Extreme Conditions Elite Forc...

By Gicaldo

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Nachdem die Erde durch einen Atomkrieg verwüstet wurde, floh die Menschheit aus ihrem Ursprungsplaneten und v... More

Vorwort
Prolog: Inferno
Kapitel 1: Portal
Kapitel 2: Schwerelos
Kapitel 3: Die Gear
Kapitel 4: Höllenritt
Kapitel 6: Die Mission
Kapitel 7: Unerwartete Gesellschaft
Kapitel 8: Der Überläufer
Kapitel 9: Sturm auf die Erde
Kapitel 10: Der Sog des Weltraums
Kapitel 11: Bruchlandung
Kapitel 12: Nächtliche Gespräche
Kapitel 13: Ein wenig Lebensgefahr
Kapitel 14: Vertrauen
Kapitel 15: Die Kunst des Krieges
Kapitel 16: Das Gefängnislager
Kapitel 17: Die Enthüllung
Kapitel 18: Ausbruch
Kapitel 19: Leid
Kapitel 20: Es gibt keinen Sieg
Kapitel 21: Die wahre Mission
Kapitel 22: Schuld

Kapitel 5: Im Schützengraben

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By Gicaldo

In diesem Kapitel wird endlich der letzte (und bei Weitem interessanteste) der drei Protagonisten eingeführt. Auch endet hier endlich die Schlacht, sodass ich danach an der Entwicklung der Story arbeiten kann, genauso wie ich euch Gelegenheit geben kann, die Charaktere besser kennenzulernen.

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Jay umklammerte nervös seine Energie-Schrotflinte, eine der wenigen Waffen, die sie aus den Überresten der Revenant gerettet hatten.

Sie hatten es allein Crazys Flugkünsten zu verdanken, dass sie den Absturz überlebt hatten. Er hatte es geschafft, die Revenant in einem größtenteils geraden Winkel auf dem Boden kommen zu lassen, und sie waren kilometerweit über den Sand gerodet, während das Schiff zunehmend auseinandergefallen war, bis sie zitternd zum Halt gekommen waren. Das Problem: Sie waren ganz in der Nähe der Xeno-Basis gelandet. Sobald sie das Schiff Hals über Kopf verlassen hatten, wobei sie alles mitgenommen hatten, was sie unterwegs hatten greifen können, hatten mächtige, rote Schüsse auch schon die letzten Überreste der Revenant zerstört. Die Druckwelle hatte Anna, die näher dran gewesen war als alle anderen, heftig erwischt. Sie war nicht allzu schwer verletzt, aber sie konnte sich kaum noch auf den Beinen halten. Crazy hatte sie hinter eine Ansammlung von Felsen gezerrt, die die Xeno-Basis umgaben, während Jay ihm mit der Waffe gefolgt war, bereit, auf angreifende Soldaten zu schießen.

„Leg sie dort ab!", rief er Crazy zu, während er selbst schwer atmend hinter dem Felsen in Deckung ging. Der Pilot musterte ihn besorgt. „Sie werden gleich einen Trupp herschicken, um uns zu töten", sagte er. „Ich weiß", antwortete Jay, wobei seine Stimme leicht zitterte, „Aber es gibt nichts, was wir sonst tun können. Unsere Armee ist viel zu weit weg, und zwischen uns und ihnen sind sowieso eine ganze Menge Xenos. Alles, was wir tun können, ist, hier zu bleiben, durchzuhalten, und zu hoffen, dass rechtzeitig Verstärkung kommt" Aber der Blick, den er Crazy dabei zuwarf, stellte klar, dass er sich keine allzu großen Hoffnungen machen sollte. Sie waren verloren.

Wegen der Scheibe vor seinen Augen hörte er seinen Atem viel zu deutlich. Vor der Bruchlandung hatte sich jeder eine Atemmaske geschnappt, um in der lebensfeindlichen Atmosphäre von Kaiden überleben zu können.

Jay sah sich kurz Anna an. Ihre Augen waren wässrig vor Schmerz, und ihr Blick spiegelte Hoffnungslosigkeit. „Alles wird gut", versprach er ihr, obwohl er natürlich selbst nicht dran glaubte. Die Frau erwiderte den Blick überraschend beherrscht: „Ich bin nicht dumm. Ich weiß, dass wir gleich sterben werden. Wir haben den Absturz überlebt, nur um dann von den verdammten Xenos niedergemetzelt zu werden..." Jay wandte den Blick ab. Ja, sie waren verloren. Aber er wünschte, er hätte etwas tun können, um Anna zu trösten...

„Sie kommen", warnte Crazy, der gerade zur Basis gespäht hatte. Sie sah aus wie ein übergroßer, schwarzer Bunker, durchzogen von roten Linien. „Wie viele?", fragte Jay. „Etwa ein Dutzend" „So viele können wir nicht abwehren" Crazys Blick war ungewöhnlich finster, als er das Maschinengewehr fester griff, das er aus der Revenant gerettet hatte. „Mal sehen", sagte er.

***

Lyla Johnson beugte sich über den verletzten, bewusstlosen Soldaten. Die Schlacht um sie herum war ohrenbetäubend, aber sie blendete sie einfach aus. Hier im Schützengraben war sie sicher, solange sie geduckt blieb.

