpfte seine Nase. Dann holte er seinen Arm aus und formte seine Hand zu einer leicht gewölbten Schaufel. ,,Das wirst du büßen!" Ich hatte schon eine Vorahnung, dass er mich schlagen wollte. Also schloss ich noch schnell meine Augen und bereitete mich auf den langanhaltenden Schmerz vor.

,,LOUIS!", brüllte jemand aus der Ferne. Er stoppte und schlug nicht zu, dennoch hielt er seine Hand oben, um noch ausholen zu können.

,,Schlag ihr ja nicht ins Gesicht. Sie hat so ein Schönes, da möchtest du es doch bestimmt nicht ruinieren, oder?" Ich öffnete meine Augen und überlegte, wo ich diese Stimme schon einmal gehört hatte. Ich wusste ganz genau, dass ich diesen tiefen Unterton schon einmal gehört hatte.

Doch ich brauchte gar nicht weiter zu überlegen, da ich mir auch ansehen durfte, wer mir gerade das 'Leben gerettet' hatte.

Zwischen Kiefer- und Fichtenbäumen kam ein großer junger Mann auf uns zu.

Braune Locken.

Smaragdgrüne Augen.

Durchtrainierter Körper.

Dünne, lange Beine.

Überseht mit Tattoos und Piercings.

Ein leichtes Schmunzeln im Gesicht.

Meine Augen weiteten sich und meine Unterlippe klappte leicht nach unten.

Das kann doch nicht wahr sein...

,,Curls, was soll das? Dieses Weib hier, hat mich weggestoßen und mich derart beleidigt.. Das lasse ich mir doch nicht gefallen!"

,,Ich sagte doch, du sollst mich nicht so nennen! Du weißt meinen vollen Namen und du weißt, wie ich immer genannt werden möchte, also tu es auch."

Sein Blick wanderte in meine Richtung und verweilte dort. Dann ging er langsam auf mich zu. Sein Gang....

Die Art, wie er sprach, die Art, wie er Jemanden ansah, die Art, wie er mich ansah, verrieten ihn haushoch.

Nun stand er direkt vor mir. Meiner Ansicht nach, etwas zu nah, aber das war in diesem Moment egal. Seine grünen Augen funkelten mich an und ein leichtes Grinsen huschte über sein Gesicht.

,,Hallo. Wir wurden uns noch nicht vorgestellt. Ich bin-"

,,Harry..."

[Who is it?]

,,You are a Monster!"

,,And you a human."

,,Go away from me!"

,,I'm supposed to go away, even though you love me?"

,,That's not true!"

,,You lie. I can taste it..."

[Snake Charmer]

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