Photographer Heart [Buch 2]

By xscullyx

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Shane Gardner, Fotograf und Single aus Überzeugung. Bei dem weiblichen Geschlecht heiß begehrt, doch will er... More

Chapter 1
Chapter 2
Chapter 3
Chapter 4
Chapter 5
Chapter 6
Chapter 7
Chapter 8
Chapter 9
Chapter 10
Chapter 11
Chapter 12
Chapter 13
Chapter 14
Chapter 15
Chapter 16
Chapter 17
Chapter 18
Chapter 19
Chapter 21
Chapter 22
Chapter 23
Chapter 24
Chapter 25
Chapter 26
Chapter 27
Chapter 28
Chapter 29
Chapter 30

Chapter 20

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By xscullyx


Riley Hudgens hatte ihm eine Mail geschickt, in der sie ihn darum bat, einige Fotos von ihr zu machen. Es sollte ein Geburtstagsgeschenk für Diego werden. Grinsend tippte Shane eine Antwort und stimmte dem Fotoshooting zu. Gin saß neben ihm und hatte die Unterarme auf der Tischplatte abgelegt, während sie ihm beim Schreiben zusah.

„Sie will wirklich eine Bilderserie in Dessous für einen Kalender machen?", fragte sie ihn verwundert und blickte ihn von der Seite an. „Sind sie und Diego zusammen?"

„Ich bin mir nicht sicher. Auf der Hochzeit von Nolan und Madison waren sie lediglich Kollegen beim NPYD. Doch es lag immer eine Art Spannung, gepaart mit einem Knistern in der Luft, wenn sie beieinander standen oder saßen."

„Dann hatten sie sicherlich damals etwas miteinander."

„Soweit ich weiß, gab es vorher eine Observierung und dort haben sie in einer kleinen Wohnung für einige Zeit miteinander verbracht. Die Wohnung hat Diego irgendwann einmal als Schuhkarton bezeichnet", grinste Shane und sah Gin amüsiert an. „Mich würde verwundern, wenn da nichts lief. Würde man Riley jedoch fragen, würde sie es vehement abstreiten. Ich kann sie absolut nicht einschätzen. Manchmal wirkt sie kalt und distanziert... dann wiederum ist sie herzlich und humorvoll. Bisher allerdings nur, wenn Diego in der Nähe ist und sie neckt."

„Und nun macht sie ein verführerisches Fotoshooting für einen Kalender, den sie ihm schenken will. Entweder sind sie bereits ein Paar und haben es noch niemandem verraten, oder sie will ihn nun mit allen Mitteln erobern."

„Schwer zu sagen. Diego ist ihr jedenfalls bereits komplett verfallen. Es war bei ihm Liebe auf den ersten Blick, so wie ich das Ganze einschätze. Beobachte ihn, wenn du ihn mit Riley zusammen erlebst und du wirst wissen was ich meine. Seine Art, seine Blicke... Es klingt vielleicht seltsam, aber sogar sein Lächeln verändert sich auf spezielle Art und Weise. Als wäre es nur für sie reserviert."

„Dein Lächeln ist auch spezieller, wenn du mich anlächelst, Juice."

„Wirklich?", zog er eine Augenbraue fragend in die Höhe und sah dann wieder auf den Bildschirm vor sich. „Vielleicht ist das einfach so, wenn man eine Person liebt."

„Davon gehe ich aus", erwiderte Gin belustigt und lehnte ihre Schläfe gegen seine Schulter.

„Jedenfalls zieht Riley ihr Ding nun durch. Nachdem sie so eifersüchtig auf Pia war..."

„Auf Pia?"

„Exakt. Auf der Hochzeitsfeier hat sie sich an Diego heranmachen wollen, doch der hat sie eiskalt abblitzen lassen. Ich habe noch niemanden bei so einer Abfuhr beobachten können. Sein Gesicht hat sich von einem auf den anderen Moment komplett verschlossen. Leider weiß ich nicht was sie ihn gefragt hat, aber ihm schien die Frage nicht gepasst zu haben. Danach ist er mit ausladenden Schritten von dem Tisch und Pia weg und Riley ist zu ihr getreten. Ich habe kurz weggeschaut, weil Diego mich angesprochen hat... und als ich ihn auf die beiden blonden Frauen hingewiesen und wieder hingeschaut habe, lag Pia bereits im Gras und Riley hockte neben ihr."

