"Bist du bereit?", wollte Eddy leise aber aufgeregt wissen. Ich sah an mir runter, mein weißes Kleid reichte bis zum Boden. Der Schleier reichte meterlange hinter mich und dieses Korsett war nicht wirklich gemütlich, aber ich liebte es trotzdem.
Doch war ich bereit?
Bereit Mikey zu heiraten? Dieses Mal freiwillig und nicht weil es politisch gut wäre oder weil unsere Familien es verlangen, sondern nur weil wir es wollten.
Mikey hatte mich in dem Restaurant in dem ich ihm den Deal vorgeschlagen hatte gefragt ob ich seine Frau werden will. Ihn auf den Knien vor mir zu sehen, war jederzeit ein Anblick den ich sehr genoss, schließlich war ich diejenige die meisten zu seinen Füßen lag.
"Absolut.", gab ich meinem Bruder zurück, welcher mich zum Altar führte. Eddy war nervöser als ich, schon seit einer Woche, wollte er dass wir den gang zum Altar üben. Aber ich war mehr als nur bereit. Ich liebte Mikey mehr als Worte ausdrücken konnten und ich wollte für immer an seiner Seite sein. Das bedeutet natürlich nicht, dass er mir nicht permanent auf die Nerven ging.
Wie diese ganze Hochzeit. Ich mochte Party's und ich hatte definitiv nichts dagegen ein Kleid zu tragen, welches dem Titel Prinzessin gerecht wurden, aber Mikey hatte den Drang mit allem zu übertreiben.
Er hatte wirklich jeden Gangster der Stadt inclusive 60km Umkreis eingeladen und ein viel zu großes Ding draus gemacht. Ich verstand nicht warum er sich diesen Stress geben wollte, für mich hätte es auch eine kleine Trauung nur mit uns sein können. Aber Mikey hatte eine Vision- ich befürchtete nur, dass es ihm dabei nicht um Romantik ging, sondern nur darum der ganzen Welt zu verkünden, dass ich seine Frau wurde.
Außerdem waren die ersten zwei Weddingplaner spurlos verschwunden, nachdem sie Mikey in seiner extravaganten Planung widersprochen hatten.
Ich hielt mich bei Eddy am Arm gut fest, da meine Schuhe nicht unbedingt für sicheren Stand sorgte und wir liefen mit der Musik los. Schon nach zwei Schritten erkannte ich Mikey's breites Grinsen ganz vorne am Altar. Neben ihm stand Vinny und in der vordersten Reihe erkannte ich auch Papa Nino und seinen Gehstock. Auch wenn die Horrorgeschichten über ihn wahr waren, hatte ich ihn ins Herz geschlossen. Nicht zu Letzt weil er immer nett, höflich und zuvorkommend war und ich offensichtlich sein absoluter Liebling war. Spätestens als er mir zustimmten und Mikey bei einer Diskussion in die Pfanne haute hatte er mein Herz erobert.
Obwohl ich die ganze Zeit diese Hochzeit runtergespielt hatte, so war ich nun doch etwas nervös. Meine Augen flatterten aufgeregt durch den Raum, erst Mikey's Blick fing mich magisch ein, alles auf was ich mich konzentrieren musste war er. Eddy überreichte meine Hand ganz vorsichtig und sobald ich Mikey berührte fühlte ich mich wieder zuhause.
Die ganze Zeremonie über sah ich einfach nur Mikey an. Meinen Ehemann.
Was auch immer der Mann vor uns redete zog mich in eine Art magischen Tagtraum.
Mikey Marchetti. Mein Ehemann. Eine Vorstellung welche mich damals fast das Leben gekostet hätte. Auch wenn unsere Geschichte nicht unbedingt sehr harmonisch und romantisch war, so mochte ich sie doch. Unsere gegenseitigen Mordanschläge und Folterversuche, gehörten eben zu uns.
So wie ein sarkastisches Augenverdrehen während des viel zu wilden Kusses nach dem Ja- Wort. Die ganzen Glückwunschbekundungen zogen sich eine halbe Ewigkeit, da Mikey wie bereits gesagt die halbe Unterwelt eingeladen hatte. Erstaunlicherweise waren unsere beiden Familien ziemlich glücklich über die Vereinigung gewesen. Ich wusste nicht was genau sie sich davon erhofften, aber vielleicht dachte sie auch nur, dass so der vereinbarte Frieden gefestigt wurde.
