Bevor die Sonne untergeht

By elouarry

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Manchmal können im Leben ganz schöne Missverständnisse entstehen. Das muss auch der 19-jährige Louis feststel... More

WARNUNG-Bitte lesen!
Prolog
1. Ich gehör' hier nicht hin!
2. Ich hab nur meine Kräfte nicht ganz im Griff.
3. Doktor Gruffi und der liebe Tisch
4. Tut mir Leid ich brauche Freiheit.
5. Schuldgefühle
6. Ein unangenehmer Badezimmer-Vorfall
7. Diese ganze Anstalt kann mir mal den Buckel herunterrutschen!
8. Was Betten so verursachen können..
9. Wo brennt's denn?
10. Kein Trauergedicht?
11. Gut gemeint aber doch falsch.
12. Ein Skelett im Flur
13. Wie schlimm kann es denn noch werden?
14. Sinneswandel
15. Die erste Gruppentherapie
16. Und es heißt doch "der Klügere gibt nach"
17. Das Rauschen der Freiheit
18. Ein wahres Wörtchen?
19. Jetzt reicht's aber auch mal!
20. Engel ohne Flügel
21. Entschuldigung.
22. Warte nur noch ein Foto!
23. Das Klopapier löst sich.
24. Ich habe es gewusst.
25. Darf ich mich etwas zu dir legen?
26. Versuche es.
28. Was tu ich hier eigentlich?
29. Wo kann er denn sein?
Fröhliche Weihnachten (kein Kapitel)
30. Ich lüge nie.
31. Der Zauber des Nachthimmels
32. Einhörner und Leidenschaft
33. Wegen dir.
34. Neben dir.
35. Niemand muss irgendwas.
36. Wunderschön.
37. Vielleicht hätten wir uns retten können.
38. Zuhause
39. Erzählende Stille
40. Versprichst du's mir?
41. Beim Direktor
42. Was tust du so geheimnisvoll?
43. Gerüchte
Kurze Frage, bitte lesen

27. Wie Eis in der Sonne

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By elouarry

Die Ellenbogen auf seinen durch den Schneidersitz höheren Knien aufgestützt, das Gesicht in seinen Händen liegend, saß Harry auf seiner Betthälfte, folgte mit seinen mattgrünen Augen jeder meiner Bewegungen, als ich vom Bett aufstand, zu meinem Koffer hüpfte und ein paar, nicht allzu dunkle Kleidungsstücke herauszog.

"Los, aufstehen, anziehen!", forderte ich und warf Harry gleich einen meiner Pullover vom Koffer aus herüber, bevor ich mich auf den Weg ins Badezimmer machte.

"Muss das sein?"

Quengelnd schob Harry seinen Unterkiefer vor und ließ absichtlich sein aufgestütztes Gesicht von seinen Händen gleiten, ließ es dann vollständig hängen.

"Ja, muss sein. Du hast eben gesagt, ich darf dir zeigen, wie schön das Leben sein kann, das kann ich dir nicht zeigen, wenn du in den Federn hängst und pennst."

Harry stöhnte laut auf, ein Augenrollen folgte, dann veränderte aber ein gequältes Lächeln seine müde Fassade.

"Das hat sich fast gereimt."

"Fast", erinnerte ich, bevor ich meine Hand auf die Türklinke der Badezimmertür legte und in den kleinen Raum huschte, um mich fertig zu machen. Ich gab mir sogar tatsächlich ein wenig Mühe bei meinen Haaren, sodass diese nicht aussahen, als wäre ich gerade erst aus dem Bett gestiegen, hastig putzte ich mir auch schnell meine Zähne, sodass ich schon bald fertiggemacht wieder im Zimmer stand.

Harry saß immer noch am selben Fleck auf seinem Bett, starrte mit düsterer Miene auf sein langes Schlafshirt.

"Was hast du überhaupt vor?", wollte er wissen, als sein Blick sich endlich mir und nicht seinem viel zu lockerem Schlafshirt widmen konnte. Ich machte nur eine abwehrende Geste und schenkte ihm ein freches Grinsen.

"Überraschung. Und jetzt mach dich fertig!"

Meiner Meinung nach viel zu langsam und träge krabbelte Harry aus dem Bett, sodass ich mir nicht verkneifen konnte, ein drängendes "schneller bitte" von mir zu geben, wodurch sich der Lockenkopf mit etwas mehr Tempo zum Bad hin bewegte.

In der Zwischenzeit nahm ich mir einmal den Besen, der in der Ecke neben der Badezimmertür stand, und fegte grob durch das Zimmer. Schließlich hatten weder Harry noch ich das Zimmer seit unserem Einzug gereinigt - so sah es zumindest aus - und das grobe Putzen im Zimmer war nun einmal Pflicht.

