Linda
"Und ich sag dir: Mars schmeckt besser als Snickers." Luke stampfte auf den Boden und lehnte sich mit verschränkten Armen gegen das Schließfach neben meinem.
"Ist es mein Problem, dass du keine Nüsse verträgst?", fragte ich achselzuckend und drückte ihm mein Biobuch in die Hand. Luke schnaufte empört.
"Du solltest dich für die Sorgen deiner Mitmenschen interessieren!"
"Deine Intoleranz gegenüber jeglichen Arten von Nüssen kümmert mich aber herzlich wenig." Ich grinste ihn frech an und schloss die Metalltür meines Spinds.
"Es sind ja nicht alle Nüsse. Nur Erdnüsse." Er schob seine Unterlippe nach vorne.
"Armer, armer Luke. Es tut mir im Herzen weh, dass du nie in den Genuss von gerösteten Erdnüssen kommen wirst, du bemitleidenswertes Ding du." Lächelnd küsste ich ihn sanft auf die Nase.
"Und jetzt auf den Mund", flüsterte er und legte seine Hände auf meinen Rücken.
"Wie Sie es begehren, Herr Hemmings", antwortete ich ihm grinsend und nahm sein Gesicht in meine Hände. Gerade als sich unsere Lippen berührten, wurden wir durch ein Räuspern unterbrochen. Als ich meine Augen öffnete, blickte ich in ein Gesicht, welches ich die nächsten hundert Jahre nicht hätte sehen wollen.
"Was willst du?", fragte ich genervt.
"Ä-ähm", sein Blick glitt von Luke, der beschützerisch einen Arm um meine Hüfte legte, zu mir. "Können wir reden?"
Ich hob fragend eine Augenbraue. "Ich denke nicht, dass ich noch irgendetwas für dich übrig habe."
"Bitte?", flehte er und biss sich auf die Unterlippe.
"Red mit ihm. Ich warte vor deinem Raum", wisperte Luke in mein Ohr und drückte mir einen Kuss auf die Schläfe, ehe er sich von mir löste. Ich sah dem großen Blonde noch ein Weilchen nach, wie sich seine breiten Schultern hoben und senkten, während er den langen Flur entlang lief, immer noch mit dem grünen Biobuch in der Hand.
Leise seufzend ließ ich mich gegen meinen Spind fallen und verschränkte die Arme vor der Brust.
"Also?" Ich sah Michael an, der nervös mit seinen Fingern spielte und auf den Boden starrte.
"Ich, also ich ähm", er pausierte kurz und hob seinen Kopf. "Es tut mir leid."
"Ist das alles?"
"Nein. Also, naja. Es tut mir alles so schrecklich leid. Es tut mir leid, dass ich... so bin wie ich bin?" Er griff nach dem Saum seines T-Shirts und rollte den Stoff zwischen seinen Fingern hin und her. "Entschuldigung, dass ich dich so sehr verletzt habe. Ich wollte das nicht, wirklich. Es tut mir so unendlich leid, dass ich so viele Fehler mache."
"Ich hab von Anfang an gewusst, dass es dumm war, mich in dich zu verlieben, aber ich kann es nicht mehr ändern." Ich zuckte mit den Schultern.
"Liebst du mich noch?", fragte er zaghaft. Ich musste überlegen, was ich ihm antworten sollte. Natürlich hab ich noch Gefühle für Michael, wie könnte ich die auch einfach abstellen, aber ich kann ihm das ja schlecht sagen und auf ein Happy End hoffen.
"Michael, was erhoffst du dir von diesem Gespräch?", antwortete ich schlussendlich.
"Das du mir vielleicht vergibst?" Er sah mich aus großen, verzweifelten Augen an.
"Betrogene Seelen heilen nicht wie gebrochene Knochen, Clifford."
"Dafür hast du mich ja ziemlich schnell ersetzt", zischte er. Ich starrte ihn mit offenem Mund an, als er wieder zu mir aufsah, fuhr er sich gestresst durch die Haare und ließ mich dann einfach stehen.
•••
"Das werden die besten zwei Wochen unseres Lebens, dass versprech ich dir!", erklärte mir Luke und gestikulierte wild mit seinen Händen rum.
"Ach ja?", fragte ich nach und nahm ihm die Flasche Malzbier aus der Hand, um selbst einen Schluck zu trinken. Bis jetzt waren die 'besten vierzehn Tage meines Lebens' nicht gerade so prickelnd. Das Gespräch mit Michael, falls man es so nennen konnte, hat mir die ganze Laune verdorben und immer wenn ich meine Augen schloss, bildete ich mir ein, sein verzweifeltes Gesicht zu sehen, wie er sich die Haare raufte und dann einfach verschwand.
"Ja! Am Freitag ist Michaels Geburtstag und dann wird richtig hart gefeiert!" Er warf seine Arme in die Luft und seine blauen Augen strahlten nur so vor Begeisterung. Luke wollte mir schon den ganzen Heimweg eintrichtern, dass die letzten zwei Wochen die wir noch hatten, bis die Vier auf eine lange Reise antreten werde, die beste Zeit meines erbärmlichen Lebens werden würden. Ich sah das jedoch kritisch und trank noch etwas aus der braunen Plastikflasche.