Ich atmete erleichtert durch als Mikey und ich endlich nebeneinander Platz nehmen konnten und ich mich dem beobachten der Leute widmen konnte.
"Du siehst so bezaubernd aus, ich kann es kaum erwarten dir das Kleid runter zu reißen.", flüsterte Mikey in mein Ohr und legte seinen Arm um mich. Menschen tanzten um uns herum, unterhielten sich und aßen, doch meine ganze Aufmerksamkeit richtete sich auf meinen neuen Ehemann.
Er sah unverschämt gut aus in seinem maßgeschneiderten Anzug, seine Finger schwebten über meine nackte Haut am Rücken und sein verlangender Blick lies mich auf meinem Platz dahinschmelzen.
"Das Kleid war ganz schon teuer. Wir werden es schön vorsichtig ausziehen.", bestimmt ich und grinste ihm entgegen. Er rümpfte nur die Nase.
"Das sehen wir noch. Aber hast du Spaß bei meiner unnötig angeberischen Party?", höhnte er, da ich die Hochzeit genauso genannt hatte als ich die Gästeliste gesehen hatte.
"Ich hab Spaß. Du bist ein guter Partyplaner.", gab ich zu und warf einen Blick in die tanzende Menge. Mir fiel sofort Eddy auf, welcher mit einem Mädchen tanzte- und direkt neben ihm Vinny, welcher anscheinend mit dem selben Mädchen tanzte.
"Sieh dir unsere Brüder an. Tanzen die gerade wirklich mit dem selben Mädchen?", wollte ich perplex wissen.
"Nicht ernsthaft?", Mikey lehnte sich etwas nach vorne und dann sahen wir uns lachend an.
"Was stimmt nicht mit den Beiden?", amüsiert schüttelte ich den Kopf. Können die sich nicht jeder ein eigenes Mädchen suchen? Oder war das so ein albernes Konkurrenzdenken zwischen Männern? Eigentlich hatte die Beiden inzwischen ein ganz gutes Verhältnis. Sie waren jetzt nicht unbedingt Freunde, aber sie hatten eine Art gegenseitigen Respekt.
"Die sieht überhaupt nicht aus wie Vinny's Typ.", kommentierte Mikey und ich überlegte ob ich wusste was Eddy's Typ ist, aber ich glaube nicht, dass ich es wissen wollte.
"Und was glaubst du wer macht das Rennen?". Mit hoch gezogener Braue sah ich Mikey an welcher mich provokant anlächelte. Ich witterte bereits die nächste Wette.
"Eddy natürlich. Was wäre ich für eine Schwester wenn ich nicht an seinen Erfolg glauben würde?", ich lehnte mich mehr an Mikey und sah gespannt zu ihm auf.
"Interessant. Dann bleibt mir ja nichts anderes übrig als meinen Bruder zu unterstützen.", er verdrehte die Augen und klang nicht besonders überzeugt. Mikey und Vinny hatten sich wieder versöhnt, es war schön zu wissen, dass Mikey seinem Bruder verziehen hatte. Schließlich hat Vinny auf ihn geschossen. Das war durchaus etwas besorgniserregend. Aber inzwischen hatte ich Mikey und Vinny auch schon Witze drüber machen gehört, also war alles wieder im grünen Bereich.
Doch wenn ich Vinny und Eddy so beobachtete kamen sie mir vor wie Idioten und nicht wie echte Verbrecher oder Leute die Geschäfte machen konnten.
"Jemand sollte sie von der Tanzfläche holen. Die blamieren sich nur.", sprach ich meinen Gedanken laut aus und Mikey fing an in lautes Gelächter zu verfallen.
"Aber dann sehen wir ja nie, wer das Mädchen kriegt.", brachte er dann raus.
"Oh bitte. Am Ende werden sie wieder verarscht und wir haben den Ärger, weil die Liebeskummer haben.", warf ich besorgt ein.