Der Computer in ihrem Anzug scannte den Patienten. Er hatte eine üble Schusswunde im Torso. Aber es gab noch Hoffnung. Es gab...

Da wurden die Ergebnisse des Scans auf ihrem Bildschirm angezeigt, und Lyla erkannte, dass der Verletzte es nicht schaffen würde. Sie hob den Kopf und sah sich um. Der Schützengraben war voller Soldaten, sowohl Tote als auch Lebende. Die Meisten kauerten innerhalb des schützenden Grabens und feuerten ab und zu darüber hinweg, um den Feind auf Distanz zu halten. Während dieser wenigen Sekunden waren sie allerdings verwundbar. Etliche waren dabei getroffen worden. Aber sie mussten es weiterhin tun, sonst würden die Xenos sie einfach überrollen. Selbst so war es nur eine Frage der Zeit. Die Verstärkung war verdammt spät dran. Seit die Gear viele Kilometer weiter abgestürzt war und die Erde hatte beben lassen, war die Moral der Soldaten drastisch gesunken. Ihre letzte Hoffnung war es, dass die Raumschlacht im Orbit zu Gunsten der Allianz endete, und die Verstärkung abgesetzt werden konnte.

Lyla sah sich nach dem Nächstbesten Soldaten um und packte ihn an der Schulter: „Hey, du! Ein Soldat hier braucht einen Gnadenschuss" Er musterte sie kalt und deutete auf die Pistole an ihrer Hüfte: „Warum tust du es nicht selbst?" „Diese Pistole ist nicht tödlich", erklärte sie. Er runzelte die Stirn und hielt ihr seine eigene Waffe hin: „Nimm. Aber beeil dich" Sie musterte das Todeswerkzeug angewidert. Die längliche Waffe war eine Sniper. Das bedeutete, man konnte mit ihr auf besonders hoher Distanz töten. Wie toll.

Sie gab dem Mann die Waffe zurück: „Ich darf ihn nicht töten. Ich darf niemanden töten" Verwirrt nahm der Mann die Sniper entgegen, dann seufzte er und schlich zu seinem gefallenen Kameraden. Lyla schloss kurz die Augen, um sich zu beherrschen, während ein lauter Schuss durch den Graben eilte, der eindeutig einer Sniper gehörte. Sie wünschte, sie hätte mehr für den Verletzten tun können. Aber bei solch fortschrittlichen Schusswaffen geschah es ganz schön selten, dass die Verletzten überlebten. Innerlich verfluchte sie diesen verdammten Krieg, zum millionsten Mal in ihrem Leben. Die Menschen waren keinen Deut besser als die Xenos. Sie befand sich nur in diesem Graben, weil die Xenos sie als Gefahr sehen und sofort töten würden. Am Liebsten wäre sie auf dem Schlachtfeld hin und her gerannt und hätte alle Verletzten versorgt, ohne auf die Spezies zu achten. Aber ihre Abstammung zwang sie dazu, hier und jetzt um das Leben jener zu kämpfen, die dabei verletzt worden waren, andere zu töten. Trauriges Schicksal. Aber Lyla hatte es schon lange aufgegeben, für die „Guten" zu kämpfen. Alle Lebewesen waren grausam. Aber sie verdienten nicht den Tod. Nun, einige vielleicht doch, doch es lag nicht an ihr, darüber zu richten. Sie half allen, denen sie konnte.

Um sie herum zuckten blaue und rote Laser durch die Luft. Letztere prasselten auf den grauen Sand direkt über dem Graben, oder flogen über ihn hinweg. Soldaten schrien auf verschiedene Weisen. Mal waren es Ratschläge an Freunde, mal waren es schmerzerfüllte Todesschreie. Lyla hielt Ausschau nach den Schreien von Verwundeten. Alles andere blendete sie aus, so gut es ging. Es quälte sie, die Grausamkeit des Krieges mitzuerleben.

