A longer Bathroom Break - Car...

Da Lenjka

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Die 22-jährige Kiera verbringt mit ihrer Freundin ein Wochenende in Zandvoort, um sich den Traum zu erfüllen... Altro

Eine unerwartete Begegnung
Eine längere Toilettenpause
Ein Foto auf dem Klo
Een pannenkoek alstublieft
Die Einladung
To VIP or not to VIP
Apple vs. Android
Meeting Smooth Operator
Cap Revenge
Everybody's a Ferrari Fan
A Businesstrip to Monza
A Meme about Me?!
Mitarbeitergespräche
Tapas Date in Italy
Paddock Pass
Der Kaffeefleck
Schon wieder auf Toilette?!
Drive to Survive
Gossiping
Barfights
A picture with me?!
Wie im Traum
La Ensalada
Eine weitere Einladung
Inside the Box
Fernsehstar
Who are you?!
Very Cheeky
Heimliche Nachrichten
Auf ins Rennen
Eine nicht ganz so freudige Überraschung
Cappuccino after 11
Chefsache
Freunde? Freunde!
Guapa heißt was?!
Knackarsch
Kriegsbeil begraben
Das ist Julius?!
Cancelling
Hotel des Fleurs
Party Time
Full Lando Style
I still want your hands up on my body...
Wie auf Wolken
Golddigger
Thinking about You
Dö Dö Dö Dö
Wie ein kleines Kind
Matschparty
FP3 Spa
Max und Max
Carlos als Werbung?
Genug von Witzen
You like what you see?
Die wichtigen Fragen fragen
Pullover
Mitternachstgespräche
Nur eine Wand
Godverdomme
Spekuliereisen
Süßer Fan
Die Namenlose
Carlando
All the time you have to leave a space!
Schon wieder...
Eine WAG, die sich für Motorsport interessiert
Freundschaft oder Liebe auf der Überholspur?
Überraschungsstream
Nichts drunter...
Carlos Sainz neue Flamme
Verdammt beschissener Tag
Carola
Gespräch aus dem Bilderbuch
Suzuka
Carlos?! Hier?! In Deutschland?!
Carlos on Facetime
Luft in den Lungen
Waschmaschine mit Schleudergang
In Deutschland ist man pünktlich!
Dolmetscherin?
Ron ist bitte WAS?!
Berührungen unterm Tisch
Tapas in Italien 2.0
Antworten
Halt die Klappe
Instagram? Sowas wie Facebook?
Spontanes Date
Lexys Mutter
Flucht vor den Tifosi
Connaiseur Carlos
Charles Leclerc Style Driving
Nackte Finger und angezogene Leute
Unterirdische Standards
Heute gibt es Bratwurst
Du machst mir Angst
Lexys "Freund"
Der Azubi und der V12
Eine Flamme schlechten Gewissens
Das, was er nicht hören sollte...
Fleißig, gebildet und wunderschön
Bereust du es?
Hier im Büro?

Zwei Telefonate

451 19 1
Da Lenjka

   Nun lag ich auf meinem Bett. Ich lag auf dem Rücken und hielt mein Handy über mir. Darauf schaute ich gerade FP3 nach. Zugegebenermaßen war nicht viel passiert. Ich war fast am Ende der Session, da blieb das Bild stehen.

   „Ernsthaft? Ist jetzt das WLAN weg, oder was?", fluchte ich laut. Doch dann verwandelte sich das Training in einen Anruf.

   „Oh, ich werde angerufen. Deswegen ist das Bild stehengeblieben." Ich zog kurz meine Augenbrauen zusammen. Warum redete ich mit mir selbst? Egal.

   Lexy rief mich tatsächlich an. Kurz überlegte ich, ob ich überhaupt rangehen sollte. Sie hatte mir noch immer nicht geschrieben und ehrlichgesagt war ich ein wenig sauer. Doch ich wollte wissen, was da los war.

   In der Erwartung, dass sie mich anrief, um es mir zu erklären, nahm ich ab.

   „Hallo?", meldete ich mich. Ich setzte mich hin und lehnte mich an mein Bett hinter mir, um besser sprechen zu können.

   „Kiera!", kam es lautstark aus dem Hörer. Ich hielt mein Handy von meinem Ohr weg und stellte meine Freundin leiser.

