Die ISM

Oleh BeingWall9flower

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Das Leben legt einem manchmal Stolpersteine in den Weg. Doch meistens legt man sich selbst solche Steine dire... Lagi

1. Wenn deine Eltern dich Nachts um zwei erwischen.
2. Überraschung!
3. Erster und letzter Schultag
4. Auf geht's in die Hölle!
5. Anreise
6. "Ich hab nicht gesabbert!"
7. "Du bist ungeküsst?"
8. Casper Anderson
9. Egal welche Schule: Unterricht ist einfach langweilig!
10. Flashback
11. "Vielleicht interessiert es mich ja?"
12. "Waffenstillstand?"
13. Von Gesprächen und Entschuldigungen
14. Timothy is back!
15. "Ava? Was war das gerade?"
16. "Entschuldigen möchtest du dich nicht?"
17. "Du magst mich?"
18. Date-Varianten
19. Wills Geburtstagsparty
20. "Aber wir werden doch nicht sterben, oder?"
22. Der Morgen danach...
Ein Lebenszeichen wäre schön...
23. Ein guter Tag
24. Klein ja, süß? Nein.
25. Der Tag der Wahrheit
26. Dear Future Husband

21. "Bleibst du hier?"

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Oleh BeingWall9flower


Wir saßen noch eine lange Weile so auf der Motorhaube meines Autos. Betrachteten die Stadt, den Himmel, die Nacht. Bis ich es schließlich nicht mehr aushielt, still zu bleiben. Während den letzten Minuten war mir klar geworden, dass auch wenn ich mit Casper so schöne Dinge erlebte, ich ihn nur zum Teil kannte. Und das wollte ich unbedingt ändern. Denn wie konnte ich ihm vertrauen und ihn weiter an mich ranlassen, ihm Dinge über mich erzählen, obwohl er mir Dinge, wichtige Dinge, vorenthielt? Die ihn offensichtlich geprägt hatten.

„Casper?", fragte ich deswegen und sah ihn an. Er hatte die Augen geschlossen, mich immer noch an sich gedrückt und lächelte, als ich seinen Namen sagte. Automatisch zogen sich meine Mundwinkel auch leicht nach oben.

„Ja?", erwiderte er und ich hatte plötzlich Angst, dass er mich abweisen würde. Das ich den schönen Tag, oder die schöne Nacht, versauen würde. Durch eine einzige Frage.

„Wirst du...wirst du mir irgendwann mal etwas erzählen? Von...deiner Familie? Etwas Persönliches. Von dir?" Während ich redete, öffnete er seine Augen, sah mich intensiv, überlegend an. Was ging in seinem Kopf vor?

„Irgendwann.", sagte er schließlich und ich konnte es nicht verbergen, dass ich glücklich war über seine Aussage.

„Wenn du mir über dich erzählst.", fügte er noch hinzu und ich sah ihm in die schönen, blau-grünen Augen. Ich wusste genau, dass es mir leichter fallen würde, ihm von allem erzählen. Nicht weil ich schlimmeres erlebt haben könnte, als er. Sondern weil ich ihn mehr mochte als je einen Jungen zuvor. Ich würde es ihm sogar jetzt schon erzählen, würde er mich fragen.

„Ich werde dir alles erzählen, was du wissen willst. Irgendwann." Schmunzelnd beobachtete er mich.

„Du machst mich neugierig, das weißt du oder? Und du nutzt das voll aus."

„Irgendwas muss dir ja mal schwer fallen.", grinste ich und er lachte.

„Mir fällt vieles schwer, Ava. Glaub mir." Er versuchte die Bitterkeit zu verbergen, die in seinem Satz mitschwang, doch ich hörte sie trotzdem.

„Was denn zum Beispiel? Ich denke du willst mich nur ein bisschen verarschen, damit ich mich nicht mehr so unzulänglich neben dir fühle." Neckend versuchte ich die Stimmung aufzulockern und ihn auf andere Gedanken zu bringen, was mir offensichtlich gelang, da er rau lachte. Zum Glück bemerkte er nicht, dass er mir damit eine Gänsehaut bescherte.

„Ich verurteile Menschen wegen ihrer Fehler, mir fällt es schwer Freunde zu finden und ich bin mies in Fußball." Ich lachte als er das Letzte sagte.

„Und ich weiß das ich oft Menschen verletze...so wie dich. Und ich werde einfach nie genug sein und das erreichen was ich will. Manchmal denke ich, ich bin einer der schlechtesten Menschen die du kennst."

„Und allein das sagt mir, dass du ganz genau das Gegenteil bist. Casper, du bist ein wunderbarer Mensch." Er hielt mich immer noch im Arm und er drückte mich so an sich, wahrscheinlich volle Absicht, sodass ich ihm nicht ins Gesicht schauen konnte.

