Es war ein schöner Tag. Ich lief durch die Stadt, auf dem Weg zum Trainingsplatz, und machte mir Gedanken darüber, wie mein Training aussehen sollte. 'Ich muss an meiner Geschwindigkeit arbeiten.' dachte ich. 'Ich bin viel zu langsam. Deshalb haben es unsere Gegner auch immer geschafft mich am Ende auszuschalten. Ich hab sie nicht bemerkt und war zu langsam um richtig zu reagieren. Außerdem muss ich mein Chakra schneller schmieden und die Fingerzeichen schneller ausführen können. An meinem Bluterbe muss ich auch noch arbeiten...' dachte ich und ließ die Schultern hängen. So viel zu tun und nur einen Monat Zeit. Da kam ich an einem Ninjaausrüstungsladen vorbei. Im Schaufenster waren auch Gewichte in verschiedenen Größen und Formen zu sehen. 'Dann lass uns doch mal Trainieren wie Gay und Lee...' dachte ich und musste Lächeln, als ich den Laden betrat.
Ich hatte mich gut beraten lassen und war nach einer halben Stunde schließlich mit zwei vollen und sehr schweren Tüten aus dem Laden gegangen. Am Trainingsplatz setzte ich mich hin und breitete alles sorgfältig vor mir aus. 'Für den Anfang werde ich mit 5kg an jedem Bein beginnen.' dachte ich, schnallte mir die Halterung um die Wade und steckte dann die Gewichte rein. Dann zog ich die Stulpen darüber, die ich ebenfalls gekauft hatte. Bloß in schwarz und nicht in orange, wie Lee. Das fiel nicht auf und passte auch noch zum Outfit. Ich stand schwankend auf. Allein mit fünf kg war es schon eine enorme Umstellung. Ich begann zu laufen. Echt schwer, denn meine Beine schienen schwer wie Betonklötze. 'Das wird ein seeeeeehr langes Training...' dachte ich seufzend.
Am Abend packte ich mein Zeug zusammen. Die Gewichte ließ ich an. Ich musste lernen ganz normal damit zu laufen. Mittlerweile schaffte ich das schon ganz gut. Es fühlte sich zwar immer noch verdammt merkwürdig an, aber ich hatte es geschafft mit den Gewichten ungefähr so schnell zu sein wie normal. Allerdings waren 5kg pro Bein nicht sonderlich viel, wenn man mal Lee betrachtete. Ich hob die Beutel und machte mich auf den Weg nach Hause. Es dämmerte schon und auf den Straßen herrschte reges Treiben, weil jeder schnell nach Hause wollte. Ich lief einfach mit dem Strom und war schon bald da. Von drinnen war mal wieder nichts zu hören. Ich schloss auf, trat ein und schloss die Tür wieder. Dann stellte ich die Tüten ab und rief in die Wohnung: "Bin wieder da!" Kakashi spähte aus dem Wohnzimmer zu mir in den kleinen Flur. "Was hast du denn da gekauft? Wir haben doch genug zu Essen da." Ich stellte meine Schuhe neben seine und meinte dann: "Das ist für mein Training." Er runzelte die Stirn. Er hatte sich angewöhnt im Haus ohne Stirnband und Mundtuch herum zu laufen, was ich natürlich toll fand. So musste ich nicht immer raten, um seine Stimmung zu erkennen. "Du hast zwei volle Tüten bloß für dein Training gekauft? Was ist denn da drin?" Ich antwortete nicht sondern nahm die Tüten einfach und brachte sie in mein Zimmer. "Wann willst du los?" fragte ich, als ich wieder im Wohnzimmer war. "Ich weiß noch nicht. Ich denke morgen Mittag, vielleicht auch übermorgen. Ich muss schließlich auch noch Sasuke Bescheid geben. Und!ich interessiert immer noch, was du in deinen Taschen hast." Ich seufzte. "Ich muss meine Schnelligkeit verbessern. Du wirst das ja auch mit Sasuke üben. Mit ist klar das ich nicht wie Sasuke innerhalb von einem Monat so schnell werden kann wie Lee ohne Gewichte, aber trotzdem..." Er sah mich an. "Bist du dir sicher das du das nicht schaffst? Ich denke schon. Du hast ein erstaunliches Talent wenn es ums lernen und trainieren geht. Du brauchst nie sehr lange um eine neue Fähigkeit zu erlernen. Meist nur 2 Stunden." Er ging in die Küche und ich hörte wie er die Schränke durchsuchte. "Ja, aber Lees Geschwindigkeit ist echt krass. Dafür brauch ich auch ne ganze Menge Zeit. Sasuke schafft das ziemlich schnell dankseines Sharingans. Und Chidori wird er auch ziemlich schnell meistern." Kakashi kam wieder aus der Küche, in der Hand einen Topf. "Echt? Er meistert Chidori in diesem einen Monat? Dann bin ich wohl ein verdammt guter Lehrer. Aber ich wollte dich noch fragen wo du den Reis hin gestellt hast. Ich find ihn einfach nicht..." Ich seufzte. "Er ist da wo der Reis immer steht. Aber du vergisst es immer und schaust genau dort nicht nach." Er hob die Augenbraue. "Ja, und wo ist er jetzt?" fragte er. "Im zweiten Schrank drittes Fach links." Er nickte, drehte sich um und ich hörte leises Klappern und Rascheln. "Tatsächlich! Da stand er aber das letzte Mal noch nicht!" rief Kakashi aus der Küche. Ich schüttelte den Kopf. Was für ein Kevin. Ich rief zurück: "Doch, da steht er schon immer. Ich geh jetzt mal schnell duschen vor dem Essen, ich bin total verschwitzt vom Training." "Darf ich mit kommen?" Ich machte einen finsteren Blick und rief zurück: "Sicher nicht!" Damit stapfte ich ins Bad. Nein, ich hatte mich geirrt. Dieser Baka war nicht nur ein Kevin, er war immernoch ein Alpha-Kevin erster Klasse. Aber ein sehr lieber Alpha-Kevin.
