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Oleh letzteEinhorn

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»Ist es nicht seltsam, dass sich Tag für Tag nichts ändert, aber wenn man in die Vergangenheit schaut, alles... Lebih Banyak

Prolog
Trauer
Schmerz
Selbstvertrauen
Überwindung
Perfektionierung
Frechheit
Unsicherheit
Träume
Diskussionen
Forderungen
Veränderung
Erkenntnis
Sean
Wut
100 Facts about me
Vertrautheit
Furcht
Aufregung
Verrat
Entscheidungen
Rätsel
Realisierung
Bitch
Stufe Zwei
Ausmaß
Feindschaft
Trailer
Ich
Gedächtnislücke
10 Dinge....
Schamgefühl
Vorbereitung
Ausführung
Glück
Resignation
Hilflosigkeit
Auflösung
Wichtige Bekanntgabe
Epilog
Q&A
gelb-schwarze Strümpfe
100 Facts richtigstellen

Wahrheit

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Oleh letzteEinhorn

Das Leben ist wie eine Turm aus diesen grellbunten Bauklötzchen in alle möglichen Formen, mit denen man als Kind immer gespielt hat. Du musst dich entscheiden welchen Steinen du es zutraut, dass sie weit unten den Turm aufrecht erhalten und welche du gar nicht verwendet. Du musst bedenken, was oben auf die Spitze kommt und wie der fertige Turm aussehen soll.

Wenn mein Leben tatsächlich einer dieser Türme ist, so habe ich auf einen falschen Baustein gesetzt. Casper ist hinterlistig. Casper ist wie Sean.

Es war kein Zufall, dass mir diese Erinnerung mit meinem Exfreund wie ein Trommelfeuer in den Kopf gehämmert wurde, gewiss ist, dass es ein kleines Zeichen meiner inneren Selbstachtung war. Es geht mir nicht gut, seit dem mit Sean. Aber durch Caspers Versprechen mir zu helfen habe ich Hoffnung geschöpft und mittlerweile komme ich langsam über ihn hinweg. Ich hatte Hoffnung, dass alles klappen könnte. Hoffnung um diese Rache abzuschließen.

Und dann habe ich es realisiert. Es war absolut logisch. »Vertragen basiert auf Gegenseitigkeit«, »Ich weiß nicht ob ich dir vertrauen kann, wenn du mir nicht vertraust.. Casper ist wie Sean.

Sean meinte er sagt die Wahrheit und er würde nicht lügen, hat er aber. Was wenn Casper dasselbe vor hat? Aber was will er bezwecken? Es ist ja nicht so, dass er sich von mir losreißen müsste: Ich hänge nicht an ihm, er ist derjenige der mir andauernd hinterher läuft.

»Hydra ist alles okay?«, Casper sieht verzweifelt auf das Scherbenmeer, dass sich in der Küche ausgebreitet hat und ich nickte benommen, immer noch hart getroffen von dem, was ich denke. Ist Casper wie Sean? Stecken beide unter einer Decke?

Was wenn die Rachepläne nicht gegen ihn, sondern gegen mich gehen sollen. Ich hebe meine rechte Hand und deute leicht auf einen Besen, der im Eck steht und Casper joggt die wenigen Meter hin um ihn zu holen und anschließend das kaputte Glas mit deren Inhalt zusammen zu kehren.

Als er mir mit dem Besen ein wenig zu nahe kommt, zucke ich zusammen und er sieht mich verwirrt an. »Hydra, was ist los?«

»Du lügst«, murmle ich beinahe synchron und steige mit einem einzigen großen Schritt auf die Fläche, von der er die Scherben bereits hinfort gekehrt hat.

Casper sieht mich verwirrt an. »Wie bitte?«

»Du willst mir nicht helfen, Casper. Du bist auf Seans Seite«, erst lächelt Casper auf mein Kommentar hin spöttisch und lacht leise auf, als er jedoch meinen ernsten Blick bemerkt hält er inne und lehnt den Besen gegen die Küchentheke. Die Scherben sind immer noch nicht ganz aufgesammelt, aber das ist mir egal. Es ist so, als wäre mit dem Glas meine kunterbunte alles ist gut- Welt zerbrochen.