Aber lange hielt ich es nicht aus, mich wie eine Hausfrau zu verhalten, also lehnte ich den Besen wieder an die Wand und wartete darauf, dass Harry fertig gemacht aus dem Bad kommen würde, was auch nach wenigen Minuten, die ich noch wartend auf dem Bett verbrachte, passierte.

Blitzschnell erhob ich mich und watschelte auf die Zimmertür zu, die ich dann auch schon ungeduldig aufriss.

"Brauchen wir eine Jacke?", fragte Harry mich, eine Jacke in den Händen drehend und wendend, als ich gerade über die Türschwelle trat.

"Wirst du ja sehen."

Achselzuckend trat ich in den Flur und erntete daraufhin einen Blick von Harry, dem man das Erschöpft sein und den schlechten nervlichen Zustand leichter entnehmen konnte, als Bücherzeilen.

"Also was jetzt? Kommst du?", hakte ich nach, denn Harry hatte weiterhin keinen Schritt aus dem Zimmer gemacht, er hatte sich nur eine dunkle WinterJacke übergezogen.

"Ja ja, warte ."

Seine grünen Augen richteten sich wieder nach mir, diesmal richteten sie sich aber eher an mein Gesicht und ich konnte bei dem intensiven Blick Harrys auf mir nicht verhindern, dass mir die Röte ins Gesicht stieg.

Schnell drehte ich mich leicht weg und setzte dann schon zum Laufen an. Schritt für Schritt tapste ich auf meinen Schuhen durch die langen, leeren Gänge, durch die meine und besonders Harrys Schritte nur so hallten.

"wir sind viel zu laut. meinst du, wir sollten unsere Schuhe ausziehen?"

Gleichgültig hob und daraufhin senkte Harry seine Schultern schnell. "mir egal."

"Mir egal", äffte ich ihn genervt, leise murmelnd nach und verdrehte meine Augen. "Das hat uns jetzt wirklich weitergeholfen. "

Beschämt verknotete Harry seine großen Hände miteinander, drehte nervös einen seiner Ringe, die seine langen Finger umgaben. Dann bückte er sich und entfernte seine Schuhe von seinen Füßen, seine Locken fielen ihm dabei wie wild ins Gesicht, ich konnte nicht anders als ihnen meine volle Aufmerksamkeit zu schenken, besonders, als die geringelten Haarstränen mit seinen Bewegungen nach oben und unten wippten, nach links und rechts schwankten.

"Ich hab noch nie einen Jungen mit solchen Haaren gesehen", sprach ich meinen Gedanken laut aus, und beobachtete weiterhin seine dunklen Haare, die ich auf einmal so faszinierend fand.

Dem Jungen, von dessen Haaren ich meinen Blick nicht abwenden konnte, war es unmöglich, seine Verlegenheit zu verstecken, das Blut schoss ihm in seine Wangen, verlieh diesen eine niedliche, rosane Farbe und sein Blick wandte sich dem Fußboden zu.

"Ich hab' auch immer gehofft, dass die Locken irgendwann weggehen", murmelte er in Richtung Fußboden, dass es fast nicht möglich war, ihn zu verstehen.

Entgeistert starrte ich ihn an. Er wollte, dass diese Locken verschwinden? Hörte sich meine Aussage so an, als würde ich das ebenfalls wollen?

"Eigentlich war das nicht so gemeint", sagte ich, bereute es gleich darauf wieder, als Harry mich fragte, wie es denn gemeint war.

"naja..", stammelte ich, meine Stimme versteckte sich hinter einem Schleier der Heiserkeit und des Zitterns und Stotterns, "also..das..das sollte ein Kompliment sein..also ähm wenn ich das mal so "- von Junge zu Junge, fügte ich in Gedanken hinzu - "äh ja.. sagen darf."

Die darauf folgende Stille war mir unangenehmer als je zuvor, ich grübelte nur nach etwas, wodurch ich die Stille schleunigst brechen konnte, damit keiner von mir und Harry mit seinen Gedanken wieder bei meiner Aussage von vorher landen könnte.

"was hälst du davon, wenn wir einfach in die Stadt fahren?", schlug ich vor, so ganz bewusst, was ich da von mir gegeben hatte, war es mir zuerst nicht. Doch als Harry dann vollkommen begeistert nickte, meine Frage seine jadegrünen Augen zum Leuchten brachte, sein Anblick meine Lippen zu einem liebevollen Lächeln verzog, mein Herz zum Öffnen brachte, da konnte ich eh nichts mehr gegen meinen Vorschlag, der sehr umständlich umzusetzten werden würde, sagen.