Später saßen wir zusammen am Tisch und aßen. Plötzlich fragte Kakashi: "Sind die Stulpen eigentlich neu" Ich musste schmunzeln. "Ja sie sind neu. Wieder mal typisch das dir das erst jetzt auffällt." Er nickte bedächtig. "Ich habe schon eine ganze weile darüber nachgedacht, mich aber nicht getraut zu fragen. Wären sie nämlich nicht neu gewesen, dann wärst du wütend gewesen das mir das erst seit weiß ich wie lange auffällt." Jetzt grinste ich. "Stimmt, das klingt nach mir." Nach dem Essen räumten wir auf und saßen dann noch eine Weile gemeinsam auf dem Sofa, jeder in seinem Buch versunken. Nach einer Weile blikte ich auf die Uhr und meinte: "Wir sollten langsam schlafen gehen. Es ist schon Mitternacht." Er nickte, klappte das Buch zu und fing sich umziehen. Da ich vorhin vor dem Essen schon geduscht hatte, ging ich ebenfalls in mein Zimmer und zog mich um. Ich war gerade fertig und wollte mich in mein Bett legen, als die Tür aufging. "Willst du heute nicht bei mir schlafen?" fragte Kakashi. "Nö, ich hab schließlich mein eigenes Zimmer. Wenn ich jede Nacht in deinem Zimmer schlafe, kann ich auch gleich dort einziehen." meinte ich und setzte mich im Bett auf. "Nein kannst du nicht. Dein Zeug,würde far nicht rein passen. Und die ganzen Bilder sehen hier viel hübscher aus. Aber wir könnten es so machen das mein Zimmer unser gemeinsames Schlafzimmer wird und das hier halt... Dein Ankleidezimmer/Arbeitszimmer." okay, Ankleidezimmer Klang schon sehr verlockend. "Nein, ich denke ich schlafe gern hier." meinte ich, legte mich wieder hin und drehte der Tür den Rücken zu. Ein Fehler, wie sich herausstellte. Denn nur wenige Sekunden später wurde die Matratze runter gedrückt und Kakashi lag neben mir. "Wenn du nicht bei mir schläfst, schlaf ich halt bei dir. Obwohl ich eigentlich am liebsten in meinem Bett schlafe." meinte er. Ich drehte mich um und unsere Nasenspitzen berührten sich. "Das Problem ist, das dein Bett ziemlich schmal ist. Halt nur für einen gebaut..." meinte er. Ich schob ihn mit einem kräftigen Schubs vom Bett. Er fiel mit einem lauten Rums auf seinen Allerwertesten und sah verdutzt zu mir hoch. Ich grinste. "So, Platzproblem gelöst. Wenn du unbedingt bei mir schlafen willst, dann kannst du ja auf dem Boden schlafen." Ich könnte nicht mal schreien, als er mich zu sich auf den Boden zog. "Wenn ich hier schlafen soll, dann schläfst du neben mir." meinte er. Ich seufzte. "Auf dem Boden schlafen ist aber so unbequem..." meckerte ich. Er grinste. "Das hättest du dir überlegen sollen, bevor du mich nach unten befördert hast." Ich schmollte kurz, dann meinte ich: "Na schön, ich schlaf bei dir. Dein Bett ist eh ziemlich gemütlich..." er lachte. "Es ist nicht nur ziemlich gemütlich, es ist das gemütlichste Bett auf der Welt. Allerdings nur wenn du neben mir schläfst." Jetzt musste ich grinsen. "Aaaaaaaaawwwwwwww...." machte ich. Er verdrehte die Augen. "Da sagt man einmal etwas unüberlegten und sofort kommt so eine Reaktion..." murmelte er. Dann stand er auf und hob mich hoch als wäre ich eine Feder. "Ey, ich kann selbst laufen!" meinte ich. Er ignorierte mich.