"Shit, oder die Kleine ist auch ein Cop. Oder feindlicher Spion.", grinste Mikey, aber bei allem was passiert war könnte es wirklich so kommen.
Ich verkniff es mir auf die Lippe zu beißen, wegen dem roten Lippenstift. Stattdessen schüttelte ich nur weiter ungläubig den Kopf. Unsere Brüder waren ein hoffnungsloser Fall.
"Am Ende realisieren sie, dass sie eigentlich ineinander verknallt sind. Und dieses ganze wer kriegt das Mädchen Spiel nur ein Vorwand war.", jetzt brach ich in Gelächter aus.
"Shit, das wär so witzig.", ich bekam mich nicht mehr ein vor Lachen bei der Vorstellung, weil es hundertprozentig zu den Beiden passen würde. Natürlich wollte ich nur das Beste für Eddy und Vinny, nur war auch Vinny mindestens so kindisch und chaotisch wie Eddy selbst.
"Aber zurück zum Thema. Was krieg ich wenn Eddy das Mädchen bekommt?", wollte ich unschuldig wissen.
Mikey schnaubte amüsiert auf. Sein Arm fest um mich, ohne Anstalten mich loszulassen.
"Hm. Also wenn ich gewinne, fängt die Hochzeitsnacht gleich hier und jetzt an.", hauchte er. Ich hob sofort eine Augenbraue. Er selbst hatte den Ablauf von dieser ganzen Zeremonie hier geplant. Und die Hochzeitsnacht in die Flitterwochen verschoben, da wir gleich nach der Party loslegen würden. Eine Entscheidung die ihm nicht leicht gefallen ist, nach eigener Aussage.
"Und wenn ich gewinne, dann machst du was ich sage in der Hochzeitsnacht.", forderte ich mit einer sehr bestimmten Idee im Hinterkopf.
"Hm, das klingt versaut. Vielleicht geh ich rüber und helfe Eddy ein wenig aus.", scherzte er und ich verkniff mir ein Lachen, bevor wir beide anfing zu kichern wie kleine Kinder.
Mikey und ich bekamen uns erst wieder ein als weitere Gäste unsere Aufmerksamkeit wollten.
Jeder versuchte etwas für sein Geschäft raus zu holen. Es war durchaus amüsant, denn manche Gangster versuchte entweder Mikey einzulullen oder mich mit unterschiedlichen Strategien.
Mateo Corvi, der angehende Chef der Mafia aus unserer Nachbarstadt hatte es sich zur Mission gemacht Mikey abzufucken. Erst nahm er meine Hand und gab mir einen Kuss auf diese um mir dann ausschweifend zu beteuern wie hinreißend ich aussah.
Dabei beachtete er Mikey mit keinem Blick, er redete auch nicht über das Geschäft, sondern nur wie geehrt er sich fühlt heute hier zu sein. Und, dass wir unbedingt Essen gehen müssten sobald er offiziell die Macht übernommen hatte.
Ich hatte nur brav gelächelt und zugesehen wie Mikey von Wort zu Wort wütender wurde. Schließlich hatte er selber die Gästeliste erstellt und mich zu dieser obszönen Feier gezwungen. Ich entzog Mateo welcher zwar einen Kopf größer war als ich, aber dafür ein Jahr junger, meine Hand und legte sie Mikey auf den Oberschenkel.
"Sicher. Ein geschäftliches Essen ist eine hervorragende Idee.", log ich. Er verabschiedet sich mit einem Zwinkern und ich verkniff mir ein leises Lachen.
Mikey's Blick sagte mehr als tausend Worte. Er wollte Blut sehen. Eindeutig. Aber Mikey wollte immer Blut sehen sobald mir ein Mann näher als 5m kam. Nutzte ich das gelegentlich aus um Mikey zu ärgern? Definitiv.
"Beruhig dich.", schlug ich viel zu amüsiert vor.
"Ich bin ruhig. Sonst hätte ich ihm bereits die Hände abgeschnitten.", sagte er alles andere als erfreut.
"Er wollte dich nur provozieren.", versuchte ich es anders.
