Die Zeit danach

By WunderWeltlerin

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Liebe. Glück. Freude. Trauer. Leidenschaft. Melancholie. Verlassenheit. Hoffnung.... Jedes dieser Gefühle hat... More

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By WunderWeltlerin


Ich bleibe auf der Schwelle zum Atelier meiner Mam stehen und lehne mich in den Türrahmen.

Sie hantiert konzentriert, mit gerunzelter Stirn und der Zunge zwischen Zähnen an einer Leinwand herum. Diese Miene trägt sie meist zur Schau, wenn sie voll und ganz ins Malen vertieft ist.

Ihr Atelier ist mir das Liebste aller Zimmer unseres Hauses. Die Wände quellen über von Bilder, Skizzen und verschiedenen Kunstobjekten aller Form und Farbe. Diverse Staffeleien stehen an den Wänden und in der Mitte des Raumes ist sogar ein Leuchtpult angebracht. Zudem ist eine Wand vollkommen mit Regalen gesäumt, mit einer riesigen Auswahl an Pinseln, Farbtuben, Stiften aller Art, alten Paletten, Spachteln und Büchern der berühmtesten Künstler der Welt.

Das wohlige Chaos, das der Raum ausstrahlt, geht mir bis heute unter die Haut.

Als meine Mam mich bemerkt, lächelt sie aufgeregt und ihre Augen leuchten fiebrig, während sie mir erläutert, an was sie gerade arbeitet.

Ich liebe sie, meine Mam. Ihre verrückte, herzliche Art. Ihr umwerfend strahlendes Lächeln. Ihr verschmitzter Zug. Das Gefühl, das sie bei mir auslöst, als könnte sie alles wieder geradebiegen.

Ich mustere das Bild, an dem sie gerade dran ist. Zwar ist erst die Skizze vorhanden, doch ich kann ziemlich genau sehen, wie es werden wird.

Es ist ein Baum. Eine uralte, riesige Eiche. Die Wurzeln sind mächtig und ineinander verworren graben sich weit in die Erde. Meine Mam hat sie auch unter der Erde weitergezeichnet, bis auch die dünnsten Wurzeln zusammen die Form eines Baumes ergeben.

Das Blätterdach ist überwältigend. Die Äste recken sich weit weg von Stamm und spreizen sich in hunderte weitere kleine Zweige, die je eine Vielzahl an großen Blättern aufweisen.

Wunderschön.

Ich schließe meine Mam in die Arme und drücke ihr einen Kuss auf die Wange. „Es ist großartig", hauche ich fasziniert und stelle mir das Ganze in Farbe vor.

„Das sind die Stromrechnungen plus die Miete diesen Monat.", meint sie freudig.

Während sie Farbe aufmischt, setzte ich mich auf einen Stuhl und lerne meinen Dialog auswendig. Ich will als Geraldine Eindruck hinterlassen. Jemand der Akademie wird anwesend sein. Und ich soll verflucht sein, sollte es nicht ein Meisterwerk werden, mein Stück.

Ähnlich wie Jans Fotos und Mams Bilder soll es Eindruck hinterlassen.

Nach einer Weile übe ich laut und mit geschwollener Stimme, als wäre ich wirklich auf einer Bühne. Und es ist wie immer. Ich schauspielere, während meine Mam malt.

Wie schön Normalität sein kann.

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