Was wenn Casper es die ganze Zeit auf mich abgesehen hat? Was wenn er mir nie helfen wollte?

Aber wieso sollte Casper auf Seans Seite sein? Die beiden konnten sich nie leiden, haben sogar schon das eine oder andere Mal geschlägert und halten es nicht einmal in einer Nähe von zwei Metern miteinander aus. Vielleicht wäre das einer der Gründe, warum mir Casper helfen will: Aber wieso wirkt es dann so, als würde er extra Pläne nehmen die gegen mich schlagen?

Ich muss zugeben, dass wir erst eine Stufe des Plans geschafft haben und nicht einmal diese erfolgreich. Casper hat mich absichtlich verpetzt. Nun soll es erneut um etwas Illegales gehen. Was wenn ich die Schuld an dem Graffiti bekomme? Die von von dem Tafellöschen ganz kreidigen Finger würde ich schon gerne früher oder später wieder ablegen.

»Hydra, du weißt, dass das Schwachsinn ist. Komm schon, Hyd. Du hast versprochen, dass du mir eine zweite Chance gibst. Ich will dir wirklich raushelfen. Sean ist eine Mango ich wäre nie auf seiner Seite«, als Casper mir näher kommt trete ich noch einige Schritte zurück. »Hydra, was muss ich tun, damit du mir glaubst?«

Caspers Gesicht ist schmerzverzerrt.

»Du lügst«, flüstere ich nur. Casper schüttelt mehrmals den Kopf wobei seine aufgestellten Haare leicht hin und her wackeln. Es ist schwer seinen traurigen großen braunen Teddybärenaugen zu widerstehen, aber ich senke meinen Blick einfach.

»Hydra, ich schwöre dir auf alles was mir lieb ist, dass ich auf deiner Seite bin! Wieso glaubst du mir das denn nicht? Die Sache letztens war scheiße von mir und ich entschuldige mich. Mir hätte auch so klar sein müssen, dass du mich nicht verpetzt und dich die Schuld tragen zu müssen war gemein! Aber ich will dir wirklich helfen deine Rache an Sean zu vollenden!«

Ich wende mich ab und starre auf das Bild an der Wand rechts von ihm. Eine tobende See mit hochschlagende Wellen, das Wasser, das gräulich kleine Strudeln bildet und die Blitze die wie wild über den Himmel zucken. Schwarze Wolken die dafür sorgen, dass der Regen und der Wind die See noch höher aufschäumen und ganz unten im Eck die zwei Buchstaben CC. Das Bild hat meine Mom gemalt, wie alle anderen Gemälde in diesem Haus auch.

Vielleicht ist meine Mom oft schräg, aber sie hat das Talent Gefühle in ihre Bilder fließen zu lassen. Und jetzt gerade fühle ich mich wie diese See. Wütend, dass ich nun endlich herausgefunden habe, das Casper gelogen hat, auch wenn er es nicht zugibt. Ich bin mir beinahe sicher, dass er lügt und dass er mich drankriegen will, seine Entschuldigungen prallen an mir ab wie die Wellen in der Brandung.

»Warum, Casper. Nenne mir einen Grund, warum du mir unter anderen Umständen geholfen hättest. Warum solltest du mir helfen mich an Sean zu rächen, wenn nichts dabei für dich hinausspringt«, ich sehe ihn durchdringlich an und wiederhole noch ein letztes Mal mein kleines Wort:»Warum?«

Casper weicht meinem Blick aus und starrt angespannt auf den Boden. »Ich bin schlecht darin meine Gefühle auszudrücken, Hydra...«

»Das merkt man, weil du kein bisschen Rückgrat und Mitgefühl ausbringst! Also entweder du verlässt sofort mein Haus und siehst ein, dass ich die Wahrheit kenne oder du gibst mir den Grund warum ich falsch liege. Warum solltest du mich helfen mich an Sean zu rächen, ohne dass du etwa davon hast?«

Ich habe nie gewusst, dass ich in der Lage bin meine Gefühle so sehr zu verstecken, aber ich blicke Casper so kalt an, dass er eine Gänsehaus bekommt. Das sehe ich an seinen Armhärchen, die sich auf seinen freien Oberarmen leicht aufstellen.