„Pia ist gestürzt?", hackte Gin verwundert nach und runzelte ihre Stirn.

„Ich vermute eher, dass Riley ein bisschen nachgeholfen hat. Und Diego sah aus, als hätte er die gleiche Vermutung. Als Cop hat man einen siebten Sinn für solche Dinge", erwiderte Shane erheitert und grinste wieder. „So. Ich habe ihr nun unsere freien Termine geschickt und sie gefragt, ob sie ins Studio kommen möchte, oder ob wir zu ihr kommen sollen."

„Also lerne ich Miss Hudgens kennen."

„Tust du. Sollten wir nach New York fahren, werde ich Diego fragen ob er Zeit und Lust auf ein Treffen hat. Man kann das Ganze ja miteinander verbinden. Dann lernst du ihn auch kennen."

Shane wechselte aus dem Mailprogramm in seine Bilderordner und suchte den der Hochzeit seiner Schwester heraus, um ihn zu öffnen.

„Oh wow. Du hast eine Menge Fotos gemacht an diesem Tag", staunte Gin nicht schlecht.

„Immerhin die Hochzeit meiner kleinen Schwester", lachte er auf und klickte das erste Bild doppelt. „Hier siehst du den Trauzeugen Diego und die Trauzeugin Amelia."

„Sie ist hübsch."

„Und die Kollegin von Madison. Sie ist Single, also wenn du jemanden kennst der noch sucht..."

Ein Lachen entrang sich ihrer Kehle und Shane grinste zufrieden.

„Du willst sie verkuppeln, hm?"

„Nicht zwingend. Aber sie ist auch schon eine ganze Weile Single und hatte Pech mit den Männern. Verdient hätte sie jemanden der sie auf Händen trägt."

„Vielleicht solltest du Kuppler werden?"

„Meinst du?", sah Shane Gin ernst an und sie verdrehte grinsend die Augen, was ihn zum Lachen brachte. „Ich seh schon, du nimmst mich überhaupt nicht ernst, Prinzessin."

„Doch doch. Das tue ich."

Er klickte durch die Bilder und erklärte immer wieder wen man darauf sah, bis die Namen bei Gin saßen und sie wusste wer auf den Fotos wer war. Das Brautkleid hatte es ihr auf Anhieb angetan und sie seufzte jedes Mal entzückt auf, wenn Madison zu sehen war.

„Madison sah wirklich märchenhaft aus an ihrem großen Tag. Wie eine Prinzessin."

„Da ich sie schon immer märchenhaft gefunden habe, nenne ich sie auch hin und wieder so. Ich hoffe dass dich das nicht stört?", entgegnete Shane und sah Gin fragend an.

„Nein, überhaupt nicht", winkte sie lächelnd ab. „Obwohl ich eingangs dachte dass ihr beide... nun ja... ein Paar seid. Du hast sie im SHARK Prinzessin genannt."

„Das hast du gehört?", wollte er verblüfft wissen und rieb sich das Kinn. „Wann?"

„Als ich Pause hatte. Man kann an einer Stelle des Aufenthaltsbereichs auf den Tisch sehen und einige Wortfetzen auffangen, wenn es nicht allzu laut ist."

Gin wirkte verlegen und er schmunzelte wissend. Sie hatte sich also so sehr für ihn interessiert, weshalb er unbedingt diesen einen Tisch reservieren sollte, damit sie etwas mehr über ihn erfuhr. Sie war ein ausgekochtes kleines Schlitzohr. Aber exakt das liebte er so an ihr.

„Du hast mich also bespitzelt um mehr über mich herauszufinden."

„Zugegeben... ja. Habe ich."