"Blondi, ich steh weder auf Party, noch auf Michael." Jedenfalls nicht mehr.
"Ach komm, Irwin", er legte einen Arm um mich. "Das wird lustig, versprochen! Ich bin super unterhaltend, wenn ich betrunken bin."
"Du meinst im Gegensatz zu jetzt?", neckte ich ihn.
"Sei leise", schmollte er und nahm mir das Malzbier aus der Hand.
"Ich denke nicht das es klug wäre, die Geburtstagsfeier meines Ex zu besuchen", sagte ich achselzuckend.
"Jaja, aber Michaels Parties sind immer die besten", er kam näher zu mir und hielt mich am Arm fest, sodass ich stehen blieb. "Und außerdem bin ich ja bei dir, Michael wird dir nicht auf die Nerven gehen, versprochen." Er lächelte mich an und beugte sich zu mir runter, um mir einen Eskimokuss zu geben.
"Danke Luke", antwortete ich ihm lächelnd.
"Nichts zu danken, Prinzessin", flüsterte er und legte seine Hände sanft an meinen Hals. Zaghaft beugte er sich zu mir runter, seine Oberlippe streifte vorsichtig meine.
"Willst du, dass ich dich küsse?", wisperte er und ich spürte, wie er anfing zu grinsen. Verwirrt nickte ich und wartete ungeduldig, bis ich seine Lippen endlich auf meinen spürte. Doch Luke fing an zu kichern und rannte vor mir weg.
"Fang mich!", schrie er und sprintete mit seinen unglaublich langen Beinen mehr oder weniger elegant den Gehweg entlang.
"Ist das dein Ernst?", rief ich ihm hinterher, als er an der nächsten Ecke stehen blieb und fragend die Arme in die Lüfte warf. Die Sonne prallte vom Himmel und ich war absolut nicht in der Stimmung, jetzt für Olympia zu rennen, denn wenn ich bei Luke ankommen würde, würden wir beide garantiert in meinem Schweiß ertrinken.
"Jetzt hab mal Spaß, Irwin!", antwortete er mir.
"Ich habe Spaß", murmelte ich, als ich langsam zu ihm trottete.
"Ich bete zu Gott, dass du nicht so 'ne Stimmungskanone auf der Party am Freitag bist", witzelte er.
"Sei leise", kicherte ich und zwickte ihm in den Bauch. Er fing an zu kichern und drückte mir einen Kuss auf die Schläfe.
"Ich bin lustig, wirklich", schmollte ich. Er legte seine Arme um mich und drückte mich sanft an sich.
"Sicherlich", flüsterte er in mein Ohr.
"Luke", ich verdrehte die Augen.
"Mhh." Vorsichtig knabberte er an meinem Ohrläppchen, seine Bartstoppeln kratzten an meiner weichen Haut.
"Zerkratz meine Perlenohrringe nicht", wisperte ich und ich merkte, wie ein Grinsen sich auf seine Lippen schlich.
"Du bist sowas von unromantisch", stöhnte er gespielt frustriert. Seine Daumen malten auf meine Wangen wirre Muster, während er mich anlächelte.
"Liegt wahrscheinlich in der Familie", antwortete ich ihm und zuckte mit den Schultern. Er fing an zu kichern und legte seine Lippen gierig auf meine. Ungeduldig biss er mir in die Unterlippe und stöhnte laut, als seine Zunge die meine berührte.
"Luke", wisperte ich amüsiert und löste mich von ihm. "Nicht so laut. Wir sind immerhin in der Öffentlichkeit."
"Na und", er verdrehte die Augen und seine Hände wanderten in die Taschen meiner Jeanshose, welche sich am Po befanden.
"Ich will nicht so viele Kilometer von dir entfernt sein", flüsterte er plötzlich.
"Wir nehmen einfach meine Stadt und schieben sie zu deiner." Ich lehnte meinen Kopf gegen seine Brust und hörte seinem beruhigenden Herzschlag zu.
"Du bist so dämlich." Er fing an zu lachen, seinen Kopf legte er auf meinem ab. "Distanz ist nichts, wenn jemand alles ist."
"Kitschig." Ich schlang meine Arme um seinen Bauch und zeichnete kleine Muster mit meinen Fingerspitzen auf seinen Rücken.
"Ich liebe dich", nuschelte er in mein Haar. Ich antwortete ihm nicht, stattdessen drückte ich ihn fester an mich, denn ich wusste nicht, ob ich Luke liebte. Ich wusste es einfach nicht.
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Hey Leute!
Tut mir wahnsinnig leid, dass ich so lange nicht geupdatet habe. :/
Ich hab zur Zeit einfach null Ideen für die Geschichte, außerdem ist Schule scheiße und ich flieg in zwei Wochen nach Irland und geh da zum One Direction Konzert am Sonntag. Also werd ich wohl erstmal nicht updaten, sorry. ._.