Lyla runzelte die Stirn, als sie merkte, dass die Stimmung um sie herum noch angespannter wurde, als sie ohnehin schon war. Angsterfüllte Ausrufe machten sich bemerkbar. Immer mehr Soldaten wagten es, gleichzeitig zu schießen. Einige schossen pausenlos, bis ihren Maschinengewehren die Energie ausging und sie warten mussten, bis sie sich wieder aufgefüllt hatte. Lyla wandte sich an den nächstgelegenen Soldaten, denselben, den sie vorhin bereits angesprochen hatte: „Was passiert da draußen?" „Die Xenos rücken vor", erwiderte er, „Sie laufen allesamt in unsere Richtung" Seine Miene blieb jedoch weit entschlossener als die der Meisten seiner Kameraden. Lyla kam nicht umhin, den Mut des Soldaten zu bewundern. Vorsichtig spähte er über den Graben und gab einen gezielten Schuss nach dem anderen ab. Auch Lyla zwang sich dazu, über den Sand zu spähen, und das Blut gefror ihr in den Adern. Eine Wand aus xenoanischen Soldaten sprintete auf sie zu, wobei sie blind nach vorne schossen. Viele der Soldaten fielen, doch es war klar, dass sie mit diesem Angriff die Stellung der Menschen überrennen würden. Fluchend duckte sich der Soldat, und eine Lasersalve strich direkt über die Stelle, an der er eben gestanden hatte. „Das war knapp", seufzte er, und hob anschließend die Hand an den Helm. „Wir werden hier jede Sekunde überrannt!", rief er in den Komm, „Wir brauchen die Verstärkung, und zwar sofort! Sonst können Sie den Angriff auf Kaiden absagen!" Er wartete einige Sekunden, und seine hoffnungsvolle Miene verfinsterte sich zusehends. „Dann war's das mit unserem Sieg – und unserem Überleben. Hector Ende" Er sah Lyla an und schüttelte den Kopf: „Es dauert nicht mehr sehr lange, aber die Zeit wird nicht ausreichen, um diese Stellung zu halten" Dann hob er seine Waffe: „Ich weiß nicht, wie's ihnen geht, aber ich werde mein Leben teuer verkaufen. Wenn die Xenos hier sind, werde ich so viele von ihnen töten wie möglich, bevor ich selbst drauf gehe" Lyla schüttelte den Kopf: „Ich hab einst einen Schwur abgelegt, nie wieder zu töten. Und ich bereue es keine Sekunde lang, noch nicht mal jetzt" „Warum sind Sie dann auf dem Schlachtfeld?" „Um Leben zu retten, nicht, welche zu beenden" „Bei dieser Einstellung ist es ein Wunder, dass man Sie noch nicht gefeuert hat" „Oh, keine Sorge, man hat mich gefeuert. Schon lange. Aber das hat mich nicht davon abgehalten, auf das Schlachtfeld zurückzukehren" Die Augen des Soldaten weiteten sich vor Überraschung. „Nun, je mehr Xenos Sie töten, desto weniger Xenos werden später unsere Leute töten" „Es gibt keine unseren Leute", beharrte Lyla, „Es gibt nur Soldaten, die sich grundlos gegenseitig abmetzeln. Und wie's aussieht werde ich ein weiteres Opfer in diesem sinnlosen Krieg sein" Der Soldat sah sie ungläubig an. „Willkommen zurück, Jesus", sagte er dann mit weit mehr Sarkasmus in der Stimme, als nötig gewesen wäre, „Ich befürchte, Eure Predigten werden noch weniger bringen als das letzte Mal. Willkommen im realen Leben!" Er spähte über den Graben. „Nur noch fünf Sekunden, dann sind sie hier", mahnte er. Er nahm eine Pistole aus seinem Gürtel und überreichte sie Lyla: „Zeit, eine Entscheidung zu treffen" Lyla nahm die Pistole an, musterte den Soldaten angewidert und warf die Waffe anschließend weg. Er zuckte mit den Schultern.

Und dann waren sie da.

Einen Sekundenbruchteil lang dachte Lyla, sie würde jetzt sterben. Überall sprangen Xenos in den Graben hinein, wobei sie auf alles schossen, was sich bewegte...

Dann schlugen plötzlich blaue Laser im Boden direkt über ihnen ein. Es war ein Maschinengewehr, das allerdings ungewöhnlich dicke Laser verschoss. Es musste einem Fahrzeug gehören. Die Salven mähten Dutzende Xenos in einem Funkenregen nieder. Die wenigen, die es in den Schützengraben geschafft hatten, wurden sofort von mehreren Seiten gleichzeitig beschossen und fielen in Sekundenschnelle. Erst dann traute sich Lyla, sich umzudrehen. Ihr Retter war ein Jeep mit einer Kanone oben drauf, wie er häufig in der Allianz vorkam. Sie runzelte die Stirn. Wie kam dieses Fahrzeug hierher? All ihre Fahrzeuge waren schon lange zerstört worden. Nicht, dass dieses hier weit von zerstört sein wäre. Es war überall eingedellt, als wäre es mit mittelalterlichen Kanonenkugeln beschossen worden, und versprühte an einigen Stellen Funken. Ein Wunder, dass es noch fahren konnte. Gerade schoss es weiter, an der Linie entlang, und brachte schnell einen Großteil des feindlichen Vorstoßes zum Erliegen. Allerdings schafften es auch viele Xenos in den Schützengraben. Heftige Kämpfe entbrannten.

„Da kommen mehr!", rief der Sniper, als er über den Graben spähte. Lyla zückte ihre Elektroschockpistole. „Bis der Jeep wieder diese Seite unter Beschuss nimmt, werden wir wohl auch so auskommen müssen", knurrte sie.

Schon erreichte sie die nächste Welle von Xenos. Lyla wirbelte herum und traf einen von ihnen mit einem Bogen aus Elektrizität. Er krümmte sich zusammen und fiel in Ohnmacht. Gleichzeitig schoss der Sniper einen konzentrierten Lichtstrahl ab. Der Strahl durchschlug glatt das Visier eines weiteren Aliens und schoss auf der anderen Seite des Helms wieder heraus. Hinter ihm feuerte ein weiterer Xeno in ihre Richtung. Lyla warf sich zur Seite, aber der Sniper reagierte einen Augenblick zu spät. Mit einem Schrei wurde er von den Füßen gerissen. Lyla fluchte. Ein weiterer Bogen aus Elektrizität zuckte durch die Luft, und auch der Soldat fiel. Plötzlich schlugen über ihnen wieder die mächtigen Schüsse des Jeeps ein, töteten Dutzende von Xenos und gaben ihr so wieder eine kurze Pause.