„Und was hättest du gemacht, wenn Madison nicht meine kleine Schwester, sondern eine gute Freundin gewesen wäre?", wollte er interessiert wissen und beobachtete sie genau dabei.

Ihr Gesicht zeigte Unwillen und er unterdrückte ein Grinsen.

„Dann hätte ich mich vermutlich zurückgezogen und dich in Ruhe gelassen weil ich keinerlei Chancen bei dir gehabt hätte", gab sie nach einem kurzen Zögern zu und verzog den Mund.

„Das glaubst auch nur du, dass du keinerlei Chancen bei mir gehabt hättest. Ich hatte in der Vergangenheit einige Angebote von Frauen, aber keine hat mich direkt so umgehauen wie du. Eigentlich hattest du mich bereits an der Angel, als du meinen Schirm gefangen hast. Nur war es mir an diesem Punkt noch nicht bewusst."

Erstaunen lag in ihren blauen Augen, die ihn immer wieder aufs Neue faszinierten und er lächelte sie ehrlich an.

„Wirklich?"

„Ja, wirklich. Ich sage das nicht nur, weil ich dich beruhigen will, Gin. Sondern weil es der Wahrheit entspricht. Niemand könnte mich jemals so in seinen Bann ziehen wie du es tust. Du bist meine Nummer eins und wirst es auch auf ewig bleiben", sagte er ernst und beugte sich zu ihr, um sie sanft zu küssen. „Meine Traumfrau."

- + - + -

Eine Woche später betraten Shane und Gin lächelnd Rileys Wohnung und wurden in das Wohnzimmer geführt, in welchem bereits zwei Freundinnen der blonden Polizistin saßen.

„Freut mich euch kennenzulernen", sagte die Rothaarige grinsend und schüttelte erst Gin und dann Shane die Hand. „Meine Name ist December."

„Und mich ruft man Candice", stellte sich die andere Freundin vor und schmunzelte, während ihr Blick prüfend über ihn glitt, was auch Gin nicht verborgen blieb.

„Ihr könnt eure Sachen hier abstellen. Die Fotos möchte ich gern in meinem Schlafzimmer machen", erklärte Riley und deutete dann auf den weißen Bademantel den sie trug. „Für die ersten Bilder habe ich mich bereits umgezogen."

Nickend nahm Shane seinen Rucksack ab und stellte ihn auf dem Sofa ab, auf dem die beiden Mädels saßen und ihn interessiert beobachteten. Er ignorierte den bewundernden Blick von Candice, die anscheinend gern flirtete, jedoch kein echtes Interesse zu haben schien.

„TJ kommt nachher noch auf einen Kaffee rüber", bemerkte Riley wie beiläufig und Candice sah ihre Freundin überrascht an.

„Oh?", entkam es ihr und Riley grinste wissend.

„Du solltest langsam mal aus den Puschen kommen, Süße, sonst lernt er wirklich noch eine Frau kennen, die ihn aus den Latschen haut."

Ein Seufzen kam über die Lippen ihrer Gegenüber und Gin grinste heimlich. Also hatte sie richtig erkannt, dass Shane zwar interessant, aber nicht das Ziel von ernstem Interesse war. Eifersucht gehörte bisher nicht zu ihren Charaktereigenschaften, doch ein wenig gestört hatte sie die erhöhte Aufmerksamkeit der beiden Mädels schon, wenn sie ehrlich zu sich selbst war.

„Wollt ihr zuschauen, oder bleibt ihr im Wohnzimmer?", erkundigte der Fotograf sich dienstbeflissen und sah einmal fragend in die Runde.

„Mir wäre es lieb, wenn die Beiden mitkommen würden", schaltete die Auftraggeberin sich ein wenig verlegen ein und Shane lächelte sie aufmunternd an. „Wir kennen uns zwar, aber nicht so gut, dass..."

„Das ist in Ordnung. Mich stört es ganz und gar nicht. Du musst dich wohlfühlen und entspannt sein, sonst wirken die Bilder gestellt und verkrampft. Ich schätze, du hast deine Hintergründe für diese Art von Kalender, hm?", unterbrach Shane sie sanft.

