Der Erbe des Prinzen - Die En...

By EPilz2

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Dumbledore fuhr sich über die Augen. „Felix, was willst du ihm denn sagen? Niemand ändert seine Meinung so sc... More

Der Anfang vom Ende
Rettung?
Zurück in Hogwarts
Lee Jordan
Reióa
Abschluss
Ein freier Mann
Lehrstunde
Malfoy-Manor
Tabula Rasa
Schokolade
Das Dunkle Mal
Bedingungslose Liebe
Die erste Aufgabe
Hyde-Park
Schock
Muggellondon
„Es ist suu lange 'er!"
Ernüchternde Geburtstagsfeier
In der Winkelgasse
Weasleys zauberhafte Zauberscherze
Ordenstreffen
Ein Auftrag
Planung
Im Ministerium
Bozo Pocklington
„Bist du..."
Unausweichlich
Verloren
„Ich kümmere mich bereits darum."
Madam Rosmerta
Verhör
Nur weg...
Ein neuer Plan
Besorgungen
Feiertage
Außer Kontrolle
Eine neue Seite
Vertrauen
Verrat
Mörder
Ein Hauch von Gift
Flügel für „Magische Verletzungen besonderer Art"
Nachforschung
Angst und Frustration
Beziehungstipps
Gleichgewicht
Ich lüge nicht!
Todbringend
Dolchstoß
Geschafft!
Nachwort

Astronomieturm

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By EPilz2

Es war seltsam still, als Felix durch die Gänge des Schlosses eilte.
Der Orden war informiert und bereitete sich gerade vor, aber die Schule ahnte noch nichts von dem drohenden Unheil. Er zog die Taschenuhr unter seinem Umhang hervor. Eine Stunde blieb ihm noch, um Malfoy zu kontaktieren. Das würde locker reichen.
Er kam fast ein wenig außer Atem vor dem Büro seiner ehemaligen Hauslehrerin an und klopfte energisch dagegen. Ein Mal. Zwei Mal.
Erst beim dritten Mal hörte er es auf der anderen Seite der Tür leise fluchen.
„Bei Merlin, ja doch!"
Ruckvoll schwang sie auf und Professor McGonagall starrte ihn durch ihren Kneifer hindurch so an, als wäre er ein Gespenst.

„Mr. Lewis? Was tun Sie denn hier?"
„Sie warnen, Hogwarts wird heute angegriffen", platzte es aus ihm heraus. „Wir müssen zu Dumbledore, der Orden ist bereits informiert!"
Die Frau erbleichte. Doch dann trat sie zu ihm auf den Gang und setzte sich so schnell in Bewegung, dass Felix kaum mithalten konnte. Zielstrebig steuerte McGonagall durch die Gänge und ignorierte all die heulenden Geister und plappernden Gemälde, bis sie vor dem Büro des Schulleiters zum Stehen kam.
„Pfefferkobold!", stieß die Schottin hervor und zu zweit eilten sie den Stufen hinauf.
Unverhohlen musterte Felix die Lehrerin von der Seite. Jetzt bekam er vielleicht die Gelegenheit, sich in dem Büro des Schulleiters umzuschauen. Und würde er nicht fündig werden, würde er danach in die Bibliothek gehen.

Professor McGonagall stieß die Tür zum Büro des Schulleiters auf. Und hielt abrupt inne. Es war leer.
Albus Dumbledore war nicht zu sehen und nach einigen kurzen Augenblicken schoss McGonagalls Blick zur Seite.
„Er ist noch nicht zurückgekehrt? Ausgerechnet!"
Sie wirbelte zu Felix herum.
„Wann kommen sie?"
Felix zog scharf Luft ein.
„Lange haben wir nicht mehr, wahrscheinlich noch in dieser Stunde. Aber Kingsley ist informiert, er und die anderen müssten auch bald hier sein."
Professor McGonagall nickte verbissen.
„Dann suche ich noch jetzt das Kollegium auf. Informieren Sie in der Zwischenzeit die Aurorenzentrale. Es können nicht genug von uns sein."

Felix nickte, aber da hatte sie schon eilenden Schrittes das Büro verlassen. Felix zog sofort erneut die Taschenuhr hervor. Die Zeit reichte locker für dieses Büro.
Erst wurde er es durchsuchen, dann die Auroren informieren, dann den Todessern die Nachricht senden, dass zu viele Mitglieder des Ordens vor Ort waren.
Der Schreibtisch Dumbledores war die erste Anlaufstelle. Die Portraits der Schulleiter hängte er vorher zwar mit einem einfachen Zauberstabwink ab, Fawks allerdings reckte sich und beäugte ihn dann misstrauisch, als Felix die erste Schublade aufzog.
„Ich muss nur etwas finden, es ist wirklich wichtig", murmelte der fast entschuldigend und hoffte, dass das Tier ihn nicht vertrieb.
Er hatte Glück, ruhig blieb es auf seiner Stange sitzen, während er den Schreibtisch von oben bis unten durchsuchte. Sogar nach geheimen Fächern hielt er Ausschau. Aber nichts.