Lyla wälzte sich zu dem am Boden liegenden Soldaten. Der Mann lebte noch, und wand sich in Schmerzen. „Liegen Sie still", befahl Lyla, „Ich muss Sie scannen" „Ist halb so schlimm", presste er hervor, aber Lyla schüttelte den Kopf: „Wenn Sie sich so bewegen, kann ich nicht mal erkennen, wo die Verletzung ist! Bleiben Sie still!" Diesmal gehorchte der Mann. Zitternd lag er auf dem Rücken. Lyla sah ihn sich kurz an, und seufzte erleichtert: „Sie wurden nur an der Schulter getroffen. Sie hatten Recht, es ist nur halb so schlimm. Bleiben Sie jetzt weiterhin still" Sie scannte ihn kurz und sah sich die Ergebnisse an. Auf einen gedachten Befehl hin öffnete sich an der Hüfte ihres Anzugs eine Klappe. Sie nahm ein kleines Fläschchen mit einer silbernen Substanz heraus. „Wie kommt es, dass Sie so einen fortschrittlichen Anzug haben?", fragte der Soldat. Er hatte also gemerkt, dass sie ihn mit Gedankenkraft steuern konnte. „Ich habe Kontakte", antwortete sie einfach, während sie ein Apparat mit einer Spritze dran an das Fläschchen schraubte. Sie spielte an einer kleinen Schaltfläche herum, dann floss ein kleiner Teil der Flüssigkeit in das Apparat. Ein weiterer Knopfdruck, und diese kleine Menge wurde kurz unter Strom gesetzt. Danach ging ein bläuliches Leuchten davon aus. „Sind das Nanobots?", fragte der Soldat neugierig. „Ja", antwortete Lyla, „Ich habe sie darauf programmiert, zuerst die Blutgefäße zu schließen und dann die Haut selbst zu heilen. Währenddessen werden sie das beschädigte Gewebe wieder aufbauen. In kurzer Zeit sind Sie wieder auf den Beinen" „Die Allianz benutzt nie solch fortschrittliche Medizin auf dem Schlachtfeld", wunderte sich der Soldat und verzog kurz das Gesicht, als die Nadel in seien Wunde drang. „Ich gehöre ja auch nicht zur Allianz", antwortete Lyla.

Plötzlich explodierte der Jeep.

***

„Gut so, Dan, einfach weiter schießen!", hatte Jaden einige Minuten zuvor noch gelacht, während Daniel die Reihen der Xenos niedergemetzelt hatte. Aber das Lachen war ihnen bald vergangen, als die Panzer weiter vorne sie ins Visier genommen hatten. „Raus hier, schnell!", hatte Jaden gerufen, als er die roten Energiekugeln durch die Luft hatte fliegen sehen. Gerade rechtzeitig hatten sie das Fahrzeug verlassen, bevor er durch eine riesige Explosion zerfetzt worden war. Nun sprang Jaden durch die Luft, während die Hitze seine Schilde wegsengte. Mehrere Soldaten, die in der Nähre des Jeeps Schutz gesucht hatten, wurden durch die Explosion erwischt. Mehrere rote Laserblitze flogen dicht an ihm vorbei, bevor er in der Sicherheit des Grabens landete und sich abrollte.

Neben ihm kam Daniel wieder auf die Beine. Er hatte den Jeep in dieselbe Richtung verlassen wie Jaden. „Nun, die Kanone ist dann wohl hin", seufzte Daniel. „Wir haben immer noch unsere anderen Waffen", antwortete Jaden und hob seine Pistolen. „Die nächste Welle an Xenos wird bald hier sein", mahnte Daniel, während er sein Maschinengewehr lud. „Es sind nicht mehr ganz so viele übrig", erinnerte Jaden, „Bis die Verstärkung da ist, können wir sie aufhalten" Er legte Daniel eine Hand auf die Schulter: „Schalt besser die Kamera an. Das hier wirst du nicht ungespeichert davon kommen lassen wollen" Daniel lächelte: „Ich habe die Kamera niemals ausgeschaltet" Jaden stutzte, dann seufzte er: „Dann sei so nett und schneide diesen Moment aus deiner Doku raus"

Plötzlich sprangen weitere Xenos in den Schützengraben. Jaden und Daniel eröffneten sofort das Feuer. Rote und blaue Laser flogen durch die Luft. Jaden und Daniel töteten etliche Xenos, während die anderen Soldaten ebenfalls ihre Arbeit taten. Schon bald war der Graben übersät von Leichen.

Während Jaden sich seinen Weg durch den Graben schoss, bemerkte er wenige Meter weiter eine Frau, die über einen verletzten Soldaten gebeugt war. Ebenso wie das halbe Dutzend Xenos, das hinter ihr in den Graben sprang und zwei Menschen erschoss. Schon richteten sie ihre Waffen auf die Frau, die erschrocken zurück sah und ihre Pistole hob...