„Außerdem brauchst du keine Sorge zu haben, dass Shane dir etwas wegschaut", warf Gin locker ein und erntete einen amüsierten Blick ihres Freundes. „Er wird vermutlich gar nicht wirklich bemerken dass du dich lasziv vor der Kamera räkelst."

„Wie kommst du darauf?", wollte December neugierig wissen und stand vom Sofa auf.

„Er hat eine Freundin die er über alles liebt", verriet Gin ihr zwinkernd und grinste.

„Eine Freundin? Hattest du nicht auf der Hochzeitsfeier erklärt, dass du niemals etwas mit dieser blonden Pia anfangen würdest, weil du Single aus Überzeugung bist?", war es nun an Riley verwundert zu sein, während sie ihn fragend ansah. „Oder habe ich da etwas falsch verstanden?"

Shane grinste halb und stellte seine Kamera ein, ehe er sie wieder ansah.

„Mit Pia würde ich im Leben nichts anfangen, da sie für mich wie eine zweite Schwester ist", bestätigte er schmunzelnd. „Aber ich habe nach der Hochzeit eine Frau kennengelernt. Und die ist wirklich traumhaft und hat mir die Führung und das Tempo überlassen. Damit hat sie alles richtig gemacht und mich für sich gewonnen. Und Gin hat absolut recht mit dem was sie gesagt hat. Du kannst also tiefenentspannt sein und mich die Fotos machen lassen. Mit den Bildern wirst du Diego direkt am Haken haben, vertrau mir, Riley."

Verlegen räusperte sie sich und strich sich eine ihrer blonden Strähnen aus dem Gesicht, bevor sie sich auf die Unterlippe biss.

„Ich schlage vor dass wir rübergehen und du mir sagst, wie ich mich am besten hinlegen soll, damit alles perfekt ist. Mit sowas kenne ich mich nämlich ganz und gar nicht aus."

„Wir folgen unauffällig", bemerkte Candice grinsend und scheuchte ihre Freundin händewedelnd in Richtung Schlafzimmertür. „Wir kennen uns zwar aus, aber wir wollen mal den Schein wahren."

Die beiden Freundinnen von Riley bemerkten schnell, dass sie viel zu unsicher und nervös war, um direkt mit dem Fotoshooting anzufangen und grinsten sich verschwörerisch zu, ehe sie ihre Kleidung auszogen und jeweils ein heißes Set an Dessous zur Schau trugen. Riley legte ihre Hände vors Gesicht und seufzte leise auf, ehe sie ihren Bademantel zögerlich öffnete und mit zwischen den Zähnen gezogener Unterlippe die Gürtelenden in den Händen hielt.

„Gin?", sprach Shane seine Freundin leise an und sie lehnte sich fragend zu ihm. „Mach du die ersten Fotos. Ich gehe noch einmal kurz in den Wohnungsflur, bis Riley sich ein wenig entspannt hat. Sieh es als Probeaufnahmen. Gib ihr Zeit und rede mit ihr. Du kennst dich mittlerweile aus und weißt wie sie sich hinlegen muss. Ich bin in ein paar Minuten wieder hier und übernehme dann."

Sie nickte verstehend und ließ sich die Kamera und die wichtigsten Einstellungen erklären, ehe er sie anlächelte und das Schlafzimmer verließ, um den Mädels ein wenig Entspannung zu gönnen. Wobei December und Candice anscheinend weniger Hemmungen hatten als Riley.

„Wohin geht er?", wollte Riley irritiert wissen und sah Gin an.

„Am besten kommst du aus dir heraus, wenn ich die ersten Fotos mache. Die Mädels können sich zu dir aufs Bett gesellen und wir machen ein paar Probeaufnahmen", erklärte Gin warm lächelnd und hielt die Kamera ein Stück in die Höhe. „Ich kenne mich damit aus und werde dir zeigen und erklären wie du dich von deiner besten Seite zeigst, ehe Shane wieder reinkommt und seinen Job aufnimmt. Okay?"