„Also gut. Dann vielleicht die Schränke."
Aber weder diese noch die unzähligen Vitrinen beinhalteten etwas Nützliches.
Als Felix das Denkarium erreichte, riss er die Türchen auf, die zu den Erinnerungen führten. Leise klirrten die Fläschchen, als er eines nach dem anderen herumdrehte, die Beschriftung auf den vergilbten Papieren las und sie dann zur Seite schob.
Gerade hier musste doch so etwas unglaublich Wichtiges wie Voldemorts Geheimnis der Unsterblichkeit liegen!
Aber entweder beschrieben die Beschriftungen völlig andere Vorkommnisse oder aber sie waren viel zu nichtssagend. Er konnte nicht einfach ziellos ins Jahr (er drehte eines der Fläschchen) 1942 reisen. Die Gefahr war viel zu groß, dass er seine wertvolle Zeit verschwendete.

Fluchend wandte er sich schließlich von dem Teil des Büros ab und schritt auf den hinteren zu. Vorsichtig stieg er einer goldenen Wendeltreppe nach oben, öffnete die Tür am Ende der Stufen und fiel regelrecht in ein weiträumiges Schlafzimmer. Albus Dumbledores Schlafzimmer.
Ein riesiges Himmelbett stand auf der linken Seite des Raumes. Große Schränke an den Wänden wechselten sich mit aufgehängten Bildern und einer Uhr mit zwölf Zeigern ab und an der Decke schwebten unzählige kleine Lichter. Als hätte der Bewohner Glühwürmchen aufgehängt. Der ganze Raum wurde jedoch von dem mittlerweile dumpfer werdenden Licht erhellt, welches durch zwei große, gebogene Fenster fiel.

Schluckend sah Felix sich um. Das fühlte sich unglaublich falsch an. Sowieso alles hier und das erst recht. Trotzdem setzte er den ersten, dann den zweiten Schritt. Und schon stand er mitten im Raum und sah sich ratlos um. Ein weiterer Blick auf seine Taschenuhr veranlasste ihn diesmal dazu, seinen Zauberstab zu benutzen. Aber egal, wie er zauberte und suchte, er fand nichts. Einfach nichts.
Fast brachte er es nicht über sich, aufzuhören, das Büro zu durchsuchen. Aber letztendlich tat er es doch. Er alarmierte den Leiter der Auorenzentrale über das Flohnetzwerk, dann schrieb er eine kleine Notiz an Draco. Und noch während sie in den grünen Flammen verschwand, hoffte er inständig, dass sie die Todesser abschrecken konnte.

~

Die verbotene Abteilung zu betreten, hatte etwas Vertrautes an sich. Als würde er an einen Ort wiederkehren, an dem er schon oft war. Der nicht so negativ behaftet war, wie es eigentlich der Fall sein sollte.
Felix musste kurz schlucken und den Zauberstab in seiner Hand ein wenig fester greifen, bevor er weiterging. Langsam und den Blick aufmerksam auf die Regale gerichtet. Jedes Buch, jede Aufschrift und jedes noch so kleine Dokument konnten ihm weiterhelfen. Wenn das Geheimnis Voldemorts wirklich so grausam war, wie Dumbledore behauptete, dann musste es hier zu finden sein. Die Abteilung beherbergte immerhin viele solcher Werke.

Gerade eben wollte er in den nächsten größeren Gang treten, als er einen Schrei hörte. Er war nicht laut, eher weit entfernt. Dennoch drang er bis zu ihm durch und er fuhr herum.
Sie hatten sich also doch ins Schloss gewagt!
Das Herz rutschte ihm in die Hose und sofort nahm er seine Beine in die Hand. Verließ die verbotene Abteilung, durchquerte die Bibliothek und riss die Tür auf. Sobald er auf den Gang stürmte, wurde das Schreien lauter und diesmal mischte sich darunter das laute Chaos von Kampfgetümmel.
Kurz war er stehengeblieben, aber jetzt lief er weiter. Den Zauberstab hatte er dabei erhoben und fieberhaft überlegte er, wie er dem Orden helfen sollte, ohne aufzufliegen.