Jaden und Daniel sprangen vor und schossen. Im Nu wurden alle sechs Xenos in einem Funkenregen von den Füßen gerissen. Die Frau drehte sich zu ihnen um und nickte kurz zum Dank. Ihre Haare, die durch den Helm kurz wirkten, waren schwarz, und ihre Augen leuchteten in einem seltsamen Violett.

Dann zuckten weitere Laser an ihnen vorbei. Einer von ihnen traf auf die Schilde von Jadens Anzug und riss ihn zu Boden, während Daniel sich duckte. Jaden kroch zu ihm herüber: „Ich hoffe, die Verstärkung kommt schnell", sagte er. „Sie kommt bereits", erwiderte die Frau und zeigte nach oben. Kleine Punkte zeichneten sich unter der Wolkendecke ab. „Na, wurde auch langsam Zeit", murmelte Jaden, „Man könnte meinen, meine Sabotagearbeit hätte ein bisschen mehr geholfen" Überrascht sah Daniel ihn an: „Sabotagearbeit?" „Lange Geschichte" Jaden wandte sich an die Frau: „Wenn die Xenos Panzer haben... warum haben sie sie nicht an die Front geschickt?" „Die Allianzler haben noch immer schwere Waffen", antwortete sie, „Sie würden die Panzer zerfetzen" „Sie?", wiederholte Jaden, „Sind Sie nicht auch von der Allianz?" „Schon lange nicht mehr", antwortete die Frau, „Ich wurde gefeuert" „Warum denn?", wunderte sich der Exo. „Meinen Sie, jetzt haben wir Zeit für solche Gespräche?", fuhr die Frau ihn an. Überrascht zuckte Jaden kurz zurück: „Hey, kein Grund, um aggressiv zu werden! Ich denke, wir haben alle Zeit der Welt, denn jetzt, da die Verstärkung kommt, ziehen sich die Xenos wahrscheinlich in ihre Basis zurück. Diese Schlacht ist schon so gut wie vorbei. Jetzt werden die Xenos wohl versuchen, sich aus dem Staub zu machen"

***

Jay und Crazy legten gleichzeitig an. Erschrocken sahen die Xenos auf. Aber für mehr blieb ihnen keine Zeit, denn schon fielen die ersten Schüsse. Die erste Ladung der Schrotflinte traf einen Xeno mit voller Wucht. Die Energiewelle zerfetzte seinen Anzug, und in einem Funkenregen fiel er zu Boden. Währenddessen tötete Crazy zwei weitere Aliens mit einer Salve aus dem Maschinengewehr. Dann gingen sie in Deckung, während ein Dutzend Laser über ihre Köpfe hinweg flog. „Lief ja gar nicht so schlimm wie erwartet", lächelte Crazy. Jay warf Anna einen nervösen Blick zu. Ihre Miene wirkte nicht mehr so ängstlich wie zuvor, sondern eher gefasst. Sie nickte Jay zu. Er nickte zurück.

Dann landete ein kleiner, rot leuchtender Gegenstand zwischen ihm und Crazy. „Granate!", rief der Pilot. Beide rannten in entgegengesetzte Richtungen davon. Crazy rannte dabei hinter dem schützenden Felsen hervor. Aber bevor die Xenos dazu kamen, auf ihn zu schießen, explodierte die Granate auch schon. Jay wurde durch die Druckwelle hart im Rücken getroffen und zu Boden geschleudert, direkt vor Anna, aber Crazy war etwas näher dran gewesen. Als Jay seinen Atem wieder gewann und durch die verblassende Rauchwolke spähte, lag sein Freund reglos am Boden, mit dem Gesicht nach unten. Jay fühlte sich, als hätte er einen Hieb in den Magen bekommen. Nicht Crazy, dachte er, Nicht er!

Dann waren die Xenos da. Der erste, der den Felsen umrundete, wurde von einer Energiewelle zu Boden gerissen. Eine Sekunde lang lud die Waffe nach, dann war sie wieder bereit. Doch die nächsten Xenos umrundeten das Gestein als Gruppe. Jays Schuss konnte nur einen weiteren treffen, bevor die Aliens das Feuer eröffneten. Er rollte sich zur Seite, und die Laser verfehlten ihn nur knapp. Sie schlugen direkt neben Anna auf, die erschrocken aufschrie. „Anna! Lauf!", rief Jay. Aber schon hatten die Aliens beide Menschen ins Visier genommen...