Am nächsten Morgen stellte ich fest das ich mal wieder echt gut geschlafen hatte. Kakashi war natürlich noch nicht wach, wen wundert's. Ich sah kurz auf den Wecker und seufzte. Eigentlich sollte ich schon längst beim Training sein. Aber das war zu gemütlich um auf zu stehen... Als ich gerade wieder am eindämmen war klopfte es gegen die Scheibe. 'Muss mich denn jetzt jeden Morgen jemand aus dem Bett scheuchen?' fragte ich mich in Gedanken. Kakashi öffnete träge sein Auge. "Wärst du so nett...?" fragte er verschlafen. Ich stiegaus dem Bett, fröstelte kurz wegen der plötzlichen Kälte, und ging dann zum Fenster. Ich zog die Gardinen auseinander und sah nach draußen. Auf der Fensterbank hockte Gay und schaute mich mit großen Aaugen an. Ich öffnete das Fenster und meinte als erstes: "Verdammt!Mt Gay, hoffentlich ist dir klar das du mich aus dem Bett geschmissen hast mit deinem geklopfe." Er antwortete nichts darauf sondern fragte: "Ich dachte hier wohnt Kakashi. Und ich dachte hier ist sein Schlafzimmer. Anscheinend ist er umgezogen. Weißt du wohin?" Ich schüttelte den Kopf. Hatte der bei den Vorprüfungen echt nichts mitbekommen? Es hatten sich alle laut genug herum geschrien, das ich und Kakashi ein Paar waren. Und das ich bei Kakashi wohnte sollte ihm eigentlich auch bekannt sein. Kakashi trat neben mich ans Fenster. "Was willst du Gay?" meinte er immer noch müde. Gay sah zwischen uns hin und her. "Ihr seid...? Seit wann? Und ihr wohnt zusammen? ... Oh! Stimmt ja! Das hatte ich total vergessen... Ich hatte wohl einfach nicht mit dir gerechnet Victoria. Schließlich hatte Kakashi noch nie ne Freundin. Und du schlägst schon bei ihm im Zimmer? Dann ist es also ernst, was?" Kakashi schien genervt. "Was. Willst. Du?" wiederholte er mit gereiztem Ton. "Oh, also, es geht um Sasuke." Ich trat vom Fenster zurück und ging in mein Zimmer um mich um zu ziehen. Die beiden könnten sich ruhig unterhalten, ich wusste das meiste ja so wie so schon. Als ich zurück in Kakashis Zimmer trat, war Gay verschwunden und Kakashi lag wieder im Bett. "Komm Schlafmütze, aufstehen." meinte ich, öffnete seinen Kleiderschrank und wich der üblichen Lawine aus Kleidung aus. Ich fischte ein Ninjaoutfit heraus und warf es neben ihn aufs Bett. "Ich steh erst auf, wenn du zustimmst das das absofort unser Schlafzimmer ist." meinte Kakashi. "Meinet Wegen, ich schlaf eh lieber hier. Aber ich werd auch ab und zu drüben schlafen, wenn ich gerade keinen Bock auf dich Idioten hab." Er hob den Kopf. "Gut. Aber sag mir... Wie kann man keinen Bock auf mich haben?" Ich verdrehte die Augen. "Aus dem selben Grund, aus dehm du noch nie eine Freundin vor mir hattest: weil du ein Idiot bist. Und diese Info war übrigens sehr hilfreich. Deine Erfahrung in Beziehungen wird nicht erwähnt in der Geschichte. Ich finde es irgendwie lustig, das ich die erste bin die dich sogar so weit aushält, um deine Freundin zu sein." Jetzt schien er beleidigt. "Es braucht auch eine ganze Menge Dummheit, um mit dir zusammen zu sein." meinte er verärgert. Dummheit? Das hatte er jetzt nicht ernst gemeint oder? Ich war wütend. Ich hatte bloß einen Spaß gemacht und er beleidigte mich gleich. Ich war wirklich verletzt. "Genau." schnaubte ich. "Wie konntest du bloß so blöd sein." Schnell drehte ich mich um und rannte aus der Wohnung. "Victoria! Warte!" rief Kakashi noch, aber ich schlug schon die Tür hinter mir zu.