   „Lexy? Warum schreist du so?", fragte ich sie frustriert.

   „Schreie ich? Oh, tut mir leid. Das ist mir nicht aufgefallen." Ich hörte, dass im Hintergrund Musik lief.

   „Wo bist du Lexy?"

   „Ich? Warum fragst du?"

   Jetzt setzte ich mich erstrecht gerade hin. Das konnte nicht ihr Ernst sein.

   „Sag mal, lallst du?!" Ungläubig zog ich eine Augenbraue hoch.

   „Vielleicht."

   „Bist du betrunken? Wo bist du Lexy?" Langsam machte ich mir Sorgen. Warum rief sie mich betrunken an? Sie hatte mir nichts davon erzählt, dass sie auf eine Party gehen würde.

   „Ich hab nur ein bisschen getrunken. Drei Schnaps und vielleicht ein oder zwei Bier."

   Ich schüttelte meinen Kopf. „Das hört sich aber nach mehr an Lexy. Wo bist du?"

   „Nein. Ich schwöre, es waren nur drei Bier." Aha, jetzt waren es schon drei. Sie kicherte. Ich hörte eine Männerstimme im Hintergrund und Lexy sagte etwas zu ihr.

   „Wer ist da bei dir?", fragte ich sie neugierig.

   „Hm? Oh, das ist Julius." Julius? Ich kannte keinen Julius.

   „Wer ist Julius? Wo bist du?", fragte ich sie gefühlt zum fünfzigsten Mal.

   „Julius ist mein Freund... glaube ich.", lallte sie ins Handy.

   Bitte was? Ihr Freund? Nach meinem letzten Stand hatte sie keinen Freund. Was hat sie mir denn alles verschwiegen?

   „Was? Seit wann hast du einen Freund?"

   „Kurz nachdem wir in Zandvoort waren, haben wir uns geküsst und seitdem sind wir zusammen."

   Mein Mund klappte auf. „Lexy, das ist zwei Wochen her. Warum hast du mir nichts davon erzählt? Woher kennst du ihn? Wie alt ist er?" Ich hatte so viele Fragen. Doch die größte war eigentlich, warum sie mir nichts von alledem erzählt hatte.

   „Julius ist 28. Ich hab ihn im Rewe kennengelernt.", erzählte sie mir so beiläufig, als würde sie mit mir über das Wetter reden.

   „Ist das der Grund, warum du dich in letzter Zeit so komisch verhältst?" Das musste es sein. Trotzdem verstand ich nicht warum.

   „Julius, können wir Pizza bestellen? Ich hab Hunger! Ich nehme eine mit gaaaanz viel Salami!"

   Ich ließ mein Gesicht frustriert in meine Hand sinken. Es war, als würde ich gegen eine Wand reden.

   „Weißt du was Lexy, ruf mich an, wenn du wieder nüchtern bist. Tschüss." Ohne auf eine Antwort von ihr zu warten, legte ich auf.

   Das konnte doch nicht ihr Ernst sein. Ruft mich komplett betrunken an und sagt mir, dass sie in einer Beziehung ist? Was sollte das?

   Ich schnaufte. Vielleicht wäre es besser, wenn ich ihr erstmal nicht schrieb, bis sie sich von sich aus bei mir melden würde. Ohne eine ordentliche Erklärung hatte ich keine Lust weiterhin mit ihr zu reden.

  

 Nachdem ich aufgelegt hatte, hatte das Video wieder automatisch angefangen. Ich wollte mich gerade wieder hinlegen und die letzten paar Minuten zu Ende schauen, da blieb das Bild schon wieder stehen.

   „Lexy, ich habe echt keine Lust mehr mit dir zu reden.", sagte ich laut, bevor der Anrufbildschirm aufploppen konnte.

   Doch stand dort nicht Lexys Name, als er auftauchte. Nein, stattdessen stand dort

   Carlos Sainz Vazquez de Castro.

   „Hä?", machte ich. Wer erlaubte sich denn hier einen Scherz mit mir? Hatte Lexy beim letzten Mal als wir uns gesehen hatten irgendjemanden umbenannt?

   Erwartungsvoll nahm ich den Anruf an.

   „Hallo?", fragte ich neugierig.

   „Hello Kiera.", begrüßte mich eine mir sehr bekannte Stimme mit spanischem Akzent.