Erleichtert nickte die blonde Polizistin und zog ihren Bademantel aus, um ihn über den Sessel in der Zimmerecke zu werfen.

„Nicht schlecht, Süße. Du hast ordentlich Kohle springen lassen für den Fummel. Victoria Secret, ui ui ui. Diego wird sabbernd vor dem Kalender stehen und nicht wissen wohin er zuerst schauen soll...", lachte Candice und wackelte lasziv mit ihren Augenbrauen. „Und nun hopp hopp, aufs Bettchen mit dir, damit Gin loslegen kann und Shane sich nicht seine Beine in den Bauch stehen muss. Hoffentlich langweilt er sich nicht zu sehr da draußen."

Augenscheinlich war Riley belustigt und krabbelte auf ihr Bett, während Candice und December sich links und rechts von ihr positionierten und abwartend zu Gin sahen, die Shanes Kamera vors Gesicht gehoben hatte und bereits zwei Aufnahmen gemacht hatte.

„Legt euch alle drei auf den Bauch und schaut in die Kamera, als würdet ihr den Mann anschauen, in den ihr unheimlich verliebt seid. Dabei könnt ihr so tun, als würdet ihr in einen eurer Fingernägel beißen wollen. Am besten eignet sich immer der Daumennagel, da diese Pose sehr einladend und heiß auf die Männerwelt wirkt. Dabei sollten eure Haare ein wenig verwuschelt sein, als ob der Mann eurer Fantasien geradewegs mit den Fingern hindurchgefahren wäre."

Grinsend sah December zu Riley und kniete sich vor sie, damit sie ihr mit beiden Händen einmal kräftig durch die Haare wuscheln konnte. Mit leicht schiefgelegten Kopf betrachtete sie ihr Kunstwerk und nickte dann zufrieden, ehe sie Riley anwies sich auf den Bauch zu legen und sich selbst die Haare zerwühlte. Candice hatte parallel dazu ihre Haare ein wenig durcheinandergebracht und lag bereits in Position.

„Sehen wir jetzt aus wie durchgeorgelt?", wollte Candice belustigt wissen und December kicherte.

„Mädels, ihr seid immer so vulgär", stöhnte Riley leise auf und ließ die Stirn auf die Decke vor sich sinken. „Könnt ihr euch nicht wie jeder andere auch artikulieren? Bitte?"

„Du bist viel zu unentspannt. Denkst du nicht auch, dass es Diego gefallen könnte, wenn du ein wenig Dirty Talk einbringst? Nur ein klein wenig. Muss auch nichts ausgefallenes sein. Ein gehauchtes ‚nimm mich bis ich schiele' wäre schon ein guter Anfang", warf December mit gespielt ernstem Gesicht ein und lachte herzhaft los, als Riley ihren Kopf ein Stück anhob und ihr einen warnenden Blick zuwarf. „Aussehen wie die Sünde und den Mund eines Engels. Ich verstehe gut, was der hot Cop an dir findet, Lee."

Erheitert verfolgte Gin das Geplänkel der Mädels und machte dabei weitere Fotos. Sie sah und spürte, dass Riley Hudgens immer lockerer wurde.

„Und nun einmal in lasziver Pose. Denkt an die Traumtypen, die euch um den Verstand bringen und schaut zu mir in die Kamera", zog sie die Aufmerksamkeit der drei Schönheiten auf sich und grinste, als sie gehorchten.

Mit einem Blick, der Eisberge in der Arktis zum Schmelzen bringen würden, fixierte Riley sich auf die Kamera und schob ihren Daumen zwischen ihre Zähne. Ihre katzenhaften Augen waren die pure Sünde und Gin konnte nachvollziehen, dass der Latino Diego sich kurzerhand in seine Kollegin verliebt hatte und ihr nahe sein wollte. Die beiden passten in ihren Augen perfekt zusammen.

„Perfekt, Mädels", lächelte sie und ließ die Kameras ein paar Aufnahmen später wieder sinken.

Die Tür öffnete sich langsam und Shane steckte den Kopf hinein.