Innerlich bin ich verwirrt und enttäuscht, dass ich meinen Glauben der falschen Person geschenkt habe, aber auch erleichtert, dass ich mir nun einen nicht ganz so illegalen Racheplan ausdenken kann.

Casper schlägt mit der flachen Hand auf die Küchentheke schreit dabei »Verdammt!« Ich sehe ihn nur ohne mit einer Wimper zu zucken an. »Dachte ich mir«, flüstere ich und möchte gerade umdrehen, als Casper ich am Handgelenk packt.

»Weil ich dich liebe, Hydra, okay?«, er fährt sich verzweifelt durch die Haare. »Als Sean mit dir Schluss gemacht hat wusste ich, dass du, nicht böse gemeint, ein einziger Scherbenhaufen bist. Mir war klar, dass ich nur dann eine Chance habe, wenn ich derjenige bin, der die Scherben aufsammelt. Vor allem weil du mich so gehasst hast! Du hast es nicht einmal ausgehalten wenn ich im selben Haus wie du war, wie sollte ich je bei dir punkten können? Dass ich dich das letzte Mal verraten habe war der Test. Ich wollte wissen, ob du mir gut genug vertraust, ob meine Chancen gestiegen sind. Das ich dich damit nur verletzt und meine Chancen verspielt habe, wollte ich nicht. Ich war ein Idiot und das tut mir leid, es war ein Fehler. Sean ist eine Mango und ich wollte, dass du endlich über ihn hinweg kommst. von ihm und aus dir selbst. Dieser Plan bringt in jedem Punkt einen kleinen Nervenkitzel mit sich weil, ich will, dass du das Leben endlich lebst und aufhörst nur noch vor dich hin zu vegetieren und dich wegen Sean zu bemitleiden. Verdammt, ich bin nicht gut in so etwas. Ich liebe dich einfach, okay?«, Casper fährt sich erneut mit den Händen durch die Haare und sieht mich verzweifelt an. In seinen Augen liegt solch eine Ehrlichkeit, dass ich nicht anders kann als ihn einfach anzustarren. Er wirkt verzweifelt und Schuldgefühle machen sich in mir breit.

Seine Erklärung war zerstreut und vollkommen durcheinander, kein bisschen romantisch, aber ich habe Casper Parker in den letzten Wochen gut kennengelernt und ich bin mir sicher, dass er nicht lügt. Es tut mir leid, dass ich ihn schätzungsweise falsch beschuldigt habe, aber noch mehr tut es mir leid, dass...

Casper unterbricht meine Gedanken, indem er seine Lippen auf meine drückt. Anfangs bin ich wie erstarrt und auch wenn er mich kein bisschen leidenschaftlich oder fordernd küsst, kann ich nicht leugnen, dass er ein guter Küsser ist, was kein Wunder bei seiner vielen Übung ist.

Er drückt mich leicht gegen den Teil der Küchentheke, vor dem keine Scherben liegen und legt seine weichen Lippen einfach auf meine. Es fühlt sich nicht so an Seans Küsse, sondern besser. Und falsch. Ich bin mir ganz sicher, dass ich Casper Parker nicht aus dem Grund beginne zurück zu küssen, weil ich ihn sonderlich mag. Vielleicht küsse ich ihn aus Mitleid, um ihm zu zeigen, dass ich ihm zwar glaube, aber meine Gefühle nicht erwidere. Vielleicht küsse ich ihn auch zurück, um die peinliche Situation zwischen uns nicht noch schlimmer zu machen.

Oder vielleicht auch um der Anziehungskraft, die ich manchmal wie jedes andere hormongesteuerte Mädchen in der Nähe seines guten Aussehens zu spüren bekam.

Doch erst, als es mir wirklich bewusst wird und ich beginne zu erkennen, dass ich Casper Parker, den dümmsten Idioten auf diesem Planeten, küsse, weiche ich zurück. Das heißt ich versuche es, aber er hat mich immer noch leicht gegen die Küchentheke gedrückt, weshalb das schwerer geht als gedacht. So kommt es, dass ich meine Hände schlussendlich einfach gegen seine Brust drücke und ihn von mir hinfort bewege.