   Ich gefror zu Eis. Was? Nein, das konnte nicht sein.

   Ich kam mir vor wie in einem Film. Allein das sprach dafür, dass das hier ein Scherz war.

   „Kiera?", hakte die Stimme nach, nachdem ich nicht antwortete.

   Nein, das ist nicht Carlos. Ich weiß noch, wie ich als Kind immer Telefonstreiche gemacht hatte. Da gab es so spezielle Websites für. Heutzutage gab es auch künstliche Intelligenz, die Stimmen nachmachen konnte.

   „Qué mierda.", fluchte die Stimme auf Spanisch und riss mich auch meiner Starre.

   „Hä?", war das Einzige, was ich rausbrachte.

   „Kannst du mich verstehen? Ich glaube ich habe schlechte Verbindung." Am anderen Ende raschelte es. „So, jetzt bin ich am Fenster. Ist es jetzt besser?"

   Ich starrte auf die Matratze meines Bettes. „Ähm, ja, besser.", stammelte ich. Dann räusperte ich mich. „Carlos, bist du das?", fragte ich ungläubig.

   „Ja natürlich bin ich das. Hast du denn etwa den Namen nicht gesehen, als ich dich angerufen hatte?" Er lachte laut.

   Okay, ich war überzeugt. Das musste er sein.

   „Aber... wie? Woher hast du meine Nummer? Warum bist du eingespeichert?" Ich stand vom Bett auf. Ich konnte nicht mehr ruhig sitzen.

   „Ich habe mir einfach mal die Freiheit genommen und mich in deinem Handy eingespeichert. Dann hab ich mir von deinem Handy eine Nachricht geschrieben, damit ich deine Nummer habe.", erklärte er.

   „Wann? Wie? Warum?" Ich hatte so viele Fragen in meinem Kopf. Zusätzlich hatte meine Wut nach Lexys komischen Anruf immer noch nicht ganz abgenommen.

   „Du hast mir dein Handy gegeben, als wir zusammen gegessen hatten." Seine Stimme wurde immer leiser. „Wenn das zu weit ging, sag es mir ruhig. Dann lösch meine Nummer einfach wieder."

   Ich schüttelte heftig den Kopf, auch wenn mir klar war, dass er es nicht sehen konnte. Einen Teufel würde ich tun! Ich lösche doch nicht Carlos Sainz Nummer?!

   „Nein, nein, es ist okay. Es hat mich nur ein wenig überrascht. Okay das ist untertrieben. Ich bin sehr überrascht." Ich lehnte mich an die Kommode, die in meinem Hotelzimmer stand.

   „Was gibt's?" Es musste ja einen Grund geben, weshalb er mich jetzt noch anrief. Ich schaute auf die Uhr, welche über meiner Zimmertür hing. Kurz nach neun.

   „Ich hab überlegt, ob du ein wenig Spanisch lernen willst.", erklärte er.

   „Jetzt?" So spät abends? Mein Gehirn hatte längst abgeschaltet.

   „Ja, außer du hast etwas dagegen?"

   Ich presste meine Lippen aufeinander. Eigentlich würde ich alles dafür tun, um weiterhin mit ihm zu reden. Doch nachher endet das nur in Frustration.

   „Ich hatte gerade ein nicht so angenehmes Telefongespräch mit einer Freundin von mir. Ehrlichgesagt bin ich gerade nicht in Stimmung Spanisch zu lernen.", entschuldigte ich mich. Ich fuhr mir durch die Haare und stieß mich von meiner Kommode ab.

   „Oh, was ist denn passiert?", fragte Carlos mit besorgter Stimme.

   Ich stellte mich vor mein Fenster und sah auf die Straße hinaus. „Ist eine längere Geschichte. Kurz gesagt hat sie mir verschwiegen, dass sie in einer Beziehung ist."

   „Ai.", Carlos holte Luft und es hörte sich ein wenig so an, als hätte er sich irgendwo gestoßen. „Ist das die aus Zandvoort?"

   Ich nickte und atmete geräuschvoll aus. „Ja, das ist sie. Lexy. Ich weiß auch nicht, warum sie das tut. Sie antwortet mir auch kaum auf meine Nachrichten. Eben hat sie mich total betrunken angerufen. Ich hab dann einfach aufgelegt, weil ich keine Lust auf sowas habe."