Plötzlich fielen sie einer nach dem anderen in einem Funkenregen. Überrascht drehten sie sich zu Crazy um, der zwar noch immer am Boden lag, aber nun pausenlos feuerte. Verwirrt sahen die Xenos von einer Seite zur anderen, versuchten, sich zu entscheiden, welche Gefahr die größte war. Währenddessen schoss auch Jay, und so dezimierten sie die Soldaten. Der letzte entschied sich schließlich für Jay, während sein Kumpel niedergeschossen wurde. Eine Lasersalve schlug um Jay herum ein, und ein plötzlicher Schmerz schoss sein Bein hinauf. Er schrie, während eine weitere Salve den letzten Xeno von den Füßen riss. Schon war Crazy auf den Beinen und rannte zu Jay herüber, während der noch immer schmerzerfüllt das Gesicht verzerrte. „Crazy?", fragte Anna verwundert, „Warst du nicht..." „Tot?", lachte der Pilot, „Nein. Ich habe mich nur tot gestellt, was dachtet ihr denn?" Schlagartig wurde sein Gesicht wieder ernst, als er Jays Bein sah. „Es... sieht nicht sehr schlimm aus", sagte er besorgt, „Aber jetzt haben wir ein großes Problem" „Welches denn?", fragte Jay mit zusammengebissenen Zähnen. „Ich kann euch nicht beide tragen", antwortete er, „Und wir müssen hier unbedingt weg. Gleich schicken sie sicher wieder Verstärkung" Jay holte tief Luft. Das war es also. „Dann nimm Anna", sagte er bestimmt. Sie öffnete den Mund, um zu protestieren, aber er kam ihr zuvor: „Nur einer von uns kann hier raus, und ich wähle dich!" „Warum ich?", flüsterte Anna, „Warum nicht du?" „Weil ich eine Waffe in der Hand habe, und mich selbst erschieße, wenn ihr versucht, uns beide mitzunehmen, oder nur mich" Schockiertes Schweigen machte sich breit. Jay konnte sehen, dass Anna noch immer verzweifelt versuchte, Argumente zu finden, und Crazy ungläubig den Kopf schüttelte. „Es ist eure einzige Chance", fuhr Jay fort, „Gleich schicken die Xenos Verstärkung, und dieses Mal werden sie dafür sorgen, dass wir sie nicht besiegen können. Außerdem vergesst ihr etwas" Mit einem letzten Anflug von Hoffnung hob Anna den Kopf. „Die Xenos nehmen gerne Gefangene", erklärte Jay, „Wenn ich mich ihnen ergebe, kann die Verstärkung mich später vielleicht befreien" Seiner Logik hatten die anderen nichts entgegenzusetzen. Jay hoffte, sie würden nicht auf den Gedanken kommen, dass... „Dann bleiben wir alle drei", sagte Crazy bestimmt. Ich wusste es, dachte Jay grimmig. „Du willst Anna einer solchen Gefahr aussetzen?", fragte er. Die Entschlossenheit in den Augen des Piloten flackerte, aber Anna hob ihrerseits bestimmt das Kinn: „Er tut es nicht. Ich tue es selber" Jay seufzte. Gab es wirklich keinen anderen Weg, das hier zu lösen? Er hob die Schrotflinte und richtete sie auf den eigenen Kopf. „Jay, nein!", schrie Anna. „Dann lauft weg", erwiderte der, „Sofort!" Tränen glitzerten in Annas Augen, als Crazy sie auf die Beine zog. „Wir sehen uns wieder", versprach Crazy, „Sobald die Verstärkung hier ist, holt sie dich da raus"

***

Als mächtige, blaue Schüsse aus der Luft in den Boden einschlugen, waren schon die ersten bereits dabei, um ihr Leben zu fliehen. Die Landungsschiffe, vollbeladen mit frischen Truppen, schwebten ruhig in der Luft, während bewaffnete Kriegsschiffe den Boden und die Xenos darauf mit Maschinengewehren und explosiven Energiekugeln bearbeiteten. Fasziniert sah Jaden mit an, wie Staub aufgewirbelt wurde, als die Maschinengewehre durch die Reihen der fliehenden Xenos pflügten und etliche in einem Funkenregen zu Boden rissen, und wie die Aliens zu Dutzenden durch die Luft geschleudert wurden, wenn die stärkeren Schüsse auf dem Boden aufschlugen. Er kam einfach nicht umhin, die zerstörerische Macht der Menschheit zu bewundern. Die Schlacht war also auch ohne die Gear gewonnen worden.