„Was hörst du gern?", fragte er nach einer Weile und ich seufzte. Sein Talent das Thema zu wechseln war unglaublich. Doch ich ließ mich darauf ein, da ich wusste, dass er nicht mehr darüber reden wollte.

„Ich mag eigentlich alles. Doch ich bevorzuge alles Aktuelles und All Time Low. Und du?"

„Ich mag AC/DC." Schmunzelnd schaute ich zu ihm hoch und sah auch seine Mundwinkel zucken.

„Sei doch mal ernst.", schalt ich ihn und er lachte bei meinem Gesicht.

„Ich bin vollkommen ernst!", erwiderte er und fing auf einmal an lauthals zu singen.

I'm on the highway to hell

On the highway to hell

Highway to hell

Ich lachte und musste gleichzeitig einfach seine Stimme bewundern, weil sie bei jedem Lied irgendwie anders klang. Er hatte die perfekte Mischung aus Rock und modernem Flair in der Stimme, dass man leicht eifersüchtig werden konnte. Doch ich schob den Gedanken beiseite und sang einfach mit. Einfach weil es Spaß machte. Erst schaute Casper mich überrascht an, jedoch störte er sich nicht daran, sondern sang sogar noch lauter. Als es immer schiefer und grausiger bei uns beiden klang, weil wir uns so richtig ins Zeug legten, endete die ganze Aktion in einem Lachanfall von uns beiden. Prustend war ich von der Motorhaube gerutscht und saß jetzt vor dem Auto. Als wir uns wieder beruhigt hatten, merkte ich schon wie ich doch müde wurde. Casper schien das auch zu bemerken, da er mich gähnen sah und leise lachte.

„Du verspeist ja gleich einen ganzen Bären, so weit reißt du deinen Mund auf." Er zwinkerte mir zu und eigentlich wollte ich etwas Schlagfertiges erwidern, doch ich war einfach zu müde. Mir fielen die Augen zu und ich spürte, wie er mich hochhob.

„Das ist...nicht nötig.", meinte ich, schon halb im Traumland.

„Oh doch." Lachte er. Mir fiel auf, wie viel er heute schon gelacht hatte. Wie viele Male ich schon gelacht hatte.

„Hast du zufälligerweise Decken oder so etwas in deinem Auto?", fragte er mich sanft, als ich spürte wie er mich auf einen Sitz absetzte und anschnallte.

„Hinten.", antwortete ich schläfrig und sehr leise, doch er schien mich verstanden zu haben, denn gleich darauf hörte ich den Kofferraum quietschen. Dann wurde meine Tür zugeknallt und eine andere aufgerissen. Ich spürte zwei kalte Finger an meiner Wange und zuckte leicht zusammen.

„Tschuldige.", murmelte Casper konzentriert und dann fühlte ich etwas Flauschiges und Warmes über meinem Körper. Eine Decke. Ich fühlte wie der Wagen rumorte, als er ansprang und das Klicken von Caspers Gurt. Sanft bewegte sich der Käfer in Richtung Internat.