Harrys Schritte wurden nun plötzlich viel größer, viel mutiger, er schritt richtig neben mir her. Wir erreichten den Gartenausgang der Klinik, der zum Glück aus irgendwelchen Gründen nicht verriegelt war, und schlichen uns aus dem Gebäude. Ein frischer Wind blies um unsere Ohren, ich erschauderte und griff mir beschützerisch an meine Oberarme, die sich sofort mit einer Gänsehaut bedeckten.

"Frierst du?", erklang Harrys Stimme heiser neben mir und obwohl ich ihn nicht ansah, sondern Löcher in die Luft starrte, konnte ich seinen Blick auf mir spüren, als würde mich dieser berühren.
"Nein, wieso? Wie kommst du denn darauf?!", entgegnete ich ertappt und auch wenn ich meine Stimme stark und laut erwartet hätte, wurde sie jämmerlich durch ein Zähneklappern gedämpft.

Sofort zog Harry seine Jacke aus und reichte sie mir. Irritiert zog ich meine Augenbrauen zusammen, sah Harry fragwürdig an und drückte ihm die Jacke wieder in die Hände.

"Warum gibst du mir die jetztr?"

"du frierst doch", murmelte Harry und steckte mir erneut die Jacke entgegen.
Und dann, als ich seine Jacke weiterhin nicht in die Hände nahm, dann ging Harry unsicher auf mich zu, seine zitternden Hände hoben zuerst meinen rechten Arm an, zogen den einen Jackenärmel über diesen, dann brachten seine zarten Berührungen auch meinen anderen Arm in den dazu gehörigen Ärmel.
Ich war wie erstarrt, konnte mich nicht bewegen, konnte mich nur konzentrieren auf Harrys zittrigen Hände, die mich hin und wieder berührten, die ein seltsames Gefühl in meiner Magengegend hinterließen, die mich fürchten ließen, dass ich mit einer hochroten Birne vor dem Größeren stehen würde.
"Tut mir Leid, dass ich dich anfasse, aber du willst die Jacke ja nicht selbst anziehen", sagte Harry fast flüsternd, dann fanden seine Hände zu den Reißverschlussenden der Jacke, die er ineinander schob, bis er mir anschließend sogar die Jacke zumachte, seine Hände dabei langsam über meinen Oberkörper gleiten ließ.

Ich kam mir vor wie Eis in der Sonne. Ganz langsam, aber stark und unaufhaltsam schmolz ich dahin, ich spürte meine Knie weich werden, ich fühlte mich wie auf rosa Wolken.
Mein Herz schlug mir bis zum Hals, als seine Hände noch einen Augenblick auf meiner Brust ruhten, dort die Jacke glatt strichen, meine Hände in den warmen Jackenärmeln hoben sich plötzlich, wollten seine großen, aber, wie ich nun wusste, so zarten Hände berühren, umschließen.
Es war, als wäre ich versteinert. Jegliche Selbstbeherrschung schien zu schwinden, Ich konnte mich nicht rühren, konnte nicht atmen, doch zitterte vor Aufregung wie verrückt. Mein Blick glitt von seinen Händen zu seinem Lippen, wollte diese leicht geöffneten, wunderschön geschwungenen Lippen von Nährem beobachten.
das Gewicht meines Körpers spürte ich sich nach vorne verlagern, ich spürte, dass ich kaum noch stehen konnte, wohlmöglich in Ohnmacht fallen würde, ich spürte, dass ich meine Kontrolle verloren hatte, als meine schwitzigen Finger Harrys Hände ertasteten.
Was machte ich hier bloß?
-----
Hallihalloou!
Sorry ihr Lieben aber wir konnten nicht vorher updaten, Schule halt. Ich hoffe ihr habt da ein bisschen Verständnis und bleibt trotz allem treue Leser!! Manche lesen ja schon nicht mehr und das ist irgendwie traurig...
Auf jeden Fall hätte ich da noch paar Fragen.
Würdet ihr es gut finden, wenn EGIEL einen Prolog hätte? Wenn ja, sollte er dann vielleicht schon irgendwie  sowas vorauserzöhlen oder so über Lou vor dem Klinikaufhalt sein?

Ach und wie ist das Buch bis jetzt eigentlich so?
Handlung ok?
Schreibstil?
Irgendwas, was euch nicht gefällt?
Okay genug jetzt für eine AN, hinterlasst für uns doch bitte ein vote und ein Kommentar oder so wenn es euch gefällt. All the love x

Ach und wundert euch nicht wenn ich auf ein Kommentar von euch antworte dass ewig her ist. Ich antworte gerne auf Kommentare, schreibe gerne meinen Lesern irgendwie zurück und wenn ich das noch nicht gemacht habe dann hol ich das immer gerne Nach. Also nicht wundern :) xx

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