Plötzlich durchfuhr ihn ein Schock. Was mochte mit der Revenant passiert sein? Er wandte sich wieder an die Frau: „Haben Sie vorhin zufällig ein Schiff in der Nähe abstürzen sehen?" „Falls Sie die Raumstation meinen: Ja" „Nein, ein kleineres Schiff" Die Frau runzelte die Stirn: „Nun... Ich habe vorhin mitbekommen, wie ein Schiff uns überflogen hat. Sein Triebwerk brannte, und es schien schwer beschädigt zu sein. Sonst nichts mehr" Jaden nickte. Dann aktivierte er seinen Komm und stellte ihn in der Kommandofrequenz ein: „ECEF Jaden Adams, bitte kommen", sagte er. Überrascht sah ihn die Frau mit ihren merkwürdig violetten Augen an. Jaden hob die Augenbraue, aber für mehr hatte er keine Zeit, denn schon ertönte die Antwort: „Captain Palan hier", hieß es, „Was brauchen Sie?" Jaden lächelte zufrieden. Als Exo war er über fast alle gestellt. Technisch gesehen lag ein Schiffscaptain gerade noch über ihm, aber trotzdem waren nur die Wenigsten von ihnen sonderlich erpicht darauf, sich einem Exo zu widersetzen. „Ich brauche hier ein Landungsschiff. Meine Crew könnte hinter feindlichen Linien verschollen sein, und ich werde sie finden müssen" „Wir sollten eins entbehren können", antwortete der Captain, „Die Xenos sind geschwächt und werden dieser Offensive nicht widerstehen können. Schicken Sie mir Ihre Position" „Schon geschehen" „Ja, wir haben die Daten empfangen. Gleich ist das Schiff bei Ihnen. Palan Ende" Einige Sekunden später änderte ein Truppentransporter auch schon seine Bahn und landete direkt vor dem Graben. Eine Metallplatte an der Seite schob sich zur Seite, und enthüllte zwei Dutzend Soldaten im Inneren des Schiffs. Jaden benutzte sein Jetpack als Hilfe, um aus dem Graben zu springen, und stieg in den Shuttle. „Willkommen an Bord, Exo", begrüßte ihn der Pilot, wobei er aus der Kabine über die Schulter blickte, „Ich habe den Befehl, Sie zu Ihrem Zielort zu fliegen, sobald ich die Truppen abgesetzt habe" „Tun Sie das", nickte Jaden. Die Tür begann sich wieder zu schließen, doch im letzten Moment sprang eine Gestalt durch die Lücke und krachte in ihn hinein. „Was...", begann, drückte die Gestalt von sich und griff nach seinen Pistolen, bis er erkannte, dass es die Frau aus dem Schützengraben war. „Was tun Sie denn hier?", fragte er verwundert. Die violetten Augen der Frau blitzten im matten, roten Licht im Inneren auf eine irgendwie geheimnisvolle Weise auf: „Ich habe mir zusammengereimt, dass Sie nach der Crew des Schiffes suchen, das abgestürzt ist. Nun, sollte sie noch am Leben sein, könnte sie verletzt sein. Sie werden einen Arzt brauchen" „Na, von mir aus", antwortete der Exo beinahe teilnahmslos, und versuchte, nicht zu zeigen, wie dankbar er der merkwürdigen Frau tatsächlich war.

Während des Fluges biss Jaden die Zähne zusammen und zwang sich, den Piloten nicht zur Eile anzutreiben. Die Crew der Revenant war wahrscheinlich sowieso bereits tot. Aber noch war die Hoffnung nicht verloren. Die Gesichter von Crazy, Anna und Jay blitzten vor seinen Augen auf. Er konnte sie nicht verlieren. Sie waren seine neue Familie geworden, seit er seine alte verlassen hatte, auch, wenn er noch immer im Kontakt mit ihr stand. Wenn sie starben, wen hätte er sonst noch?

Um sich abzulenken, wandte er sich an die Frau: „Wo Sie mich schon begleiten, darf ich wenigstens erfahren, wie Sie heißen?" Sie sah ihn forschend an. „Lyla Johnson", sagte sie schließlich. „Lyla...", wiederholte er, „Hat das etwas mit Ihrer Augenfarbe zu tun?" Sie neigte den Kopf und lächelte: „Warum so neugierig?" Jaden war sich bewusst, dass sie ihm eine Falle gestellt hatte. Alle Soldaten im Shuttle, die um ihn standen, starrten ihn an, und er wusste, dass es von seiner Antwort abhing, ob die Soldaten loslachen würden oder nicht. „Ich bin ein neugieriger Mensch", antwortete er, „Da müssen Sie nur Harry Forge fragen" „Bin schon zur Stelle!" Überrascht drehte Jaden sich um: „Harry?" Der junge Soldat lächelte: „Melde mich zum Dienst, Sir!" Er salutierte übertrieben. „Eigentlich müsstest du das tatsächlich tun", erinnerte ihn Jaden, „Ich bin noch immer dein Vorgesetzter" Dies schien Harry allerdings kein bisschen zu verunsichern: „Na, dann habe ich ja Glück, dass ich mich bereits bei dir eingeschmeichelt habe. Also, äh, Miss Johnson, was genau wollten Sie wissen?" „Ob dieser Exo tatsächlich so neugierig ist, wie er zu sein behauptet" „Nun, laut dem, was ich mitbekommen habe, schon" Sie sah Jaden wieder durchdringend an. „Na schön", seufzte sie, „Auf dem Planeten, wo ich herkomme-" „Dreißig Sekunden bis Ziel!", unterbrach sie der Pilot. Jaden bahnte sich einen Weg zu ihm durch, was ihm nicht sehr schwerfiel, da die anderen Soldaten ehrfürchtig vor ihm zurückwichen.

Das Cockpit war, wie das der Revenant, beinahe vollständig von Glas umgeben, sodass man einen guten Blick auf die Außenseite hatte. Weiter unten fand ein Schusswechseln zwischen den Kriegsschiffen und den feindlichen Panzern statt. Flammen brachen mit einem Mal aus einem der Allianzschiffe hervor, aber die anderen zerstörten mit ihren starken Schüssen auch die letzten verbliebenen Panzer. Die Überreste des zerstörten Schiffes fielen zu Boden und explodierten.

Nachdem die Gefahr durch die Panzer beseitigt war, konnten die Truppentransporter endlich landen. Kurz bevor die Türen sich öffneten, klopfte Jaden Harry auf die Schulter: „Viel Glück" Der junge Soldat atmete tief durch und rang sich ein Lächeln ab: „Behalte ruhig das Glück. Du brauchst es mehr als ich" Dann drang helles Tageslicht in das dunklere Innere, und die Soldaten rannten allesamt hinaus, auf den Eingang der Basis zu, den die Kriegsschiffe bereits aufgesprengt hatten. Nun drehten sie ab, um sich um die Xenos zu kümmern, die versuchten, zu Fuß in ihre Basis zu gelangen.