„Kann ich wieder reinkommen, oder soll Gin weitermachen?", erkundigte er sich mit einem fragenden Blick und schmunzelte. „Wäre auch kein Thema."

„Mir wäre es lieb, wenn Gin noch ein paar Aufnahmen machen könnte und du dann übernimmst, wenn das wirklich okay ist", beantwortete Riley die Frage und sah ihn unsicher an.

„Überhaupt kein Problem, Riley. Du sollst dich wohlfühlen dabei. Ich sehe mir nur kurz die Bilder an, da Gin das erste Mal allein hinter der Kamera steht. Sie hat ein Händchen dafür und hat schon oft mit meinen anderen Kameras gearbeitet, doch dieses Modell ist Neuland für sie. Danach setze ich mich ins Wohnzimmer und schaue ob ich einen Kumpel erreiche, mit dem ich mich dann ein wenig unterhalten kann, während ihr euren Spaß habt", grinste Shane verständnisvoll und trat zu Gin, um seine Kamera in die Hand zu nehmen und die Fotos zu sichten. „Tolle Bilder. Gute Arbeit."

Sein Lob ging runter wie Öl und Gin sah ihn lächelnd an, bevor sie ihm die Kamera abnahm und nickte. Ihre Finger berührten sich und eine feine Gänsehaut breitete sich auf ihren Unterarmen aus, die Shane zum Schmunzeln brachte.

„Ich verstehe nun was du meintest, Gin", brachte Decembers Stimme sie wieder ins hier und jetzt.

„Wie bitte?", fragte Gin irritiert und sah die Rothaarige an, die sie grinsend beobachtete.

„Shane ist wirklich seiner Freundin verfallen. Ich kann es ganz deutlich vor mir sehen, weißt du. Und nun küsst euch schon. Wir sind nicht blind, wisst ihr", kommentierte Candice belustigt und deutete von Shane auf Gin und wieder zurück. „Ihr beide seid ein Traumpaar und jeder kann es sehen, wenn er sich damit auch nur ein wenig auseinandersetzt."

„Außer ich", ließ Riley die Anwesenden seufzend wissen. „Ich habe es nicht bemerkt. Aber jetzt wo ihr es angesprochen habt, fällt es natürlich auch mir auf."

Ehe Gin etwas erwidern konnte, hatte Shane sie schon in seine Arme gezogen und ihr einen Kuss gestohlen, was sie zum Aufseufzen brachte. Dieser Mann würde sie immer wieder um seinen kleinen Finger wickeln und ihre Knie weich werden lassen. Und es störte sie nicht im geringsten.

„Awww... guckt sie euch an, Mädels. Sind sie nicht süß?", freute Candice sich und klatschte in die Hände. „Und genau das könntest du mit Mister Mendoza auch haben, wenn du es nur zulässt."

Riley sah ihre Freundin mit einem nachdenklichen Blick an und kaute sich unschlüssig auf der Unterlippe herum.

„Und nun lasse ich euch Hübschen alleine und mache es mir auf dem Sofa bequem", meldete Shane sich zu Wort und gab seiner Freundin noch einen sanften Kuss auf die Stirn. „Wenn was ist, dann ruf nach mir, Prinzessin."

„Prinzessin? Oh Gott, wie traumhaft", entkam es December und seufzte kaum hörbar.

„Nimm dir aus dem Kühlschrank ruhig etwas zu trinken, Shane", rief Riley ihm hinterher, ehe die Tür ins Schloss klickte und stöhnte dann leise auf. „Ich bin wirklich eine miserable Gastgeberin, oder?"

„Nein, nein. Keine Sorge. Du bist einfach nur unsicher, weil du dich in neuen Situationen erst an das Ganze gewöhnen musst. Setz dich nicht unter Druck", beruhigte Candice ihre Freundin lächelnd und legte eine Hand auf ihren Unterarm. „Sieh es als Mission. Die Mission, deinen heißen Latino Lover vollends für dich zu erobern."

- + - + -

„Und wo genau steckst du gerade in New York?", erkundigte Diego sich verwundert.