"Mhm. Mir gefällt nicht, dass andere Männer glauben sie könnten mein Eigentum antatschen wie es ihnen passt.", er betonte es unfassbar herablassend und ich drückte meine Fingernägel in seinen Oberschenkel.
"Eigentum?", verlies es schrill meine Kehle.
"Ich sollte mein Eigentum hier und jetzt über den Tisch beugen, damit es nicht zu Missverständnissen kommt- wem du gehörst.", ich hörte die Belustigung in seiner Stimme. Aber darin lag auch die Gefahr. Mikey schaffte es jede Drohung wie einen Scherz klingen zu lassen und zwar ohne Ausnahme. In einer Sekunde grinste er einen an und in der nächste passiert genau das was man für unmöglich hielt.
"Das ist eine Hochzeit und nicht deine Suchleiste für Pornos! Ich bin nicht dein Eigentum und werde nicht für Zurschaustellungen missbraucht!", damit knallte ich meine Hand gegen seinen Oberschenkel wodurch er etwas zuckte. Ich verschränkte beide Arme vor der Brust und sah ihm in die Augen.
Mikey rieb sich die Stelle auf welche ich gewaltsam meine Hand geknallt hatte und beugte sich dann zu mir runter. Seine Augen wanderten über mein Gesicht und ich ahnte bereits, dass ich gleich in Schwierigkeiten sein würde.
"Suchleiste für Pornos? Niemand amüsiert mich so sehr wie du.", er gab mir einen kurzen Kuss auf die Wange und lies seinen wissenden Blick erneut durch die Menge gleiten. Ich tat es ihm gleich und sah wie Eddy mit dem Mädchen rum machte. Vinny war nicht mehr zu sehen und fröhlich tippte ich Mikey an.
"Sieht so aus als hätte mein Bruder das Mädchen bekommen.", ich wackelte siegreich mit den Augenbrauen hoch und runter. Mikey wollte zu Protest ansetzen, doch das Bild auf der Tanzfläche war nicht mehr zu leugnen.
"Ich werd mal mit Vinny reden müssen. Sowas kann ich nicht stehen lassen.", gab er bekannt.
"Dann hab ich unsere Wette gewonnen?". Die Genugtuung beflügelte mich mehr als die ganze Party. Mikey's Blick war schon ein Gewinn an sich, aber er nickte geschlagen.
"Und was willst meine kleine Braut als Siegerin nun haben?", er klang viel zu gelassen. Normalerweise verlor ich unsere Wetten. Mikey war nicht nur gut in einem Bluff, er war auch immer bereit hinterhältig zu schummeln.
"Sag ich dir in der Hochzeitsnacht. Du Verlierer.", ich zwinkerte ihm zu, voller Vorfreude. Alles andere als erfreut sah er auf mich herab. Er war grundsätzlich ein schlechter Verlierer.
"Fein. Was auch immer es ist, ich werde sicherlich nicht so rum jammern wie du jedes mal.". Selbst jetzt schaffte er es wieder mal überlegen zu klingen. Aber ich lies mich nicht aus der Ruhe bringen. Immerhin hatte ich vom Besten gelernt.
Die Party neigte sich in den frühen Morgenstunden einem Ende zu. Eddy war mit dem Mädchen abgezogen. Die meisten Gäste wurden betrunken von ihren Fahrern eingesammelt.
Mikey und ich hatten einen direkt Flug auf eine kleine Insel in die Flitterwochen. Wir schliefen den ganzen Flug über durch und kamen erstaunlich erholt in unserem Paradies an.
Eigentlich war ich mir unsicher in welcher Zeitzone wir waren. Aber es würde die nächsten Tage ohnehin keine Rolle spielen, wir hatten alle Zeit der Welt nur für uns und keinerlei Termine.
Ich lies mir Zeit in der Dusche und schloss zur Sicherheit die Tür ab, ich wollte nicht dass ein gewisser Jemand welcher keinen Respekt vor Privatsphäre hatte mir die Überraschung verdirbt. Auch wenn ich mir etwas albern vorkam, hatte ich dennoch extravagante Unterwäsche für diesen Trip bestellt.
