Als ich vielleicht zehn Jahre jung war
wechselte ich ins fünfte Schuljahr.
Anfangs freute ich mich,
doch schnell, die Freude verschlich.
Wahre Freunde fand ich keine.
Ich wurde fallen gelassen wie ein voller Sack Steine.
So fühlte ich mich auch mit der Zeit,
Ich sei eine Missgeburt voller Leid.
Als Gnomus und Hässlon wurde ich bezeichnet,
ich wäre zu absolut nichts geeignet.
Bloßstellung und Auslachen war an der Tagesordnung,
und irgendwann starb in mir auch die letzte Hoffnung.
Runter sah ich vom hohen Balkon
auf den kleinen Weg aus Stein und Beton.
Ich dacht, ich brauche keinen Schulstoff mehr,
bis zur Prüfung - da lebe ich nicht mehr.
Mit mir redete in der Schule kein Mensch,
und wenn, dann nur an der Grenz',
wohlbedacht mit großem Abstand, distanziert und ohne Anstand.
Ich kann mich selbst nicht mehr so wahrnehmen,
wie andere es können.
Ich kann keinen Mehrwert mehr sehen,
oder jegliche Ruhepausen gönnen.
Einkaufen wurde für mich die Hölle des Lebens.
Ich habe Angst, nur auf die Straße zu gehen,
ich könnte schließlich bekannte Menschen sehen.
Eine offene Kommunikation über meine Gefühle - vergebens.
Ich möchte auch nicht weiter herumjammern
oder mich an meiner Vergangenheit festklammern.
Mich interessiert es sicherlich,
ob sich das Verhalten der "Täter" anglich.
Ich möchte so gern vor diesen Personen stehen,
und ihnen alles ins Gesicht werfen!
Was sie mir angetan, in mir verursacht und das Puzzle zeigen, voller Kerben!
Ich möchte, dass sie meine Seite fühlen und sehen!
Schmerzhaft, voller Leid und Tränen,
Farblos wie das Schachbrett,
es soll ihnen wie mir ergehen,
Doch das wäre absolut nicht nett.
Denn dann wäre ich genauso schlimm,
ich hätte nichts gelernt.
Deshalb mache ich nichts in diesem Sinn,
Ich habe dieses Verlangen weggekehrt.
Ich vergebe allen.
Ich meine, ich könnte meine Wut ballen,
Doch wozu? Das wäre nicht besser.
Ich vergebe die früheren Fehler, Misshandlungen und Schläge,
so sehr es mich doch präge.
Infrieden möchte ich mit allen Menschen leben,
die Welt zu etwas Gutem bewegen.
Hand in Hand all den Groll beiseite legen,
und alle seelische Gesundheit pflegen.
-Emily