Ehe er dafür eine Lösung finden konnte, war es aber bereits zu spät. Eine dunkle Gestalt tauchte plötzlich vor ihm auf. Und dann erwischte ein solch schraubstockartiger Griff seine Kehle, dass seine Gelenke taub wurden, der Zauberstab einfach aus seiner Hand fiel und sein erschrockenes Röcheln das letzte Geräusch von ihm war, bevor er regelrecht gegen das Mauerwerk geknallt wurde.
Augenblicklich stieg ihm ein Geruch von Moschus und Blut in die Nase, der Übelkeit in ihm aufsteigen ließ und nach einigem Blinzeln und eher jämmerlichen Kämpfen gegen den erbarmunslosen Griff, konnte er endlich seinen Gegenüber erkennen.

Der Todesser trug mattgraues Haar und einen Backenbart und grinsend bleckte er seine Zähne. Sie alle...waren an den Enden spitz abgefeilt und Blut tröpfelte von ihnen über das Kinn des Unbekannten. Felix hatte ihn noch nie unter den Todessern gesehen und nur zu gerne hätte er auch heute darauf verzichtet.
„Na, wen haben wir denn da?", brummte der Todesser fast schon genüsslich und kam dann mit seinem Gesicht langsam näher.
Felix wollte den Kerl anschreien, dass er zu ihnen gehörte und er gefälligst loslassen sollte, aber kein Wort bekam er über die Lippen. Er konnte nur die Augen schließen, als sein Gegenüber mit der Nase über seine Wange fuhr.
„Was meinst du, wie würde dir ein kleines Souvenir gefallen? Es tut auch gar nicht weh."
An seinem Ohr kicherte es.
„Okay, das war gelogen. Aber du wirst schon sehen, es wird ganz fanta-"

Kurzentschlossen stieß Felix sein Knie nach oben und fast schon animalisch knurrte der Todesser auf. Für eine Sekunde hatte sich der Griff gelockert, aber ehe der Gryffindor seine Chance nutzen konnten, bohrten sich die krallenartigen Fingernägel wieder in seine Haut.
„Na warte!", zischte der Todesser, als er plötzlich zurückgerissen wurde.
Felix rechnete schon mit einem Verbündeten, aber es war ein zweiter Todesser. Mit seinem Zauberstab in der Hand.
„Nicht so schnell, Greyback."
Der Mann war etwas schwerfällig und hatte schmierige Haare. Was Felix aber nicht weiter interessierte, als er über seinen Hals strich. Scheiße, war das ein fester Griff.
„Das ist der Günstling des Dunklen Lords und du weißt ja, was passiert, wenn du ein Spielzeug deines Herrchens anfasst. Du verlierst mehr als nur die Hand, kleiner Wolf."

Felix wusste nicht, ob diese vor Spott triefende Stimme nun ihn oder Greyback treffen sollte. Er hatte das Gefühl, sie beide.
Greyback allerdings wandte sich nun knurrend dem Todesser zu.
Stumm musterte Felix ihn. Das war also der Werwolf, von dem Remus immer erzählte. Widerwärtig!
„Vorsicht, Amycus! Soweit ich weiß, bist du keines dieser Spielzeuge. Der Herr würde dich bestimmt nicht vermissen."
Schmallippig lächelte der Todesser, fast schon unbeeindruckt von Greybacks Worten, als eine Frau um die Ecke kam.
„Worauf wartet ihr? Kommt schon, wir müssen hoch!"
Ihre kleinen Augen erfassten Felix und der noch kleinere Mund verzog sich zu einem Lächeln. Aber Amycus drehte sich schon auf dem Absatz um.

„Dann los! Lewis, du kommst natürlich mit!"
Wie er das sagte, sah Felix seinen Zauberstab durch die Luft auf sich zukommen und schnell fing er ihn auf. Was für Scheißkerle!
Aber er ließ sich nichts anmerken und ging an dem grinsenden Werwolf vorüber.
„So schlimm war die Gegenwehr gar nicht, wie du gesagt hast. Die Kleinen haben sich sogar recht dämlich angestellt."
Felix schnaubte. „Meinen Glückwunsch zur erfolgreichen Selbstüberschätzung."
Bevor Greyback etwas darauf erwidern konnte, war er schon vorüber und folgte den beiden anderen Todessern durch die Gänge des Schlosses. Dafür dass gerade noch Lärm dutzender Flüche und Schreie durch sie gezischt ist, war es jetzt viel zu still. Felix fröstelte, als er sich umsah. Wo waren ihre Leute?