Ich würde sie vermutlich nicht lange anbehalten, aber was soll's-
Mit Schwung zog ich den Bademantel aus seidigem Stoff drüber und spazierte aus dem Bad in die überaus geräumige Suite.
Mikey stand am Fenster und genoss die Aussicht auf den Strand. Es war natürlich ein Privatstrand, weil einfach alles was Mikey machte über jede Vernunft hinweg extra sein musste. Ich blieb einige Schritte vor ihm stehen und zum ersten Mal überkam mich die Erkenntnis, dass wir verheiratet waren.
Eine Idee die vor ein paar Jahren Panik und den Suizid Wunsch bei mir ausgelöst hatte und jetzt...war es sowas wie mein wehrgewordener Traum. Lou war weg. Vater auch. Eddy und ich waren sicher und glücklich. Ich hatte tatsächlich ein Happy End bekommen?
Eigentlich erwartete ich ständig ein Bomben- oder Giftattentat, aber vielleicht hatte ich auch genug gelitten und konnte mich jetzt entspannt zurück lehnen?
Mikey drehte sich zu mir und hob leicht seine Hand und meine Beine bewegte sich ganz von selbst auf ihn zu. Wir küssten uns ganz selbstverständlich und ich dachte nostalgisch zurück an unseren ersten Kuss auf dem Boden meines Badezimmers.
"Es ist so friedlich und idyllisch hier.", seufzte ich verträumt und Mikey legte beide Arme um mich. Die frische Luft war salzig und ich konnte von hier das Meer sehen. Ich liebte es jetzt schon.
"Willst du baden gehen? Ich glaub auf der anderen Seite ist auch ein Pool?", Mikey wollte mich schon halb mitziehen, doch ich hielt ihn auf.
"Nein, eigentlich will ich die Hochzeitsnacht gerne ins jetzt verlegen.", sofort hatte ich seine ungeteilte Aufmerksamkeit. Von Pool oder Baden war nicht länger die Rede. Meine Lippen wurden stattdessen ohne ein weiteres Wort in Beschlag genommen.
Fordernd drückte er mich an sich und seine Hände pressten sich gegen meinen Hintern runter zum Saum des Bademantels. Der ohnehin dünne Stoff wurde von Mikey rücksichtslos hoch geschoben. Wie konnte er so ungeduldig sein?
"Wo ist dein Ehering?", hauchte er gegen meine Lippen und küsste meinen Hals entlang.
Peinlich berührt sah ich zur Seite, ich hatte den Ring im Bad vergessen.
"Liegt am Waschbecken, sorry.", murmelte ich und er sah mich fast schon streng an.
Ich wusste er würde mir einen peinlichen Knutschfleck machen bevor er sich an meiner Halsbeuge festsaugte.
Meine Knie wurden augenblicklich weicher als auch noch seine Hände grob meinen Hintern umfassten. Ich versuchte ihn weg zu schubsen, damit er keinen allzu großen Schaden anrichten konnte, aber meine Kräfte reichten wie immer nicht aus.
"Wenn du deinen Ring nicht trägst, weiß keiner, dass du mir gehörst. Und das können wir nicht riskieren, oder?", er redete mit mir wie mit einem kleinen Kind, als er tatsächlich einen weiteren Knutschfleck auf meine Haut brannte.
Ich musste mir ein Lachen verkneifen, das war so bescheuert. Dennoch schmolz ich dahin wie Butter in der Sonne.
"Und das hier- er lies seine Finger über die Spitze meines Höschens tanzen- fühlt sich nach Porno Suchleiste an.", damit schlug er mir auf den Hintern und ich keuchte auf. Ja, die Unterwäsche war ein wenig übertrieben, aber ich hatte auch einiges vor.
"Stimmt genau.", bestätigte ich also zwischen frech und eingeschüchtert. Ich zog an Mikey Oberteil und er schmiss den Stoff unachtsam in die nächste Ecke. Wie immer fiel mein Blick auf die Wunde von der Kugel welche Lou ihm verpasst hatte. Die Narbe war nur eine von vielen, aber sie schien mir besonders ins Augen zu fallen.