Casper


Sie war eingeschlafen. Mittlerweile war es halb vier und auch ich hatte Mühe meine Augen offen zu halten. Aber dafür hatte ich ja drei Becher Kaffee getrunken, bevor ich mich mit Ava getroffen hatte. Sie sah zu süß aus, wie sie da in die Decke eingekuschelt zusammengesunken auf dem Sitz lag. Ich hätte sie zu gerne geküsst. Jetzt. Mitten in der Nacht, wenn sie es nicht merkte, sodass sie nichts bereuen würde, falls sie es täte. Gott, was dachte ich da eigentlich? Die Wirkung des Kaffes ließ offensichtlich stark nach. Es dauerte noch eine ganze Weile, ehe ich das große Eingangstor des Internats sah, worüber ich aber sehr froh war. Ich war so müde. Das Auto fuhr ich auf den Parkplatz und als ich den Motor abstellte, ließ ich meinen Kopf gegen die Kopfstütze fallen. Ich drehte den Kopf und erblickte Ava, die immer noch schlief. Sogar im Schlaf hatte sie etwas Herausforderndes an sich. Etwas das sagte: wenn du spielen willst nur zu, ich werde gewinnen. Es gefiel mir. Sie gefiel mir. Und sie war so wunderschön. Als sie mich beinahe geküsste hatte, war mein Herz stehen geblieben. Warum hatte sie nur so eine Wirkung auf mich? Ich zog den Schlüssel aus dem Zündschloss und stieg aus. Als ich die Beifahrertür öffnete, zuckte Ava kurz zusammen und murmelte etwas Unverständliches. Vorsichtig nahm ich die Decke und schmiss sie nach hinten. Danach löste ich ihren Gurt und hob sie aus dem Wagen. Ich wollte sie nicht wecken. Es war spät und wir hatten so viel erlebt, sie hatte es sich verdient ein wenig schlafen zu können. Mit dem Fuß schloss ich die Tür und war froh, dass ich nur auf die Taste des Schlüssels drücken musste, damit der Wagen sich verschloss. Langsam und gemächlich- lag vermutlich daran dass ich so verdammt müde war, ging ich mit Ava auf dem Arm zu dem großen Tor. Ich hatte den Schlüssel aus dem Direktorat geklaut, obwohl man das nicht so nennen konnte. Ich hatte ihn mir nur geliehen und es merkte eh keiner, ob er weg war oder nicht. Das hatte ich mir zumindest eingeredet, als ich ihn in den Händen gehalten hatte. Irgendwie bekam ich das Tor auf und es quietschte mächtig, als ich es mit dem Fuß aufstieß. Wir schafften es gut durch den Innenhof und, wie Timi mir versprochen hatte, war die Eingangstür offen. Im Mädchentrakt angekommen fand ich sofort die Wohnung von Spence und Ava. So leise wie möglich gelang ich in das „Wohnzimmer" und danach in Avas Zimmer. Hey, es war schon echt super, dass ich das richtige Zimmer in meinem Zustand geöffnet hatte. Ich verzichtete darauf, das Licht anzumachen, schlug irgendwie die Decke des Bettes zurück und legte sie darauf. Ihre Finger glitten von meiner Brust weg und ein letztes Mal konnte ich den Duft ihrer Haare riechen. So sanft wie möglich zog ich ihr die Schuhe aus und als ich es genauso mit der dicken Jacke probierte, wachte sie auf. Na toll.

„Casper?" Ihr Stimme war leicht kratzig und sie ergriff meinen Arm, worauf ein Kribbeln folgte.

„Du kannst gleich schlafen.", murmelte ich mit belegter Stimme. Wusste sie denn gar nicht was sie mit mir anstellte?

„Hm.", war ihre Antwort. Ich dachte sie wäre eingeschlafen, als sie weitersprach. „Ich will...nicht in diesen...Sachen schlafen." Es war so süß wie verschlafen sie klang.

„Okay warte kurz." Ich ging zu dem Kleiderschrank und nahm mein Handy zur Hilfe, um etwas Geeignetes zu finden. Schließlich zog ich eine lange, karierte Schlafhose und ein T- Shirt heraus. Als ich zu Ava kam, war sie fast schon wieder eingeschlafen.

„Hier.", sagte ich und hielt ihr alles hin. Leicht verpeilt griff sie danach und ich drehte mich um.

„Aber nicht...kucken.", hörte ich sie sagen und ich musste lachen.

„Da kann ich keine Garantie für geben." Sie gähnte.

„Klappe...Anderson." Ich schmunzelte. Sie war unglaublich.

„Okay.", murmelte sie und ich drehte mich um. Sie hatte die Augen geschlossen, saß jedoch aufrecht, wie ich im Halbdunkel erkennen konnte. Ich deckte sie zu und sie vergrub ihr Gesicht in das Kissen. Ich wollte schon gehen um endlich zu pennen, als sie etwas sagte, was mein Herz zum Stolpern brachte.

„Bleibst du hier?" Ihre Frage klang klar und ausdrucksstark. Sie meinte es ernst. Mein Herz schlug im doppelten Tempo weiter und ich war erst wie erstarrt.

„Wenn... wenn du das möchtest.", sagte ich schließlich und hörte ein leises „Ja." Aus ihrer Richtung. Ich schluckte und begann mir die Schuhe abzustreifen. Jacke und Hose folgten. Zögerlich begab ich mich in Richtung Bett, wo sie schon Platz gemacht hatte. Ich blieb kurz davor stehen. Sollte ich wirklich?

„Sonst...bist du doch...auch nicht so... so zögerlich." Ich musste Widerwillen grinsen. Ich legte mich zu ihr und legte die Decke um uns beide herum. Als ihr gleichmäßiger Atem meinen Hals traf, erschauderte ich und...ach ich musste es tun. Ich zog sie zu mir und vergrub meine Nase in ihrem Haar, als ihr Kopf auf meiner Brust ruhte. Ihre Fingerspitzen streiften meine Brust und schließlich lag ihre ganze Hand da. Ich drückte meine Lippen auf ihre Stirn und glitt so langsam in den Schlaf.


Teruskan Membaca

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