Drei Ecken weiter gesellte sich noch ein Todesser zu ihnen. Er grinste, als er seinen Umhang abklopfte und von dem Staub befreite. Felix lief schnell an ihm vorüber und beschleunigte seine Schritte etwas, um Amycus einzuholen.
„Wo gehen wir hin?", fragte er leise und der Todesser drehte seinen Kopf. Er hatte ein seltsames schiefes Lächeln.
„Natürlich zu Draco. Für ihn haben wir den Weg immerhin frei gekämpft und er sollte den Alten mal so langsam erledigt haben."
Noch in der selben Sekunde stolperte Felix. Über etwas Großes und Weiches. Als er den reglosen Körper erkannte, ging er nur noch auf wackeligen Beinen weiter. Er hätte sich mit seiner Suche mehr beeilen müssen!
Jetzt konnte er nur noch hoffen, dass Dumbledore keine Hilfe brauchte.

Trotzdem veränderte er sein Aussehen, er wollte ganz sicher nicht von jemandem erkannt werden, der nicht wusste, dass er bei Voldemort nur für Dumbledore spionierte. Oder sonstige falsche Schlüsse zog. Und vielleicht konnten sie ja zusammen die Todesser überwältigen. Sie waren nur zu viert, mit Draco zu fünft.
Gerade für Albus Dumbledore würde das kein Problem darstellen und er selbst hatte ja ebenso so einige Kniffe auf Lager.
Sie begannen den Anstieg und arbeiteten sich den Treppen zum Astronomieturm nach oben. Die dunklen Gestalten in ihren Todesserumhängen hatten jetzt ihr Tempo zugelegt und Felix musste anfangen, zu rennen.

Schon stolperte er hinter den Todessern durch die Tür und auf den Astronomieturm. Amycus stieß Draco zur Seite und richtete seinen Zauberstab auf etwas, was Felix nicht sehen konnte. Als er um ihn herumging, stockte er.
Albus Dumbledore war hier, ja, aber Felix hätte den Mann fast nicht wiedererkannt. Noch nie hatte er ihn so blass gesehen, so unglaublich...blass. Wie ein Toter sah der Professor aus, während er sich gegen die Brustwehr des Turmes lehnte. Er stand kaum, war eher in sich zusammengesackt.
Noch während Felix ihn ungläubig anstarrte, kicherte Amycus gehässig.
„Dumbledore in der Falle! Dumbledore ohne Zauberstab, Dumbledore allein! Gut gemacht, Draco, gut gemacht!"
Die Frau trat ebenfalls vor, ein gieriges Grinsen auf den Lippen.

Dumbledore antwortete mit rauer, aber ruhiger Stimme.
„Guten Abend, Amycus. Und Alecto haben Sie auch mitgebracht. Wie...reizend."
Die Frau, wohl Amycus Schwester, wenn Felix sie sich so ansah, kicherte spöttisch.
„Sie glauben wohl, Ihre kleinen Scherze helfen Ihnen auf dem Sterbebett?"
„Scherze? Aber nein, das sind gute Manieren."
Greyback machte eine unwirsche Handbewegung. „Tu es endlich! Na los!"
Dumbledore blinzelte. Er sah so krank aus.
„Sind Sie das, Fenrir?"
Der Werwolf trat grinsend einen Schritt vor.
„Ganz recht", schnarrte er. „Erfreut, mich zu sehen, Dumbledore?"
„Nein, das kann ich nicht gerade sagen."

Während er begann, sich den Belag von seinen Zähnen zu schaben und seinen Hohn mit dem Schulleiter zu treiben, fasste Felix seinen Zauberstab fester. Dann würde er eben ohne Dumbledore kämpfen!
Erst würde er Amycus und Alecto außer Gefecht setzen. Sie standen dicht beieinander, sie könnte er gegen die nächste Mauer schleudern. Dann würde er den vierten Todesser in Dracos Richtung schleudern, den wahrscheinlich bereits angreifenden Greyback aus dem Weg räumen und dann Draco endgültig entwaffnen.
Und dann...dann hatte er nicht mehr viel Zeit, sich und seine Freunde in Sicherheit zu bringen. Voldemort würde nicht nur ihn töten wollen, wenn er von seinem Widerstand erfuhr.

Felix wurde von Greyback und dem vierten Todesser aus seinen Gedanken gerissen.
„Ich könnte Sie zum Nachtisch nehmen, Dumbledore..."
„Nein", sagte der Mann scharf.
Sein grobschlächtiges Gesicht war verzerrt.
„Wir haben Befehle. Draco muss es tun. Also, Draco, schnell jetzt."
Noch einmal atmete Felix tief durch, dann machte er Anstalten, seinen Zauberstab zu erheben. Er musste es tun! Egal, worum es ging, hier nicht zu helfen, würde er niemals mit seinem Gewissen vereinbaren können!
Und da fiel Dumbledores Blick auf Felix. Und er schien ihn zu erkennen. Dieser Blick entkleidete ihn nahezu, nahm ihm jede Maske, jedes Stücken Mut.
Der Zauberstab erstarrte mitten in der Bewegung.