Mikey bemerkte meinen Blick und drückte mich enger an sich, seine Hand um meinen Hals und seine Lippen auf meinen. Seine frei Hand fing an sich mit dem dünnen Gürtel des Bademantels zu beschäftigen, doch grinsend hielt ich ihn auf.
"Ah ah, ich will meinen Wetteinsatz. Du schuldest mir da noch was.", mit provokantem Augenaufschlag traf ich seinen misstrauischen Blick.
"Und was möchte meine liebe Ehefrau von mir?", sein Blick wurde dunkler. Gefährlicher. Mit unruhigen Händen löste ich den dünnen Gürtel des Bademantels, achtete aber drauf, dass dieser nicht direkt auf flatterte und alles enthüllte.
"Der Stuhl setzt dich drauf.", verlangte ich und spürte aufkommende Spannung. Meine Stimme zitterte leicht und obwohl mir heiß war, durchfuhr mich eine Art kalter Schauer.
Ich war nervös wie vorm ersten Mal.
So aufgeregt wie selten sah ich Mikey entgegen. Mein Atem beschleunigte sich als er mich herausfordernd ansah. Ich gab Mikey selten Anweisungen und noch seltener hörte er auf mich.
Das hier war also eine Premiere. Und ich fühlte mich als würde Disneyland gleich die Tor nur für mich Öffnen.
"Wie du wünscht, Prinzessin.", noch klang er belustigt. Und ich mochte seine Ahnungslosigkeit, aber noch mehr reizte es mich was ich vor hatte.
Mikey setzte sich erwartungsvoll auf einen der Stühle um den großen Esstisch. Der Stuhl hatte eine Rückenlehne, so dass er es sich gemütlich machte. Er wirkte gelassen wie immer, als könnte ihn nichts auf der Welt aus der Bahn werfen.
Ich legte beide Hände auf seine Schultern ab und stellte mich zwischen seine Beine. Der Stoff des Bademantels trennte sich in der Mitte und Mikey bekam eine erstklassige Sicht auf meine weiße spitzen Unterwäsche.
Seine Finger waren schneller auf meiner Haut als ich überhaupt etwas sagen konnte. Egal wie oft er mich küsste es brachte mich jedes mal erneut um den Verstand. Seine Lippen waren so warm auf meiner Haut und er küsste sich von meinem Bauchnabe hinab.
Nach und nach zog er den seidigen Stoff von meinen Schultern bis sich der Mantel auf den Boden verabschiedete. Er küsste jedes bisschen Haut welches zur Verfügung stand. Aus purere Atemlosigkeit musste ich mich an ihn festhalten, da ich sonst einfach in die Knie gegangen wären. Mir war unerträglich heiß und kalt, alles gleichzeitig.
In meinem Inneren brodelte meine kleine Idee vor sich hin und allein der Gedanken machte mich bereits ungeduldig. Aber mit alle der Berührung von Mikey bekam ich wirklich ein Problem, ich war so aufgeregt von dem Vorspiel, ich konnte es kaum noch erwarten.
"Gefällt dir was du siehst?", wollte ich hauchzart wissen.
"Ich mag die Hochzeits-Edition, keine Frage du siehst immer bezaubernd aus.".
Seine Hände fuhren die kleinen Bändchen entlang welche Dekoration um den BH waren. Ich trat noch etwas näher an ihn ran und beugte mich dann runter.
"Willst du die Sachen zerreißen?", bot ich ihm an. Enthusiastisch nickte er ohne zu Zögern.
"Du kennst mich so gut!".
"Ich weiß wie gerne du die hübschen Sachen kaputt machen würdest...aber ich hab eine andere Vision."-
Ich liebte jetzt schon jedes bisschen von seinem Blick.
-Mikey's Sicht-
Verfluchtes kleines Miststück.
Ich hatte bis jetzt nicht geahnt was sie vorhatte, doch nun hielt zufrieden das Seidenband des Bademantels vor mein Gesicht. Ihre Augen strahlten heller als die Sonne draußen. Ich legte den Kopf leicht zurück.
"Da ich die Wette gewonnen habe."- Fick dich Vinny, du talentloser Idiot.