Jetzt waren nur noch Jaden, Lyla und der Pilot im Schiff. „Wo soll's denn hingehen?", fragte Letzterer. Jaden wusste nicht weiter, aber Lyla antwortete für ihn: „Wenige Kilometer rechts von hier habe ich ein brennendes Wrack gesehen. Ich nehme an, es geht da lang" Überrascht sah Jaden sie an. Er war wohl zu sehr vom Lichtschauspiel unter ihm gebannt gewesen. Dann nickte er: „Ja, bringen Sie uns dorthin"

Jadens Herz setzte einen Schlag aus, als er die brennenden Überreste seines Schiffes sah. Die Revenant war völlig zerfetzt worden. Nie und nimmer konnte jemand das überlebt haben. Er wollte gerade den Befehl zum Umkehren geben, als Lyla auf den staubigen Boden zeigte: „Da sind Spuren, die vom Wrack wegführen" Sie kniff die Augen zusammen: „Und Schleifspuren auch. Mindestens einer von ihnen muss verletzt sein" „Wie kann überhaupt jemand überlebt haben?", entgegnete Jaden. „Fragen wir sie doch", entgegnete Lyla, während das Schiff langsam den Spuren folgte, die hinter einem Felsen verschwanden. Aufmerksam hielt Jaden nach irgend einem Lebenszeichen Ausschau, irgendetwas, das ihm zeigen würde, dass seine Crew noch lebte. Bis er weiter weg eine Gestalt sah, die hinter einem Felsen hervor rannte und heftig mit beiden Armen zu winken begann. Es war Crazy. Unglaublich erleichtert rief Jaden dem Piloten zu: „Da ist er! Landen Sie vor ihm!" Der Pilot nickte und steuerte das Schiff mit geübtem Griff in die Tiefe, bis es sanft auf dem Boden aufsetzte. Aufgeregt sprang Jaden heraus: „Crazy! Du ahnst nicht, wie froh ich bin, dich zu sehen!" Seinem Gegenüber klappte der Mund auf: „Jaden? Wie kommst du denn hierher?" „Lange Geschichte", winkte der Exo ab, „Wo sind Anna und Jay?" In dem Augenblick, in dem sich Crazys Miene verdüsterte – was sonst so gut wie nie vorkam – wusste Jaden, dass etwas Schreckliches geschehen war. „Anna ist leicht verletzt, aber ihr geht es gut", begann Crazy, „Aber Jay... er wurde am Bein getroffen, und... weigerte sich mitzukommen... die Xenos haben ihn gefangen genommen und in die Basis geschleppt. Es waren zu viele, wir konnten nichts tun..." Jaden rutschte das Herz in die gepanzerte Hose. Gab es noch Hoffnung? Könnten die Soldaten, die die Basis gestürmt hatten, Jay vielleicht noch aus den Händen der Xenos retten?

Da vernahm Jaden laute, hydraulische Geräusche, die aus der Xeno-Basis kamen. Entsetzt sah er mit an, wie zwei riesige Metallplatten beiseite geschoben wurden und ein großes Xeno-Schiff enthüllten, das schnell davon flog. Hektisch aktivierte Jaden das Komm: „ECEF Adams, bitte melden!" Die Antwort ließ nicht auf sich warten: „Sergeant Racker hier, was gibt es?" „Ist die Basis gesichert?" „Positiv. Die letzten Xenos sind soeben in einem Schiff geflohen" „Konntet ihr Gefangene retten?" „Negativ. Alle Gefangene müssen auf dem Schiff sein" Jaden drehte sich zu Crazy um, der ihn angespannt ansah, und schüttelte den Kopf. Der Pilot ließ den Kopf sinken. Hinter ihm eilte Lyla zu Anna.

Gedankenverloren wanderte Jadens Blick über den Sand. Sie hatten Jay verloren. Er war sich sicher, dass sie ihn nie wieder sehen würden. Solche Schiffe waren ideal, um den langsameren Kreuzern auszuweichen. Und wenn die Xenos erst mit den Gefangenen entkamen, wurden diese nie wieder gesehen, weder lebend noch tot.

Etwas blitzte im Sand auf. Jaden runzelte die Stirn. Was hatte er gerade gesehen? Er eilte zur Stelle, wo er das Aufblitzen gesehen hatte, und fand ein kleines, scheibenförmiges Gerät. „Was ist das?", fragte Crazy, der seinem Freund gefolgt war. Jaden hob das Gerät hoch. Feine, blaue Linien zogen sich durch das glänzende Metall. Der Exo erkannte es sofort. Er und Jay hatten lange Zeit daran gearbeitet. „Es ist ein Empfänger", sagte er. „Ein Empfänger wofür?", fragte Crazy neugierig, mit einer Spur Hoffnung in der Stimme. Jaden sah ihn an: „Für einen Peilsender. Jay hat einen Peilsender bei sich"

Klingt vielversprechend, oder? Die Voraussetzungen für das Abenteuer, das in Kürze beginnen wird, sind hiermit erfüllt.


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