„Ich habe gehofft, du würdest stärker als die Dunkelheit sein. Dass du selbst in den schlimmsten Stunden nach dem Licht suchen würdest. Aber ich habe mich geirrt, war vielleicht der Einzige, der es nicht sehen wollte. Dass du in ihr nur nach Rechtfertigung suchtest."
Felix erstarrte.
„Was?"
Er flüsterte es so leise, dass er es selbst kaum verstand. Ganz zu schweigen von Dumbledore, der noch weiter an der Brüstung heruntergerutscht war und dennoch fortfuhr:
„Ich sehe jetzt, was ich die ganze Zeit nicht wahrhaben wollte und ich wünschte, ich könnte dir noch glauben. Doch du hast dich entschieden."
Dumbledores Stimme war ruhig. So ruhig. In ihr lagen kein Zorn, kein Vorwurf. Nur...Enttäuschung.

Felix hätte nicht gedacht, dass diese Worte ihn so sehr treffen würden. Diese Worte, die Voldemorts bestätigten. Die ihm selbst zeigen, dass seine eigene Hoffnung völlig naiv gewesen war.
Felix wusste nicht mehr, wie man sich bewegte. Oder sprach. Oder dachte.
Er hörte nur Dracos leisen, keuchenden Atmen, spürte den kalten Wind, der hier oben durch den Turm und seine Zinnen zog und an seiner Kleidung riss und sah, wie sich Dumbledores Blick mit einem letzten mitleidigen Glitzern von ihm abwandte.
Die Todesser diskutierten miteinander. Sprachen mit hasserfüllten Fratzen, riefen...irgendetwas. Felix verstand es nicht. Er musste sich unter Wasser befinden.

Er hatte trotz allem gedacht und es sogar vor Voldemort verteidigt, dass Dumbledore ihn sehen würde. Nicht nur seine Fehler, sondern auch seine verfluchte Angst. Seine Bemühungen, trotz all der Zweifel.
Aber jetzt, in diesem Augenblick, verstand sein Innerstes zum ersten Mal, dass der Alte nicht mehr an ihn glaubte. An seine Absichten oder an seine Stärke. Vielleicht hatte er es nie.
Vielleicht hatte er das schon begriffen, als Harry ihn von dem Friedhof zurückbrachte. Vielleicht hatte er da schon aufgehört, zu glauben, dass er durchhalten würde. Dass er ihm treu bleiben würde.
Etwas in ihm spannte sich an. Dieses schon verhasste Etwas in seiner Brust. Doch sein Zorn mischte sich mit diesem Schmerz der Enttäuschung, der ihn fast ersticken ließ.

Felix wollte etwas sagen. Etwas herausschreien! Vielleicht würde der Alte ja seine Ansichten ändern, wenn er jetzt alle Todesser endgültig...nein!
Dieses eiskalte und lautlose Gefühl in ihm reichte, um zu wissen, dass er ihn ein für alle Mal hatte fallen lassen.
Alle würden ihn fallen lassen und Albus Dumbledore hatte den Anfang gemacht.
Vielleicht nicht heute, sondern schon vor langer Zeit. Vielleicht aber auch tatsächlich erst in diesem Augenblick. Es machte keinen Unterschied.
Es...er wurde aus diesem leeren Gefühl gerissen, als jemand seine Schulter streifte. Blinzelnd sah er auf und starrte direkt auf Snapes Hinterkopf.
Und jetzt hörte er auch Dumbledore wieder. Seine...flehende Stimme.

„Severus..."
Es war das erste Mal, dass Felix ihn so gehört hatte. Er hatte nicht gewusst, dass Dumbledore flehen konnte. Oder jemals würde.
Severus Snape sagte dagegen kein Wort. Er trat nur vor, stieß Draco einfach aus dem Weg. Mit geweiteten Augen hielt Felix seinen Atem an. Es war jetzt vollkommen still. Die drei Todesser waren zurückgewichen und sogar der Werwolf wirkte eingeschüchtert.
„Severus, bitte!"
Dumbledore zog sich wieder etwas an der Brüstung hoch. Seine Glieder zitterten und auch sein bleiches Gesicht fiel noch weiter in sich ein.
Und dann hob Snape seinen Zauberstab und richtete ihn auf Dumbledore.
„Avada Kedavra!"

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