"Will ich, dass du brav auf dem Stuhl sitzt. Ohne Anfassen. Und zur Sicherheit verbind ich deine Hände auf dem Rücken. Einwände?", verflucht nochmal. Und ob ich Einwände hatte.
Ich würde ihr dieses entzückende Lächeln vom Gesicht wischen. Aber ich hatte die Wette verloren und niemals würde ich ihr diesen kleinen Triumph verwehren. Ella sah über alles glücklich aus mit der Gesamtlage, als sie meine Handgelenke hinten an der Stuhllehne befestigte. Sie drückte dabei wohl zufällig ihr Dekolleté in mein Gesicht.
"Oh, Liebling. Wenn ich dich in die Finger kriege...- ich lies die Drohung offen, unsere Blicke trafen sich und sie schenkte mir nur ein siegreiches Lächeln.
Es war nicht zu leugnen, dass ich lieber auf der Gewinnerseite stand. Ich genoss aber auch hier jede Sekunde, ich liebte den Anblick wenn sie so voller Glück war.
Auch wenn ich ihr den zarten Stoff von der Haut reißen wollte um sie diese gesamten Flitterwochen durch zu vögeln. Ich atmete schwer aus, es erforderte ein unbeschreibliches Maß an Selbstbeherrschung diese lächerliche kleine Band nicht zu zerfetzen und mir meine kleine Ehefrau zu packen.
Aber sie hatte gewonnen und ich würde ihr ein paar Minuten dieses Spielchens gönnen. Dabei war ich jetzt schon bereits am Rande meiner Geduld.
Sie war schließlich mehr als nur atemberaubend schön. Ihr Anblick allein reichte aus um mich hart zu machen. Vor allem in dieser wahnwitzigen Unterwäsche.
Fuck. Ich wollte sie anfassen. Meine Finger auf ihrer warmen Haut. Ich wollte ihre Lippen, ich wollte ihre süße Pussy um mich herum spüren.
Stattdessen bekam ich nur was sie mir gab. Viel zu kurze Küssen. Ihre cleveren Hände welche mich reizten aber mir einen Höhepunkt verwehrten. Vielleicht reichten auch nur ein oder zwei Minuten dieser Folter aus?
"Weiß du noch, in deinem Haus? Als wir zusammen den Typ gefoltert habe. Da hast du gesagt, du hättest nichts dagegen von mir an einen Stuhl gefesselt zu werden? Ich dachte da heute so ein besonderes Ereignis ist, erfülle ich dir den Wunsch."-
Ihre rosa Lippen schwebten über meinen, doch sie entzog sich mir. Die Fesseln verhinderten, dass ich ihr weiter entgegen kommen konnte und genüsslich lachte sie auf.
"Du musst dich mehr anstrengen, wenn du mich küssen willst.".
Sie saß halb auf mir und bewegte ihre Hüfte quälend langsam.
Ich denke noch 60 Sekunden gebe ich ihr. Länger halte ich das nicht aus.
"Oder du sagst lieb bitte.", hauchte sie gegen meine Lippen und bewegte ihre Hand an meinem Schwanz.
10 Sekunden. Dann zerreiße ich dieses Bändchen und werfe sie über meine Schulter. Sie konnte nicht wirklich denken, ein kleines Band aus dünner Seide könnte mich auf diesem Stuhl halten? Ich wollte sie haben. Ich musste sie haben. Sofort. Ich würde sonst verglühen.
Doch ein Blick in ihr schönes Gesicht und ich wollte ihr den Spaß nicht nehmen.
"Ich will dich küssen, Liebling. Bitte.". Ich würde sie für dieses Spielchen hier betteln lassen für Stunden. Auf gute Art und Weise. Sie schenkte mir den Kuss und ich spürte mein Herz schneller schlagen. Meine Hände zuckten, ich wollte sie näher an mich ziehen, doch konnte nicht. Fuck, wie unerträglich.
Wusste sie überhaupt was sie mir hier antat? Als sich ihre Lippen von meinen lösten entwich mir doch tatsächlich ein leises Wimmern. Fuck.
"Danke, dass du mich auf die Idee gebracht hast. Mh, so gefällst du mir wirklich gut.", ihr Zeigefinger unter meinem Kinn sorgte dafür, dass ich ihr direkt in die hellen Augen sah.