   „Hast du vor nochmal mit ihr zu reden?"

   „Natürlich. Sie ist meine Freundin. Ich hab ihr gesagt, dass sie sich erst wieder bei mir melden soll, wenn sie nüchtern ist. Und dann will ich eine Erklärung von ihr."

   „Richtig so. Man sollte immer ehrlich zueinander sein.", murmelte er.

   Ich nickte und wir schwiegen für einen kurzen Moment.

   „Übrigens, deine letzte Runde war der Wahnsinn.", wechselte ich das Thema und sofort war mein Lächeln wieder da.

   „Danke. Ich bin auch gerade eben erst ins Hotel gekommen. Die Tifosi machen es einem echt nicht leicht zu gehen. Diese italienische Emotionalität ist hier einfach einzigartig."

   „Ja, das ist verrückt. Gut, dass ich sofort nach dem Qualifying gefahren bin. Menschenmasse sind ja nicht so meins."

   „Stimmt, das hast du schonmal erwähnt. Ja, es war der Wahnsinn. Ich hab auch noch nichts zu Abend gegessen. Hast du schon etwas gegessen?"

   Ich zog eine Augenbraue hoch und sah einem Laster dabei zu wie er am Hotel entlangfuhr. Bildete ich mir jetzt zu viel darauf ein oder war das eine unterschwellige Einladung? Nein, er ist in Monza. Bis er hier oder ich bei ihm wäre, wäre es schon der nächste Tag.

   „Ja, ich hab eben hier im Hotel etwas gegessen."

   „Wahrscheinlich werde ich das auch tun. Ich wollte eigentlich irgendwo etwas Essen gehen, doch dafür ist es jetzt schon zu spät. Ich brauche Schlaf für Morgen."

   Sofort wurden meine Augen ein bisschen größer. „Oh, wir können ruhig auflegen. Ich verstehe es total, wenn du sagst, dass du müde wirst. Ich muss ja morgen auch lange fahren, also brauche ich auch meinen Schlaf." Ich wollte ihn auf keinen Fall aufhalten.

   „Fährst du morgen wieder nach Deutschland?"

   „Ja genau. Nach dem Rennen natürlich erst. Die Fahrt zurück dauert zwölf Stunden, das wird anstrengend werden."

   „Nächstes Mal sagst du Bescheid, dann fliegst du bei mir im Jet mit." Ich hörte sein Grinsen durch den Hörer.

   „Na klar. Und dann holst du mich auch noch wie ein Chauffeur mit deinem Ferrari von zuhause ab.", witzelte ich.

   „Warte erstmal, bis du den zuhause in Spanien siehst. Der Stradale wird uns immer von Ferrari gestellt, aber mein eigener ist hundert Mal besser." Seine Stimme schwoll an, während er über sein Auto redete. Ich wusste genau, was er meinte. Ich fühlte mich auch immer so, wenn ich über mein Auto reden konnte.

   „Ich weiß, ich hab das Video dazu gesehen." Ich grinste. „Irgendwann komm ich mit meinem Audi zu dir und dann fahren wir gemeinsam mit unseren Autos ein paar Runden.", schlug ich vor, ohne, dass ich es wirklich ernst meinte. Mein Audi würde neben dem Ferrari wie ein Fiat Multipla aussehen.

   „Das machen wir. Wo bist du morgen?" Hörte ich da Hoffnung in seiner Stimme?

   „Auf dem Grand Stand."

   „Ach was? Nicht im Paddock?"

   „Nope, diesmal nicht. Morgen bin ich nur ein ganz gewöhnlicher Fan." Ich freute mich tatsächlich schon darauf. Dann könnte ich wieder meinen ganzen Merch anziehen, genau wie in Zandvoort.

   „Dann wink mal, damit ich dich sehe, wenn ich vorbeifahre."

   Bei dem Satz wurde mir wärmer und ich konnte nicht anders, als zu lächeln. „Mach ich.", sagte ich sanft.

   „Dann werde ich mich jetzt etwas zu Essen bestellen und ins Bett gehen.", erklärte er.

   „Ich schaue auch nur noch FP3 zu Ende, dann werde ich auch ins Bett gehen. Guten Appetit.", wünschte ich ihm.

   „Bis Morgen Kiera. Schlaf gut."

   „Du auch." Dann legte ich auf.


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