Er sieht betreten zu Boden, ganz anders als ich den allbekannten Möchte-gern-Badboy und Mr. Arrogant kenne, doch tatsächlich weiß er nicht was er sagen soll.

»Und jetzt?«, schlussendlich sieht er auf und sieht mich mit seinem neu zurückbekommenen Selbstbewusstsein an. Ich grinse leicht, meine Lippen prickeln immer noch. Wie kann sich etwas so falsches so gut anfühlen? Besonders weil ich Casper nicht einmal mag. Ich würde sagen, er ist einfach ein guter Küsser, das ist die einzige Erklärung.

»Warten wir ab. Hör zu, ich bin immer noch nicht ganz über die Mango«, ich grinse leicht als ich Caspers Wortwahl verwende, »hinweg. Aber es wird besser. Ich schaffe es momentan einfach nicht eine neue Beziehung anzufangen...«

»Ich weiß, Casper lächelt leicht und zwinkert mir zu. »Wir können natürlich auch eine Freundschaft Plus beginnen!«

Ich verdrehe die Augen und murmle leise das Wort Arsch, während ich über das passierte nachdenke. Soll ich Casper die Sachen, dass er mich liebt abkaufen? Er sah so ehrlich aus. So wirklich ehrlich, ich habe ihn noch nie so wahrheitsgemäß gesehen. Aber was wenn er lügt? Was wenn er mich nur zu etwas überreden will?

Aber für was.

Ich beschließe ihm seine versprochene letzte Chance zu geben und dann zu urteilen. Wenn das wieder schief geht, dann habe ich einfach zu oft in die falsche Person investiert.

»Du glaubst mir doch, dass ich dich liebe oder, Hy?«, Casper legt den Kopf leicht schief. »Ich weiß, es ist ein dummer Moment damit rauszuplatzen.«

Mein Blick gleitet auf die Scherben und ich zucke mit den Schultern.

»Ist schon okay. Du bekommst deine letzte Chance, verhau es nicht, Casper«, ich sehe zu wie mir der Idiot einen imaginären Kuss mit einer flinken Handbewegung zuwirft und dann Richtung Haustür spaziert.

»Ich melde mich!«, und noch während ich zusehe wie die Tür ins Schloss fällt lasse ich mich schwer atmend gegen den Kühlschrank allen, wo ich mich nachdenklich anlege. Eigentlich müsste ich die Scherben aufkehre, besonders weil das Wasser des zerbrochenen Glases mittlerweile bereits in den Fußboden eindringt und ihn kaputt macht, aber ich fühle mich, als wäre ich einen Marathon gelaufen.

Das Pulsieren meiner Lippen möchte einfach nicht verschwinden und ich kann nicht leugnen, dass ich Casper gut aussehend finde. Aber er wäre wahrscheinlich eine der letzten Personen, in die ich mich verlieben würde. Manchmal kann er nett sein, aber er verhält sich die meiste Zeit wie ein pubertierendes Arschloch: Was vielleicht darin liegt, dass er eines ist.

Er war wirklich nett, aber ich bin mir noch nicht darüber im Klaren wie es weitergehen soll.

Mein Leben war perfekt, dann kam Sean, der mich betrogen hat. Dann bekam ich Belastungsasthma und der Racheplan ging schief. Ich habe mir Probleme mit einigen Lehrern und beinahe mit dem Direktor eingehandelt und musste immer wieder demütigende Sprüche von dem geliebten Casper Parker über mich ergehen lassen.

Nun gesteht er mir, dass er Gefühle für mich hat. Das passt alles nicht zusammen, doch er hat es mit solch einer Ehrlichkeit gesagt, dass ich nicht anders kann.

Ich glaube ihm.


Hello, its me.

Mal ehrlich:

Wen überrascht diese Wendung schon:D Hehe, ihr dürft jetzt haten. #nobodylikescasper #metoo -See U!


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