Sie klaute auch noch meinen Move! Ich hatte ihr wirklich zu viel beigebracht in dieser Hinsicht. Meine Lippen verzogen sich zu einem kleinen Grinsen bis ihre andere Hand in meinen Schritt wieder anfing sich zu bewegen. Der Hauch ihrer Berührung reichte schon aus um mich in diesem Zustand zu einem tiefen Stöhnen zu bringen.
"Was glaubst du, wie lange hältst du das aus?", wollte sie mit Engelsstimme wissen, süß und fast schon naiv. Dabei sah ich ihren Augen an, sie wusste genau was sie hier machte.
Die Antwort kam schneller als ihr lieb war. Nämlich gar nicht.
Ich spannte meine Arme an, zerriss das Seidenbändchen und packte mir Ella. Sie zog schockiert die Luft ein und sah mich mit offenem Mund an. Perplex blinzelte sie mir entgegen.
"Du- du konntest dich einfach so befreien?", ich überging ihren entsetzten Protest und warf sie wie geplant über meine Schulter. Noch eine Sekunde länger auf dem Stuhl und ich hätte den Verstand verloren.
"Das ist nicht fair!", beschwerte sie sich lautstark. Als würde ihr eine Art imaginäres Publikum gleich zustimmen. Ich lies meine Hand auf ihren Hintern klatschen und legte sie dann in der Mitte des Bettes ab. Ihre großen Augen sah mich voller Aufregung an. Sie lehnte sich etwas auf, diese weiße Unterwäsche lies sie viel unschuldiger wirken als sie war.
"Genug gespielt.".
"Du fesselst mich ständig und ich mach nie so einen Aufstand.", gab sie missmutig zurück.
"Dann solltest du dir für die Zukunft echte Fesseln besorgen, welche die mich auch halten können und nicht so'n lächerliches Bändchen. Selber Schuld, Prinzessin.", ich zwinkerte ihr zu und pinnte sie aufs Bett.
Sie schnaubte kurz auf bevor sie sich mir entgegen drückte, ein kleines Lächeln auf ihren Lippen.
"Ich merk's mir. Nächstes mal- richtige Handschellen.", betonte sie durchaus mit feuriger Leidenschaft. Ich würde schon dafür sorgen, dass es kein nächstes mal geben würde. Ihre kleine Einlage hatte mich Wahnsinn gemacht.
"Letzte Worte bevor ich dich offiziell als meine Ehefrau ficke?", sie schlug mir instinktiv gegen den Arm, aber ich meinte es selbstverständlich ernst. Das war kein Spaß.
"Ich liebe dich, Mikey.", flüsterte Ella. Ihr weicher Blick und ihre verführerischen Worte schmiegten sich um mein Herz. Manchmal konnte ich es nicht glauben, dass Ella wirklich an meiner Seite war. Sie mich liebte. Sie meine Frau war. Sie in jeder Situation für mich da war.
Alles was ich jemals wollte und brauchte befand sich in meinen Armen. Ich hatte niemals im Leben so viel Liebe verdient. Aber ich würde alles tun, damit sich Ella für den Rest ihres Lebens jede Sekunde geliebt fühlt.
Eine gewisse Kleinigkeit versüßte den Moment noch mehr. Ella trug endlich meinen Namen.
"Und ich liebe dich, Frau Marchetti.".
The End
Leute! Was soll ich sagen, es ist doch ein happy end geworden, ich kann's selbst kaum glauben liebe es aber trotzdem richtig. Eigentlich lass ich in meinen Geschichten gerne all meinen Charaktere in einem tragischen Tod untergehen, aber ihr habt mir einfach so heftig gedroht, dass ich dachte ok- kann ich meinen Leuten hier nicht antun auch noch so kurz vor Weihnachten xD
Große Liebe an alle Kommentare die hinterlassen wurden- ehrlich absolutes Highlight meines Tages wenn ich ein Kommi bekommen habe :)
Danke, Danke, Danke fürs Lesen und Unterstützen- die nächste Geschichte von mir wird nicht lange auf sich warten lassen, also stay tuned :)
Peace out <3