„Irgendwo in einem Gebäude im fünften Stock. Ich bin nur froh, dass es hier auch einen funktionierenden Aufzug gibt. So viele Treppen bin ich aus Winchester ganz eindeutig nicht gewohnt", grinste Shane belustigt über sich selbst und begutachtete seinen Freund genauer. „Du siehst aus, als wäre dir irgendeine Laus über die Leber gelaufen, mein Lieber. Was ist los?"

Er konnte über das Display seines Handys sehen dass Diego zögerte und zog fragend eine Augenbraue in die Höhe, während er auf eine Antwort wartete.

„Du bist so penetrant wie dein Schwager, amigo, weißt du das eigentlich?"

„Er ist mit meiner Schwester verheiratet, was soll ich sagen", lachte Shane leise auf.

„Muy bien. Du wirst sowieso keine Ruhe geben, bis du es weißt", seufzte der Latino resigniert und lehnte seinen Hinterkopf gegen die Wand hinter sich. „Ich versuche Riley zu erreichen, doch sie antwortet mir nicht. Anrufen will ich sie jedoch auch nicht..."

Shanes Blick rutschte kurz zu dem Smartphone auf dem Tisch, von dem er wusste dass es das von der Blondine war, von der Diego gerade sprach und sah diesen dann wieder an.

„Vielleicht ist sie gerade beschäftigt?"

„Fragt sich nur mit wem", brummte sein Gegenüber und Shane seufzte leise.

„Du bist eifersüchtig, Diego", bemerkte er und sah wie der Cop seine Augenbrauen zusammenzog.

„Eifersüchtig? Ich? No se me ocurriría."

„Ich kann zwar ein paar Brocken, aber ein Ass war ich in Spanisch noch nie. Vermutlich willst du mir aber mitteilen, dass du niemals eifersüchtig bist oder warst?"

„So in etwa. Aber bei Riley... ach, mierda, ich bin eifersüchtig, ja. Zufrieden, Gardner?"

„Weshalb sollte ich zufrieden sein? Es war vorher schon mehr als offensichtlich. Ich kann dir sagen, dass du keinen Grund dafür hast. So wie sie dich auf der Hochzeit und während der ganzen Feier abgeschaut hat, wenn du nicht in ihre Richtung gesehen hast..."

„Qué? Und warum erzählst du mir das ausgerechnet jetzt?", brummte Diego missmutig und rieb sich mit Zeigefinger und Daumen die Nasenwurzel.

„Sie will keinen anderen. Also hast du auch keinerlei Grund eifersüchtig zu sein", beantwortete Shane die Frage seines Freundes. „Um kurz zum eigentlichen Thema meines Anrufs bei dir zu kommen... ich wollte dir mitteilen, dass ich endlich eine..."

„Shane? Du kannst wieder ins Schlafzimmer kommen. Ich bin jetzt bereit für dich."

Bei Erwähnung seines Namens hatte Shane seinen Kopf ein wenig zur Seite gelehnt und sah nun aus dem Augenwinkel wie Diego aschfahl im Gesicht wurde, weil er – natürlich – Rileys Stimme sofort erkannte. Verflucht.

„Diego...", wollte er die Situation erklären doch ein derber spanischer Fluch unterbrach ihn und dann wurde der Anruf abrupt beendet. „Fuck... ich glaube, wir haben ein Problem."

Er sprang vom Sofa auf und eilte ins Schlafzimmer, während er sich mit einer Hand durch die dunkelblonden Haare fuhr.

„Riley? Wir haben ein echtes Problem", sagte er und rieb sich mit dem Handballen über die Stirn.

„Was ist los?", wollte sie wissen und nahm Candice den Bademantel ab, welchen sie ihr reichte. „Ist etwas passiert?"

„Ich habe eben mit Diego telefoniert und er hat deine Stimme im Hintergrund wohl direkt erkannt und hat mit einem äußerst wütenden Fluch den Anruf beendet, ohne mich deinen Satz erklären zu lassen. Vermutlich ist er bereits auf dem Weg hierher."

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