Ich lief einfach weiter. Irgendwann verschwanden die Häuser und wurden zu Wald. Und ich lief und lief und lief. Es tat gut. Ich schaltete einfach den Kopf aus und rannte. Meine Muskeln schmerzten, aber ich rannte einfach weiter. Irgendwann hörten sie auf weh zu tun. Sie passten sich an. Ich merkte wie ich schneller wurde. Es war Training. Indem ich rannte verbesserte ich meine Ausdauer. Einen Moment freute ich mich, aber dann schaltete ich wieder ab und lief einfach weiter. Ich sich den Bäumen aus, sprang über umgefallene Stämme und kleine Sträucher. Der Wald war schön. Er war grün und hell und roch gut. Ich hörte viele verschiedene Geräusche an mir vorbei Rauschen. Vogelgesang von vielen verschiedenen Arten. Und langsam beruhigte ich mich. Ich hatte keine Ahnung wie lang ich gelaufen war. Ich hatte es einfach getan. Ich hatte nicht angehalten und war sicher schon etliche Kilometer von Konoha entfernt. Ich dachte gar nicht daran zurück zu laufen. Ich sollte nicht. Ich wollte jetzt meine Ruhe haben. Ich sprang auf eine große, dicke Eiche. Die Äste waren so breit das zwei Leute gemütlich neben einander liegen konnten und das Blattwerk war dicht. Ich kletterte an den Ästen bis in die weite Krone. Dort konnte ich mich bequem hin setzen und hatte einen tollen Blick über den Wald. Ich spürte den Wind auf meiner Haut und die sanften Sonnenstrahlen. Das alles beruhigte mich sehr. Langsam lehnte ich mich zurück und schoss die Augen. Wo Kakashi nun wohl war? Ob er mich suchte? Plötzlich hatte ich Schuldgefühle. Ich hätte nicht so mit ihm reden sollen. Aber jetzt war ich weit weg von Konoha und darüber auch gerade sehr froh.
Als ich die Augen wieder aufmachte, sah ich die Sonne am Horizont langsam hinter den Bergen verschwinden. Der Himmel war schon intensiv orange. 'Bin ich etwa eingeschlafen?!' fragte ich mich in Gedanken. Wie sollte ich in der Dunkelheit zurück finden? Mir war kalt. Ich rieb mir mit den Händen über die Oberarme und sprang dann vom Baum. Ich musste einen geeigneten Ort für die Nacht finden. Ich ging Richtung Süden, bis es komplett dunkel war, dann kletterte ich wieder auf einen hohen Baum. Von dort hielt ich nach einem Dorf Ausschau. Und tatsächlich. Etwas Westlich sah ich eine Ansammlung von Lichtern. Ich sprang nun von Baum zu Baum, immer wieder mußte ich meine Route korrigieren. Aber schließlich Schaffte ich es zum Dorf. Ich stand vor einem großen, Hölzernen Tor, das links und rechts von Fackeln beleuchtet wurde. Ich klopfte an die Tür, die unter der rechten Fackel eingelassen war. Eine Klappe auf Augenhöhe öffnete sich und jemand spähte heraus. "Was willst du?" fragte der Mann auf der anderen Seite etwas unhöflich. "Entschuldigen Sie bitte. Ich wollte bloß einen Ort für die Nacht finden, ich bin eigentlich bloß auf der Durchreise. Und da schien mir dieses hübsche Dorf genau das richtige. Könnten sie mir sagen ob ich hier einen Platz zum Schlafen finde?" ,Fragte ich ihn so lieb wie es ging. Der Mann seufzte und öffnete mir die Tür. "Wir haben ein Wirtshaus. Einfach hier die Straße runter." Ich bedankte mich und lief die Straße entlang, bis ich auf ein Haus stieß an dem ein Schild mit der Aufschrift "Wirtshaus" hing. Ich trat ein und befand mich sofort mitten im Getümmel. Wahrscheinlich an die 70 Leute drängten sich in dem Raum zusammen. Es wurde gelacht und getrunken und ich musste mich durch all das hindurch kämpfen bis zur Wirtin, die mir dann erklärte, das sie keinen Platz mehr hätten. Ich verließ also das Wirtshaus und setzte mich in eine ruhige Nebenstraße. Da ich mich schon darauf eingestellt hatte die Nacht auf der Straße zu verbringen machte ich die Augen zu. Ich war kurz vor dem Einschlafen, als mich plötzlich jemand anstupste und eine süße Stimme Fragte: "Hey du! Brauchst du Hilfe?" Ich öffnete die Augen und sah ein etwa 5 Jahre altes Mädchen vor mir stehen. "Nein, es geht schon aber danke. Sag mal, was machst du denn ganz allein hier?" "Ich bin aus dem Fenster geklettert weil mir langweilig war. Ich bin übrigens Yuri, und du?" "Victoria." Sie sah mich etwas genauer an. "Bist du Ninja?" Ich nickte. "Wie cool! Weist du, wenn du willst kannst du bei mir und meiner Mama übernachten. Ich lauf nur schnell nach Hause und frag sie." damit war die kleine auch schon davon gestürmt.